Blutstuten: Anzeige wegen Tierquälerei vorgelegt

Zwei Tierschutzverbände haben Fälle von körperlicher Gewalt gegen tragende Stuten und Fohlen, sowie unzumutbare Umstände bei der Blutgewinnung aus den tragenden Stuten bei der isländischen Polizei zur Anzeige gebracht, berichtet Heimildin. Die Verbände verlangt von den Polizeibehörden, dass der im Zusammenhang mit der kommerziellen Blutgewinnung stehende Fall strafrechtlich verfolgt wird, da ihrer Ansicht nach Daten vorliegen, die schwere Gewalt gegen Pferde belegen. Die Anzeige lautet auf Tierquälerei und Verletzung des Tierschutzgesetzes und wurde der Polizeidirektion in Reykjavík von der Anwaltskanzlei Réttur vorgelegt.

Unbefriedigend und gesetzeswidrig
Der Tierschutzbund Zürich (TSB) und die Animal Welfare Foundation (AWF) untersuchen seit einigen Jahren die Umstände, unter denen in Island aus tragenden Stuten Blut zur kommerziellen Verwertung gewonnen wird. Zwei Dokumentarvideos sind bereits entstanden, das letzte stammt vom November letzten Jahres und zeigt Filmmaterial von zwei Blutfarmen. In der Anzeige heisst es, sowohl Haltungsbedingungen als auch Stalleinrichtung sei unbefriedigend, „aber auch die Massnahmen und das Verhalten der Personen, die sich mit den Stuten befassen, ist brutal und gegen das Gesetz.“ Im Film sieht man wie Stuten und ihre Fohlen mehrfach getreten werden, „unter anderem ein kräftiger Tritt in das Gesicht einer Stute, die in der Fangbox festhängt.“
An anderer Stelle ist ein Mann zu sehen, der offenbar kein Veterinär ist, und der aber mit der Blutgewinnung betraut wurde. Über eine Minute lang versucht er mehrfach, die Halsvene zu treffen, was der Stute Leiden und Unwohlsein zufügt. Zusätzlich zu den brutalen Punktionversuchen benutze er ein Holzscheit, um die Stute abzuwehren. Die Anzeige führt weitere Attacken an, wie Tritte in den Bauch von tragenden Stuten und gegen Fohlen.

Im Filmmaterial von dem zweiten Hof sieht man wie Stuten in den Fangboxen mit dem Kopf gegen Bretter schlagen beim Punktionsversuch immer wieder zucken. „Der Kopf einiger Stuten ist so hoch gebunden, dass er überstreckt ist und sich in sehr unbequemer Haltung für die Blutentnahme befindet.“ Eine sich wehrende Stute muss dreimal gestochen werden, bevor die Vene punktiert werden kann.

Verstoss gegen geltenes Tierschutzrecht
Die Verbände sind Heimildin zufolge der Ansicht, dass das in den Videos gezeigte Verhalten einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Dieses Gesetz verbietet die Misshandlung von Tieren und schreibt vor, dass Tierhalter für eine gute Pflege der Tiere sorgen und sie vor Verletzungen schützen müssen
Der Gesetzesvorstoss vor allem im zweiten Fall sei vorsätzlich durchgeführt worden, was die Verbände als schwerwiegend bezeichnen. Die Verfahrensweise stehe weder mit der seinerzeit geltenden Verordnung zur Blutgewinnung aus tragenden Stuten noch mit der aktuellen Verordnung im Einklang.
Alle verfügbaren Informationen und Erklärungen zu den in der Dokumentation gezeigten Vorfällen liessen kriminelles Verhalten erkennen. Die Verbände erklärten sich zur Zusammenarbeit bereit und Mithilfe bei der Beweissicherung an.

