Tiefdruckgebiet, Schnee und Sturm behindert den Verkehr

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Das stürmische Wetter setzt auch am heutigen Tag dem Verkehr gewisse Grenzen, im Norden und Osten behindern Schneefälle und Schneeverwehungen ein Vorankommen, und die Ringstrasse zwischen dem Mývatn und Vopnafjarðarheiði ist gesperrt. Dort hatten sich gestern im Schneesturm zwei Unfälle ereignet. Ebenfalls gesperrt ist ein Teil der Öxnadalsheiði sowie die Strecke unter dem Eyjafjallajökull nach Osten. Die meisten Strassen in den Westfjorden sind unbefahrbar.

Gestern hatte der Sturm 500 Passagiere der Fähre Norröna in Seyðisfjörður stranden lassen, weil die einzige Strasse aus dem Tal wetterbedingt gesperrt werden musste. Aus der Tagestour der Bustouristen nach Stuðlagil und in die Vök-Lagune wurde daher nur eine Tagestour im Hafenstädtchen. Auch der Plan, die Reisebusse mit Begleitung von Schneepflügen und Rettungsfahrzeugen über die Hochstrasse zu geleiten, wurde gegen Abend abgeblasen, weil die Aktion zu gefährlich war. Gegen 20 Uhr sass der Schneepflugfahrer zusammen mit dem Milchauto im Schnee der Fjarðarheiði fest. Die Fährgäste konnten die Nacht an Bord der Fähre verbringen, Wohnmobilinsassen mussten ihr Fahrzeug nutzen.

Überall im Land waren Rettungskräfte damit befasst, Leute aus dem Schneesturm zu holen, die sich trotz Warnungen auf den Weg gemacht hatten, oder nicht anders konnten, wie etwa die Arbeiter des Mjólká-Kraftwerks in den Westfjorden, die gestern Abend auf der Dynjandisheiði in den Westfjorden Hilfe benötigten. Die feststeckenden Fahrzeuge wurden zurückgelassen, alle Insassen fanden Platz in den Rettungsfahrzeugen, die dann auch nur Meter für Meter vorwärtskamen und gegen vier Uhr morgens die Mjólká erreichten, wo sie auf Häuser verteilt wurden.

Die Strassenzustandskarte zeigt, welche Strassenabschnitte gesperrt sind. Reisende sollten sich stets vor Fahrtantritt über Wetter und Fahrbedingungen informieren, sowie Reisepläne flexibel gestalten.

 

Ungewöhnlich trockener und sonniger November

Der gerade zuende gegangene November ist ungewöhnlich mild und ruhig verlaufen, heisst es in einer Mitteilung des isländischen Wetterdienstes.

Im Nordteil des Landes war es ungewöhnlich trocken. In weiten Teilen des Landes ist dieser November der trockenste seit Jahrzehnten gewesen. Am kältesten war es im Nordosten, am mildesten im Westen Islands, berichtet Vísir.

Die Durchschnittstemperatur in Reykjavík betrug 2,4 Grad, sie liegt damit 1,2 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990, jedoch – 0,3 Grad unter dem Durchschnitt des letzten Jahrzehnts.

In Akureyri lag die Durchschnittstemperatur bei – 0,8 Grad und damit – 0,5 Grad unter der Durchschnittstemperatur der Jahre 1961 bis 1990 und – 0,8 Grad unter der Durchschnittstemperatur der letzten zehn Jahre. In den Orten Stykkishólmur im Westen und in Höfn í Hornafirði im Südosten wurden durchschnittlich 2,1 Grad gemessen.

War der November in den vergangenen Jahren eher bekannt durch schwere Regenfälle, so wurden in diesem Jahr auch hier Rekorde geschlagen. In Akureyri fielen nur 4,6 mm Regen, das sind 10 Prozent der Regenmenge aus den Jahren 1961 bis 1990. Nur im Jahr 1952 ist es noch trockener gewesen, damals wurden 3,0 mm Regen im November gemessen.

In Reykjavík fielen im November 73,1mm, dies entspricht der durchschnittlichen Regenmenge in den Jahren 1961 bis 1990. Für Stykkishólmur wurden 36,1 mm gemeldet, was der Hälfte der Regenmenge aus den Jahren 1961 bis 1990 entspricht.

