Flugzeugabsturz im Þingvallavatn nach Landung auf gefrorenem See

plane crash

Auch nach eingehender Prüfung des Ermittlungsausschusses für Verkehrsunfälle ist nicht klar, ob der Pilot der im Jahr 2022 im See Þingvallavatn gesunkenen Cessna auf dem gefrorenen See hatte landen wollen oder nicht. Die Landung gilt jedoch als Unfallursache. Bei dem Flugzeugabsturz starben der Pilot und alle drei Passagiere. Der Abschlussbericht ist heute morgen vom Ausschuss veröffentlicht worden.

Tod durch Ertrinken
Am 3. Februar 2022 war die Cessna 172N während eines zweistündigen Sightseeingflugs mit drei Fluggästen an Bord vom Radar verschwunden. An der Suche hatten sich mehr als 1100 Helfer beteiligt, am Ende konnte das Flugzeug auf dem Grund des Sees Þingvallavatn lokalisiert werden. Bei den Insassen handelte es sich um den Piloten Haraldur Diego, sowie drei sogenannte Influenzer: John Neumann (USA, 22 Jahre), Tim Alinas (Niederlande, 32 Jahre) und Nicola Bellarvia (Belgien, 32 Jahre).
Leichen und das Flugzeugwrack hatten wegen der winterlichen Bedingungen erst Wochen später aus dem See geborgen werden können.
„Die Unfallursache steht in Verbindung mit der beabsichtigten oder unbeabsichtigten Landung auf dem gefrorenen See, dessen Eisschicht das Flugzeug nicht hatte tragen können, es brach durch das Eis und versank im See,“ heisst es im Abschlussbericht. Die Leichen der Passagiere wurden in einiger Entfernung zum Wrack gefunden, was darauf hindeutet, dass sie versucht hatten, an Land zu schwimmen. Das hätten sie jedoch nicht geschafft, weil die Wassertemperatur so niedrig lag und die Entfernung zum Ufer so gross. Bei der Autopsie wurde dann auch Ertrinken als Todesursache festgestellt.
Icelandreview hatte seinerzeit hier und hier berichtet.

Crash bei Erstellung von reality content
Dem Unfallbericht zufolge kannte der Pilot die Region sehr gut. Er war schon oft auf gefrorenen Seen gelandet oder hatte sie dicht überflogen um seinen Passagieren gute Fotomotive zu ermöglichen. Der Ermittlungsausschuss hält es für sehr wahrscheinlich dass „der Zweck des Fluges, reality content zu erstellen, Anlass dafür gab, dass der Pilot seine Flughöhe über dem See verringerte.“
Am Flugzeug selbst wurden keine Fehler oder Mängel gefunden, die den Unfall erklären könnten, und auch der Tank war gut gefüllt. An Bord befand sich keine sogenannte Black box, da diese bei der Cessna 172N nicht zur Standardausrüstung gehört.

Empfehlungen zur Unfallvermeidung
Der Ermittlungsausschuss erteilte in seinem Bericht einige Empfehlungen, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Darunter die Implementierung von ADSB Transmitter in allen bemannten Flugzeugen im isländischen Luftraum, sowie die Anweisung an Piloten, Flugregeln und Mindestflughöhe einzuhalten, und das Landen ausserhalb von offiziellen Landebahnen zu vermeiden, wenn nicht gewährleistet werden kann dass die Landebedingungen sicher sind.
Dem Gesetz nach sollen die Berichte des Ermittlungsausschusses Unfallhintergründe aufklären, um Wiederholungen zu vermeiden, sie dienen nicht dazu, Schuld oder Verantwortung zuzuweisen. Sie dürfen auch nicht als Beweismittel in Gerichtsverfahren verwendet werden

Abschied nach neun Sommern im Zelt am Þingvallavatn

Þingvellir

Nach neun Sommern der Zurückgezogenheit am See Þingvallavatn hat die Schweizer Psychiaterin Anne Glantz entschieden, ihre jährlichen Besuche einzustellen. Die Achtzigjährige sagte RÚV gestern, sie gehe mit dem Gefühl von Frieden und Dankbarkeit für ihre Erfahrungen.
Neun Sommer lang hatte Anne eine Verbindung zur Natur am Þingvallavatn aufgebaut, hat Eistaucher, Gänse, und sogar eine geheimnisvolle Dame getroffen, von der sie glaubt, dass die im Wasser lebt. Anne verlässt Þingvellir mit einem Herzen voller Dankbarkeit für all die Freundschaften, die sie mit den natürlichen Bewohnern geschlossen hat.

