Tourismus: Mehr Besucher, die weniger ausgeben

tourists on perlan

Rund 156.000 ausländische Besucher sind im Februar auf dem Flughafen in Keflavík gelandet. Nur einmal, nämlich im Rekordjahr 2018, ist diese Zahl übertroffen worden. Allerdings geben die Touristen inzwischen erheblich weniger Geld in Island aus als noch im letzten Jahr.

Sparsamere Touristen
Der Webseite der Tourismusbehörde ist zu entnehmen, dass im Februar 14% mehr Touristen hier unterwges waren als im Vorjahresmonat. Der Zahlkartenumsatz ist allerdings nur um 3,1 % gestiegen, was darauf schliessen lässt, dass die Besucher weniger Geld ausgeben als vorher. Spitzenreiter ist der September 2023 mit 43 Mrd. ISK Kartenumsatz gewesen, im Februar lag die Summe bei 18,9 Mrd. ISK.

Bei den Übernachtungen im Januar ist ein Rückgang von 10% im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, obwohl es 8% mehr Touristen gab. Die Leute sind also nicht nur sparsamer, sie verweilen auch kürzer im Land.

Die meisten Besucher, rund 48.000, kamen aus den Grossbritannien, auf Platz 2 lagen die USA mit rund 26.000 Besuchern. Auf Platz 3 lag China mit 11.000 Besuchern, europäische Länder oder Kanada befinden sich weit abgeschlagen mit nur wenigen tausend Besuchern.

Vulkanausbruch hält nicht vom Reisen ab
Die vulkanische Unruhe auf der Halbinsel Reykjanes scheint allerdings keine nennenswerte Auswirkung auf die Besucher zu haben, die sich entscheiden, die Insel zu besuchen. Im Januar war es ein wenig ruhiger gewesen, im Februar kamen dann wieder mehr Touristen. Einige touristische Orte hätten ihren Service aufgrund der Vulkanausbrüche zurückschrauben müssen, was eine Erklärung für den Rückgang sein könnte, heisst es auf der Webseite. Eine andere Erklärung wäre, dass die Menschen ihren Reisedurst nach den COVID-Jahren erst mal gestillt haben. Allerdings, so die Behörde, sei man gut beraten, keine voreiligen Schlüsse aus den Daten weniger Monate zu ziehen.

Übernachtungsrekord in 2023, Zuwachs für 2024 erwartet

tourists, luggage, wind, weather, bad weather, storm

Im Jahr 2023 sind die Übernachtungen ist Island um 16% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wobei 22% aller Gäste Isländer gewesen sind. Für 2024 wird ein weiterer Anstieg erwartet, der möglicherweise den Rekord von 2018 brechen könnte.

Isländer buchten 22% aller Übernachtungen
Daten des Statistischen Amtes zufolge wurden 2023 fast 10 Millionen Übernachtungen aller Art registriert, im Jahr 2022 waren es noch 8,5 Millionen gewesen.
Isländer trugen mit 22% oder 2,1 Millionen aller Übernachtungen nicht unerheblich zu dem Boom bei, ein Anstieg von 9% im Vergleich zum Vorjahr. Auf ausländische Touristen entfällt der Löwenanteil mit 78% oder 7,8 Millionen, im Vorjahr waren es 6,6 Millionen gewesen.

Das Jahr 2023 verzeichnete 6,6 Millionen Übernachtungen in Hotels und Gästehäusern, und 3,4 Millionen in anderen Übernachtungsmöglichkeiten (AirBnB, Ferienhäuser, Campingplätze etc.). Die Gesamtzahl der Hotelübernachtungen lag bei 5,3 Millionen, das waren 12% mehr als im Jahr zuvor. Das Statistische Amt merkt an, dass alle Landesteile einen Anstieg der Hotelübernachtungen erlebten.

