Halla Tómasdóttir ist neue isländische Staatspräsidentin

Halla Tómasdóttir, candidate for president of Iceland

Island hat gestern Halla Tómasdóttir als siebten Staatspräsidenten ins Amt gewählt. Sie erhielt 34,3 % der Stimmen und liess ihre Gegenkandidatin und vormalige Premierministerin Katrin Jakobsdóttir mit 25,2% weit hinter sich zurück. Sie übernimmt am 1. August das Amt von Guðni Th. Johannesson, der sie vor acht Jahren bei ihrer ersten Kandidatur schlug.

Spitzenkandidatin des Vortages
Bei Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen gegen 23 Uhr hatte Halla vorne gelegen, und der Trend hielt die Nacht über an. Die Wahlbeteiligung hatte bei 78,83% gelesen, das ist die höchste Beteiligung der Isländer an Präsidentschaftswahlen seit dem Jahr 1996.
Auf Platz drei landete Halla Grund Logadóttir mit 15,5%, Jón Gnarr hielt Platz vier mit 10,2%. Baldur Þórhallsson erhielt 8,3% der Stimmen, und Arnar Þór Jónsson 5,1%, alle anderen Kandidaten lagen unter einem Prozent der Wählerstimmen.
Damit hatte dieser Wahlkampf von Beginn an unter Frauen stattgefunden, und klar schien, dass diesmal wieder eine Frau die Wahl gewinnen würde, zum zweiten Mal seit Vigdís Finnbogadóttir das Amt zwischen 1980 und 1996 bekleidete.

Taktische Wahl
Schon am Tag vor der Wahl hatte sich in Meinungsumfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Halla und Katrín und Hallas Vorsprung angedeutet, da lag sie bei 30% und Katrin bei 23%.
Gefragt wurde auch, ob Wähler beabsichtigen, taktisch abzustimmen, wenn die Umfrageergebnisse auf einem Kampf zwischen Halla und Katrína deuten würde. Fast viermal so viele Wähler gaben an, sie würden eher Halla wählen als Katrín.

Businesswoman mit internationaler Erfahrung
Halla Tómasdóttir wird damit die siebte Präsidentin seit Republikgründung im Jahr 1944.
Halla hat Wirtschaftswissenschaften und Management in den USA studiert und war massgeblich an der Entwicklung der Universität in Reykjavík beteiligt. Eine Zeit lang war sie als Geschäftsführerin der Handelskammer tätig und gründete dann eine Kapitalgesellschaft. Zuletzt war sie als Geschäftsführerin des B Teams tätig, welches sich für klimafreundliche und menschenwürdige Geschäftspraktiken einsetzt.

Wahltag: Island wählt heute seinen neuen Staatspräsidenten

In Island finden heute Präsidentschaftswahlen statt. Die Wahllokale sind geöffnet und schliessen in den grösseren Städten erst heute Abend um 22 Uhr. Dann ist auch mit ersten Prognosen zu rechnen. Rund 270.000 der 385.000 Inselbewohner sind aufgrund von Alter und Staatsbürgerschaft wahlberechtigt.

Kopf-an-Kopf-Rennen
Der Präsidentschaftswahlkampf hatte das Land in den letzten Wochen wie nie zuvor beschäftigt, weil sich ungewöhnlich viele Kandidaten zur Wahl gestellt hatten, aber auch, weil eine Kandidatur unmittelbar einen Wechsel der Regierungsspitze zur Folge hatte. Als die ehemalige Premierministerin Katrin Jakobsdóttir sich zur Wahl stellte, folgte ihr der umstrittene Finanzminister Bjarni Benediktsson ins Amt.