Fühlte ihre Wurzeln am See
In der Schweiz arbeitet Anne den Winter über als Psychiaterin in der Onkologie. Ihre Sommer hat sie neun Jahre lang regelrecht zelebriert: sie fuhr nach Dänemark, nahm die Fähre nach Island und reiste dort immer an denselben Ort am Ufer des Þingvallavatn, wo sie die Zeit von Juni bis August im Zelt verbrachte. „Ganz und gar nicht unkomforyabel,“ meint Anne. „Mein Zeit ist geräumig und gemütlich, mit Qualitätsmatratzen und Schlafsäcken. Ich schlafe hier sogar besser als in meinem Bett.“
Nicht ein einziges Mal hat Anne in einem Hotel übernachten müssen, auch wenn das Wetter bisweilen eine Herausforderung darstellte. Anne ist zwar verwitwet, hat aber Familie in der Schweiz. Trotzdem zog es sie jeden Sommer an den isländischen See.
„Das kann man nicht ausdrücken – das ist eher wie ein emotionaler Zug. Das fühlt sich an als ob meine Wurzeln hier liegen,“ meint sie. „Die Klarheit der Nacht, das Aroma des Laubs, und die Symphonie der Vogelrufe schaffen eine Umgebung, in der ich vollkommen ruhig bin.“

Alles hat seine Zeit
Mit ihren jetzt 80 Jahren fand Anne, es sei an der Zeit, die jährlichen Pilgerfahrten an den See einzustellen. Letzte Nacht war ihre letzte im Zelt am Þingvallavatn.
„Zu Anfang hat mich der Gedanken, dass dies mein letzter Besuch sein sollte, mit Traurigkeit erfüllt. Ich habe viele Stunden am See verbracht und nachgedacht, und dann Frieden in dem Gedanken gefunden, dass alles seine Zeit hat. Ich habe jetzt ein Gefühl von Frieden erlangt, und ich bin unglaublich dankbar.“
Über die Jahre hat Anne allerlei Freundschaften in Island geschlossen, nicht nur mit Menschen sondern auch mit Vögeln. Diese Erinnerungen nimmt sie mit.
„All das hier – ich nehme die Stille und Liebe mit mir.“ sagt sie. „Und – ich hoffe es ist in Ordnung das zu sagen – ich habe mit einer geheimnisvollen Dame gesprochen, von der man glaubt dass sie im See lebt. Ihre Gegenwart ist bezaubernd und wunderschön. Diese Erinnerungen sind in meinem Herzen verankert, und sie erfrischen mich für den Rest meines Lebens.“

 

Touristen entkommen brennendem Reisebus

Þingvallavatn

Ein Reisebus mit 25 Passagieren an Bord ist gestern in der Nähe des Sees Þingvallavatn in Flammen aufgegangen. Ein Feuerwehrmann sagte RÚV, der Bus sei bereits komplett ausgebrannt gewesen, als die Feuerwehr endlich vor Ort erschien. Augenzeugen zufolge hatte der Bus angehalten, die 25 Passagiere seien ausgestiegen, und kurz darauf habe der Bus in Flammen gestanden. Verletzt wurde niemand.

Eyjólfur Óli Jónsson von der regionalen Feuerwehr sagte RÚV gegenüber, da der Bus so gut wie ausgebrannt war, habe man sich zunächst auf die umliegende Vegetation konzentriert.
“Es war so gut wie unmöglich, das Feuer mit Wasser zu löschen, ohne den Erdboden neben der Strasse zu verschmutzen. Wir haben daher auf einen Tankwagen gewartet, und uns auf das Feuer konzentriert, das auf die Vegetation übergesprungen war. Als der Tankwagen kam, haben wir das Feuer im Bus mit Schaum gelöscht.” Die Passagiere seien bemerkenswert gefasst gewesen, so Eyjólfur. Sie hätten offenbar aussteigen können, bevor das Feuer richtig ausbrach.

Georg Aspelund Þorkelsson war Augenzeuge in einem anderen Fahrzeug. “Die Passagiere sind ausgestiegen und haben ihr Gepäck an sich genommen, das ist alles sehr schnell passiert. Der Fahrer hat den Bus mitten auf der Strasse zum Stehen gebracht, was die richtige Entscheidung war, denke ich, um zu verhindern, dass das Feuer auf die Vegetation neben der Strasse übergreift. Nach nur kurzer Zeit stand der Bus in Flammen.”
Eine Brandursache ist bislang nicht bekannt.

