Übernachtungsrekord in 2023, Zuwachs für 2024 erwartet

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Im Jahr 2023 sind die Übernachtungen ist Island um 16% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wobei 22% aller Gäste Isländer gewesen sind. Für 2024 wird ein weiterer Anstieg erwartet, der möglicherweise den Rekord von 2018 brechen könnte.

Isländer buchten 22% aller Übernachtungen
Daten des Statistischen Amtes zufolge wurden 2023 fast 10 Millionen Übernachtungen aller Art registriert, im Jahr 2022 waren es noch 8,5 Millionen gewesen.
Isländer trugen mit 22% oder 2,1 Millionen aller Übernachtungen nicht unerheblich zu dem Boom bei, ein Anstieg von 9% im Vergleich zum Vorjahr. Auf ausländische Touristen entfällt der Löwenanteil mit 78% oder 7,8 Millionen, im Vorjahr waren es 6,6 Millionen gewesen.

Das Jahr 2023 verzeichnete 6,6 Millionen Übernachtungen in Hotels und Gästehäusern, und 3,4 Millionen in anderen Übernachtungsmöglichkeiten (AirBnB, Ferienhäuser, Campingplätze etc.). Die Gesamtzahl der Hotelübernachtungen lag bei 5,3 Millionen, das waren 12% mehr als im Jahr zuvor. Das Statistische Amt merkt an, dass alle Landesteile einen Anstieg der Hotelübernachtungen erlebten.

Weiteres Wachstum in 2024 zu erwarten
In einem Brief vom 31. Dezember 2023 hatte die Vorsitzende des isländischen Tourismusverbandes, Bjarnheiður Hallsdóttir, geschrieben dass man für 2024 einen Anstieg der Besucherzahlen prognostiziere. Sollte die Prognose eintreffen, dürfte 2024 einen neuen Besucherrekord aufstellen und den Rekord von 2018 brechen.
“Das gerade zu Ende gegangene Jahr ist für die isländische Tourismusbranche überwiegend positiv verlaufen. Es schien das erste Jahr seit 2018 zu sein, in dem es keine größeren Störungen in der Branche gab, eine dringend benötigte Ruhepause nach den Herausforderungen der letzten Jahre. Gegen Ende des Jahres warfen jedoch seismische Ereignisse in Reykjanes einen Schatten auf diesen Fortschritt. Infolgedessen ging die Nachfrage zurück und Tourismusunternehmen in der Nähe der seismischen Aktivität mussten vorübergehend schließen.“

Einheimische Touristen bescheren dem Inlandstourismus einen guten Sommer

Reisende können zur Zeit nicht automatisch davon ausgehen, dass sie überall eine Übernachtungsmöglichkeit vorfinden, denn so manches Hotel im Lande ist tatsächlich bis in den August ausgebucht. Hotel- und Gästehausbesitzer freuen sich über die neue Reiselust ihrer Landsleute, doch die kann natürlich nicht alle retten, und der Tourismusverband macht sich jetzt schon Sorgen um den Winter, berichtet RÚV.

Auf dem Campingplatz Hamra in Akureyri haben bislang mehr Personen übernachtet als im letzten Jahr, und das, obwohl die ausländischen Toruisten gar nicht da sind. Die machen sonst ein Drittel aller Gäste aus.
“Der Mai war sehr gut, der Juni noch besser, und für den Juli sieht es grossartig aus, zumindest wenn das Wetter weiterhin so gut bleibt. Wir hatten bislang etwa 3000 Übernachtungen mehr als im letzten Jahr um diese Zeit,” sagt Campingplatzleiter Tryggvi Marínósson.