Polizei im Süden legte Fall zu den Akten
Die isländische Veterinäraufsichtsbehörde (MAST) hatte bereits eine Voruntersuchung des im November erschienenen Videomaterials durchgeführt und den Fall im Anschluss an die Polizeidirektion im Südland weitergeleitet.
Diese Polizeidirektion hatte jedoch im Jahr 2022 eine Untersuchung zur Gewalt gegen Blutstuten zu den Akten gelegt. Damals hatte MAST Gewalt gegen tragende Stuten zur Anzeige gebracht, die in dem ersten Dokumentarfilm der Tierschutzorganisationen aus dem November 2021 zu sehen gewesen waren. Dieser Film hatte in Island für grossen Unmut gesorgt. Im Jahr 2022 waren im unmittelbaren Zusammenhang mit der kommerziellen Blutgewinnung in Island mindestens acht tragende Stuten verendet.

Hinter der kommerziellen Blutgewinnung steht das Pharmaunternehmen Ísteka, das mit den Pferdehaltern einen Abnahmevertrag schliesst und aus dem Stutenblut ein Hormon extrahiert, welches die Fruchtbarkeit von Nutztieren steigert. Das Hormon kommt vor allem in der deutschen Landwirtschaft zur Anwendung.

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Blutstutenhaltung: Neuer Verbotsversuch, neues Tierschutzvideo

Zum vierten Mal liegt dem isländischen Parlament in diesem Herbst ein Vorschlag zum Verbot der Blutstutenhaltung vor, berichtet Vísir. Der Vorschlag kommt einmal mehr von der Vorsitzenden der Volkspartei, Inga Sæland.  Vísir gegenüber gab sie an, sie hoffe dass die neue EU-Regelung dazu führe, dass sie den Vorschlag zum letzten Mal einreichen müsse.

Neue Verordnung nach ESA-Mahnung
Die zuletzt geltende Bestimmung für die Durchführung der kommerziellen Blutgewinnung aus tragenden Stuten war am 1. November ausser Kraft getreten, nachdem die europäische Regulierungsbehörde ESA dem isländischen Landwirtschaftsministerium vorgeworfen hatte, gegen europäisches Recht zum Schutz von Tieren zu verstossen, die für Versuchszwecke benutzt werden. Das Mahnschreiben war vom Ministerium erst kommentiert worden, so schreibt Heimildin, als die Blutsaison 2023 auf isländischen Höfen fast vorüber war.
Ende vom Lied ist, dass die Blutstutenhaltung seit dem 1. November unter eine Verordnung aus dem Jahr 2017 zum Schutz von Versuchstieren fällt, mit entsprechenden verschärften Anforderungen für die Branche. Unter anderem muss die Blutmenge aus jeder Stute radikal reduziert werden. In Island werden über acht Wochen lang um die 40 Liter aus jeder tragenden und laktierenden Blutstute gewonnen, das entspricht etwa der Menge ihres Gesamtblutvolumens. Ausländische Tierschützer und Tierärzte hatten diese Menge und Häufigkeit scharf kritisiert, isländische Tierschutzorganisationen hatten sich schliesslich mit einer Beschwerde an die ESA gewandt. Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass älteren Bluttests zufolge diese Mengen keine Belastung für die Stuten darstellten. Die Fohlen gehen nach dem Sommer ohnehin in die Schlachtung.

Tierschützer: Quälereien gehen weiter
Dieser Tage erschien ein weiterer Aufklärungsfilm der deutschen und Schweizer Tierschutzorganisationen AWF/TSB, zum Teil geht es da um die deutsche Schweinezuchtindustrie, die auf dem in Island gewonnenen Stutenhormon PMSG zur Zyklusmanipulation der Zuchtsauen basiert, sowie um Betriebe, die gangbare Alternativen gefunden haben und weniger Todesfälle bei den Ferkeln verzeichnen – es geht aber einmal mehr auch um die Blutstuten in Island. Dort hat sich offenbar trotz der Verordnung aus 2022 und trotz vorgeblich vermehrter Aufsichtsführung des staatlichen Tierschutzes sowie besserer Schulung der Veterinäre für die Stuten offenbar nicht viel geändert. Ausser dass auf vielen Höfen jetzt im geschlossenen Stall Blut abgenommen wird.