Weiteres Wachstum in 2024 zu erwarten
In einem Brief vom 31. Dezember 2023 hatte die Vorsitzende des isländischen Tourismusverbandes, Bjarnheiður Hallsdóttir, geschrieben dass man für 2024 einen Anstieg der Besucherzahlen prognostiziere. Sollte die Prognose eintreffen, dürfte 2024 einen neuen Besucherrekord aufstellen und den Rekord von 2018 brechen.
“Das gerade zu Ende gegangene Jahr ist für die isländische Tourismusbranche überwiegend positiv verlaufen. Es schien das erste Jahr seit 2018 zu sein, in dem es keine größeren Störungen in der Branche gab, eine dringend benötigte Ruhepause nach den Herausforderungen der letzten Jahre. Gegen Ende des Jahres warfen jedoch seismische Ereignisse in Reykjanes einen Schatten auf diesen Fortschritt. Infolgedessen ging die Nachfrage zurück und Tourismusunternehmen in der Nähe der seismischen Aktivität mussten vorübergehend schließen.“

Planungsbehörde will Touristen zu Ausbau in Landmannalaugar befragen

landmannalaugur iceland

Im südlichen Hochland Islands sind zahlreiche touristische Grossprojekte geplant oder bereits im Bau befindlich, die Hotelanlage in den Kerlingarfjöll oder das Hotel im Berg mit Badelagune im Þjórsárdalur sind nur einige Beispiele. Auch Landmannalaugar soll für den wachsenden Fremdenverkehr weiter ausgebaut werden, doch hier ist die isländische Planungsbehörde der Ansicht, dass sich der geplante Ausbau negativ auf das Wildniserlebnis der Touristen und auf die Qualität der Natur auswirken kann, berichtet RÚV.

Ausbau und Neubauten in Landmannalaugar
Die Gemeinde Rangárþing ytra hatte im Dezember einen Umweltverträglichkeitsbericht zur Entwicklung eines Tourismuszentrums in Landmannalaugur angefertigt, von der Planungsbehörde ist nun eine entsprechende Bewertung dazu vorgelegt worden.
Geplant sind neue Servicegebäude an der Námshraun, die die derzeitigen aus allen Nähten platzenden Gebäude in der Laugahraun ablösen sollen. Weiterhin soll es vorerst Unterkunftsmöglichkeiten in der Hütte des isländischen Wandervereins (FÍ) geben, ausserdem sollen die Einrichtungen an der natürlichen heissen Lagune verbessert werden. Neben dem Ausbau der touristischen Gebäude am Námskvísl werden auch die bestehenden Deiche verbessert und neue entlang des Flusses sowie am Jökulsgilskvísl gebaut.

Massenandrang schafft Unzufriedenheit
In der Stellungnahme der Planungsbehörde heisst es, schon jetzt sei Untersuchungen zu entnehmen, dass die Gegend unter grossem Druck stehe und dass die Zufriedenheit der Touristen in Landmannalaugar aufgrund unzureichender Serviceeinrichtungen und der Anzahl der Touristen nachlasse. Es sei klar, dass die Einrichtungen verbessert werden und die Anzahl der Besucher so gesteuert werden müsste, dass es nicht zu zu viel Gedränge gebe.

Die Planungsbehörde kritisierte, dass man eher andere Ausbaumöglichkeiten und ihre jeweilige Auswirkungen auf die Umwelt hätte prüfen sollen, wie etwa den Ausbau der bereits bestehenden Einrichtung in der Laugahraun, oder die touristische Serviceeinrichtung generell aus Landmannalaugar zu verlagern.

Mit dem Aufbau in der Námshraun würde sich das Angebot für Touristen zwar verbessern, gleichzeitig sei es aber ungewiss, ob sich dieser Ausbau negativ auf das Wildniserlebnis und die Naturqualität auswirken werde – unter anderem weil die Einstellung der Touristen zum Umfang des geplanten Projektes vor der Umweltverträglichkeitsprüfung gar nicht untersucht worden sei.
Älteren Studien haben nämlich gezeigt, dass Touristen keine große zusätzliche Bebauung in Landmannalaugar sehen möchten. Die Planungsbehörde ist der Ansicht, dass vor der Erteilung von Genehmigungen eine Umfrage unter Touristen durchgeführt werden sollte.

