Gemeinde Hornafjörður fordert mehr Rettungskräfte

Ring Road South Iceland

Die Gemeinde Hornafjörður sieht die Sicherheit von Einwohnern und Touristen wegen unzureichender Rettungskapazitäten in der Region gefährdet. Der Bürgermeister sagt, er stosse auf taube Ohren, sobald er auf das Problem aufmerksam mache.  Im Protokoll der letzten Gemeinderatssitzung ist die Besorgnis einmal mehr schriftlich festgehalten worden, berichtet RÚV.

Ein tödlicher Verkehrsunfall im Januar in der Nähe des Skaftafell Nationalparks habe gezeigt, dass ein schwerer Unfall die Rettungskapazitäten in der gesamten Region schwächen, sagt Bürgermeister Sigurjón Andrésson. “Die Gemeindeleitung macht erneut darauf aufmerksam, wie schwach die Sicherheitsmaßnahmen hier im Hornafjörður sind und dass sie in keinster Weise mit der hohen Besucherzahl im Einklang stehen.” heisst es im Protokoll.
Die Regierung wird im Protokoll aufgefordert, den Winterdienst zu verbessern und die Ringstrasse sicherer zu machen.  Vor allem aber benötige man einen besseren Notdienst, der in Gestalt von Einsatzkräften, Polizei und medizinischem Personal vor Ort stationiert sein müsse.

Bei dem Unfall im Januar hatten sämtliche Rettungskräfte ausrücken müssen. Dabei ist klar zutage getreten, dass in der Zeit eigentlich kein zweiter Unfall hätte passieren dürfen.
“Es sind 130 Kilometer von Höfn ins Öræfi, und es gibt auch Rettungskräfte die aus Kirkjubæjarklaustur kommen. Als diese Einsatzkräfte alle im Öræfasveit eintrafen, war das Einsatzpotential andernorts in der Gemeinde sehr geschwächt, während an einem Ort Rettungsmassnahmen durchgeführt wurden. Das ist so ein Beispiel dafür, wie schwach und unterbesetzt die Rettungsmannschaft hier eigentlich ist.” so Sigurjón.

Nicht zum ersten Mal kommt diesbezüglich Beschwerde aus dem Hornafjörður, und schon im letzten Sommer hatte die Gemeinde auf die hohen Touristenzahlen hingewiesen, für die eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden müsse. Doch stosse man auch weiterhin auf taube Ohren, klagt der Bürgermeister.

Schockierender Anstieg bei tödlichen Verkehrsunfällen

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In den 17 Tagen des Jahres 2024 sind bislang fünf Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das ist die höchste Zahl an Verkehrstoten in solch kurzer Zeit seit Beginn der Aufzeichnungen vor etwa 50 Jahren, berichtet Vísir.

Schockierende Unfallzahlen
Zwei Personen starben bei einem Unfall auf eisglatter Fahrbahn auf dem Grindavíkurvegur, zwei Personen kamen bei Skaftafell ums Leben und eine Person starb bei einem Verkehrsunfall im Hvalfjörður. Þórhildur Elínardóttir, die Sprecherin der isländischen Verkehrsbehörde, sagte Vísir gegenüber, der Anstieg der Verkehrstoten in diesem Jahr sei “schockierend”, und sie habe soetwas in den vergangenen Jahren nicht erlebt. “Das gehört zum Schlimmsten, was wir erlebt haben,” sagte Þórhildur, “wir hoffen, dass das nicht nur das Vorspiel ist.”
Im letzten Jahr waren acht Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, im Jahr 2022 waren es neun. In den Jahren davor hatten die Zahlen ähnlich gelegen. Aber fünf Tote innerhalb von 17 Tagen ist der tödlichste Jahresbeginn seit 1977, als in einem Jahr 37 Personen verunglückten und fünf von ihnen vor dem 18. Januar.

Grossprojekt Verkehrssicherheit
Die Verkehrsbehörde verfolgt die Statistiken sehr genau und arbeitet an Präventivmassnahmen. Þórhildur sagt, die Behörden hätten sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten um jährlich fünf Prozent zu senken und sich damit unter die fünf europäischen Länder mit den proportional wenigsten Verkehrstoten zu gesellen.
Dem Thema Verkehrssicherheit müsse mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. “Wir müssen uns den zahlreichen Herausforderungen stellen, die mit den Jahren auf uns zugekommen sind,” erklärte sie. “In den vergangenen zehn Jahren gehören dazu der Smartphonegebrauch während der Fahrt, wachsender Tourismus, Elektroscooter und vieles mehr.” Auch die Instandsetzung von Strassen spiele eine grosse Rolle.

