Schneechaos und Strassensperrungen im Norden des Landes

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Island erwachte in den frühen Morgenstunden bei Unwetter, besonders im Nordteil des Landes machten Schneesturm und schlechte Sicht ein Vorankommen unmöglich. Die Ringstrasse durch das Möðrudalsöræfi zwischen dem Mývatn und Egilsstaðir ist gesperrt, Öxnadalsheiði und Holtavörðuheiði sind unpassierbar. Viele Fahrten der Überlandbusse sind verschoben oder abgesagt worden, berichtet RÚV.

Der Morgenbus von Akureyri nach Reykjavík konnte heute nicht fahren, der Bus in die entgegengesetzte Richtung verkehrte nur bis Borgarnes. Auch die Busverbindungen zwischen Siglufjörður, Húsavík und Akureyri, sowie die Verbindung zwischen Borgarnes und Hólmavík in den Westfjorden wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Viele Schulen gaben Schneefrei, weil die Schulbusse nicht verkehren konnten. In Island haben alle Schüler auf dem Land das Recht, vom Schulbus am Hof abgeholt zu werden, ganz gleich wie weit der jeweilige Hof von der Schule entfernt ist. Schulleiter und Busfahrer entscheiden zusammen, ob gefahren wird oder nicht, und die Mitarbeiter erfahren in der Regel schon am Vorabend oder am frühen Morgen, ob sie aus dem Haus müssen.

Nach Auskunft des diensthabenden Meteorologen beim isländischen Wetterdienst herrschen im Norden und Westen äusserst schwierige Fahrtbedingungen mit Schneefall und schlechter Sicht durch aufwirbelnden Pulverschnee. Ach im Skagafjörður und in grossen Teilen der Húnavatnssýsla muss mit Glätte und Schneefall gerechnet werden. Zum Abend hin soll sich das Wetter etwas beruhigen.
Wer dennoch heute los muss, sollte sich hier über die Strassenbedingungen informieren.

456 Schlechtwetterwarnungen im Jahr 2022

A woman walking two young children through the snow

Der isländische Wetterdienst hat im vergangenen Jahr 456 Wetterwarnungen herausgegeben, darunter 372 gelbe Warnungen, 74 orangefarbene und zehn rote Warnungen. Noch niemals seit Beginn des Warnsystems hatte es soviele orangefarbene und rote Warnungen gegeben. Allerdings kommt bei solchen Warnungen das gleich Wetter in mehreren Vorhersagegebieten mehrfach vor.
In einer Zusammenfassung auf der Webseite des Wetterdienstes heisst es, dass die meisten Warnungen den Süen und Südosten betrafeb. Am wenigsten musste im Ostland vor schlechtem Wetter gewarnt werden.

Das Farbwarnsystem des Wetterdienstes mit seinen gelben, orangefarbenen und roten Stufen war im November 2017 eingeführt worden. Wie man hier sieht, schwankte die Häufigkeit der Warnungen von Jahr zu Jahr.

Vedur.is

Die letzte orangefarbene Warnung war vorgestern für den Süden und Westen ausgegeben worden, und erfreulicherweise zeigte sie Wirkung, denn für die Einsatzkräfte gab es diesmal eher wenig zu tun.