In dem mit versteckter Kamera aufgenommenen Film sieht man, wie Stuten in der Fixierbox drangsaliert, an den Kopf getreten und geschlagen werden, man sieht erfolglose Punktionsversuche, man sieht lahme Pferde und Fohlen auf drei Beinen, um die sich niemand kümmert, und man sieht wie Hunde verängstigte Pferde jagen. Man sieht durch häufige Punktionen vernarbte Hälse und verängstigte, gestresste Tiere.
Der Film ist hier zu finden und nichts für sensible Gemüter.

Belastung von Blutstuten niedriger als von Reitpferden
Zur Vorlage des Blutstutenhaltungsverbotes im Parlament hat das einzige in Island blutverarbeitende Pharmaunternehmen, Ísteka, eine Kommentierung eingereicht, nach der man hoffe dass die Vorlage zum Verbot der Blutstutenhaltung nicht zur „alljährlichen Tradition“ werde.
Ísteka-Chef Arnþór Guðlaugsson schreibt, die Wiedervorlage verschwende die Zeit aller, die mit der Sache zu tun hätten und baue auf „ganz besonders vielen Vorurteilen gegenüber einer kleinen Gruppe in der Gesellschaft.“  Er bezeichnete die Debatte als vorurteilsbeladen und unausgewogen und von Parlamentariern vorangetrieben. Ísteka zufolge hätten die Blutfarmer Kontrollbesuche nach höchsten Vorgaben über sich ergehen lassen müssen, seit die Branche vor zwei Jahren “im Auge des Sturms” gelandet sei, mit dem Ergebnis dass Vorfälle und Todesfälle in diesem landwirtschaftlichen Zweig besonders niedrig ausfielen und die Belastung der Tiere geringer sei als bei anderen Nutztieren, darunter auch bei Reitpferden.

Acht tote Stuten nach Blutgewinnung
Im Sommer hatte Heimildin berichtet dass es im Jahr 2022 mindestens acht registrierte Todesfälle von Stuten unmittelbar nach der Blutgewinnung gegeben habe, eine davon sei noch während des Eingriffs im Beisein des Tierarztes verblutet. Von der Fachtierärztin für Pferde bei MAST war damals verlautet, das sei “keine Katastrophe”. Die Schuld wurde auf ausländische Veterinäre geschoben, die in der Blutabnahme nicht ausreichend ausgebildet seien. Ausländische Veterinäre waren vermehrt zum Einsatz gekommen, weil sich isländische Tierärzte immer öfter weigerten, den Job zu übernehmen. Nach den Bestimmungen aus 2022 hatten alle im Sommer eingesetzten Blutsammler einen Kurs in der Blutabnahme besuchen müssen. Die Kanüle, mit der die grosse Halsvene punktiert wird, ist etwa so dick wie ein Bleistift.

Braucht es PSMG?
Nach Ansicht der Tierschützer muss die Veterinäraufsichtsbehörde nun prüfen, ob es andere Medikamente zur Steigerung der Fruchtbarkeit gibt, bei denen keine lebenden Tiere zum Einsatz kommen. Der Schaden und das Leid, das die Blutgewinnung als Tierversuch verursachen könnte, müsse unter Berücksichtigung ethischer Gesichtspunkte, sowie seines Nutzens für Mensch, Tier und Umwelt bewertet werden.
In Island gab es im Jahr 2022 auf 90 Höfen um die 4800 Stuten, die zur kommerziellen Blutgewinnung genutzt werden. Grösster Stutenbesitzer ist das Pharmaunternehmen Ísteka, das im letzten Jahr auch angekündigt hatte, Pferde mit einer grösseren Blutmenge züchten zu wollen. Die Stuten werden jedes Jahr gedeckt und haben ein Saugfohlen bei Fuss, wenn sie in die Blutgewinnung gehen. Aus dem Blut wird das Trächtigkeitshormon PMSG extrahiert, das in Europa zu Medikamenten für die Zuchtindustrie verarbeitet wird. Hauptabnehmer solcher Medikamente ist Deutschland.