Gefahrenzustand auf dem Arbeitsmarkt durch wachsende Ausbeutung

Locals and tourists enjoy the sunshine in Reykjavík's Austurvöllur square.

Als Gefahrenzustand für den Arbeitsmarkt bezeichnete die Präsidentin des Gewerkschaftsdachverbandes ASÍ das Zusammentreffen von hohem Bedarf an Arbeitskräften und dem Zustrom ausländischer Arbeitskräfte, die ihre Rechte nicht kennen. Drífa Snæland forderte mehr Arbeitsplatzkontrolle, der jetzige Zustand sei nicht hinnehmbar, berichtet RÚV.

Allzuoft gebe es Nachrichten im Land von ausländischen Arbeitskräften, die nicht respektiert würden, lange Schichten gegen geringen Lohn absolvierten. Vor dem Wochenende hatte der Geschäftsführer der Gewerkschaft für Facharbeiter ein Umdenken und bessere Behandlung ausländischer Arbeitnehmer gefordert, sowie verstärkte Kontrollen und mehr Widerstand der Gewerkschaften.
Drífa erklärte, die Situation biete sich vor allem im Tourismus und anderen servicegeprägten Branchen, und nun drängten zunehmend Personen mit sensiblem Hintergrund auf den Arbeitsmarkt, wie etwa Flüchtlinge, Asylbewerber u.ä.
Arbeitsplatzkontrolle müsse von allen Gewerkschaften, den Kontrollbehörden und dem Arbeitsamt verstärkt betrieben werden, um kriminelle Aktivitäten auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern, denn solches schade dem Ansehen des isländischen Arbeitsmarkt als Gesamtes.
Die schlimmsten Beispiele fänden sich, so Drífa, in der Tourismusbranche. Dort hat es nach der COVID-Pandemie den meisten Zuwachs gegeben und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist sehr hoch.

Drífa sagt, die stärkste Waffe sei das Bewusstsein und die Kenntnis seiner Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer, aber auch als Arbeitgeber. Hier sei es besonders wichtig, diese Informationen an die ausländischen Arbeitskräfte weiterzuleiten.

 

Touristentaxe wird von 72 Prozent der Isländer befürwortet

Geysir Iceland tourism

Einer aktuellen Umfrage von Prósent zufolge befürworten 72 Prozent der Isländer die Idee, dass ausländische Touristen für das Betreten eines touristischen Ortes eine Gebühr zahlen sollten, während 54 Prozent der Befragten der Ansicht sind, Isländer sollten von solch einer Gebühr ausgenommen werden.
Nur 12 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine Gebühr aus, und 30 Prozent finden, dass Isländer auch zahlen sollten. Die Umfrage war zwischen dem 22. Juni und 4. Juli bei 2000 Befragten ab 18 Jahren durchgeführt worden.

In einer Erklärung zu dieser Umfrage hatte die Ministerin für Tourismus, Lilja Afredsdóttir, angegeben, man prüfe die Durchführbarkeit solcher Gebühren. Sie könnten dann ab 2024 erhoben werden. Damit werde sichergestellt, dass Gemeinden vom Touristenverkehr ebenfalls profitieren.
Viele touristische Highlights und Parks in Island erheben bereits Gebühren in Form von Parkgebühren, wie etwa entlang des Golden Circle oder der Südküste. Zu Beginn trafen die Parkgebühren auf wenig Freude, doch inzwischen werden sie zunehmend genutzt, um touristische Orte für den Ansturm auszubauen, der die Insel um 2016 herum fast unvorbereitet traf. Skógafoss und Geysir hatten von der Umweltbehörde gar auf die Liste der gefährdeten Orte gesetzt werden müssen.