Mietspikes für Kurztrips
Da schlecht bereifte Fahrzeuge vor allem bei Glatteis eine Gefahr im Strassenverkehr darstellen, bietet eine Tankstellenkette nun Spikes zum Mieten an. Wer nur mal auf Wochenendbesuch in winterliche Gegenden fahren möchte, kann die benagelten Reifen mieten, ohne gleich in eigene investieren zu müssen, und ist trotzdem für Glatteis gerüstet. Ausserhalb von Städten und der Ringstrasse wird in Island der Schnee nur geräumt, nicht aber die Fahrbahn gesalzen. Nach einigen Tagen verwandelt sich die Schneedecke in einen Eispanzer, den man nur mit Spikes sicher befahren kann.

Grindavík: Suche nach Vermisstem in der Erdspalte geht weiter

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Auch heute ist die Suche nach dem Mann, der gestern Mittag in Grindavík in eine Erdspalte gestürzt ist, ohne Unterbrechung weitergegangen. Trotz Regen und Sturm sind inzwischen an die 200 Freiwillige, Feuerwehrleute, Polizisten und Männer von Spezialeinheiten an der Suche beteiligt. Die Erdspalte war bei den schweren Erdbeben im November mitten im Ort entstanden, als sich quer durch den Küstenort Grindavík ein Graben gebildet hatte.

14 Meter tiefes Wasser am Ende der Spalte
Die Spalte war am Morgen mit einem Bagger verbreitert worden, bei der Aktion waren Teile der Spaltenwände eingestürzt. Daraufhin hatte man das Suchgebiet mit stabilen Tüchern verkleidet, um weitere Einstürze zu vermeiden. Oben ist die Spalte am schmalsten, sie verbreitert sich nach unten und führt in ein unterirdisches Wasser, dessen Tiefe auf 14 Meter gemessen wurde. Jeweils zu zweit wurden Bergretter und Ruinenrettungsleute in die gesicherte Spalte abgeseilt. Allerdings hielt die Einsatzleitung es für zu gefährlich, Taucher in das Wasser zu schicken. Eine Unterwasserdrohne half da weiter, den Vermissten fand sie allerdings auch nicht. Der diensthabende Polizeileiter Gunnar Schram bestätigte RÚV gegenüber, dass man ohne Pause weiter suche, bis der Mann gefunden sei.

Inzwischen konnte der Unfall in Teilen rekonstruiert werden. Die Spalte war mit Füllmaterial aufgefüllt worden, und der Verunglückte war dabei gewesen, die letzte, feinkörnige Schicht mit einem Verdichter festzustampfen, als der Boden unter seinen Füssen nachgab und er samt Füllmaterial und Verdichter in die Tiefe stürzte.
Zum Zeitpunkt des Unfalls war er vor Ort alleine gewesen, Augenzeugen gab es nicht. Ein Arbeitskollege war kurze Zeit später eingetroffen und hatte die Erdspalte vorgefunden.

Rückschlag für die Bewohner
Bis auf weiteres sind sämtliche Erdarbeiten in Grindavík augesetzt. Bürgermeister Fannar Jónasson bezeichnete den Unfall als traurig und schweren Rückschlag für die Leute von Grindavík, die sich Hoffnung machen, in ihre Stadt zurückkehren zu können. Auch nach dem Unfall ist es weiterhin erlaubt, sich als Einwohner in der Stadt aufzuhalten und sogar dort zu übernachten, doch Fannar sagt, der traurige Vorfall habe das Sicherheitsgefühl der Leute nicht gerade verstärkt. Er warnt ausdrücklich davor, in offenen Gelände unterwegs zu sein, wo Spalten lauern könnten.

 

 

Schwierige Rettung am Eyjafjallajökull

Einsatzkräfte aus dem Südland sind in der vergangenen Nacht gegen halb zwei ausgerückt, um zwei Personen zu retten, die beim Klettern am Fagrafell auf der Hamragarðaheiði am Eyjafjallajökull verunglückt waren. Speziell ausgebildete Bergretter hatten hinzugerufen werden müssen, ausserdem der Hubschrauber der Küstenwache, der in Egilsstaðir für das Lawinengebiet im Einsatz war, berichtet Fréttablaðið.