Flugzeugabsturz: TF-AFF flog dicht über der Wasseroberfläche, Passagiere nicht angeschnallt

plane crash

Das Kleinflugzeug, welches am 3. Februar diesen Jahres in den See Þingvallavatn gestürzt war, hatte sich offenbar vor dem Unfall etwa sieben Sekunden lang dicht über der Wasseroberfläche befunden, bevor es ins Wasser stürzte. Vier Personen kamen bei dem Unfall ums Leben, berichtet RÚV.

Dieses Ergebnis ist dem vorläufigen Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses zu entnehmen, die die Verkehrsbehörde heute veröffentlicht hat. Es gab keine Signale des Notsenders vor dem Unfall. Die Notfallhotline hatte kurz nach dem Aufprall einen sekundenlangen Anruf eines der Passagiere erhalten.
Nachdem das Flugzeug vom Sightseeingflug nicht zurückgekehrt war, hatte eine ausgedehnte Suche begonnen, die sich recht schnell auf den See Þingvallavatn konzentrierte. Zwei Tage später wurde das Wrack von einem Unterseeradar in fast 50 Metern Tiefe auf dem Grund des Sees geortet. Die Leichen konnten unter grossem Aufwand kurz darauf vom Seegrund geborgen werden,  alle vier hatten sich ausserhalb des Flugzeugs befunden. Das Flugzeug selbst wurde erst am 22. April gehoben, weil die Wetterbedingungen eine Bergung vorher nicht zuliessen.

Dem vorläufigen Bericht ist zu entnehmen, dass Geräusche eines in der Kabine aufgenommenen Videos auf den Betrieb beider Triebwerke schliessen lassen, als das Flugzeug in der Bucht anlangte. In einem Video ist dann zu hören, wie die Triebwerke an Kraft verlieren und das Flugzeug daraufhin an Höhe verliert, in Richtung Wasseroberfläche.
Ebenfalls auf einem der Videos zu erkennen ist eine dünne Eisschicht auf dem Wasser.

Die Passagiere auf den Hintersitzen waren zum Zeitpunkt des Absturzes offenbar nicht angeschnallt. Pilot und Passagier im Vordersitz trugen keinen Schultersicherheitsgurt, und die Dehnung des Sicherheitsgurtes am Fahrgastplatz weist darauf hin, dass der Gurt nicht benutzt worden war. Die Verpackungen der Rettungswesten waren ungeöffnet.

Der Untersuchungsausschuss setzt seine Ermittlungen fort, um herauszufinden, warum es kein Signal vom Notsender im Flugzeug gegeben hat. Ausserdem sind Daten von allerlei technischem Gerät auszuwerten, welches an Bord gefunden wurde. Des weitere sollen die Triebwerke auseinandergenommen werden, die Inspektionsgeschichte überprüft und das Gesamtgewicht des Flugzeugs ausgerechnet werden.

 

Flugzeugwrack aus dem Þingvallavatn geborgen

plane crash

Die Bergung der am 3. Februar im Þingvallavatn verunglückten Cessna TF-ABB ist geglückt, das Flugzeug konnte am Nachmittag vom Seegrund gehoben werden, berichtet Vísir.
An der Bergungsaktion waren 55 Personen beteiligt, darunter fünf Taucher. Die Maschine wurde nach der Hebung in fünf Metern Tiefe an Land gezogen.

Die Cessna 172N mit dem Piloten Haraldur Diego am Steuer war am 3. Februar bei einer Sightseeingtour mit drei Passagieren aus den USA, den Niederlanden und Belgien vom Radar verschwunden. Es folgte die intensivste Suche und Rettungsaktion der vergangenen Jahre, an der mehr als 1000 Personen beteiligt waren. Am Ende wurde das Wrack von einem ferngesteuerten Sonartauchboot lokalisiert, und die vier Leichen aus einer Tiefe von 37 Metern geborgen.

Schwierige Bedingungen und eisige Temperaturen verhinderten dann eine Bergung des Wracks, denn jeder Taucher durfte nur einmal pro Tag für 20 Minuten tauchen. Am Ende wurde beschlossen, das in 50 Meter Tiefe liegende Wrack zu bergen, sobald das Eis auf dem See geschmolzen war.