Privatbesitz erschwert Gebührenerhebung
Kompliziert wird die Entscheidung um Besuchsgebühren noch dadurch, dass sich viele der touristischen Highlights auf privatem Boden befinden. Damit ist der Landbesitzer zuständig für Nutzung und Erhebung von Gebühren, mit allem was dazugehört. Der geringe Kooperationswille zwischen Behörden und Landbesitzern etwa hatte bislang sämtliche Bemühungen um eine tiefgreifende Verbesserung der Sicherheit am Strand Reynisfjara behindert, wo erst kürzlich wieder ein Tourist ertrunken ist.
Auch ausländische Landbesitzer hegen oft eigene Vorstellungen, was das Betreten ihrer Länderei betrifft. Für den Landerwerb durch Ausländer hatte das Parlament vor zwei Jahren eine Beschränkung eingeführt, demnach beträgt die maximale Hektarzahl für eine Rechtsperson 10.000 Hektar. Ein wenig zu spät im Fall des britischen Milliardärs Jim Ratcliffe, der mit 45 Ländereien oder einem Prozent des Landes nach dem Staat Islands zweitgrösster Landbesitzer ist.

Reaktionen auf die neue Quarantäneregel

Keflavík airport

Die neue Quarantäneregel, die ab heute um Mitternacht in Kraft tritt, und die neben zwei COVID-Tests auch eine fünftägige Quarantäne umfasst, ist von der Tourismusbranche scharf kritisiert worden.
Jóhannes Þór Skúlason, der Vorsitzende des isländische Tourismusverbandes äusserte, der isländische Tourismus sei geschlossen worden. Die Regierung habe bewusst wirtschaftliche Interessen geopfert, bei der Entscheidung habe allein der Aspekt des Seuchenschutzes eine Rolle gespielt. Er rechnet damit, dass nun massenhaft Buchungen widerrufen werden, weil niemand vier Tage in einem Hotelzimmer verbringen wolle.

In den vergangenen Wochen sind weit mehr Touristen ins Land gereist als erwartet. Seit Januar haben nach Angaben eines Wirtschaftsexperten der Íslandsbanki immerhin 400.000 ausländische Touristen das Land bereist, viele hatten ihre Reiseentscheidung erst spontan im Sommer getroffen, als die zweiwöchige Quarantänepflicht am 15. Juni zugunsten des COVID-Testes wegfiel.

Für morgen werden am internationalen Flughafen in Keflavík 19 Flugzeuge erwartet, berichtet turisti.is. Acht von ihnen sind Maschinen der Icelandair, sowie eine Maschine im Auftrag der Icelandair aus Teneriffa. Icelandair habe, so das Magazin, seine Passagiere über die neue Quarantänepflicht und das Registrierungsformular aufgeklärt. Die anderen Maschinen fliegen für ausländische Gesellschaften. Bislang ist nicht bekannt, wie und ob die Fluggesellschaften ihre Passagiere über die aktuelle Lage informiert haben.

Islands Regierung hatte anlässlich der Vorstellung der neuen Regel betont, dass vor allem Gesundheits- und Seuchenschutzaspekte im Vordergrund gestanden hätten. Die Regierung stehe geschlossen hinter ihrer Entscheidung.
“Wir hoffen darauf, dass die Verschärfung, zu der wir an den Grenzen nun greifen, dazu führt, dass wir langsam die Seuchenschutzmassnahmen im Land lockern können. Denn die sind immer noch in Kraft,” sagte Premierministerin Katrín Jakobsdóttir. Man sei sich jedoch der Tatsache bewusst, dass die zweifache Testung kostenträchtig sei und Auswirkung auf den Reisewillen der Leute habe.