Bis zuletzt hatten sich Katrin Jakobsdóttir und die Geschäftsfrau Halla Tómasdóttir in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Halla hatte in den letzten Wochen zugelegt und kann der letzten Umfrage zufolge auf 24% der Wählerstimmen zählen. Katrin liegt derzeit bei unter 26%.
Auf Platz drei liegt die ehemalige Leiterin der isländischen Energiebehörde, Halla Hrund Logadóttir mit 19%, auf Platz vier befindet sich der Politikwissenschaftler Prof. Baldur Þórhallsson. Der ehemalige Reykjavíker Bürgermeister und Comedian Jón Gnarr liegt derzeit bei 8%. Insgesamt 12 Kandidaten hatten sich für den Wahlkampf qualifiziert.

Am 1. Januar hatte der scheidende Staatspräsident Guðni Th. Johannesson angekündigt, sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Er wird bis zum 1. August im Amt verbleiben, dann übernimmt der neue Präsident die Staatsgeschäfte.  Sitz des isländischen Staatspräsidenten ist der historische Hof Bessastaðir im Reykjavíker Vorort Garðabær.

Macht der Unterschrift
Islands Staatspräsident hat nur begrenzte politische Macht, er übernimmt repräsentative Aufgaben und hat einen erheblichen Einfluss auf die isländische Gesellschaft.
Er spielt jedoch eine entscheidende Rolle in der Legislative, die er gemeinsam mit dem Parlament ausübt: er hat das Recht Gesetze vorzuschlagen, und er unterzeichnet vom Parlament verabschiedete Gesetze und ist berechtigt, eine solche Unterschrift zu verweigern. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: das Parlament kann das Gesetz zurückziehen, oder es einem Referendum übergeben. Nur ein isländischer Staatspräsident, Ólafur Ragnar Grimsson, hat dieses Veto-Recht gleich dreimal während seiner Amtszeit ausgeübt.
Kritiker der Präsidentschaftskandidatin Katrin Jakobsdóttir hatten moniert, sie würde im Fall eines Wahlsiegs in die Lage versetzt, das Rahmengesetz zur kommerziellen Fischzucht zu unterzeichnen, welches sie selbst als Premierministerin und kommissarische Fischereiministerin mit auf den Weg gebracht hatte.

Gebeine zweier Frauen bei Ausgrabung in Bessastaðir gefunden

bessastaðir archaeology 2024

Zwei menschliche Skelette und Pistolenkugeln sind bei Grabungen an der Kirche auf Bessastaðir aufgetaucht, berichtet Vísir. Ein Archäologe sagt, eins der Gebeine könnte möglicherweise einer Frau zugeordnet werden, die aus Liebeskummer gestorben ist.

An Liebeskummer gestorben
An der Kirche des Präsidentensitzes Bessastaðir wird derzeit renoviert und der Zugang für Besucher verbessert. Dabei hat so einiges das Tageslicht erblickt, immerhin ist Bessastaðir eine Länderei mit langer Geschichte. Der wohl bemerkenswerteste Fund befindet sich gleich neben der Kirchenmauer: Zwei Skelette, die auf dem Boden eines Grabhauses ruhen. Derzeit werden die Gebeine auf ihr Alter und Geschlecht untersucht, aber Archäologen halten es für wahrscheinlich, dass es sich um Anna Vilhelmína und ihre Tochter Anna Helena handelt.

„Die ältere war mit dem damaligen Stiftsamtmann Lauritz Thodal im 18. Jahrhundert verheiratet. Der hat das Grabhaus aus eigenen Mitteln errichten lassen. Aber nirgendwo steht niedergeschrieben, wer dort begraben liegt,“ erklärt der Archäologe Hermann Jakob Hjartarson, der die Grabung betreut. Schon in den kommenden Tagen dürfte sich das Rätsel lösen, wenn die Untersuchung der Knochen abgeschlossen ist.
Lauritz Thodal war im Jahr 1770 zum Stiftsamtmann über Island ernannt worden und lebte mit seiner Familie auf Bessastaðir, dort wo Mutter und die 18-jährige Stieftochter starben. „Den Quellen nach starb sie aus Liebeskummer, was immer das nun heisst,“ sagt Hermann. „Sie hatte einen Kaufmann aus Hafnarfjörður kennengelernt, aber ihr Stiefvater war gegen diese Verbindung und verbot ihr, sich weiter mit dem Mann zu treffen. Der Geschichte nach kümmerte sie dahin und starb kurz darauf.“