In einer Mitteilung der Rettungsorganisation Landsbjörg heisst es, der Einsatz habe oberste Preiorität gehabt. Die erste Gruppe habe das Unfallgebiet gegen zwei Uhr nachts erreicht. Der Unfall habe sich in steilem Gebiet ereignet, was es sehr schwierig gestaltete, den Verunglückten zu erreichen. Die Bergretter hatten mit Seilen gesichert werden müssen, um den Verunglückten am Fels zu bergen und zu der anderen Person zu gelangen, die weiter oben in der Felswand festsass.
Die Rettung wurde schliesslich vom Hubschrauber durchgeführt, der sowohl den Verletzten als auch den anderen vom Felsen aus entgegennahm.

update 16.00
RÚV präzisierte gegen Mittag, dass es sich bei den Personen um ausländische Bergsteiger gehandelt hat. Der Notruf war gegen zwei Uhr Nachts eingegangen, die beiden befanden sich in sehr steilem Gelände und auf losem Geröll. Es war kalt und der Wind wurde stärker. Die Rettung konnte erst fünf Stunden später stattfinden, weil der Hubschrauber aus dem Einsatz im Lawinengebiet kommen musste und sich ein grosser Teil der verfügbaren Rettungsmannschaften des Südlandes in den Ostfjorden befinden, man also nur begrenzte Kapazitäten für eine derart riskante Aktion zur Verfügung hatte und Bergretter aus der Hauptstadt hinzurufen musste.
Erst vor wenigen Tagen war eine ausländische Besucherin beim Bergsteigen am Wasserfall Glymur abgerutscht und tödlich verunglückt.

Touristen von Winterwanderung zum Glymur abhalten

glymur tourist death

Der Direktor der isländischen Tourismusbehörde hat mehr Massnahmen gefordert, um zu verhindern dass Touristen im Winter den Wasserfall Glymur hinaufsteigen. In einem Interview mit Vísir kündigte er ein Treffen mit den Landbesitzern, Vertretern der Kommune und der Polizei an, um ein weiteres Vorgehen zu besprechen, damit die Sicherheit von Touristen in dem Gebiet gewährleistet werden kann.

Vor einigen Tagen war eine 30-jährige Touristen von der Felskante an die 100 Meter in die Tiefe gestürzt und noch am Unfallort verstorben. Die Bergungsbedingungen an dem beliebten Wasserfall im Hvalfjörður gestalteten sich ausgesprochen gefährlich für alle Beteiligten, in der Unfallsache wird derzeit ermittelt. Nach dem Unfall hatten viele gefordert, mehr für die Sicherheit von Besuchern an beliebten touristischen Orten zu tun.

In einem Interview bestätigte Jón Þór Víglundsson, der Pressesprecher der Rettungsorganisation Landsbjörg, dass am Glymur Wasserfall Sicherheitsvorkehrungen fehlten. Auch in einem weiteren Zusammenhang forderte er Verbesserungen. Die Regierung müsse etwa die Ärmel hochkrempeln und die Sicherheit auf den Strassen des Landes verbessern. Arnar Már Ólafsson, der Direktor der isländischen Tourismusbehörde, pflichtete Jón Þór darin bei, dass die Sicherheit der Touristen weiträumig auf den Prüfstand gehöre.

“In dieser Gegend etwa ist der Wanderweg zum Glymur auf der Ostseite des Flusses sehr gefährlich. Da gibt es einen Baumstamm quer durch den Fluss, der dazu gedacht ist, die Flussdurchquerung zu vereinfachen, aber dieser Baumstamm wird im Herbst entfernt – weil die Leute da im Winter nicht wandern gehen sollen. Es gibt auch eine Informationstafel am Parkplatz, wo davor gewarnt wird, im Winter dort wandern zu gehen. Aber wir müssen uns das noch näher anschauen und versuchen, die Leute von Wanderungen im Winter abzuhalten.” Seiner Ansicht nach müssten die Behörden jetzt schnell reagieren.
Zu dem geplanten Treffen sind Landbesitzer, Kommune, die freiwilligen Rettungsleute aus Akranes, die Polizeidirektion Westisland und Landsbjörg geladen, um zu besprechen, was noch alles getan werden könnte, um die Sicherheit in dieser Region zu verbessern.

