Isländische Christbäume werden immer beliebter

Christmas tree santa Iceland

Auch wenn in isländischen Wohnzimmern immer noch am häufigsten importierte Weihnachtsbäume stehen, so werden regional gezogene Fichten doch immer beliebter, berichtet das Bændablaðið. Die Zahl der importierten Christbäume sank in den Jahren 2019 und 2020 von 37.147 auf 24.441 Bäume, während der Verkauf der isländischen Christbäume von 7225 Exemplaren auf 8.134 stieg. Immer mehr Familien kaufen ihren Weihnachtsbaum beim Förster aus der Region, wo sie ihn selber aussuchen und bisweilen sogar schlagen können.

Ragnhildur Freysteinsdóttir, eine Umweltexpertin bei der isländischen Forstbehörde, sagte RÚV, das eigenhändige Schlagen des Christbaumes habe seine Vorteile. “Manche Leute wollen ihn hoch und schlank, andere lieber kurz und breit haben. Sie wollen vielleicht gar nicht den Standardbaum, den man im Laden kaufen kann. Das ist eine Gelegenheit für sie.”

Die Vorteile vom Kauf in der Region
Wie Bændablaðið schreibt, bringt das Kaufen eines Christbaumes aus der Region weitere Vorteile. Dort wo ein Baum geschlagen wird, setzen die Frstbehörden ein Dutzend neue, was positive Auswirkungen auf den CO2-Speichereffekt hat. Die Reykjavíker Forstbehörde etwa hat im letzten Jahr für jeden einzelnen verkauften Weihnachtsbaum 50 neue Bäume gesetzt.
Bäume aus der Region haben ausserdem einen kleineren CO2 Fussabdruck: Klima und Geografie bringen mit sich, dass in Island kaum gegen Krankheiten gespritzt werden muss. Bei importierten Bäumen besteht hingegen immer das Risiko, dass sie Krankheiten mit auf die Insel bringen.
Der beliebteste Christbaum in Island ist gemessen an den Vorjahresverkäufen mit 62,4 Prozent die Küstenkiefer, gefolgt von der Sitkafichte mit 14,2 Prozent und der Rotfichte mit 11,4 Prozent.

Christbäume für die Ziegen von Háafell

Wo für den Menschen die Weihnachtszeit längst vorbei ist, fängt bei den Ziegen die Party erst richtig an. Im Westen Islands, auf dem Ziegenhof Háafell von Jóhanna B. Þorvaldsdóttir, freuen sich die munteren Vierbeiner auf die Weihnachtsbäume, die Jóhanna dieser Tage im Borgarfjörður einsammelt.

“Die Ziegen fressen die bis auf den Stamm runter,” sagte Jóhanna den Reportern des Magazins Landinn. Im Link sieht man, wie die Ziegen sich über die Tannen hermachen. Die immergrünen Nadeln enthalten eine bestimmte Zellulosesorte, ein wichtiger Nährstoff, den die Ziegen in ihrer sonstigen Kost aus Heu und Gras nicht finden. “Die Weihnachtsbäume sind eine willkommene Ergänzung.” Am beliebtesten sei die Kiefer, aber Fichte würde auch nicht lange liegenbleiben.

Háafell goats christmas trees
A screenshot from RÚV

In den frühen 60ger Jahren des letzten Jahrhunderts war der Bestand der isländischen Ziege auf 70 bis 80 Tiere gesunken und direkt vom Aussterben bedroht. Jóhanna machte es sich zur Aufgabe, den Bestand zu retten, inzwischen gibt es im ganzen Land wieder um die 1400 Ziegen.

Auf dem Hof Háafell betreibt Jóhanna mit ihrer Familie ein ganzjährig geöffnetes Besuchszentrum, wo man nicht nur Ziegen anschauen und streicheln kann, sondern auch allerlei Wissenswertes über sie erfährt. In dem kleinen Hofladen werden Fleischwaren und Milcherzeugnisse sowie Seifen und Cremes aus Ziegenfett verkauft.
Einige von Jóhannas Ziegen haben sogar Weltruhm errungen mit einer Statistenrolle in der Serie Game of Thrones.