Ältere Kirche und Pistolenkugeln
Das Grabhaus soll rund zwei Meter hoch und zu der Zeit einzigartig gewesen sein. Am Kircheneingang findet man noch Spuren eines Tors, das zu dem Grabhaus geführt hat. Nach der Untersuchung werden die Gebeine wieder zur Ruhe gebettet.
Ausserdem fand man den Eingang zur einer älteren Kapelle unter der neuen Kirche, wahrscheinlich kann diese auf das 16.Jh zurückdatiert werden. Und vier Pistolenkugeln tauchten auf, die ebenfalls zur Altersbestimmung gegeben wurden.
„Das ist natürlich eine gute Frage, was das bedeutet, aber zumindest einmal ist hier offenbar geschossen worden,“ meint Hermann.
Wann die Arbeiten abgeschlossen werden können, ist derzeit kaum zu sagen, weil beinahe jeden Tag neue Artefakte entdeckt werden. Hermann erklärt, man habe auch eine Wand am alten Eingang entdeckt, und es gebe Hinweise darauf, dass sich unter dieser Wand noch ältere Strukturen befinden.

Ort von historischer Bedeutung
Bessastaðir hat einmal zu den grössten und bedeutendsten Höfen Islands gehört. Der Dichter und Anführer Snorri Sturluson hat hier gelebt, nach seinem Tod nahm der norwegische König den Hof als Residenz in Besitz. Nachdem Island an die Dänen gefallen war, residierten ab 1688 die Vertreter des dänischen Königs auf dem Hof.
Auch eine Schule hat es in Bessastaðir gegeben, später wohnte dann der Dichter Grímur Thomsen auf dem Hof. Im Jahr 1940 wurde der Hof von seinem letzten Besitzer an den isländischen Staat übergeben und diente fortan als Sitz des Staatspräsidenten.
Immer wieder sind in Bessastaðir Ausgrabungen vorgenommen worden, die bemerkenswertesten fanden zwischen 1987 und 1996 statt, als eine 3,5 Meter dicke Schicht von Überresten menschlicher Besiedlung aus dem 10. und 11. Jahrhundert freigelegt wurde. Zu den wohl interessantesten Entdeckungen gehören gut erhaltene Insekten, die mit den Siedlern nach Island gekommen sind und Archäologen Einsicht über die Umgebung des Menschen und die Lebensbedingungen schenken.

PM Katrín Jakobsdóttir kandidiert für das Amt des Staatspräsidenten

Katrín Jakobsdóttir has announced her bid for President of Iceland

Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir hat heute ihre Entscheidung verkündet, für das Amt des Staatspräsidenten zu kandidieren. Sie wird sich am kommenden Sonntag von ihrem derzeitigen Amt befreien lassen, um in den Wahlkampf zu gehen und die Zukunft des Landes mit seinen Bürgern zu diskutieren. Den Posten als Parteivorsitzende der Linksgrünen Bewegung wird Katrin noch heute für einen Nachfolger freimachen.

Führungsqualität und Demut
In einem Video auf ihren sozialen Medienkanälen erklärte sie, der Staatspräsident müsse verstehen, wie Politik und Gesellschaft funktionieren, er müsse Führungsqualitäten und Demut zeigen, Islands Interessen auf internationalem Parkett wahren, schwierige und unbeliebte Entscheidungen treffen und die gesamte Nation ansprechen. Immerhin werde der Präsident auch von der gesamten Nation gewählt.
„Auf der ganzen Welt haben Konflikte zugenommen. Wir stehen vor enormen Herausforderungen in Bezug auf das Klima und Umweltprobleme. Das Tempo des technologischen Fortschritts ist beispiellos, und niemals zuvor ist es so wichtig gewesen, Menschlichkeit zu pflegen und zu beschützen.“ sagte Katrin. In solchen Zeiten sei es wichtig, sich auf die Basis zu konzentrieren: Ausbildung und Kultur.

