Ausweitung des Naturschutzgebietes verschoben Skip to content

Ausweitung des Naturschutzgebietes verschoben

Alle Vorbereitungen für eine Ausweitung des Naturschutzgebietes im Þjórsárver im zentralen isländischen Hochland sind abgeschlossen und auch die Abkommen zwischen dem Staat und den betroffenen Bezirken liegen vor. Das einzige, was fehlt, ist die Unterschrift des Ministers für Fischerei, Landwirtschaft und Umweltbelange, Sigurður Ingi Jóhannsson.

thjorsarver_psÞjórsárver. Foto: Páll Stefánsson/Iceland Review.

Sigurður hätte das Papier am vergangenen Freitag unterzeichnen sollen, doch verschob er die Unterzeichnung, nachdem Einsprüche durch den nationalen Energieversorger Landsvirkjun eingegangen waren, berichtet das Morgunblaðið.

Damit wurde die Unterzeichnung zum zweiten Mal verschoben. Sigurðurs Vorgängerin, Svandís Svavarsdóttir, hatte das Dokument noch vor den Wahlen im April unterschreiben wollen, doch hatten damals Unterlagen der Distrikte gefehlt.

Landsvirkjun vertritt starke Interessen für den Bau von Kraftwerken und Wassernutzung in dem Gebiet. Unter anderem möchte der Energieversorger ein Wasserkraftwerk in Norðlingaalda, mit dem Stausee Norðlingaöldulón und dem Kraftwerk Norðlingaölduveita errichten. Eine Ausweitung des Naturschutzgebietes würde das Kraftwerk Norðlingaölduveita verhindern.

Landsvirkjun hatte sich schon zuvor bei der isländischen Umweltagentur gegen die Naturschutzpläne ausgesprochen, doch der Einspruch wurde nicht angenommen. Landsvirkjun argumentiert nun, dass der ganze Vorgang ungesetzlich sei.

„Das einzige, was wir verlangen ist, dass die Regierung bei Entscheidungen unsere Gesichtspunkte in Betracht zieht und dass die Arbeitsmethoden gesetzmäßig sind. Wir glauben nicht, dass es richtig ist, dass der Minister eine derart weitreichende Entscheidung trifft, ohne unsere Haltung zu kennen, was in diesem Fall vorzuliegen scheint,“ kommentierte der Geschäftsführer von Landsvirkjun, Hörður Arnarson.

Der Vorstand der Jungen Umweltschützer hatte Sigurður aufgefordert, sich der Unterzeichung für die Ausweitung des Naturschutzgebietes nicht zu entziehen, berichtet visir.is.

Der Vorstand stimme Landsvirkjun zu, dass das Kraftwerk Norðlingaölduveita eine umsatzträchtige Alternative für Energieausbeute sei, doch sei die Region zu sensibel, um im Wasser zu versinken.

Þjórsárver ist einzigartig im nationalen wie im globalen Kontext und ist durch internationale Abkommen geschützt. Ein Drittel der weltweiten Gesamtpopulation der Kurzschnabelgans brütet in dem Naturschutzgebiet. Teile der Region stehen seit 1981 unter Naturschutz.

Der Vorsitzende der Jungen Umweltschützer, Ólafur Heiðar Helgason, wies darauf hin, dass eine Expertenkommission, die die für eine Energieausbeute interessanten Regionen Islands nach Schutzgesichtspunkten kategorisiert hatte, das Þjórsárver bereits zuvor in die Kategorie der schützenswerten Regionen eingeordnet hatte.

DT

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