 

Tödlicher Unfall am Kirkjufell: Landbesitzer in Sorge

kirkjufell iceland

Nach dem tödlichen Kletterunfall am Kirkjufell vor zwei Tagen, als ein ausländischer Tourist in die Tiefe stürzte, drücken Ortsansässige und Landbesitzer ihre grosse Sorge über die zunehmenden Unfälle am Kirkjufell aus, berichtet RÚV. Das Interesse ausländischer Besucher an dem markanten Berg in Grundarfjörður hatte in den vergangenen Jahren stark zugenommen, und damit stiegen auch die Unfallzahlen. In den vergangenen vier Jahren hat es drei tödliche Unfälle gegeben.
Rettungssanitäter Tómas Freyr Kristjánsson war als erster vor Ort gewesen. “Das kommt immer regelmässiger vor, das ist der fünfte Unfall in fünf Jahren,” klagt er. Bei den Rettungsaktionen müssten die Bergretter sich jedesmal selbst in Lebensgefahr begeben, vor allem bei Regen und Nässe. Tómas kritisiert vor allem die schlechte Ausrüstung der ausländischen Besucher.

Lebensgefährlicher Berg, sagen Einheimische
Bürgermeister Bjarni Sigurbjörnsson zufolge hat der Strom der Touristen in den letzten Jahren ganzjährig zugenommen, und sehr viele dieser Leute strebten auf den Berg. “Der Berg ist das ganzeJahr über lebensgefährlich, aber vor allem um diese Jahreszeit.” sagt Bjarni. Er verspüre jedesmal einen Knoten im Magen, wenn er den Rettungshubschrauber höre. Man vermute sofort einen Unfall am Kirkjufell.
“Das ist eine ernste Sache und überhaupt nicht lustig, wenn die Leute da hochlaufen, sich verirren und sterben. Der ganze Ort sorgt sich, die Bewohner sorgen sich, und das bringt unseren Ort in Bedrängnis, wenn so ein Unfall passiert.”
Der Kirkjufell befindet sich im Besitz einiger weniger Personen, sodass Grundafjörður nur wenig unternehmen kann. Man könne die Landbesitzer nur unterstützen, aber die Frage sei, was die Landbesitzer eigentlich tun können. Dürften sie das Betreten des Berges untersagen? “Das ist halt die Frage,” sagt Bjarni.
Es gibt bereits eine Informationstafel am Fuss des Berges, die nach dem ersten tödlichen Unfall von Gemeinde und Landbesitzern gemeinsam aufgestellt worden war. Dort findet man alles Wissenswerte über die Gefahren am Kirkjufell, sowie Empfehlungen, wie die Wanderausrüstung auszusehen hat. Trotzdem, so Bjarni, liefen auch Leute in Sandalen und kurzen Hosen auf dem Berg herum.

Einheimische laufen im Winter nicht auf den Berg
Jóhannes Þorvarðarson und Kolbrún Reynisdóttir gehört ein Teil des berühmten Berges. Sie sagen, alle Unfallopfer seien ausländische Touristen gewesen. Offensichtlich funktioniere die Information zur Problematik des Berges nicht. Man sehe im Herbst und Winter keine Leute aus Grundarfjörður und nur selten Isländer auf dem Berg herumkraxeln. Seit 1946 habe es am Kirkjufell keinen Unfall gegeben, bei dem ein Landsmann zu Schaden gekommen sei.
Kolbrún findet es schwer, zuzusehen, wie die Leute das ganze Jahr über dort hochlaufen. “Im Sommer mag das ja angehen, wenn alles trocken ist und das Wetter gut, aber wenn es nass ist und die Erde geforen, dann ist das sehr gefährlich.” Die Leute sollten doch eigentlich selbst erkennen, dass man bei kaltem und nassem Wetter nicht zu Bergspitze gelangen könne.

Jóhannes möchte eigentlich niemandem verbieten, den Berg zu besuchen. Ungewiss sei auch, ob ihnen das überhaupt erlaubt sei. Daher wolle man sich mit anderen Landbesitzern treffen und den Rat von Sachverständigen einholen, denn so könne es nicht weitergehen.
“Das geht einfach nicht, dass da ein oder zwei tödliche Unfälle pro Jahr passieren. Damit können wir nicht leben.”