Flugzeugabsturz: Tauchverbot an der Absturzstelle

missing plane Þingvellir

Die Polizeidirektion Südisland hat entschieden, dass das Tauchen in der Bucht Ölfusvatnsvík am Þingvallavatn, wo das Flugzeugwrack TF-ABB auf Bergung wartet, ab heute verboten ist. Nach dem Flugzeugabsturz Anfang Februar, bei dem vier Insassen ums Leben kamen, hatte das Wrack nicht gehoben werden können, weil die Eisschicht auf dem gefrorenen See zu dick gewesen war. Die tödlich Verunglückten hatten von Tauchern hingegen geborgen werden können.
Die Polizei gibt an, sie wisse nicht, ob in der Zwischenzeit versucht worden sei, nach dem Wrack zu tauchen, sie wisse aber von Zeugen aus der Taucherszene, die Gespräche darüber gehört haben wollen.

Bei dem Unglück waren der isländische Pilot und seine drei ausländischen Passagiere ums Leben gekommen. Sie hatten sich noch aus dem Flugzeug retten können, waren dann aber ertrunken. Ihre Leichen hatten am 6. Februar nach einer umfangreichen Suche durch ein Radarsondenboot geortet werden können.
Das Tauchverbot soll die Daten schützen, die man am Wrack zu finden hofft, denn in dem Fall wird nun polizeilich ermittelt.
“Das Verbot wird ausgesprochen, um sicherzustellen, dass wichtige Beweisdaten nicht beschädigt werden. Diese Entscheidung ist gleichbedeutend mit einer Beschlagnahme des Flugzeugwracks auf dem Grund des Þingvallavatn.”

Zunächst hatte man das Wrack noch im Februar heben wollen, doch dann hatten die Bergungsmassnahmen abgebrochen werden müssen, weil sich dickes Eis auf dem Wasser gebildet hatte. Heute war die Lage erneut geprüft worden, eine Bergung ist jedoch weiterhin nicht möglich.
Das Verbot soll aber ganz offensichtlich auch schwere Unfälle von Laientauchern verhindern: “Es liegen keine Informationen darüber vor, ob Nicht-Zutrittsberechtigte versucht haben, zu tauchen, es sind jedoch Gespräche über solche Vorhaben bekannt unter Leuten, die möglicherweise weder Wissen noch Ausrüstung oder Erfahrung für einen Tauchgang unter derartig schwierigen Bedingungen in solcher Tiefe haben.” heisst es in der Mitteilung der Polizei.

 

Flugzeugabsturz: Bergung des Wracks wegen Eisbildung abgebrochen

missing plane Þingvellir

Der Plan, das am vergangenen Donnerstag verunglückte Kleinflugzeug vom Typ Cessna aus dem See Þingvallavatn zu holen, ist heute am späten Nachmittag vorerst zu den Akten gelegt worden.
Wie das Fréttablaðið berichtet, hat sich auf dem See eine etwa vier Zentimeter dicke Eisschicht gebildet, und dort wo das Eis gebrochen ist, stossen dicke Eisschollen aneinander. Die Polizei meldete, man habe entschieden, die Aktion abzubrechen und das Einsatzlager abzubauen.

Der Leiter der südisländischen Polizeidirektion, Oddur Árnason, sagte RÚV gegenüber, er wisse nicht, auf wann eine Bergung verschoben werde. “Ich bin mir nicht darüber im Klaren, ob wir hier über Wochen oder sogar Monate sprechen.” Das Wasser sei extrem kalt und es brauche einen grossen Temperaturanstieg, um das Eis zu schmelzen.
“Gestern haben wir ein Messgerät ins Wasser gelassen, und die Temperatur betrug zwischen 0,1 und 0,2 Grad, bis hinunter zum Seegrund.” erklärte Oddur.
Die Ermittler der Behörde für Verkehrsunfälle warten auf Daten aus dem Flugzeug, um den Unfallhergang rekonstruieren zu können. Unter anderem befindet sich der Notsender im Wrack. Eine Black Box gehörte nicht zur Ausrüstung des Cessna Modells.

