Flugverkehr in Keflavík: Tarifeinigung erzielt, Streiks abgewendet

Die angekündigten Streiks am Flughafen in Keflavík sind in letzter Minute mit einem Tarifabkommen zwischen dem Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften der Flughafenmitarbeiter und Sameyki abgewendet worden. Ende Mai soll über den Tarifvertrag abgestimmt werden

Die Verhandlungen liefen bereits seit letztem September, am 8. April war der staatliche Schlichter dann eingeschaltet worden. Ástráður Haraldsson drückte seine Zufriedenheit über die Einigung aus. Über die Verhandlungsergebnisse bei den Gehältern seien die Tarifparteien nicht sonderlich erfreut gewesen, aber er hoffe, jedermann sei jetzt „vernünftig unzufrieden“. Als nächste Hürde ist die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder zu nehmen.

In einem Interview mit Vísir sagte der Sameyki-Vorsitzende Þórarinn Eyfjörð, man habe das gewünschte Gleichgewicht der Interessen erreicht. Die Gewerkschaften seien mit dem Ergebnis zufrieden gewesen, obwohl „man nie zufrieden ist, wenn man Tarifverträge unterzeichnet“. Der Tag gestern sei ein „harter Arbeitstag“ gewesen, mit vielen positiven Entwicklungen, selbst wenn man seine Ziele doch niemals ganz erreiche.

Þórarinn legt seinen Gewerkschaftsmitgliedern den Tarifvertrag dennoch mit Zuversicht vor. Man wolle sogleich eine Informationskampagne starten, damit die Leute bis zum Abstimmungstag am 20. Mai alle Fakten beisammen haben. Er schaut optimistisch auf die Abstimmung, auch wenn es, wie er sagt, für nichts eine Garantie gebe.

Ab 9. Mai Streiks am internationalen Flughafen in Keflavík

Die Mitglieder des Verbands der staatlichen Luftfahrtmitarbeiter (FFR) und der Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst, Sameyki, haben sich mehrheitlich für Streikmassnahmen am internationalen Flughafen in Keflavík ausgesprochen. Rund 80% der 494 stimmberechtigten Mitglieder hatten eine Ja-Stimme abgegeben, berichtet Vísir. Abgestimmt wurde über ein Überstundenverbot, ein Schulungsverbot sowie über vorübergehende und geplante Arbeitsniederlegungen beim Flughafenbetreiber Isavia.

Seit September 2023 finden Tarifverhandlungen statt, seit dem 8. April ist der staatliche Vermittler eingeschaltet. Am 28. April wurde jedoch klar, dass die Verhandlungen mit dem für die Isavia sprechenden Arbeitgeberverband in einer Sackgasse gelandet waren.

Streikmassnahmen
Ab dem 9. Mai, 16.00 Uhr geht es mit den Streikmassnahmen los:
– Ab 16.00 Uhr beginnt ein unbefristetes Überstundenverbot, für alle Mitglieder der FFR und Sameyki, sowie ein unbefristetes Schulungsverbot für alle Verbandsmitglieder, die am Boden anleiten und ausbilden.
– Am 10., 16., 17. und 20. Mai legen alle Mitarbeiter in der Sicherheitskontrolle zwischen 4.00 und 8.00 Uhr ihre Arbeit nieder.

FFR-Vorsitzender Unnar Örn Ólafsson hatte Vísir gegenüber kürzlich angegeben, die vierstündige Arbeitsniederlegung werde den Flugverkehr so gut wie lahmlegen.
“Die Passagiere werden nicht in die Sperrbereiche gelangen, wenn die Sicherheitskontrolle geschlossen ist. Ebenso wird es länger dauern, Passagiere in die Flugzeuge zu transportieren.“ Die Zeitpunkte für die Streikmassnahmen seien so gewählt, dass sie während des morgendlichen Hauptflugverkehrs stattfänden.

 

Vulkanausbruch: Fluglotsen sagen Streik für morgen ab

Keflavík airport Icelandair

Der für morgen früh geplante Streik der Fluglotsen wird wegen des Vulkanausbruchs auf der Halbinsel Reykjanes nicht stattfinden. Das bestätigte Gewerkschaftschef Arnar Hjálmarsson mbl.is gegenüber. Die Streikrunde hatte am 12. Dezember begonnen und jeweils zweimal pro Woche die Morgenflüge von Icelandair und Play betroffen.

