Erdrutsch an der Reynisfjara – Strand gesperrt

Der Erdrutsch, der am Dienstag am Strand Reynisfjara im Südland niedergegangen war, misst etwa 100 Meter in der Breite und ist vom Fuss des Berges an um die 50 Meter ins Meer gerutscht. Die grössten Geröllbrocken massen etwa drei Meter im Durchmesser. Die durchschnittliche Dicke der Gerölllawine betrug fünf Meter und drei Meter im Durchmesser.

Die isländische Wetterbehörde sieht es als glücklichen Umstand, dass zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs niemand am Ort gewesen ist, berichtet RÚV.

Bislang ist nicht bekannt, was den Erdrutsch ausgelöst hat. Am Vortag hatte sich eine kleinere Gerölllawine etwas näher an der Reynisfjara gelöst, die offenbar Vorbotin des grossen Erdrutsches gewesen ist. Man weiss, dass Erdbeben und schwere Regenfälle solche Erdrutsche verursachen können. Sie sind auch am Reynisfjall bekannt. In den vergangenen zehn Jahren sind drei solcher Gerölllawinen abgegangen, die Touristen in Gefahr bringen können, heisst es auf der Webseite der Wetterbehörde. Regelmässig stürzen auch Grantiblöcke vom Berg, welche Unfälle verursachen können.

Am vergangenen Montag wurden ein Mann und ein Kind verletzt, als sich die kleinere Lawine vom Berg löste und an den Strand abging. Die südisländische Polizei sperrte daraufhin den östlichen Teil des beliebten Strandes. In den kommenden Tagen muss mit dem Abgang weiterer Geröllmassen gerechnet werden, denn am Berg sind Spalten sichtbar geworden, die intensiv überwacht werden. Es ist jedoch schwierig vorherzusagen, wann sich dort Geröll löst und an den Strand rutscht.

Der isländische Zivilschutz hat den Zugang zu dem Strandabschnitt östlich des Hálsnefsfjall bis morgen gesperrt. Dann soll die Lage erneut überprüft werden. Am morgigen Freitag findet auch ein Treffen der Landbesitzer mit der isländischen Strassenverwaltung statt, wo die nächsten Schritte und Massnahmen besprochen werden sollen.

Der Strand Reynisfjara gehört zu den besuchtesten Regionen in ganz Island, hier finden sich Teilnehmer organisierter Gruppenreisen wie auch Einzelreisende ein, um Strand und Felsen im Meer zu bewundern.

Am Dienstag wurden die Sperrungen respektiert, schreibt RÚV, doch gestern hatte die Polizei 30 Touristen aus der unmittelbaren Gefahrenzone wegholen müssen. Sigurður Sigurbjörnsson, der wachthabende Polizist der südisländischen Polizei, bezeichnete es als schwierig, das Gebiet gesperrt zu halten.

Ein Experte des Wetterdienstes gab, bislang seien keine finanziellen Mittel bereitgestellt worden, um die Erdrutschgefahr an der Reynisfjara oder an anderen vielbesuchten Touristenorten zu überwachen.

 

Heftiger Sturm auf dem Weg nach Island

Was zunächst nach einem kleinen Sturmtief aussah, hat sich nun derart vergrössert, dass der isländische Wetterdienst für morgen Abend die orangefarbene Warnstufe ausgegeben hat, berichtet RÚV.

Die Warnstufe gilt für das Südland, Südostisland und das zentrale Hochland. An einzelnen Stelle in Küstennähe kann der Wind 30 m/s und mehr aufnehmen.

Die orangefarbene Warnstufe impliziert eine Wetterlage, welche eine hohe Wahrscheinlichkeit von gesellschaftlichen Auswirkungen haben kann (wie Strassensperrungen, Flug- und Busausfälle etc), sowie Schäden und Unfälle verursachen und Leben in Gefahr bringen kann.

Situationsbedingt kann es zu Sperrungen und zum Ausfall von Dienstleistungen (zB Räumdienst) kommen.

Der Wetterexperte Einar Sveinbjörnsson erinnert in einem Beitrag auf Facebook daran, dass die Schönwetterperiode der letzten Tage nur eine vorübergehende Phase war.

Vor einigen Jahren gab es das schlimmste Wetter des Winters an genau diesem Tag (11. März), und danach noch mal am 14. März. Das war im Jahr 2015. Im Folgejahr gab es an genau den gleichen Tagen, 10. bis 15. März, eine Schlechtwetterserie. In 2017 jagte ein Tiefdruckgebiet das nächste, viele Stürme und Schnee, aber kein Unwetter, welches im Gedächtnis blieb.”

Auch im letzten Jahr sei der März wettermässig ganz gut ausgefallen, doch dies sei in diesem Jahr nun anders. Ein Tiefdruckgebiet vor Neufundland und Wind in grosser Höhe seien auf dem Weg nach Osten, südlich der Insel. Das Tiefdruckgebiet bringe Sturm und auch richtiges Unwetter für den Südosten, vom Rangávellir im Westen bis hinüber an den Öræfajökull.

Für Reisende heisst das, die Reisepläne für morgen und übermorgen überdenken. Jenachdem wann der Sturm zuschlägt, muss mit einer Sperrung der Ringstrasse von Hvolsvöllur aus in Richtung Gletscherlagune gerechnet werden. Wie auf der Webseite von Vegagerðin zu lesen steht, kann die Sperrung bis zum Dienstag Morgen andauern.

In dem langen Abschnitt unterhalb der Gletscher besteht bei Sturm immer die Gefahr von fliegendem Sand und Steinen, die Autofenster zertrümmern können. Auch die beliebten Sandstrände entlang der Südküste sind morgen und übermorgen nach dem Sturm durch extreme Wellen sehr gefährlich, auf keinen Fall sollte man sich in die Nähe des Wassers begeben. 

Wohnmobile, Wohnanhänger und Camper sollten morgen ab dem Nachmittag nicht mehr fahren.

Genauere Informationen finden Sie jederzeit auf safetravel.is, den Strassenzustand und aktuelle Sperrungen gibt es bei road.is, die Wettervorhersage findet man auf vedur.is.