Eine Insel ist anders
Schützenhilfe bekommen Krisenstab und Regierung von einem weiteren Mediziner der Uniklinik. Magnús Gottfreðsson, Internist und Facharzt für Infektionskrankheiten, sagte RÚV gegenüber, Inseln hätten anderen Ländern gegenüber den Vorteil, dass sie die Einreise besser kontrollieren könnten. Daher sei es realistisch und ratsam für eine Insel, seine Grenzen gut zu bewachen und die Einschleppung von Infektionen durch Einreisende abzuwehren. Er bezeichnete die zweifache Testung als vernünftig. Bislang seien die Isländer durch die isolierte Lage ihres Landes in Bezug auf Seuchen gut weggekommen. Der wachsende Flugverkehr in und aus dem Land verspiele diesen Vorteil. Magnús hält die Kurzquarantäne mit zwei COVID-Tests für eine gute Kompromisslösung. Immerhin gebe es Länder wie Neuseeland oder Taiwan, die jeden Einreisenden ausnahmslos in eine 14-tägige Quarantäne setzten.
Vor zwei Tagen hatte das isländische Gesundheitsamt Isländer vor Reisen ins Ausland gewarnt. Angesichts der steigenden COVID-Infektionszahlen überall im Ausland sind nun alle Länder wieder in der Risikokategorie zu finden.

Quarantäneregel gilt für länger
Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sagte im Abendmagazin Kastljós, die neue Regel – Test an der Grenze, fünf Tage Quarantäne und ein weiterer Test – müsse für Monate gelten. Bislang waren alle Massnahmen im Rhythmus von zwei bis drei Wochen auf ihre Notwendigkeit überprüft worden. Es sei nun nötig, eine neue Arbeitsweise einzuführen und sich von Aktionismus und Krisenmanagement zu verabschieden. Am Donnerstag wird der neugegründete Seuchenschutzrat, ein fachübergreifendes Expertengremium im Auftrag der Regierung, seine Tätigkeit aufnehmen.

Viel habe man in den Wochen seit dem 15. Juni, als die Reisebeschränkungen zugunsten der Grenztestung aufgehoben wurden, über das Virus gelernt, vor allem darüber, wie es sich verhalte.
Insgesamt seien seit dem 15. Juni 60 Infektionsfälle an den Grenzen festgestelt worden. Heute wisse man, dass ein einziger Reisender ausreiche, um eine Infektionskette im Land in Gang zu setzen. Bei ihren Entscheidungen könne die Regierung das gesammelte Wissen der vergangenen Wochen nun nutzen. Zum Thema Infektionskette hatte Kári Stefánsson, der Chef des isländischen Genforschungsinstitutes deCODE, heute ein erläuterndes Video veröffentlicht (nur in isländischer Sprache).

Quarantänetaugliche Hotels und Angebote
Inzwischen hagelt es zwar Absagen aus dem Ausland, doch Islands Unternehmer sind nicht auf den Kopf gefallen, um den Touristen das Reisen trotzdem schmackhaft zu machen.
Der isländische Tourismusverband hat eine Liste von quarantänetauglichen Unterkünften im ganzen Land veröffentlicht, die man hier findet.
Viele Hotels, Gästehäuser und Kleinunternehmer bieten zusätzliche Serviceleistungen wie Besorgungen und Verpflegung zum Sonderpreis, manche Touranbieter stellen die Quarantänetage nicht in Rechnung.

Einheimische Touristen bescheren dem Inlandstourismus einen guten Sommer

Reisende können zur Zeit nicht automatisch davon ausgehen, dass sie überall eine Übernachtungsmöglichkeit vorfinden, denn so manches Hotel im Lande ist tatsächlich bis in den August ausgebucht. Hotel- und Gästehausbesitzer freuen sich über die neue Reiselust ihrer Landsleute, doch die kann natürlich nicht alle retten, und der Tourismusverband macht sich jetzt schon Sorgen um den Winter, berichtet RÚV.

Auf dem Campingplatz Hamra in Akureyri haben bislang mehr Personen übernachtet als im letzten Jahr, und das, obwohl die ausländischen Toruisten gar nicht da sind. Die machen sonst ein Drittel aller Gäste aus.
“Der Mai war sehr gut, der Juni noch besser, und für den Juli sieht es grossartig aus, zumindest wenn das Wetter weiterhin so gut bleibt. Wir hatten bislang etwa 3000 Übernachtungen mehr als im letzten Jahr um diese Zeit,” sagt Campingplatzleiter Tryggvi Marínósson.

