Frischwasserleitung nach Heimaey beschädigt

Die Wasserleitung vom Festland zu der bewohnten Westmännerinsel Heimaey ist am vergangenen Freitag beschädigt worden. Auf einem Abschnitt von 50 Metern leckt es an zwei Stellen aus der Wasserleitung. Der Schaden ereignete sich im östlichen Teil des Hafens am Heimaklettur, als sich der Anker eines Fangschiffes in der Leitung verfing, die gleich neben dem Unterseestromkabel liegt. Taucher hatten das Leck fotografiert. Die Bilder sind an den ausländischen Hersteller der Wasserleitung geschickt worden, mit der Bitte um Reparaturvorschläge. Der Vorfall wurde als sehr ernst bezeichnet.

Die 15,5 Kilometer lange Unterwasserleitung kann 110 Liter Wasser pro Sekunde transportieren und versorgt den Ort mit Trinkwasser, ausserdem wird die Wärmepumpe zur Beheizung der Gebäude damit betrieben. Der Energiekonzern HS Orka betreibt die Leitung und Wasserversorgung, die Leitung selbst befindet sich jedoch im Besitz der Gemeinde.

Erst in diesem Sommer hatte der Staat eine Willensbekundung unterzeichnet, nach der man sich an der Finanzierung einer zweiten Wasserleitung beteiligen wolle. Die beschädigte Wasserleitung stammt aus dem Jahr 2008 und war ohnehin reparaturbedürftig. In der Erklärung aus dem Juli hatte es unter anderem gehiessen, dass die Gemeinde der Westmännerinseln und der Zivilschutz der isländischen Polizei darauf aufmerksam gemacht hätten, dass es zu einem Notstand kommen könne, falls die Wasserleitung zur Insel berste.
RÚV berichtet dass es wetterbedingt nicht möglich war, weitere Unterwasserfotos aufzunehmen, die vom ausländischen Hersteller angefordert wurden. Mit einem Schadensgutachten daher wird nicht vor Freitag gerechnet.

Der Wasserdruck nach Heimaey ist nicht beeinträchtigt, weil mit Überdruck gepumpt wird. Meerwasser kann RÚV zufolge nicht in die im Meeresboden verlegte Leitung eindringen. Einmal pro Jahr wird der Zustand der Wasserleitung überprüft, in diesem Sommer hatte man sie auf weitere 15 Jahre für tauglich befunden.
Bürgermeisterin Íris Róbertsdóttir sagte RÚV gegenüber, die Verhandlungen um den Kauf einer neuen Wasserleitung seien weit gediehen, aber noch nicht in trockenen Tüchern. Nach einer Unterschrift müsse man weitere 18 Monate warten, bis man die Leitung verlegen könne. Die Verlegungsarbeiten können nur in den Sommermonaten durchgeführt werden.

Neue Wasserleitung für Westmännerinseln mit staatlichem Zuschuss

Gestern haben Staat und die Kommune der Westmännerinseln eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der der Staatshaushalt sich an der Verlegung einer neuen Wasserleitung auf die Inseln finanziell beteiligt. Bislang gibt es nur eine Wasserleitung, die Frischwasser vom Festland nach Heimaey pumpt. Doch ist die in die Jahre gekommen und reparaturbedürftig. Nun steht die Verlegung einer neuen Leitung an, um die Sicherheit der Inselbewohner zu gewährleisten.

Bürgermeisterin Íris Róbertsdóttir sagt, die staatliche Unterstützung habe eine grosse Bedeutung. “Das ist eine Zivilschutzoperation. Das ist ein grosser Schritt, eine neue Wasserleitung zu verlegen und den Leuten auf den Westmännerinseln entgegenzukommen.” Dabei gehe es darum, sicherzustellen, dass es auf der Insel nicht zu einer Notlage der öffentlichen Sicherheit komme.
Auf den Westmännerinseln gibt es kein Trinkwasser, das für die Versorgung der Bevölkerung genutzt werden kann, das gesamte Wasser muss vom Festland herübergepumpt werden.

Der Staat will bis zu 80% der Kosten tragen, die die veranschlagte Gesamtsumme von 1,2 Mrd. ISK übersteigen, jedoch nicht mehr als 800 Mio. ISK. Dieser staatliche Zuschuss war seit etwa einem Jahr geprüft worden. Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson sagte RÚV gegenüber: “Natürlich sind die Gemeinden für die Wasserversorgung von Bewohnern und Unternehmen verantwortlich, aber am Ende wird dann der Staat mit einer Unterstützung von etwa 80% der Mehrkosten dazukommen.”