Oddur lobt die Zusammenarbeit aller am Einsatz beteiligten Rettungskräfte. “Ich habe in meiner Karriere noch nie eine derart geschmierte Aktion erlebt, und ich glaube, der Erfolg, den wir hier sehen und gestern gesehen haben, beruht darauf, wie gut dass alles gelaufen ist.” Die Zusammenarbeit sei einfach bewundernswert gewesen.

Obwohl der Einsatz nun erst einmal abgebrochen wurde, sitzen die Teams nicht untätig, sondern planen die Bergung des Flugzeugwracks bis in alle Einzelheiten, für den Tag, an dem die Wetterbedingungen dies zulassen.

Die Verunfallten waren am Morgen in einer Reykjavíker Kapelle für die Angehörigen aufgebahrt worden. Alle vier Toten sollen auch obduziert werden.

 

Flugzeugabsturz: Mini-U-Boot konnte Unfallopfer bergen, Tauchgang zu gefährlich

missing plane Þingvellir

Die für heute morgen angesetzte Bergungsaktion der vier Flugunfallopfer im Þingvallavatn hatte auf den Nachmittag verschoben werden müssen, da sich die Temperaturen in dem Gebiet im zweistelligen Minusbereich befanden und der See drohte zuzufrieren. Am Nachmittag besserten sich die Bedingungen und die Taucher machten sich in Booten auf den Weg in die Bucht Ölfsvatnsvík.

Gegen 18 Uhr waren drei der Toten geborgen, allerdings auf andere Weise als ursprünglich geplant. Dazu vermeldete die Polizeidirektion Südisland:

“Nach einer Beratung mit allen Einsatzkräften, bei der die Bedingungen noch einmal geprüft wurden, stellte sich heraus, dass die Bedingungen für einen Tauchgang wegen der starken Kälte und der Eisbildung auf dem Þingvallavatn sehr gefährlich sind. Man untersuchte, ob es andere Möglichkeiten als die zuvor geplanten gebe. Dann wurde ein Mini-U-Boot mit Kameraausrüstung und Greifarm organisiert, welches sich von einem Kahn auf der Wasseroberfläche fernsteuern lässt. Das Mini-U-Boot suchte die Toten auf dem Seegrund und brachte sie zur Wasseroberfläche, wo sie von Tauchern übernommen wurden, die sie auf das Rettungsboot hievten und an Land brachten. Zur Stunde sind drei Opfer am Ufer angekommen, nach dem vierten wird gerade gesucht.”

Nach Angaben von Polizeichef Oddur Árnason hatten Schlauchboote einen Kreis um die Unfallstelle gebildet, um das Eis zu brechen und eine weitere Eisbildung zu verhindern. Jeweils zwei Taucher hatten sich bei der Bergung im Wasser befunden, um den Toten vom U-Boot in Empfang zu nehmen, die anderen Taucher hatten auf dem Kahn gewartet, um nötigenfalls einzugreifen. Insgesamt waren 60 Mann an der Bergung beteiligt.

Morgen soll Oddur zufolge nach Mittag das Flugzeug gehoben werden.

update 19.30 Uhr:

RÚV berichtet, dass auch der vierte Tote geborgen und an Land gebracht worden konnte. Die heute Bergungsaktion ist damit beendet.

Taucher haben sechs Minuten um Leichen aus dem Þingvallavatn zu bergen

plane crash

Rettungstaucher haben sich heute vorbereitet, um voraussichtlich morgen die vier Leichen aus dem Flugzeugabsturz vom letzten Donnerstag aus dem Þingvallavatn zu bergen. Jeder Taucher hat nur einen Tauchgang pro Tag, der nicht länger als 20 Minuten dauern darf. Die Leichen befinden sich in mindestens 37 Metern Tiefe. Im Anschluss an die Bergung der Leichen soll sofort das Flugzeug aus dem Wasser geholt werden, um den Unfallhergang untersuchen zu können.

Die Cessna 172N war am letzten Donnerstag vom Radar verschwunden, nachdem sie um die Mittagszeit zu einem zweistündigen Sightseeingflug aufgebrochen war. An Bord hatten sich der isländische Pilot Haraldur Diego, sowie drei Passagiere befunden, deren Namen inzwischen veröffentlicht wurden: John Neumann (22), Tim Alings (27) und Nicola Bellavia (32). Mehr als 1000 Retter aus dem ganzen Land hatten sich an der Suche nach dem Flugzeug beteiligt, das schliesslich am Freitagabend von einem Unterwasserradar in Ölfusvatnsvík lokalisiert werden konnte. Die Leichen der Verunglückten befanden sich ausserhalb des Flugzeugs und wurden am Sonntag lokalisiert, kurz bevor eine heftige Schlechtwetterperiode einsetzte, die alle weiteren Bergungsversuche vereitelte.