Der Vulkanausbruch, der in der vergangenen Nacht nördlich von Grindavík begonnen hatte, sorgt durch seine Gase zwar für schlechte Luft in der Region, hat aber keine Auswirkungen auf den Luftverkehr, und der internationale Flughafen Keflavík bleibt trotz seiner Nähe zum Ausbruchsort geöffnet.
„Die Sicherheit unserer Fluggäste und Mitarbeiter hat stets oberste Priorität und alle Entscheidungen werden in diesem Sinne getroffen,“ heisst es in einer Mitteilung der Fluggesellschaft Icelandair. Sollte es Änderungen durch den Vulkanausbruch geben, werde man Passagiere kontaktieren. Auch Play bittet darum, jetzt ein besonderes Auge auf Emails zu haben.

Der für morgen geplante Fluglotsenstreik war der letzte in diesem Jahr. Am 1. Oktober war der Tarifvertrag der 152 Fluglotsen ausgelaufen, und bislang hatten die Verhandlungsparteien sich auf keinen neuen einigen können.
Die Arbeitsniederlegung hatte Notfälle und Flüge der isländischen Küstenwache ausgenommen.

 

Fluglotsen streiken weiter

Keflavík airport Icelandair

Islands Fluglotsen haben heute zum dritten Mal seit letzter Woche gestreikt. Die nächste Arbeitsniederlegung ist für Mittwoch angekündigt. Bei den Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft der Fluglotsen und dem isländischen Arbeitgeberverband (SA) geht es nicht weiter. Damit könnte es zu weiteren Streiks und Ausfall von Flügen an den Feiertagen kommen, meint Icelandair-Chef Bogi Nils Bogason. Derweil bereitet das Parlament sich darauf vor, mit einem Streikverbot einzuschreiten.

Streikverbot per Beschluss?
Mbl.is zufolge arbeitet man im Ministerium für Infrastruktur an einem parlamentarischen Beschluss, die Streiks auf gesetzlichem Wege zu beenden, falls es bei den Verhandlungen nicht weitergeht. Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson wollte dies allerdings mbl.is gegenüber nicht bestätigen. Er bezog sich jedoch auf die Verantwortung der Verhandlungsparteien “kurz vor Weihnachten, nach einer Naturkatastrophe, die diese Gesellschaft eine beträchtliche Summe gekostet hat.”

Unterstützung von anderen der Branche
Von der Gewerkschaft des staatlichen Luftverkehrs (Félag flugmálastarfsmanna ríkisins) und dem Verband der Hangarmitarbeiter (Félag hafnarverkamanna) kam eine Mitteilung, in der die Fluglotsen und ihr Recht auf Streiks unterstützt wird.
Die beiden Gewerkschaften betonen, dass das Streikrecht notwendig ist, um eine gerechte Balance zwischen Arbeitern und Unternehmern zu halten.
Der Tarifvertrag der Fluglotsen war am 1. Oktober ausgelaufen. Verhandlungen mit den Arbeitgebern um einen neuen Tarifvertrag gingen nur schleppend voran. Der aktuelle Streik ist der dritte in fünf Jahren. Gewerkschaftschef Arnar Hjálmarsson gab an, das Gehalt der 152 isländischen Fluglotsen sei im Vergleich zu anderen Jobs der Branche in den vergangenen Jahren zurückgegangen.
Der nächste Streik findet am Mittwochmorgen zwischen 4.00 und 10.00 Uhr statt. Für Verhandlungen gibt es derzeit keinen neuen Termin.

 

Fluglotsenstreik: Verhandlung abgebrochen, weitere Streiks kurz vor Weihnachten

icelandair757

Die Tarifverhandlung zwischen der isländischen Fluglotsengewerkschaft und dem Arbeitgeberverband (SA) ist heute gegen 14 Uhr ergebnislos geendet. Die staatliche Schlichterin Aldís Magnúsdóttir sagt, es gebe keinen Grund, ein weiteres Treffen einzuberufen. Das lässt darauf schließen, dass die beiden Parteien in ihren Forderungen noch meilenweit voneinander entfernt sind.
Damit geht es nun weiter mit den Streiks der 152 isländischen Fluglotsen, die schon in dieser Woche an zwei Tagen die Insel vollkommenn lahmgelegt hatten. Von der Arbeitsniederlegung am Dienstag und Donnerstag waren um die 13.000 Passagiere betroffen. In der kommenden Woche sind Streiks für den Montag und Mittwoch angekündigt, dann müssen geschätzte 23.000 Passagiere mit Verspätungen und verpassten Anschlussflüge rechnen.