 

Blutstuten: Polizei hat Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen im Fall der möglichen Misshandlungen von Stuten bei der kommerziellen Blutgewinnung sind eingestellt worden, weil aus dem Ausland kein ausreichendes Beweismaterial vorgelegt worden ist. Die Polizei hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, weitere Daten von der Tierschutzorganisation zu erhalten, die den Fall ans Licht gebracht hatte, doch diese Daten sind nie geliefert worden, berichtet mbl.is.
Der südisländische Polizeidienststellenleiter Sveinn Kristján Rún­ars­son gab auf Anfrage von mbl.is an, die Organisation habe sich hinter deutschem Recht versteckt, wonach sie keine weiteren Daten liefern müssten. Der Fall sei in Island bereits Ende Januar zu den Akten gelegt worden. Ein Jahr lang habe man ermittelt und versucht, weiteres Material zu erhalten, jedoch ohne Erfolg.

Umstrittene Praktiken
Der Tierschutzbund Zürich (AWB/TSB) hatte im November 2021 ein Video veröffentlicht, wo per versteckter Kamera die Misshandlung von Stuten bei der kommerziellen Blutgewinnung in Island dokumentiert worden war. Unter anderem ist im Video zu sehen, wie Stuten geschlagen und getreten werden, sowohl beim Einsperren in den Fangstand, beim Fesseln und bei der Blutgewinnung selbst durch einen Veterinär. Die Stuten werden mit einem Gurt über den Rücken fixiert, damit sie nicht steigen, und ihr Kopf wird am Pfosten festgebunden, damit sie sich beim Einstich der dicken Kanüle nicht bewegen. Auch zu sehen ist im Video, wie gefesselte Stuten im Fangstand in Panik verfallen und zu steigen versuchen. Den tragenden Stuten mit Saugfohlen bei Fuss werden im Sommer jede Woche bis zu acht Litern Blut entnommen, diese hohe Menge war von ausländischen Tierärzten als tierschutzrelevant kritisiert worden.

Ermittlungen versackten
Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hatte die Sache untersucht und angegeben, sie sehr ernst zu nehmen. Versuche, das ungeschnittene Videomaterial von den Tierschützern zu erhalten, schlugen jedoch fehl. MAST gab an, die Tierschutzorganisation habe sich geweigert, das ungeschnittene Material zu übersenden, sie habe nur Informationen dazu übermittelt, wann das Material aufgenommen worden war.
MAST hatte ermitteln können, wo sich die Vorfälle ereignet hatten und wer daran beteiligt war.
“Bei den Ermittlungen verlangte die Behörde nach Erklärungen und einer Stellungnahme der Leute, die in dem Video zu sehen sind. Wie bereits erwähnt, hatte die Behörde keinen Zugang zu ungeschnittenem Bildmaterial, was ihre Möglichkeiten einschränkt, den Ernst der Verstösse zu bewerten, daher kann die Behörde den Fall nicht vollständig untersuchen.” hatte es in einer Mitteilung im Januar 2022 gehiessen, als die Angelegenheit an die Polizei weitergereicht wurde.
Im Februar 2022 hatte Medienberichten zufolge Blutbetriebe ihren Vertrag mit dem blutverarbeitenden Pharmaunternehmen Ísketa ehf. gekündigt. Die Ísteka extrahiert aus dem Stutenblut das Hormon PMSG, welches im Ausland zur Zyklusregulierung vor allem in der industriellen Schweinezucht benutzt wird.

