Massives Tauwetter im Norden

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Für den Nordteil der Insel und die Westfjorde gilt heute die gelbe Warnstufe, wenn eine Warmfront die Temperatur um bis 20 Grad springen lässt und den Schnee in Rekordzeit zum schmelzen bringt. In den Westforden und in weiten Teilen des Breiðafjörður regnet es zum Teil ergiebig, auf der Halbinsel Snæfellsnes muss mit Sturm gerechnet werden, berichtet RÚV.

Der kälteste April seit der Jahrhundertwende geht endlich seinem Ende zu, immerhin feiern die Isländer am kommenden Donnerstag den 1. Sommertag (sumardagurinn fyrsti). Weite Teile des Nordlandes liegen immer noch unter einer dicken Schneedecke, die auf tiefgefrorenem Erdreich ruht. Vor allem Landwirte freut dies nicht.
Die Temperatur steigt heute von teilweise minus 8 Grad auf bis zu 12 Grad plus und sorgt für massives Tauwetter. Islands Wetterbehörde warnt denn auch vor Wassermassen und steigenden Flusspegeln zwischen dem Breiðafjörður und dem Ostland, Regen lässt die Wassermenge zusätzlich anschwellen.
Der Wind kommt mit einer Geschwindigkeit von 10-18 m/s und bringt nachmittags im Westen teilweise ergiebigen Regen. Die Temperatur steigt auf 5-12 Grad, am wärmsten wird es im Norden und Osten. Auch morgen weht es kräftig, mit bis zu 15 m/s, im Nordteil des Landes 15-23 m/s.
Erst gegen Sonntagabend lässt der Sturm nach, die Temperaturen bleiben bei 4-11 Grad, am wärmsten wird es im Süden sein.
Aktuelle Warnhinweise und Wettermeldungen findet man auf vedur und umferdin.

Fjaðrárgljúfur wegen Matsch gesperrt, Reykjadalur könnte folgen

Die isländische Umweltbehörde hat in der vergangenen Woche beschlossen, das Gebiet an der Schlucht Fjaðrárgljúfur im Skaftárhrepur für einen begrenzten Zeitraum zu sperren. Von der Sperrung sind alle Wanderwege sowie der Parkplatz betroffen.
Der Wanderweg hatte durch starken Besucherandrang im Tauwetter extrem gelitten und sich in eine Matschlandschaft verwandelt. Auch in den kommenden Tagen ist mit vielen Regenfällen zu rechnen. Die Sperrung war am 6. April vorgenommen worden, zwei Wochen danach wird der Zustand des Geländes erneut begutachtet.

Auch für das Reykjadalur in Hveragerði müssen Besucher mit einer Sperrung rechnen. Die Stadtverwaltung hatte vor den Feiertagen Kontakt zu Umweltbehörde und Polizeidirektion im Südland aufgenommen und um eine Sperrung des Wanderweges ins Reykjadalur ersucht. Der Weg zum heissen Fluss, ein beliebter Badeplatz, hatte sich ebenfalls durch Andrang und Tauwetter in eine Matschlandschaft verwandelt. An einigen Stellen löst sich der Matsch vom Fels und kann Wanderern regelrecht gefährlich werden.

Der April ist in Island bekannt als Matschsaison. Mit steigenden Temperaturen taut der Frost im Boden. Zusätzlich zum hohen Wassergehalt im Boden selbst regnet es oft ergiebig, sodass jegliches Betreten von Naturboden sofortige Schäden nach sich zieht. Auch mit Schotter befestigte Wege werden gerne matschig und können Fahrzeuge oft kaum tragen. Wer jetzt im Land unterwegs ist, sollte Pisten und Feldwege auch ausserhalb höher gelegenerer Gebiete von der Liste streichen. Das Frühjahr ist auch keine Jahreszeit zum Wandern, selbst befestigte Wanderwege können das Gewicht oft kaum tragen. Hinzu kommt die Gefahr von Schlammlawinen und Bergrutsch in bergigen Regionen.
Sperrungen von Wandergebieten nimmt die Umweltbehörde auf Grundlage des Naturschutzgesetzes vor. Sie müssen vor Inkrafttreten angekündigt werden.