Empfindlichster Zeitpunkt des Jahres
Icelandair-Chef Bogi Nils Bogason gab RÚV gegenüber an, der Tarifstreit zwischen den Fluglotsen und dem Flughafenbetreiber ISAVIA sei sehr ernst und es sei dringend notwendig dass sich so schnell wie möglich geeinigt werde.
“Obwohl Icelandiar sich alle Mühe geben wird, alle Passagiere vor oder zum Weihnachtsfest an ihr Ziel zu bringen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das nicht gelingt, weil alle Flüge um diese betriebsame Zeit kurz vor Weihnachten vollgebucht sind.” sagte Bogi Nils.
Die Gewerkschaft der Fluglotsen habe den Zeitpunkt der Arbeitsniederlegung [4.00 bis 10.00 Uhr] gewählt, um den isländischen Fluggesellschaften den meisten Schaden zuzufügen, während andere internationale Fluggesellschaften weniger beeinträchtigt werden, heisst es in einer Mitteilung der Icelandair.
Zwischen vier Uhr und 10 Uhr Morgens landen die meisten Maschinen aus den USA, und Flugzeuge starten in Richtung Europa.

ISAVIA soll für den Schaden aufkommen
Icelandair schätzt, dass der bereits entstandene Schaden auf fünf bis sieben Mio. Dollar anwachsen könne, wenn es nicht bald zu einer Tarifeinigung komme.
Man versuche alles, um den streikbedingten finanziellen Schaden von der ISAVIA ersetzt zu bekommen.
Island sei, so Bogi Nils, für solche Aktionen besonders empfindlich:
“Die Aktionen treffen am meisten die Leute, die am wenigsten damit zu tun haben – Leute, die reisen, um ihre Familien und Freunde in dieser wichtigen Jahrezeit zu treffen. Wir werden selbstverständlich unser Bestes geben, um unsere Passagiere vor Weihnachten an ihr Ziel zu bringen, aber es ist nicht gewiss, ob das gelingen wird, wenn das so läuft, wie es gerade aussieht. Es ist daher dringend notwenig, dass die Streitparteien sich so schell wie möglich einigen.”

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Fluglotsen streiken in der kommenden Woche

Am kommenden Dienstag und Donnerstag zwischen 4.00 und 10.00 Uhr morgens werden die Fluglotsen an den Flughäfen von Reykjavík und Keflavík in Streik treten. Während des Streiks sollen keine Flugzeuge auf den Flughäfen landen können. Zur geplanten Streikzeit herrscht der meiste Betrieb an den Flughäfen. Ausnahmen gibt es nur für Notfälle und Flüge der Küstenwache.

Am 1. Oktober war der Tarifvertrag für die Fluglotsen geendet, Verhandlungen für einen neuen Vertrag mit dem isländischen Unternehmerverband (SA) sind bislang unbefriedigend verlaufen, berichtet RÚV.
Die Fluggesellschaften bereiten sich auf Verspätungen in der kommenden Woche vor, um Beeinträchtigungen für Passagiere so gering wie möglich zu halten.
Der Fluglotsenstreik ist der dritte in fünf Jahren. Der Vorsitzende der Fluglotsengewerkschaft, Arnar Hjálmarsson, verlangt eine Gehaltsanpassung, die für die Gehälter der Flutlotsen im Vergleich zu anderen Berufen der Branche längst überfällig sei. Insgesamt gibt es 152 Fluglotsen in Island.