Eintreten für die Grundwerte der Gesellschaft
„Wir müssen die isländische Sprache sichern, unsern Anker, und gleichzeitig die Vielfalt schützen, die die isländische Gesellschaft kennzeichnet. In all diesen Angelegenheiten kommt auf den Präsidenten die Aufgabe zu, klar für die Grundwerte einzutreten, auf denen die isländische Gesellschaft aufgebaut ist: Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Zuhause wie auch international.“

Katrín erklärt, es sei nicht selbstverständlich, dass sie nach 20 Jahren in der aktiven Politik, sich nun als Staatspräsident zur Wahl stelle. Auch wenn sie durch ihre Erfahrung in der Politik, im Zusammenbringen von verschiedenen Gruppen und in dem Verständnis, das sie über die Jahre erlangt habe, für dieses Amt geeignet sei.
Für sich persönlich habe sie schon vor geraumer Zeit entschieden, bei den kommenden Parlamentswahlen nicht mehr kandidieren zu wollen.

64 Kandidaten auf der Liste
Die Liste für das Amt des Staatspräsidenten ist damit um einen spannenden Namen reicher geworden.
Laut Wikipedia konkurrieren mit dem heutigen Tag 64 Kandidaten um das Amt, darunter zwei Personen ausländischer Herkunft, ein ehemaliger Komiker, Schauspieler, Journalisten, Handwerker, ein ehemaliger Inhaftierter, eine Köchin, ein Stuntman, ein Model, ein Richter, sowie der Gletscher Snæfellsjökull, der von einer Person vertreten wird. Gewählt wird am 1. Juni 2024.

In Island wird der Staatspräsident vom Volk gewählt. Jeder isländische Staatsbürger über 18 Jahre und mit Erstwohnsitz in Island ist wahlberechtigt. Im Ausland ansässige isländische Staatsbürger halten ihr Wahlrecht bis zu 16 Jahre nach ihrer Auswanderung. Zur Wahl stellen kann sich jeder isländische Staatsbürger über 35 Jahre, der bis zum 26. April mindestens 1500 Empfehlungen hat sammeln können. Die Stimmen werden elektronisch gesammelt, die Kandidaten sind jedoch persönlich im Land unterwegs, um Werbung für sich zu machen.

Der amtierende Staatspräsident Guðni Th Jóhannesson hatte in seiner Neujahresansprache angekündigt, nicht wieder kandidieren zu wollen.

Präsidentschaftswahlen: Spekulationen um Katríns Kandidatur

Iceland President Guðni Th. Jóhannessson and Prime Minister Katrín Jakobsdóttir

Island wählt am 1. Juni einen neuen Staatspräsidenten, nachdem der amtierende Präsident Guðni Th Jóhannesson in seiner Neujahrsansprache angekündigt hatte, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Jeder isländische Staatsbürger ab dem 35. Lebensjahr kann sich zur Wahl stellen. Bis zum 26. April muss ein Kandidat 1500 Stimmen gesammelt haben, um offiziell zur Wahl zu stehen.

11 kandidierten aus Versehen
Oft sind es Menschen aus der Bevölkerung, die nicht im politischen Leben stehen, die zu Anfang Unterstützerstimmen sammeln. Wer Präsident werden will, muss seine Kandidatur auf der Webseite island.is registrieren und auf der Seite auch Stimmen sammeln. Die grosse Zahl an Präsidentschaftswilligen – zuletzt über 50 – hat nun Statistiker stutzig gemacht.
Heute stellte sich heraus, dass von den 50 Willigen mindestens 11 nicht Präsident werden wollen, sondern falsch geklickt hatten – statt ihre Unterstützungsstimme abzugeben ,hatten sie ihre Kandidatur registriert, ohne es zu merken. Die meisten fielen aus allen Wolken, als RÚV bei ihnen anrief, um sie zur Kandidatur zu befragen. Der Fehler ist inzwischen behoben worden.