Auch die Sonne hat sich im November öfter blicken lassen, für Reykjavík waren 49,2 Sonnenstunden gezäht worden, 10,6 mehr als in Durchschnittsjahren. In Akureyri zählte man 18,0 Stunden Sonne, was 3,7 Stunden mehr als in Durchschnittsjahren sind.

Die Durchschnittstemperatur in Reykjavík in den ersten elf Monaten des Jahres lag bei 6,3 Grad. Das sind 1,6 Grad mehr als im Durchschnitt in den Jahren 1961 bis 1990 und 0,4 Grad mehr als im vergangenen Jahrzehnt.

Die Durchschnittstemperatur liegt in einer Liste von 149 Jahren auf dem 6. und 7. Platz.

In Akureyri lag die Durchschnittstemperatur in den ersten elf Monaten des Jahres bei 4,8 Grad und damit 1,1 Grad höher als in den Jahren 1961 bis 1990, jedoch 0,2 Grad unter der Durchschnittstemperatur des letzten Jahrzehnts. Die Durchschnittstemperatur ist auf einer Liste von 139 Jahren auf dem 25. Platz einzuordnen.

Niederschläge in Reykjavík lagen um 11 Prozent über dem Durchschnitt, in Akureyri um 15 Prozent.

Neue Karte zur Reisesicherheit vorgestellt

Die Internetplattform Safetravel.is hat eine neue Karte zur Reisesicherheit im Netz zugänglich gemacht. Die Karte, die von Tourismusministerin Þórdís Kolbrún Gylfadóttir in der vergangenen Woche in der Touristeninformation What’s On in Reykjavík vorgestellt wurde, vereint alle relevanten Information zu Wetterlage und Strassenbedingungen auf einer Seite.

Zuvor hatte der Reisende die Links vedur.is (Wetter), vegagerðin.is (Strassennetz) und safetravel.is (Reisesicherheit) einzeln aufrufen müssen. Die neue Karte, so die Ministerin, sei “ein grosser Schritt vorwärts, um die Sicherheit von Reisenden in Island zu gewährleisten.”

Auf der Karte sind aktuelle Informationen zu Wetter, Strassenbedingungen, Bedingungen an touristisch interessanten Orten (zB vereister Weg etc), Windböen an exponierten Strassenabschnitten, Lawinenwarnungen und vieles mehr zu finden.

Das Projekt ist Ergebnis einer Zusammenarbeit vom Ministerium für Tourismus, Industrie und Innovation, der isländischen Rettungsorganisation ICE-SAR und der Versicherung Sjóvá. Die finanziellen Mittel für das Safetravel-Projekt waren vom Ministerium kürzlich erhöht worden.

Die neue Karte dürfte sich für Touristen wie für Einheimische als hilfreich erweisen, da sie nun mit einem Klick alle relevanten Reiseinformationen bietet. Sie stellt damit einen wichtigen Service dar in einem Land, wo sich bekanntermassen das Wetter schnell ändert.

Rekorde für Hitze und Blitze

Nauthólsvík geothermal beach.

Die heisseste Temperatur des Sommers in Island, die erst vor zwei Tagen in Ásbyrgi im Norden der Insel mit 25,9 Grad aufgezeichnet worden war, wurde schon am folgenden Tag in den Schatten gestellt, als gestern in Hjartaland 26,9 Grad und am Geysir 26,7 Grad gemessen wurden, berichtet RÚV.

Auch wenn sie die Toptemperaturen in diesem Jahr darstellen, so kamen sie doch nicht in die Nähe des Hitzerekordes vom 22. Juni 1939, als in Ostisland 30,5 Grad gemessen wurden.

Ganz offensichtlich bekommt Island nun die Ausläufer der Hitzewelle zu spüren, die Europa fest im Griff hält. Auch in den kommenden Tagen muss mit ungewöhnlich hohen Temperaturen gerechnet werden.