 

Frauenstreik am 24. Oktober: Arbeitsniederlegung im ganzen Land

women's day off iceland 2018

Am morgigen 24. Oktober findet in Island der Frauenstreiktrag statt. Wer morgen unterwegs ist, dürfte die Auswirkungen zu spüren bekommen, und zwar überall auf der Insel. Frauen und Personen ohne Geschlecht werden ihre bezahlte oder unbezahlte Arbeit einen ganzen Tag lang niederlegen. Tausende werden sich an dem Streik beteiligen. Unternehmen und Institutionen haben bereits Pläne geschmiedet, um mit dem Arbeitskräftemangel klarzukommen, manche Dienstleistungen hingegen müssen ganz gekappt werden.

Schulen und Krankenhäuser bestreikt
Die meisten Auswirkungen dürften im Bildungsbereich und im Gesundheitswesen spürbar werden. RÚV berichtet dass von 6,856 Angestellten am Universitätskrankenhaus Landspítali 5,493 weiblichen Geschlechts sind, das ist 80% des gesamten Mitarbeiterstabes.
Klinikdirektor Runólfur Pálsson sagte RÚV gegenüber, der morgige Betrieb sei so organisiert worden, dass sich soviele Beschäftigte wie nur möglich an dem Streik beteiligen können. “Natürlich führen wir Notfallbehandlungen, dringende Untersuchungen und notwendige Operationen durch,” versicherte er. Es liege in der Natur der Sache im Gesundheitswesen, dass nicht alle der Arbeit fernbleiben können. Er ermunterte alle Beschäftigten, die nicht am Streik teilnehmen können oder wollen, ein Foto von sich bei der Arbeit aufzunehmen, damit andere ihre Solidarität mit ihnen ausdrücken können.

Auch in den Schulen des Landes wird der Streik zu spüren sein. Nach Angaben der Lehrergewerkschaft machen Frauen 94% der Kindergärtner, 82% der Grundschullehrer und 62% der Lehrer an weiterführenden Schulen aus. Staatliche Einrichtungen und Gemeinden wollen am Streiktag Lohn auszahlen.
Da die Kinderbetreuung so gut wie komplett ausfällt, sind Männer und Väter gefragt, sich um die Kinder zu kümmern. Diese selbstverständliche Annahme, dass ein Mann sich frei nehmen kann, um auf die Kinder aufzupassen, hatte in Kreisen ausländischer Mitbürger für Kritik gesorgt, nicht nur sind dort viele im Niedriglohnbereich beschäftigt, dort gibt es auch den meisten Druck von Arbeitgeberseite, zum Dienst zu erscheinen. Oder der Streiktag wird einfach nicht bezahlt, was so manche Haushaltskasse stark belastet.

Katrín streikt
Auch Premierministerin Katrín Jakobsdóttir hat ihre Solidarität angekündigt und wird morgen streiken. Vísir gegenüber sagte sie: “Ich werde meine Arbeit niederlegen, um den Frauen Solidarität zu zeigen. Es ist eine unglaubliche Situation im Jahr 2023, dass wir immer noch geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede haben, dass wir keine Gleichheit errungen haben und dass wir immer noch mit geschlechtsbezogener Gewalt zu tun haben.”
Diese Themen hätten in ihrer Regierung seit langem Priorität. “Wir sehen, wie die geschlechtsbezogene Gehaltsschere abnimmt, und wir haben einiges unternommen, um geschlechtsbezogene Gewalt zu bekämpfen.” Sie rief dazu auf, den Streik morgen zu unterstützen.

Schwarze Liste veröffentlicht
Die Organisatorinnen des Frauenstreiks haben eine Liste von Arbeitgebern veröffentlicht, die den Streik im Vorfeld behindert haben.
Sonja Ýr Þorbergsdóttir, die Vorsitzende der Gewerkschaftbundes BSRB hat den Streik mitorganisiert.
“Wir hoffen, Kontakt zu den Arbeitgebern aufbauen und sie auffordern zu können, die Frauen und ihre Teilnahme in diesem wichtigen Kampf um Geschlechtergleichheit zu unterstützen.” Da an vielen Arbeitsplätzen Ungerechtigkeit herrsche, habe man eine Liste mit den Arbeitgebern veröffentlicht, die den Kampf für Gleichheit nicht unterstützen. Eins der Unternehmen, die streikenden Frauen keinen Lohn zahlen werden, ist der Fischereimulti Samherji. Dort betonte man, dass das Unternehmen wegen des Streiks der Frauen seinen geschäftlichen Verbindlichkeiten nicht werde nachkommen können. Man forderte die Frauen auf, ihrem jeweiligen Vorgesetzten anzukündigen wenn sie streiken wolltemn, eine Lohnzahlung könne es jedoch nicht geben.