Kandidiert Katrín Jakobsdóttir?
Von den bisherigen ernsthaften Kandidaten führen ein Politikwissenschaftler und eine Geschäftsfrau die Liste an, und seit einigen Wochen kursiert auch die Idee, dass die amtierende Premierministerin Katrín Jakobsdóttir noch ihre Kandidatur ankündigen könnte.
Björn Ingi Hrafsson, der streitbare Herausgeber des Onlinemagazins Viljinn, gab heute Vísir gegenüber an, bei den Linksgrünen stellten sich inzwischen alle diese Frage, und er sei der Meinung, Katrín werde nicht nur kandidieren, sondern auch zur nächsten Präsidentin gewählt werden.

In einem Radiointerview am Morgen sagte er, die Erfahrung habe gezeigt dass die grossen Kandidaten ihre Kandidatur oft kurz vor Ostern bekanntgäben. Das sei ein alter Trick, denn die grossen Familienfeiern rund um Ostern und Konfirmation stünden bevor, wo Leute sich treffen und Politik debattierten – und wo Stimmen für die Kandidaten zusammenkämen.
Wenn Katrín nicht die Absicht habe, zu kandidieren, dann hätte sie das längst klar zum Ausdruck gebracht, glaubt Björn Ingi.
Am 4. März hatte sie auf eine Anfrage im Parlament angegeben, sie sei noch Premierministerin, und dies noch eine ganze Weile, auf die Nachfrage antwortete sie, sie habe über eine solche Kandidatur nicht nachgedacht weil es im Büro des Premierministers genug zu tun gebe. Es bleibt also spannend.

Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson will nicht mehr kandidieren

President of Iceland Guðni Th. Jóhannesson.

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson wird sich bei den kommenden Präsidentschaftswahlen nicht mehr zur Wahl stellen. Das hat er in seiner Neujahresansprache angekündigt, berichtet RÚV.
Er habe entschieden, nicht die 12 Jahre im Amt zu verweilen, die er maximal vorgehabt habe, als er im Jahr 2016 zum ersten Mal gewählt worden war. Über eine weitere Wiederwahl habe er lange nachgedacht.

„Auf der anderen Seite bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es besser ist, mein Herz entscheiden zu lassen, als anderen Argumenten zu folgen, die sich am Ende dann aber als schwächer herausstellen,“ sagte Guðni in seiner Ansprache an die Nation.
In einer demokratischen Gesellschaft nehme einer den Platz des anderen ein. Für niemanden sei es gesund, sich für unersetzlich zu halten.
„Liebe Landsleute, liebe Freunde, aus allen diesen Gründen habe ich nicht vor, bei der Präsidentschaftswahl, die diesen Sommer stattfinden wird, zu kandidieren.“

Guðni Th. Jóhannesson war 2016 zum Staatspräsidenten gewählt worden und damit der siebte Amtsträger der jungen Nation. Bei seiner Wahl hatte er 39 Prozent aller Stimmen erhalten. Im Jahr 2020 war er in eine zweite Amtszeit geählt worden.

 

Islands Präsident fordert mehr Toleranz für ausländischen Akzent

President of Iceland Guðni Th. Jóhannesson.

Muttersprachler sollten mehr Toleranz für isländische Sprache mit Akzent aufbringen, findet Islands Staatsoberhaupt, President Guðni Th. Jóhannesson. In einem Facebook-Beitrag schrieb er eine Reihe von Gedanken zur Lage der isländischen Sprache auf, nachdem er eine Konferenz des isländischen Sprachrates besucht hatte, welcher gerade seinen jährlichen Bericht zur isländischen Sprache veröffentlicht hat. Isländisch sei für jeden wichtig, der Island wählt, um dort zu leben, schreibt er, auch für Ausländer, die sich im Land niederlassen.