Sturm schleuderte 30.000 Rotbarsche an Land

Mindestens 29.000 Fische sind bei dem Unwetter in der Montagnacht bei Stóra Sandvík auf der Halbinsel Reykjanes an den Strand geworfen worden und verendet, berichtet das Fréttablaðið. Einer Mitteilung des Marineforschungsinstitutes zufolge handelt es sich vor allem um kleine Rotbarsche.
Bei dem Unwetter waren extrem hohe Wellen gemessen worden, an vielen Orten hatte es Monsterwellen von 20 Metern und mehr gegeben. Am Dienstagnachmittag erfuhr das Institut, dass sich am Strand von Stóra Sandvík Tausende von Fischkadavern befinden.
Auf einem Kontrollgang fanden Institutsmitarbeiter am Mittwoch in der etwa ein Kilometer langen Bucht eine Menge toter Fische, die auf mindestens 29.000 Exemplare geschätzt wurde, und möglicherweise mehr, weil ein Teil auch davon geweht sein dürfte, denn die kleinsten der Rotbarsche sind nur etwa fünf Zentimeter lang.
Neben Rotbarsch fand man Seequappen, zwei Brosmen, Kabeljau, Seelachs, Stintdorsch und Sandaale, sowie tote Seevögel: fünf Basstölpel, zwei Trottellummen, Eissturmvögel und Eiderenten.
“Auch am Leuchtturm von Garðskagi wurde der Strand kontrolliert, dort waren viele Algen angespült worden, sowie Dutzende von kleinen Rotbarschen. Letztere fanden sich auch am Strand von Sandgerði, in Sandhöfn am Hafnaberg und bei Ísólfsskáli an der Südküste von Reykjanes,” heisst es in der Institutsmitteilung.
Das Marineforschungsinstitut bittet darum, weitere Funde per Email zu melden: hafog­vatn@hafog­vatn.is

 

Unwetterwarnung, Bauern holen Schafe vorzeitig aus den Bergen

A map of Iceland showing orange alerts in Northeast and east Iceland as well as yellow alerts for northwest Iceland, the eastfjords, southeast Iceland and the central highlands

Der isländische Wetterdienst hat für heute Nacht bis morgen für den Nordosten und Osten des Landes eine orangefarbene Wetterwarnung herausgegeben, Sturm aus Nord bringt Regen und in den Höhenlagen auch Schnee. Für den Nordwesten, die Ostfjorde, den Südwesten und das zentrale Hochland gilt die gelbe Warnstufe. Am Mittag hatte der Zivilschutz auch die Unsicherheitsstufe für den Norden ausgerufen. Diese Alarmstufe erleichtert die Zusammenarbeit der Einsatzkräften im Ernstfall.

In der Nacht muss mit Windgeschwindigkeiten von 15 bis 23 m/s gerechnet werden, der Regen soll sich zunehmend in Schnee verwandeln. Bergstrassen könten schon heute Nacht unpassierbar sein.
Auch südlich des Vatnajökull und in den Ostfjorden kann es am Abend gefährlich für Autofahrer werden.

Der nationale Energieversorger Landsnet ist in Alarmbereitschaft, falls wie beim Adventssturm im Dezember 2019 die Überlandleitungen beschädigt werden. Damals hatten hunderte Haushalte im ganzen Norden zum Teil tagelang ohne Strom und Heizung dagesessen. Auch die Strassenverwaltung Vegagerðin hat alles für den Ernstfall – einen plötzlichen Wintereinbruch – vorbereitet.

Schafe vor dem Schneesturm zu Tal bringen
Die Landwirte im Norden und Nordosten machen sich Sorgen um ihr Vieh, welches sich noch auf den Hochlandweiden befindet, und im Schnee landen könnte. Im Fljótsdalur hatten die Bauern gestern schon damit begonnen, ihre Schafe in die Niederungen zu treiben. Nebelbedingt hatte man die Aktion abbrechen müssen, doch heute gelang es, einen Grossteil der Schafe am Snæfell aus 600 Metern Höhe ins Tal zu treiben. Die Bauern gehen davon aus, dass sich der Regen heute Nacht in Schnee verwandelt.

“Wir versuchen vor allem, die Schafen aus den Höhenzügen herunterzuholen. An die heranzukommen, die am weitesten weg sind, und sie näher und tiefer zu holen. Die Wettervorhersage ist schlecht und es gibt guten Grund, dem zuvor zu kommen,” sagt Þorvarður Ingimarsson, der Schafabtriebsleiter im Fljótsdalur.

Es sehe ganz danach aus, dass die Wetterlage für die Schafe gefährlich werden könne, und dass es sehr schwierig werde, die Tiere in diesem Land zusammenzutreiben, wenn der Schnee erst mal gekommen ist. So sei es bequemer, sie schon mal in der Niederung zu haben, bevor das Wetter richtig schlecht werden und alle Gräben sich mit Schnee füllen.