Isländische Hotelgäste erlauben sich mehr
Im Hotel Sigló in Siglufjörður ist mehr zu tun als im letzten Sommer und das Fosshotel in Fáskrúðsfjörður ist bis in den August hinein ausgebucht.
Das neueröffnete Fosshotel am Mývatn ist zu 85 Prozent ausgelastet. Hotelchef Davíð Torfi Ólafsson, der die Fosshotels in allen Landesteilen leitet, sagt, die Auslastung sei überall sehr gut, und auch wenn die Sonderangebote kaum die Kosten deckten, so liessen die isländischen Gäste doch eine Menge Geld beim Essen im Restaurant und an den Bartresen der Hotels. Oft falle es ihnen schwer, um 23 Uhr mit der Party aufzuhören, denn dann müssten alle Bars schliessen.

Ein Brancheninsider sagte RÚV gegenüber, die Isländer würden generell mehr für Essen und Getränke ausgeben als ausländische Touristen.
Die Leute probieren auch alle möglichen Aktivitäten aus und schauen sich alles mögliche an. Die Reykjavíkerin Hildur Katrín Ragnarsdóttir wartet in Húsavík mit ihrer Familie auf das Walbeobachtungsboot. “Wir sind es eher gewöhnt, im Ausland zu reisen, und dann im Sommer, wir reisen vielleicht weiter, und wir sind es nicht gewöhnt, in unserem Land zu reisen, aber das ist eine gute Gelegenheit.” sagt sie.

Bootsgäste wie in den Anfangsjahren
Heimir Harðarson, Miteigentümer und Kapitän beim Walbeobachtungsunternehmen Northsailing in Húsavík, war davon ausgegangen, dass das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um 90 Prozent zurückgehen würde. Nun ist er doch ganz zufrieden mit der Lage.
“Unsere Erwartungen waren fast auf Null gegangen, wir sind also sehr glücklich mit dem Verkehr, es gibt viele Isländer und gute Ware, sehr viele Wale.”
Auf jeder Fahrt seien weniger Leute gebucht und das Erlebnis umso schöner. Er fühlt sich an die Aufbaujahre seines Unternehmens erinnert.
Ausländische Touristen machten etwa die Hälfte der Fahrgäste aus, die meisten kämen aus den nordischen Ländern und aus Mitteleuropa.

Übernachtungszahlen regional unterschiedlich
Doch ist die Touristenzahl je nach Region recht unterschiedlich. Im Nordosten ist die Nachfrage nach Übernachtungen den Daten des nordisländischen Marketingbüros ziemlich gross, im Nordwesten hingegen kommen weniger Anfragen.
Für manche Hotels ist es schwer, die Paketangebote der grossen Hotelketten zu überbieten. Im Hotel Laxá am Mývatn ist um diese Jahreszeit normalerweise alles ausgebucht, jetzt allerdings ist nur jedes fünfte Zimmer gebucht. Den Hotelmitarbeitern wurden gekündigt, sie arbeiten nun ihre Kündigungsfrist ab. Im Herbst wird das Hotel dann geschlossen, es gebe keine Voraussetzungen, nach September noch geöffnet zu haben, sagt Hoteldirektorin Edda Hrund Guðmundsdóttir Skagfield. Dabei bleibe es auch.

Ihr Hotel ist nicht das einzige in der Region, welches zum Herbst hin schliesst, manche hatten in diesem Sommer gar nicht erst geöffnet. Das Massnahmenpaket der Regierung habe sie dankbar angenommen, doch fehlten klarere Linien, und dass die Hilfsmassnahmen für die Branche endlich in Gang kämen.

Trügerische Stille
Nach Angaben des Statistischen Amtes sind die Übernachtungszahlen im Juni im Vergleich zum letzten Jahr um 79 Prozent zusammengeschnurrt. Die durchschnittliche Auslastung der Hotelzimmer liegt in diesem Jahr bei 18 Prozent, im letzten Jahr waren es noch 60 Prozent gewesen.
Der Tourismusverband bezeichnet die Situation als trügerische Windstille, auch wenn überall ordentlich was los sei, so seien die Preise doch nicht tragfähig und es bestehe die Gefahr, dass viele Unternehmen im Winter Konkurs anmelden müssten.