“Die isländische Sprache ist eine der Säulen der isländischen Nation. Die Sprache ist wichtig für uns. Aber wer sind “wir” in dem Zusammenhang? Meiner Ansicht nach sind wir die Leute, die in diesem Land leben wollen, auch die, die aus dem Ausland hierher gezogen sind und hier in Harmonie mit anderen leben möchten,” schreibt der Präsident. “Diese Leute brauchen Hilfe, um die Sprache zu lernen, und die von uns, die hier geboren wurden und aufgewachsen sind, müssen Verständnis für die Tatsache zeigen, dass manche mit einem Akzent sprechen, und andere nicht korrekt konjugieren.”

Guðni begrüsste den jährlichen Bericht des Sprachrates, der die Wichtigkeit hervorhebt, eine positive Einstellung gegenüber dem Isländischen in all seinen Formen zu fördern, aber auch die Erreichbarkeit von Isländischkursen fordert.
“Gute Isländischkurse sind auch eine Frage der Gleichstellung,” heisst es in dem Bericht. “Um das Entstehen einer Lücke zwischen Generationen und Gruppen in der Gesellschaft zu verhindern, unter anderem.”

Im isländischen Sprachrat sitzen 16 Mitglieder, die von verschiedenen Institutionen und Organisationen aus Journalismus, Ausbildung und anderen relevanten Feldern nominiert werden.
Mehr Informationen zur Sprachpolitik in Island findet man im Gesetz zur isländischen Sprache und Gebärdensprache, der Text ist in englischer Sprache.

Guðni Th. Jóhannesson als Staatspräsident wiedergewählt

President of Iceland Guðni Th. Jóhannesson.

Guðni Th. Jóhannesson ist als Staatspräsident in seine zweite Amtszeit gewählt worden, berichtet RÚV. Am gerade vergangenen Samstag sicherte er sich mit 92,2 Prozent aller abgegebenen gültigen Stimmen den zweitgrössten Sieg in der Geschichte der isländischen Präsidentschaftswahlen. Nur Vigdís Finnbogadóttir erhielt im Jahr 1988 mit 94,6 Prozent mehr Stimmen.

Guðni hatte schon im Vorfeld des Wahlkampfes grosse Unterstützung aus dem Volk erhalten: 93,5 Prozent hatten ihn einer Umfrage zufolge wählen wollen, nur 6,5 Prozent wollten ihre Stimme dem einzigen Gegenkandidaten Guðmundur Franklín Jónsson geben.

Wählen in Zeiten von COVID-19
Um die Ansteckungsgefahr in den Wahlkabinen so gering wie möglich zu halten, waren sämtliche Vorsichtsmassnahmen getroffen worden. Ausserdem war es zum ersten Mal möglich, die Stimme schon vor dem Wahltag abzugeben. So wurde Gedränge in den Wahlbüros vermieden.

Da sich am gerade vergangenen Wochenende mehr als 300 Personen in Quarantäne befanden, musste auch für diese eine Lösung gefunden werden. Wie Vísir berichtet, wurden diese Wähler in drive-in Wahlkabinen eingeladen, die aus mit Sichtschutzplanen verhängten Absperrgittern bestanden. Dort schrieben sie den Namen ihres Favoriten auf ein Blatt Papier und hielten es gegen die Autoscheibe. Der Wahlhelfer notierte den Namen, und der Wähler in Quarantäne fuhr aus der “Kabine”, ohne sein Fahrzeug verlassen oder das Fenster heruntergekurbelt zu haben.

Sechs Präsidenten, viele Kandidaten
Island ist im Jahr 1944 eine unabhängige Republik geworden, die ersten Präsidentschaftswahlen hatten im Jahr 1952 stattgefunden. Jede Amtsperiode des Staatspräsidenten dauert vier Jahre, die Zahl der Amtsperiode ist unbefristet. Es gibt jedoch eine ungeschriebene Tradition, nicht öfter als viermal Präsident zu sein. Doch keine Regel ohne Ausnahme, Guðnis Vorgänger Ólafur Ragnar Grímsson hatte fünf Periode im Amt verbracht.
Auch wenn es nur sechs Präsidenten gegeben hat, so ist die Zahl der Kandidaten mit 31 Personen in neun Präsidentschaftswahlen ungleich grösser. (manche Amtsperioden endeten mit einer automatischen Amtsfortsetzung, wenn es keinen Gegenkandidaten gab)
Nur fünfmal hatte ein Präsidentschaftskandidat die Stimmenmehrheit erhalten. Im Jahr 2016 etwa war Guðni gegen acht Kandidaten angetreten und hatte 39,1 Prozent aller Stimmen erhalten. Ebenfalls fünfmal hatte ein Präsidentschaftskandidate weniger als ein Prozent aller Stimmen erhalten, ebenfalls bei der Wahl in 2019.