“Bei extrem schlechtem Wetter suchen die Schafe Schutz, und dort schneien sie dann ein. Alle wissen, was dann passiert,” sagt Þorvarður, und bezieht sich auf den legendären Schneesturm im September 2012, als eine Woche vor den regulären Schafabtrieben an die zehntausend Schafe im Norden unter Schneemassen begraben wurden und verendeten. Viele wurden erst Wochen, zum Teil noch Monate später gefunden (und manche da sogar noch lebendig). Zahllose Schafe und Lämmer waren in der langen Zeit unter den gefrorenen Schneewehen von Füchsen lebendig angefressen worden.

Auch im Þeistareykir, im Mývatnssveit und im Húnavatnssýssla hatten sich Schafbesitzer heute morgen auf den Weg gemacht, um ihre Tiere aus den Höhenlagen in die Niederungen zu treiben, dabei erschwerte Nebel die Arbeit beträchtlich.

Heftiger Sturm auf dem Weg nach Island

Was zunächst nach einem kleinen Sturmtief aussah, hat sich nun derart vergrössert, dass der isländische Wetterdienst für morgen Abend die orangefarbene Warnstufe ausgegeben hat, berichtet RÚV.

Die Warnstufe gilt für das Südland, Südostisland und das zentrale Hochland. An einzelnen Stelle in Küstennähe kann der Wind 30 m/s und mehr aufnehmen.

Die orangefarbene Warnstufe impliziert eine Wetterlage, welche eine hohe Wahrscheinlichkeit von gesellschaftlichen Auswirkungen haben kann (wie Strassensperrungen, Flug- und Busausfälle etc), sowie Schäden und Unfälle verursachen und Leben in Gefahr bringen kann.

Situationsbedingt kann es zu Sperrungen und zum Ausfall von Dienstleistungen (zB Räumdienst) kommen.

Der Wetterexperte Einar Sveinbjörnsson erinnert in einem Beitrag auf Facebook daran, dass die Schönwetterperiode der letzten Tage nur eine vorübergehende Phase war.

Vor einigen Jahren gab es das schlimmste Wetter des Winters an genau diesem Tag (11. März), und danach noch mal am 14. März. Das war im Jahr 2015. Im Folgejahr gab es an genau den gleichen Tagen, 10. bis 15. März, eine Schlechtwetterserie. In 2017 jagte ein Tiefdruckgebiet das nächste, viele Stürme und Schnee, aber kein Unwetter, welches im Gedächtnis blieb.”

Auch im letzten Jahr sei der März wettermässig ganz gut ausgefallen, doch dies sei in diesem Jahr nun anders. Ein Tiefdruckgebiet vor Neufundland und Wind in grosser Höhe seien auf dem Weg nach Osten, südlich der Insel. Das Tiefdruckgebiet bringe Sturm und auch richtiges Unwetter für den Südosten, vom Rangávellir im Westen bis hinüber an den Öræfajökull.

Für Reisende heisst das, die Reisepläne für morgen und übermorgen überdenken. Jenachdem wann der Sturm zuschlägt, muss mit einer Sperrung der Ringstrasse von Hvolsvöllur aus in Richtung Gletscherlagune gerechnet werden. Wie auf der Webseite von Vegagerðin zu lesen steht, kann die Sperrung bis zum Dienstag Morgen andauern.

In dem langen Abschnitt unterhalb der Gletscher besteht bei Sturm immer die Gefahr von fliegendem Sand und Steinen, die Autofenster zertrümmern können. Auch die beliebten Sandstrände entlang der Südküste sind morgen und übermorgen nach dem Sturm durch extreme Wellen sehr gefährlich, auf keinen Fall sollte man sich in die Nähe des Wassers begeben. 

Wohnmobile, Wohnanhänger und Camper sollten morgen ab dem Nachmittag nicht mehr fahren.

Genauere Informationen finden Sie jederzeit auf safetravel.is, den Strassenzustand und aktuelle Sperrungen gibt es bei road.is, die Wettervorhersage findet man auf vedur.is.