Siebter Frauenstreik wegen Lohngleichheit 
Frauen in Island haben zum ersten Mal im Jahr 1975 gestreikt. Damals hatten 90% aller Frauen an dem “freien Tag der Frauen” teilgenommen. Ein Jahr später wurde im Parlament ein Gesetz zur Gleichbezahlung verabschiedet. Viel mehr als das beschriebene Papier ist daraus nicht geworden, und so streikten die Frauen in 1985, 2005, 2010, 2016 und 2018. Bei jedem Streik verliessen sie ihren Arbeitsplatz früher, um dagegen zu demonstrieren dass sie aufgrund ihres im Vergleich zu den Männern niedrigeren Lohnes bereits mit der Arbeit fertig seien. Beim morgigen, siebten Streik bleiben Frauen und geschlechtsfreie Personen wie 1975 der Arbeit den ganzen Tag fern.

 

Arbeitskampf: Weiteres Treffen ergebnislos, Aussperrung ab nächsten Montag

Das Treffen von Arbeitgeberverband, Gewerkschaft und staatlichem Vermittler ist gestern Abend ergebnislos verlaufen. Ein neuer Kompromissvorschlag scheint ebensowenig in Sicht wie ein neues Treffen. Gestern hatte der Arbeitgeberverband mit Aussicht auf das Treffen die für Donnerstag geplante Aussperrung von 20.000 Gewerkschaftsmitgliedern um vier Tage verschoben.

Nach viereinhalb Stunden Sitzung wurden die Gespräche abgebrochen und eine Nachrichtensperre verhängt. Ein neuer Kompromissvorschlag war nicht vorgelegt worden. Der staatliche Verhandler Ástráður Haraldsson hat sich zum Nachdenken zurückgezogen.

Mbl.is gegenüber hatte Ástráður angegeben, er habe vier Stunden lang in Einzelgesprächen verbracht. Er werde einen neuen Kompromiss nur vorlegen, wenn er eine Wahrscheinlichkeit sieht, dass dieser Vorschlag von beiden Parteien angenommen wird. Auf keinen Fall wolle er in der Lage seines Vorgängers landen, dessen Kompromissvorschlag zum Scheitern verurteilt war, weil Efling das Wählerverzeichnis einbehielt, damit die Gewerkschaftsmitglieder nicht über den Vorschlag abstimmen konnten, schreibt Vísir. Es müsse dafür gesorgt werden, dass ein Kompromissvorschlag so ausfalle, dass die Beteiligten auch über den Vorschlag abstimmen.

Etwa 800 Hotelangestellte und Tankwagenfahrer befinden sich seit acht Tagen im Streik. Ein Streik weiterer Efling-Mitglieder war von der Gewerkschaft abgesagt worden, nachdem sich eine überwältigende Mehrheit innerhalb des Arbeitgeberverbandes (SA) organisierten Arbeitgeber für eine Aussperrung entschieden hatten. Diese Aussperrung betrifft 20.000 Gewerkschaftsmitglieder im Grossraum Reykjavík, die allermeisten von ihnen sind im Niedriglohnbereich tätig. Die Massnahme tritt am kommenden Montag um 16 Uhr in Kraft.

 

Arbeitskampf: Aussperrung verschoben, neue Gespräche am Abend

State Mediator Ástráður Haraldsson

Die geplante Aussperrung des isländischen Arbeitgeberverbandes (SA) gegen sämtliche Mitglieder der Gewerkschaft Efling wird um mindestens vier Tage verschoben. Eigentlich sollte sie an diesem Donnerstag, den 2. März beginnen und 20.000 Efling-Mitgliedern das Betreten ihres Arbeitsplatzes verbieten. Ausssperrung impliziert, dass weder Löhne noch Rentenbeiträge gezahlt werden.