 

400 Glätteunfälle allein in diesem Jahr

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Im vergangenen Jahr finden sich in der Ambulanzakten der Universitätsklinik 500 registrierte Unfälle durch Eisglätte, allein in den ersten beiden Monaten diesen Jahres wurden 400 solcher Unfälle registriert, berichtet RÚV.
Hjalti Már Björnsson, der Oberarzt der Ambulanz, sagt, der Januar und Beginn des Februar seien harte Monate gewesen.
„An einem Tag im Januar war es besonders schlimm. Am 16. Januar kamen 72 Personen wegen Glätteunfällen in die Ambulanz. Ich kann mich in den 20 Jahren in denen ich hier arbeite, nicht an eine ähnliche hohe Zahl an einem Tag erinnern. Das ist quasi normal dass Leute Knochenbrüche erleiden, und eine ganze Menge musste stationär aufgenommen werden.“ sagt der Arzt.
Er findet, die Stadt müsse auch weiterhin Massnahmen gegen Glätte vorantreiben. „Wir sehen ja gute Erfolge beim Warnsystem der Wetterbehörde. Das müsste ein ähnliches Warnsystem geben, für wann die Leute mit Glätte zu rechnen haben.“

In Sportgeschäften, Apotheken und an den Tankstellen gibt es Krampen für das Schuhwerk zu kaufen, damit Fussgänger gefahrlos auf dem Eis laufen können. Durch die extremen Temperaturunterschiede kommt es in Island im Winter zu starker Eisbildung, wenn der Schnee gefriert, angetaut wird und erneut gefriert. Diesen Eispanzer taut auch Salz nicht so schnell weg.
Im Allgemeinen werden Bürgersteige jedoch nicht gesalzen, und Hausbesitzer tragen auch keine Verantwortung für den Bürgersteig vor ihrem Haus. Jeder ist daher erst mal selber für seine Sicherheit verantwortlich.

 

Auto landet mit drei Insassen im Fjord, Helfer müssen in Quarantäne

Um die 20 Helfer, die heute Morgen drei Verunfallte aus einem in den Skötufjörður gestürzten Auto gerettet hatten, sitzen in vorläufiger Quarantäne. Das Fahrzeug war gegen 10 Uhr im Ísafjarðardjúp von der vereisten Fahrbahn abgekommen und in den Fjord gestürzt. Im Auto hatten sich der Fahrer, seine Frau und ein Kleinkind befunden. Sie waren aus Polen gekommen und nach dem ersten Test auf dem Weg in die Quarantäne in ihrem Zuhause in den Westfjorden, berichtet RÚV.

Das negative Ergebnis des ersten Tests  war heute Nachmittag gegen 15 Uhr mitgeteilt worden. Weil in dem Flugzeug der Verunfallten jedoch eine beträchtliche Zahl an infizierten Personen gesessen hatte, war entschieden worden, alle etwa 20 Helfer, die den Verunfallten bei der Rettungsaktion nahegekommen sind, in vorläufige Quarantäne zu schicken.

Karl Ingi Vilbergsson, der Polizeileiter in den Westfjorden, teilte mit, dass für die Betroffenen das Quarantänehaus Holt im Önundarfjörður zur Verfügung stehe. Die Helfer werden morgen früh getestet. Wie es mit ihnen dann weitergeht, wird nach Eingang der Ergebnisse entschieden.

Dramatische Rettungsaktion
Vier Autofahrer in drei Fahrzeugen kamen als erste zur Unfallstelle. Sie schafften es, die Leute aus dem Auto im eiskalten Wasser zu holen und Erste Hilfe zu leisten, bis die Rettungsmannschaft aus Súðavík den Unfallort erreichte. Zwei Rettungshubschrauber mit Ärzten und Tauchern an Bord landeten am Unfallort, und ein Einsatzzentrum des Zivilschutzes wurde eröffnet, um die Rettungsaktion zu koordinieren. Auf der Strasse war es spiegelglatt gewesen, sie hatte nach dem Unfall gesperrt werden müssen. Rögnvaldur Ólafsson, der stellvertretende Leiter des isländischen Zivilschutzes sagte Vísir gegenüber, die Rettung und Erstversorgung bei schwierigen Bedingungen sei eine grosse Leistung der anderen Verkehrsteinehmer gewesen.

Die verunfallte Familie wurde per Hubschrauber in die Notfallambulanzen des Universitätskrankenhaus nach Reykjavík geflogen. Bislang gibt es keine Informationen zum Zustand der Leute.

 

Fahrzeug rutscht von der Kaimauer, zwei junge Männer auf der Intensivstation

Der Zustand zweier junger Männer, die gestern Abend in einem SUV am Kai Óseyrarbryggja in Hafnarfjörður ins Hafenbecken gestürzt waren, wird als ernsthaft bezeichnet. Nach Angaben der Polizei liegen die beiden auf der Intensivstation der Universitätsklinik. Der Zustand des dritten Mannes wird als den Umständen entsprechend beschrieben.