Bergung beginnt morgen
Inzwischen ist am Þingvallavatn ein halbes Dorf errichtet worden, mit technischem Gerät, Fahrzeugen, Mannschaftszelten und Verpflegungseinheiten, sowie Sauerstoff und einem Drucksentlastungstank für die Taucher. Der Leiter der südisländischen Polizeidirektion, Oddur Árnason, sagte, die Vorbereitungen liefen gut, und wenn die Wetterbedingungen es erlaubten, werde man morgen mit der Bergung beginnen.
Dabei steht die Sicherheit der Taucher an oberster Stelle. Im Þingvallavatn herrscht um diese Jahrezeit extreme Kälte. 20 Spezialtaucher sind an der ausgesprochen schwierigen Aktion beteiligt, acht von der Küstenwache, sechs von der Polizei und acht von der Feuerwehr. Jeder Taucher darf nur einmal pro Tag einen Tauchgang unternehmen, und dieser darf insgesamt nur 20 Minuten dauern. Daher haben sie jeder nur sechs Minuten Zeit, sobald sie die Leichen erreicht haben. Jeder Handgriff muss da sitzen und wurde in den vergangenen Tagen geplant und eingeübt.
Sind die Leichen geborgen, soll das Flugzeug aus dem Wasser geholt werden. Dafür ist geplant, ein Luftpolster unter das Wrack zu schieben, um es an die Waseroberfläche zu bringen. Von dort soll dann ein Hubschrauber der Küstenwache die Maschine an Land ziehen. Kräne könnten auch zum Einsatz kommen. Wie Ásgeir Erlendsson, der Pressesprecher der Küstenwache mbl.is mitteilte, befinden sich Spezialisten vor Ort, die solche Aktionen schon des öfteren durchgeführt hätten.

Flugzeug ist wichtigstes Beweismittel
Ragnar Guðmundsson, ein Ermittler der isländischen Verkehrsbehörde, gab an, die Bergung des Flugzeugs sei ausgesprochen wichtig für die Untersuchung des Unfallhergangs. Das Flugzeug liegt auf 50 Metern Tiefe und scheint in gutem Zustand zu sein. Die Ermittler wollen herausfinden, wieviel Kerosin sich noch im Tank befindet, doch je länger das Wrack im Wasser liegt, desto wahrscheinlicher wird es, dass Spuren verwischen, etwa weil sich der Kraftstoff mit Wasser vermischt. Bislang gibt es nur Fotos der unbemannten Unterwasserboote.
An Bord der Cessna hatte sich keine Black Box befunden, die Fluggeschwindigkeit, Flughöhe und Geräusche aufzeichnet. Solche Aufnahmegeräte gehören beim Cessna 172N Modell nicht zur Standardausrüstung.
Wie die Polizei am Abend verlauten liess, wird die Zufahrtsstrasse Þingvallavegur ab morgen gesperrt.

Flugzeugabsturz: Vier Leichen lokalisiert, Einsatz abgebrochen

missing plane Þingvellir

Alle vier Leichen des Flugzeugabsturzes auf dem Þingvallavatn sind gefunden worden, berichtet Vísir. Wie der Leiter der südisländischen Polizeidirektion, Oddur Árnason, bestätigte, hatten Rettungstaucher die vier Leichen in 37 Metern Tiefe auf dem Grund des Sees lokalisieren können.
Da sich das Wetter in der Region rasch verschlechtert, haben die Einsatzkräfte ihre Arbeit fürs Erste abgebrochen. Eine Bergung der Leichen ist jedoch in Vorbereitung und wird in Angriff genommen, sobald die Wetterbedingungen dies zulassen.

“Die Angehörigen sind von der aktuellen Lage unterrichtet worden. Sie haben darum gebeten, herzliche Grüsse an alle Rettungskräfte für ihren Einsatz der letzten Tage auszurichten. […] Auch die Polizei in Südisland dankt allen, die sich bis jetzt an der Aktion beteiligt haben, obwohl da noch eine große und anspruchsvolle Aufgabe vor uns liegt, um diese Angelegenheit zuende zu bringen.” heisst es in einer Mitteilung der Polizei.