“Auf diesem Weg weitergehen”
Am Sonntagmorgen kommentierte der alte und neue Präsident, dass die Wahlergebnisse die “Bestätigung seien, dass die Nation damit zufrieden war, wie ich meine Arbeit hier in Bessastaðir gemacht habe, und ein Hinweis und Bestätigung dafür, dass meine Pflicht darin liegt, auf diesen Weg weiterzugehen. Dafür bin ich sehr dankbar.”

Präsidentschaftswahl: 90 Prozent Unterstützung für Staatspräsident Guðni

President of Iceland Guðni Th. Jóhannesson.

Neun von zehn Isländern (90,4 Prozent) würden Guðni Th. Jóhannesson in eine zweite Amtszeit als Staatspräsident wählen. Guðnis einziger Konkurrent, Guðmundur Franklín Jónsson, würde einer Umfrage von Gallup zufolge nur 9,6 Prozent aller Stimmen erhalten.

Guðni ist klar der Favorit für weibliche Wähler, 95 Prozent würden ihm ihre Stimme geben, während er nur 86 Prozent der männlichen Wähler hinter sich scharen würde. Von den Befragten mit einem Universitätsabschluss würden 95 Prozent Guðni ihre Stimme geben, und 86 Prozent der Befragten mit einem Höherenschulabschluss, sowie 89 Prozent der Befragten mit einem vergleichbaren Volksschulabschluss würden Guðni wählen.

Guðmundur Franklín erhält seine Unterstützung vor allem von Wählern die älter als 60 Jahre alt sind (15 Prozent) sowie von Unterstützern der Zentrumspartei Miðflokkurinn.

Staatspräsident stellt sich erneut zur Wahl

President of Iceland Guðni Th. Jóhannesson.

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson hat in seiner Neujahresansprache angekündigt, dass er erneut für das Amt kandidieren will. Seine vierjährige Amtsperiode geht in diesem Jahr ihrem Ende entgegen.

Guðni Th. war im Juni 2016 gewählt worden und erfreut sich seither steigender Beliebtheit. Umfragen zufolge genoss er während seiner Amtszeit die Zustimung von 77 bis 85 Prozent der befragten Bürger, berichtet RÚV.

Guðni ist Historiker und war vor seiner Wahl zum Präsidenten Dozent an der Universität Islands. Nicht nur sein Auftreten während offizieller Anlässe hat die Leute überzeugt, sondern auch die Tatsache dass er trotz seines dicht gedrängten Terminkalenders immer noch Zeit findet für Bergtouren, Müllsammeln am Strand der Präsidentenresidenz oder einem Bad im Meer.

In seiner Neujahrsansprache dankte der Präsident den Isländern für ihre Unterstützung, aber auch dafür, dass er ein Privatleben geniessen könne, etwas welches “Staatsoberhäupter in den meisten Ländern nicht unbedingt erwarten können.” Er betonte die Notwendigkeit, auf den Klimawandel zu reagieren, denn dieser “respektiert keine Grenzen, und wir müssen darauf antworten”. Dennoch ermutigte er die Isländer, mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen.

Eine englische Übersetzung der Präsidentenrede findet man auf der Webseite des Amtes.

Die nächsten Präsidentswahlen finden am 27. Juni statt. Sollte sich kein Gegenkandidat finden, wird Guðni ohne Wahl zum Präsidenten ernannt.