Der Fotograf Ragnar Axelsson, RAX, postete heute morgen Fotos von den Gletschern in Grönland auf seiner Facebookseite. Die Hitzewelle reicht heute bis dorthin und lässt die Temperaturen auf bis zu sieben Grad auf den Gletschern steigen. Auf den Fotos sind blaue Seen im Eis zu sehen.

Die ungewöhnliche Wetterlage hat in der Nacht zu heftigen Gewittern geführt, berichtet mbl.is. In den vergangenen 24 Stunden wurden mehr als 1800 Blitze gezählt, vor allem im Südosten und Ostteil des Landes krachte es ordentlich.

In normalen Jahren, so der Gewitterexperte Þórður Arason vom isländischen Wetterdienst, kämen vielleicht um die 100 Blitze auf einmal vor, doch soviele wie in der vergangenen Nacht habe man seit Beginn der Zählungen vor etwa 20 Jahren noch nicht verzeichnet. Er machte die Wetterlage dafür verantwortlich und weist darauf hin, dass auch in den kommenden Tagen mit Gewittern zu rechnen sei. Gewitter mit Blitz und Donner kommen in Island eher selten vor.

Sturmwarnung für den Südosten

Vor allem im Südosten des Landes sollte man ab heute Abend den Hut ins Gesicht ziehen, und am besten gar nicht mehr vor die Tür gehen. Ein mächtiges Sturmtief nähert sich der Insel von Süden her und erreicht das Land mit voler Kraft morgen Vormittag im Süden, Südosten, im Ostland bis nach Glettingur und in den Ostfjorden, schreibt RÚV.

Zur Abendbrotzeit geht es im Süden los, über Nacht wandert der Sturm weiter nach Osten. Im Süden muss nur an vereinzelten Stellen mit hohen Windgeschwindigkeiten gerechnet werden, doch auch hier können Böen mehr als 50 km/h annehmen.

Im Westen wird es vermehrt regnen, die Sturmregionen bleiben tagsüber trocken, zum Abend hin kommt es auch dort zu heftigen Niederschlägen.

Zum Abend hin legt sich das Wetter wieder und die Temperaturen sinken. Für die kommenden Tage bleibt uns der Wind aus südlicher Richtung erhalten, er bringt mildes Wetter und Regen im Südteil des Landes. 

Die Rettungseinheiten im Süden des Landes sind in Alarmbereitschaft versetzt worden. Im Hornafjörður macht man sich bereits Sorgen wegen der Touristen, die sich nicht informieren oder Warnungen ignorieren. 

Das Wetter ist gut, und das touristische Verkehrsaufkommen hoch. Schwierig sei es, die Unwetterwarnung an den Mann zu bringen, sagt Friðrík Jónas Friðríksson von den Björgunarsveit in Höfn.

Wir sehen hier Zelte und Wohnmobile und alles mögliche unterwegs. Derzeit sind es acht Grad plus, der Himmel ist blau, die Sonne scheint, die Gänse fliegen über das Land. Niemand macht sich klar, dass morgen ein schweres Unwetter kommt,” gibt Friðrík zu bedenken. Die Behörden raten jedem, morgen zuhause zu bleiben, wenn kein Notfall vorliegt, schreibt RÚV.

Friðrík rechnet damit, dass morgen früh bemannte Sperren errichtet werden, um unbelehrbare Autofahrer an der Weiterfahrt zu hindern.

Reisende sollten also unbedingt auch ihre Pläne überdenken.

Für die Regionen unterhalb der Gletscher muss laut Strassenbehörde jederzeit mit wetterbedingten Strassensperrungen gerechnet werden. Vor allem auf den grossen Sanderregionen an Vatnajökull und Mýrdalsjökull können Sand und Steine aufwirbeln und Autoscheiben zerstören. Bedingt durch das stürmische Wetter sollte man an den beliebten Stränden Reynisfjara und Kirkjufjara äusserste Vorsicht walten lassen und nicht ans Wasser gehen, da der Wellengang dort extrem ausfällt. Tückische Sneakerwellen haben dort in der Vergangenheit schon mehrfach Menschen ins Meer gezogen.

Aktuelle Warnmeldungen findet man unter safetravel.is, die Strassenkarte, auf denen auch temporäre Sperrungen verzeichnet sind, sowie Webcams anklickbar, findet man unter road.is