Unwetterwarnung für das Südland

Cars trapped on the road

Für den morgigen Dienstag hat das Wetteramt eine Sturmwarnung für den Süden des Landes veröffentlicht. Für das Südland gilt von 15 Uhr bis 22 Uhr die orangefarbene Warnstufe, unterhalb der Gletscher muss mit heftigem Unwetter gerechnet werden.

Für das Faxaflói, den Südosten und das zentrale Hochland gilt die gelbe Warnstufe, in allen Fällen bis in den Mittwoch hinein. Im Faxaflói, dem Grossraum Reykjavík, bleibt die gelbe Warnstufe von morgen früh bis Mittwoch morgen bestehen.

Ab dem Mitag frischt der Wind im gesamten Süden auf, und mit steigenden Temperaturen beginnt das Eis auf den Strassen zu schmelzen, dazu kann sich loser Schnee zu Schneeverwehungen auf dem Eis türmen.

Vor allem an Berghängen können Windböen gefährliche Geschwindigkeit annehmen. Autofahrer sollten Böen in Verbindung mit Eis- und Schneeglätte nicht unterschätzen.

Die isländische Strassenverwaltung wird fünf Strassenabschnitte im Südland und im Südwestteil des Landes morgen wetterbedingt sperren.

Die ersten Strassenabschnitte werden gegen sechs Uhr morgens gesperrt, die längsten Sperrungen dauern bis in den Mittwochmorgen.

Vegagerðin warnt vor schlechter Sicht, wenn der Sturm den losen Schnee aufwirbelt. Steigende Temperaturen haben überall Glatteis zur Folge.

Die geplanten Sperrungen sind wie folgt:

Hvolsvöllur – Vík
Gesperrt 12:00 Uhr 5. Feb.
Vorraussichtliche Öffnung: 04:00 Uhr 6. Feb.

Skeiðarársandur und Öræfasveit  (von Núpsstaður bis Höfn)
Gesperrt 16:00 Uhr 5. Feb.
Vorraussichtliche Öffnung:  10:00 Uhr 6. Feb.

Hellisheiði und Þrengsli
Gesperrt 6:00 Uhr 5. Feb.
Vorraussichtliche Öffnung 05:00 Uhr 6. Feb.

Kjalarnes
Gesperrt 07:00 Uhr, 5. Feb.
Vorraussichtliche Öffnung: 12:00 Uhr

Mosfellsheiði
Gesperrt: 07:00 Uhr 5. Feb.
Vorraussichtliche Öffnung 05:00 6. Feb.

Die Strassensperrungen werden üblicherweise von Mitgliedern der Rettungsteams überwacht. Bitte respektieren Sie die Sperrungen.

Aktuelle Wettermeldungen finden Sie auf vedur.is, die Sperrungen auf der Islandkarte von road.is, sowie aktuelle Warnmeldungen auf safetravel.is. Hier findet sich auch der Warnhinweis, dass infolge des Wetters am Strand Reynisfjara mit extremem Wellengang zu rechnen ist. Besucher sollten nicht ans Wasser gehen und Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen.  

Morgen herrscht im Südland kein Reisewetter.

 

Unwetter am Silvestertag

Für den morgigen Silvestertag hat der isländische Wetterdienst eine Unwetterwarnung herausgegeben.
Der Sturm zieht ab heute Nacht von Nordwesten her über das Land in Richtung Osten und wird den Südwesten wohl erst am Silvesterabend abgeschwächt erreichen, berichtet RÚV.

Die gelbe Warnstufe gilt ab dem Vormittag für den Breidafjörður und die Westfjorde, dann den gesamten Norden, Nordosten und Südosten und gilt vorerst bis morgen Abend 21 Uhr.
Das Unwetter bringt vor allem im Nordteil des Landes Schneesturm, daher muss mit Verkehrsbehinderungen und auch mit Strassensperrungen gerechnet werden.

Wer unterwegs zur Silvesterparty ist, sollte daher lieber schon heute losfahren.
Hier finden Sie aktuelle Wettermeldungen und Hinweise zu Strassenzustand und Sperrungen sowie Warnmeldungen der nationalen Rettungsorgansation.