Der amtierende staatliche Vermittler Ástráður Haraldsson hat beide zerstrittenen Verhandlungsparteien für heute Abend zu einem Waffenstillstand eingeladen, um eine Grundlage für die Wiederaufnahme der Tarifgespräche zu finden. SA war daraufhin Ástráðurs Vorschlag gefolgt und hatte die geplante Aussperrung verschoben. Efling hatte sämtliche geplanten Streiks bereits in der vergangenen Woche ausgesetzt, nachdem die angeschlossenen Mitglieder des Arbeitgeberverbandes sich per Abstimmung für die Aussperrung entschieden.

Wind weht allerdings nun auch aus anderer Richtung: der Dachverband der isländischen Gewerkschaftem, ASÍ, hat im Namen von Efling beim Arbeitsgericht Klage eingereicht, weil die Aussperrung illegal sei. Die Klage war am Wochenende eingegangen, mit einem Urteil wird vor Donnerstag gerechnet.

ASÍ-Vorsitzender Kristján Þórður Snæbjarnarson hatte angegeben, die geplante Aussperrung sei möglicherweise nicht rechtens, und zwar sowohl weil Formfehler vorliegen, als auch aus juristischen Gründen. An der Abstimmung hatten sich dem Verband angeschlossene Unternehmen aus ganz Island beteiligt, obwohl die Gewerkschaft ausschliesslich Mitglieder im Hauptstadtbereich vertritt. Wäre die Abstimmung korrekt verkaufen, hätten nur Unternehmen aus dem Vertretungsbereich Eflings – dem Grossraum Reykjavík –  über die Massnahme abstimmen dürfen.
Diese Klage ist die vierte in der Tarifauseinandersetzung zwischen Efling und dem Arbeitgeberverband.

 

Arbeitskampf: Kraftstoff in riesigen Mengen gehamstert

gasoline, dæla

Der durch den Streik der Tankwagenfahrer ausgelöste drohende Kraftstoffmangel hat offenbar dazu geführt, dass besonders clevere Mitbürger das kostbare Nass zu hamstern begannen. Nicht etwa im 20 Liter Kanister, sondern in riesigen Behältern, berichtet Vísir. Tausende Liter sind nach Angaben von Skeljungur-Chef Þórður Guðjónsson in IBC Tanks eingefüllt worden. Þórður drängt die Leute darauf, diese Praktik einzustellen, weil sie hochgefährlich und ausserdem gesetzeswidrig sei.

In den sozialen Medien wurde ein Video geteilt, wo jemand zwölf 1000 Literbehälter mit Kraftstoff befüllte. Es handelte sich nach Þórðurs Angaben um einen Warenwert von vier Mio ISK. Das Video ist inzwischen gelöscht worden. Und das Beispiel steht nicht alleine da.

“Wir können da nichts machen. Wir sind ja nicht die Polizei. Das einzige was wir machen können, ist die Leute darauf aufmerksam machen, dass das ungesetzlich ist und sie bitten, das zu unterlassen.” meint Þórður. Die Polizei sei von dem Video unterrichtet worden, es liege nun an ihr, darauf zu reagieren.

Þórður zufolge ist es verboten, mit mehr als 900 Litern Kraftstoff in einem Fahrzeug unterwegs zu sein, je nach Kraftstoffart sogar weniger. Liegt man über der Literzahl, benötige man eine besondere Ausrüstung und eine Transporterlaubnis. Er habe Videos erhalten, auf denen Autofahrer mit 6-8000 Litern auf offenen Ladeflächen unterwegs seien. “Das ist unglaublich, und offensichtlich dass die Leute sich nicht klar machen, wie gefährlich das ist, Kraftstoff zu transportieren.”
Auch die Obergrenzen der Bezahlkarten würden an den Zapfsäulen ausgetrickst. Benzin sei noch gefährlicher als Diesel, sagt Þórður. Es gebe genug Kraftstoff, das sei es nun wirklich nicht wert.

Doch Autofahrer könnten das anders sehen. Am Abend hiess es bei Vísir, nach dem Wochenende könnte es in Sachen Kraftstoff im Hauptstadtgebiet ziemlich düster aussehen.Vor dem Streik hatte die Gewerkschaft Efling mehr als 70 Ausnahmegenehmigungen erteilt, für wichtige Institutionen im Gesundheitsbereich, Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte, sowie den Kraftstofftransport an eigens für diese Ausnahmen bestückten Tankstellen.