Um 21.07 Uhr gestern Abend war bei der Notrufhotline 112 ein Notruf eingegangen, dass das Fahrzeug der jungen Männer vom Kai gestürzt war. Zahlreiche Helfer, darunter fünf Taucher einer Spezialeinheit der Küstenwache, sowie Taucher der städtischen Feuerwehr, waren keine zehn Minuten später vor Ort. RÚV schreibt, dass der dritte junge Mann sich da bereits selbst aus dem versunkenen Fahrzeug hatte befreien können und auf den Kai gelangt war.

Um 21.38 Uhr waren alle Taucher und Verletzte aus dem Wasser gekommen.

In einer Mitteilung der Reykjavíker Polizei heisst es, dass der dritte Mann auf einer anderen Station der Klinik untergebracht sei. Mehr Informationen könne man derzeit nicht geben.

Die Freikirche in Hafnarförður war gestern Abend als Auffangstation geöffnet worden, wo Retter und Angehörige psychologischen Beistand durch ein Notfallteam des Roten Kreuzes erhielten. Heute Nachmittag findet dort eine Betstunde statt, die Kirche ist ab 16 Uhr geöffnet.

Das Hafengelände ist kameraüberwacht, und Lúðvík Geirsson, der Hafenmeister von Hafnarfjörður, gab Vísir gegenüber an, dass die Polizei bereits gestern Abend Zugang zu den Aufzeichnungen aus den Überwachungskameras erhalten habe.

Im Hafengelände war es zum Zeitpunkt des Unfalls sehr glatt gewesen, schreibt RÚV. Im Nachrichtenlink kann man die Bergungsarbeiten von letzter Nacht mitverfolgen.

Schwerer Verkehrsunfall auf dem Skeiðarársandur

Vier Personen, darunter drei Kinder, sind gestern nach Mittag bei einem Aufprallunfall zwischen einem grossen Geländewagen und einem SUV am Skeiðarársandur schwer verletzt worden, berichtet RÚV. Der Unfall ereignete sich gegen 14 Uhr am Háöldukvísl. Beide Hubschrauber der Küstenwache rückten aus und transportierten sieben Personen auf die Unfallstation des Universitätskrankenhauses Fossvogur in Reykjavík, zwei Personen wurden mit dem Rettungswagen gefahren.

Bei den Verunfallten handelt es sich um französische und südkoreanische Touristen, insgesamt neun, wobei die Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren alle in einem Fahrzeug gesessen hatten.

Die Ringstrasse zwischen Kirkjubæjarklaustur und Skaftafell war bis 19 Uhr wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Rettungseinheiten kamen aus Höfn, Vík und Kirkjubæjarklaustur, die Hubschrauber waren mit zwei Ärzten und zwei Krankenschwestern am Unfallort gelandet. Als erster an der Unfallstelle war ein Kleinbus mit 17 Personen an Bord.

Nach Angaben von Svanur Kristjánson, dem wachthabenden Leiter der südisländischen Polizei, war zwischen Unfallmeldung und Ankunft der Erstretter etwa eine halbe Stunde vergangen.

Grímur Hergeirsson, der diensthabende Polizeichef in Südisland, sagte RÚV gegenüber, eine halbe Stunde sei eine sehr lange Zeit, es sei kalt, eisglatt und sehr stürmisch gewesen, isländische Wetterverhältnisse eben, und er gehe davon aus dass es für die Businsassen schwer gewesen sein muss, solange bei den Verletzten auszuharren und auf Hilfe zu warten. Die Leute hätten das sehr gut gemacht.

Es besteht der Verdacht dass es sich um einen Frontalaufprall bei einem Überholmanöver bei Glatteis handelt, der Unfallhergang wird jedoch noch untersucht.

Die Businsassen wurden in der Auffangstation inKirkjubæjarklaustur psychologisch betreut.

Heute Morgen wurde bekannt, dass sich zwei der verletzten Kinder und ein Erwachsener auf der Intensivstation befinden, der Zustand der beiden Kinder sei ernst. Die Universitätsklinik ist dankbar dafür dass im Haus in Fossvogur eine Notaufnahme im ersten Stock eingerichtet worden war, so könne man derart Verletzte auch “auf normale Weise” versorgen, schreibt Vísir.