Isländische Hotelgäste erlauben sich mehr
Im Hotel Sigló in Siglufjörður ist mehr zu tun als im letzten Sommer und das Fosshotel in Fáskrúðsfjörður ist bis in den August hinein ausgebucht.
Das neueröffnete Fosshotel am Mývatn ist zu 85 Prozent ausgelastet. Hotelchef Davíð Torfi Ólafsson, der die Fosshotels in allen Landesteilen leitet, sagt, die Auslastung sei überall sehr gut, und auch wenn die Sonderangebote kaum die Kosten deckten, so liessen die isländischen Gäste doch eine Menge Geld beim Essen im Restaurant und an den Bartresen der Hotels. Oft falle es ihnen schwer, um 23 Uhr mit der Party aufzuhören, denn dann müssten alle Bars schliessen.

Ein Brancheninsider sagte RÚV gegenüber, die Isländer würden generell mehr für Essen und Getränke ausgeben als ausländische Touristen.
Die Leute probieren auch alle möglichen Aktivitäten aus und schauen sich alles mögliche an. Die Reykjavíkerin Hildur Katrín Ragnarsdóttir wartet in Húsavík mit ihrer Familie auf das Walbeobachtungsboot. “Wir sind es eher gewöhnt, im Ausland zu reisen, und dann im Sommer, wir reisen vielleicht weiter, und wir sind es nicht gewöhnt, in unserem Land zu reisen, aber das ist eine gute Gelegenheit.” sagt sie.

Bootsgäste wie in den Anfangsjahren
Heimir Harðarson, Miteigentümer und Kapitän beim Walbeobachtungsunternehmen Northsailing in Húsavík, war davon ausgegangen, dass das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um 90 Prozent zurückgehen würde. Nun ist er doch ganz zufrieden mit der Lage.
“Unsere Erwartungen waren fast auf Null gegangen, wir sind also sehr glücklich mit dem Verkehr, es gibt viele Isländer und gute Ware, sehr viele Wale.”
Auf jeder Fahrt seien weniger Leute gebucht und das Erlebnis umso schöner. Er fühlt sich an die Aufbaujahre seines Unternehmens erinnert.
Ausländische Touristen machten etwa die Hälfte der Fahrgäste aus, die meisten kämen aus den nordischen Ländern und aus Mitteleuropa.

Übernachtungszahlen regional unterschiedlich
Doch ist die Touristenzahl je nach Region recht unterschiedlich. Im Nordosten ist die Nachfrage nach Übernachtungen den Daten des nordisländischen Marketingbüros ziemlich gross, im Nordwesten hingegen kommen weniger Anfragen.
Für manche Hotels ist es schwer, die Paketangebote der grossen Hotelketten zu überbieten. Im Hotel Laxá am Mývatn ist um diese Jahreszeit normalerweise alles ausgebucht, jetzt allerdings ist nur jedes fünfte Zimmer gebucht. Den Hotelmitarbeitern wurden gekündigt, sie arbeiten nun ihre Kündigungsfrist ab. Im Herbst wird das Hotel dann geschlossen, es gebe keine Voraussetzungen, nach September noch geöffnet zu haben, sagt Hoteldirektorin Edda Hrund Guðmundsdóttir Skagfield. Dabei bleibe es auch.

Ihr Hotel ist nicht das einzige in der Region, welches zum Herbst hin schliesst, manche hatten in diesem Sommer gar nicht erst geöffnet. Das Massnahmenpaket der Regierung habe sie dankbar angenommen, doch fehlten klarere Linien, und dass die Hilfsmassnahmen für die Branche endlich in Gang kämen.

Trügerische Stille
Nach Angaben des Statistischen Amtes sind die Übernachtungszahlen im Juni im Vergleich zum letzten Jahr um 79 Prozent zusammengeschnurrt. Die durchschnittliche Auslastung der Hotelzimmer liegt in diesem Jahr bei 18 Prozent, im letzten Jahr waren es noch 60 Prozent gewesen.
Der Tourismusverband bezeichnet die Situation als trügerische Windstille, auch wenn überall ordentlich was los sei, so seien die Preise doch nicht tragfähig und es bestehe die Gefahr, dass viele Unternehmen im Winter Konkurs anmelden müssten.