Neue Bestimmungen für weitere drei Jahre
MAST zufolge liegt die Verantwortung der Blutgewinnung bei Ísteka, und die Blutgewinnung wird durch unternehmenseigene Veterinäre durchgeführt.
Im vergangenen Jahr hatte die Ministerin für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel neue und strengere Bestimmungen für die kommerzielle Blutgewinnung eingeführt und die Blutwirtschaft für weitere drei Jahre genehmigt.
Auf dem Tisch der Ministerin liegt seit Ende Mai auch ein Schreiben der EFTA-Regulierungsbehörde ESA, wonach in der kommerziellen Blutgewinnung ein Verstoss gegen europäisches Recht vorliegt, denn in Europa fallen Blutstuten unter die Richtlinie zum Schutz von für wissenschaftliche Zwecke verwendete Tiere. Die isländische Regierung vertritt jedoch den Standpunkt, dass die Blutstuten keine Versuchstiere sind, weil das aus ihnen gewonnene Blut ein landwirtschaftliches Produkt darstelle, daher falle die Blutstutenhaltung auch nicht unter die genannte Bestimmung. Das Mahnschreiben der ESA war eingegangen, nachdem bei der EFTA im April letzten Jahres eine von 17 isländischen Verbänden formulierte Klage eingegangen war. Islands Regierung hat zwei Monate Zeit, auf den Brief zu reagieren.
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MAST reicht Blutstutenuntersuchung an die Polizei weiter

bloodmare

Die isländische Veterinäraufsichtsbehörde MAST hat einer Mitteilung auf der Webseite zufolge die Untersuchung von mit versteckter Kamera gefilmten tierquälerischen Vorfällen bei der Blutgewinnung aus Blutstuten an die Polizei übergeben.
Die Behördenleiterin gab RÚV gegenüber an, MAST sei mit der Untersuchung nicht weiter gekommen, weil die Behörde das ungeschnittene Filmmaterial nicht erhalten habe, daher müsse nun die Polizei übernehmen.
Die Misshandlungen von Blutstuten bei der Blutgewinnung, die in einem im November von Schweizer Tierschutzorganisationen veröffentlichten Video zu sehen sind, hatten im In- und Ausland für heftige Reaktionen gesorgt.
Die leitende Tierärztin bei MAST, Sigurborg Daðadóttir, bestätigte, ihre Behörde habe das Video intensiv geprüft und Informationen zu den Aufnahmetagen erhalten. “Da konnten wir wissen, wo das aufgenommen wurden und was für Personen da vor Ort waren. Auch wenn sie in dem Video nicht namentlich genannt wurden,” erklärte Sigurborg.

Einschätzung an Polizei übersandt
Im Rahmen der Untersuchung hat MAST von den ermittelten Personen Erklärungen erbeten, eine Zusammenfassung erstellt und eine Einschätzung an die Polizei übersandt, zu deren Inhalt Sigurborg sich jedoch nicht äussern wollte.
“Das wichtigste Ergebnis ist, dass wir mit der Untersuchung nicht weiterkommen. Wir können diese Angelegenheit nicht abschliessen, weil wir nicht über das ungeschnittene Video verfügen, wir haben das nicht ausgehändigt bekommen. Es ist schwierig, auf geschnittene Videos aufzubauen, weil man mit Schnitt alles mögliche veranstalten kann, wie wir das aus Kinofilmen kennen.”

Auf Nachfrage von RÚV, ob nicht offensichtlich sei, was in den Aufnahmen passiere, antwortete Sigurborg,”Ja, aber es fehlt, wie lange das war, werden da die gleichen Sachen immer wieder gezeigt, es ist so schwierig, das auf einem geschnittenen Video zu erkennen, und das ist von Belang, wenn es um die Schwere des Vergehens geht.”
Auf die Frage, ob es sich nicht trotz allem eher um ein schweres Vergehen handle, was man in dem Video sehe, gab die Tierärztin an, “Wir können das nicht basierend auf diesem geschnittenen Video beurteilen, daher muss für die Schwere des Vergehens das ungeschnittene Video her.”

Die Tierschutzverbände AWF und TSB hatten Anfang Dezember in einem offenen Brief an Behörden und Presse mitgeteilt, man werde das ungeschnittene Material aus Personenschutzgründen nicht an MAST übergeben (die Personen im Video sind unkenntlich gemacht). Sollte jedoch die Staatsanwaltschaft in dem Fall ermitteln, seien AWF und TSB bereit zur Zusammenarbeit.
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