29. April war Tag der Massenentlassungen im Tourismus

Reykjavík baby

Gestern haben mehr Menschen in Island als je zuvor an einem einzigen Tag ihre Arbeit durch eine Massenentlassung verloren. Unnur Sverrisdóttir, die Leiterin des Arbeitsamtes, rechnet damit, dass morgen noch weitere Meldungen hinzukommen.

“Heute sind Meldungen von Massenentlassungen bei 15 Unternehmen eingegangen. Davon sind 700 bis 800 Personen betroffen. Das steht meist, eigentlich fast alles im Zusammenhang mit dem Tourismus, entweder Unternehmen, die direkt im Tourismus arbeiten, oder angeschlossenen Unternehmen,” erklärt Unnur. “Ich glaube, wir haben noch nie soviele Massenentlassungen an einem Tag verzeichnet.”

Dabei sind die Kündigungen bei Icelandair gar nicht mitgezählt, dort verlieren etwa 2000 Mitarbeiter am Monatsende ihre Arbeit. Zusammen mit den 15 Unternehmen, die heute ihren Mitarbeitern gekündigt haben, sind das fast 3000 Personen, die an zwei Tagen ihren Job verloren haben, berichtet RÚV.

Das Busunternehmen Gray Line hat heute 90 Pozent seiner Mitarbeiter, oder 107 Leute, nach Hause geschickt. Arctic Adventure hat alle 150 Mitarbeiter entlassen. Iceland Excursions kündigte ebenfalls 150 Mitarbeitern, das sind bei dem Unternehmen 40 Prozent aller Beschäftigten.

Am internationalen Flughafen in Keflavík verloren 30 Leute ihren Job, 100 Mitarbeiter gingen in Kurzarbeit. Hotel Saga in Reykjavík hat alle 60 Mitarbeiter entlassen.
Bei der Fluggsellschaft Icelandair haben 431 von 448 Piloten die Kündigung erhalten, berichtet mbl.is. Vor allem die dienstältesten Piloten dürfen ihren Job behalten. Bei Icelandair haben mehr als 2000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Iceandair betont in einer Unternehmensmitteilung, dass es sich um einen vorübergehenden Zustand handle, den man überstehen werde.

Bislang ist nicht klar, ob diese Zahlen schon alle beim Arbeitsamt verzeichnet sind. Vorgestern hatte die Regierung die sogenannte Kurzarbeiterlösung angekündigt. Unternehmen können beim Staat nun Unterstützung für die Lohnkosten während der Kündigungsfrist beantragen.
Unnur meint, nach Bekanntmachung dieser Massnahme sei es nun einfacher für die Unternehmen, ihren Mitarbeitern zu kündigen. Die Leute hätten Recht auf ihre Kündigungsfrist und können gleichzeitig etwas arbeiten. Sie rechnet mit weiteren Kündigungen.

Die Arbeitslosigkeit im März hatte 9,2 Prozent betragen, für den April rechnet man mit bis zu 17 Prozent. Weiter habe man bislang noch nicht geschaut. “Wir haben die Sorgen der Unternehmen wahrgenommen. Die sind in echte Schwierigkeiten geraten, auch weil sie den Leuten ja den Lohn fortzahlen mussten.”

18,4 Prozent weniger Fluggäste in Keflavík

Keflavík Airport

Einer Pressemitteilung der isländischen Tourismusbehörde zufolge haben im vergangenen Oktober 163.000 ausländische Fluggäste das Land über den Internationalen Flughafen Keflavík verlassen, das waren etwa 36.000 Personen weniger als noch im Vorjahr, oder ein Rückgang von 18,4 Prozent.

In der Mitteilung hiess es auch, dass amerikanische Touristen den grössten Teil des Rückgangs ausmachten: In diesem Oktober flogen 25.000 Amerikaner weniger aus Island weg  als im Oktober 2018, das ist ein Rückgang von 42 Prozent.

Der Rückgang im Oktober folgt einem Trend, der seit dem Januar zu beobachten ist. Im Januar 2019 flogen 5,8 Prozent weniger Touristen aus Island weg, im Februar 6,9 Prozent, im März betrug der Rückgang 1,7 Prozent, im April 18,5 Prozent, im Mai 23,6 Prozent. Im Juni verliessen 16,7 Prozent weniger Fluggäste das Land, im Juli 17 Prozent, 13,5 Prozent waren es im August, und im September 20,7 Prozent.

Die Amerikaner machten den grössten Teil der Gäste in der Abflughalle aus, oder ein Fünftel. Britische Fluggaste lagen mit 12,6 Prozent auf Platz zwei.

Insgesamt haben im Jahr 2019 bis jetzt 1,7Millionen  ausländische Fluggäste das Land verlassen. Das sind 14,7 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

 

Massenentlassung bei WOW air

[vc_row][vc_column][vc_column_text css=”.vc_custom_1544782577698{margin-bottom: 0px !important;}”]Heute haben 111 festangestellte Mitarbeiter der Fluggesellschaft WOW air ihre Kündigung erhalten, berichtet RÚV. In einer Erklärung des Unternehmens heisst es, die Kündigungen erstreckten sich über alle Bereiche. Arbeitsverträge mit freiberuflichen Mitarbeitern, sowie befristete Verträge werden nicht verlängert. Man hoffe, dass ein Teil der Mitarbeiter, die im Zuge der Entlassungen nun gehen müssten, neue Beschäftigungsmöglichkeiten bei dem Unternehmen erhalten können.

Auf der Webseite von WOW air werden 1500 Beschäftigte angegeben, laut Mitteilung sollen es nach den Veränderungen nur noch um die 1000 Mitarbeiter sein.
Auch die Flotte des lilafarbenen Unternehmens soll von 20 Flugzeugen auf elf redziert werden, wobei man nur noch Airbus A321 og A320 in die Luft schicken will. Die Vermietung von Flugzeugen sowie der Verkauf von vier Airbus A321 sollen um die 10 Millionen Dollar in die Kasse spülen.

Für den Dezember und Anfang Januar stehen keine Flugplanänderungen bevor, doch mit dem neuen Flugplane 2019 gibt es dann keine Flüge mehr nach Neu Dehli und nach Los Angeles.
“Dies ist der schwerste Tag in der Geschichte von WOW air. Wir haben eine grossartige Gruppe von Leuten, die alles daran gesetzt haben, dass WOW air überhaupt entstehen könnte, und es ist traurig, zu solchen Einschnitten gezwungen zu werden. Ich würde mir wünschen, dass es einen anderen Weg gibt, aber Tatsache ist nun mal, dass wir das Steuer herumreissen müssen, bevor wir uns an einen Neuaufbau machen können,” sagte Firmenleiter und Gründer Skúli Mogensen in der Erklärung.

Vor einigen Wochen hatte ein möglicher Aufkauf der Fluglinie durch die Icelandair Group für Schlagzeilen gesorgt, doch das Geschäft liess sich nicht verwirklichen. Am selben Tag noch hatten 237 Mitarbeiter von 500 bei Airport Associates (APA) in Keflavík ihre Kündigung erhalten. WOW air ist der grösste Geschäftspartner des Unternehmens.

Seit Anfang Dezember steht WOW air nun mit dem amerikanischen Investmentunternehmen Indigo Partners in Verhandlungen um eine teilweise Übernahme, wobei WOW-Gründer Mogensen die Aktienmehrheit behalten soll. Indigo hält Aktien an einer ganzen Reihe von Fluggesellschaften. Nach isländischem Gesetz dürfen jedoch nur Einzelpersonen oder Gesellschaften innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums eine isländische Fluglinie besitzen, schreibt mbl.is

update: Laut Vísir erhielten 111 Festangestellte und 240 freiberufliche Mitarbeitern die Kündigung. Piloten wurde nicht gekündigt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]