Route nach Landmannalaugar geöffnet

Die isländische Strassenverwaltung hat die Piste nach Landmannalaugar gestern geöffnet, einen Monat früher als in den vergangenen fünf Jahren, schreibt RÚV.

Landmannalaugar ist ein beliebter touristischer Ort auf der Route Fjallabaksleið, dem “Weg hinter den Bergen”, wo viele Wanderwege durch das Naturschutzgebiet Fjallabak anfangen und enden, unter anderem der Laugavegur, eine der beliebtesten Wanderrouten in Island.

Halldór Hafdal Halldórsson vom isländischen Wanderverein begrüsst die frühe Öffnung der Piste. Das gute Wetter sei dafür verantwortlich, dass man sie so früh für den Verkehr öffnen können. In anderen Jahren sei dies oft nicht vor dem 18. Juni möglich gewesen. Der Schnee sei früh geschmolzen und die Strasse trocken, einen halben Monat früher als die ältesten Ortskundigen sich erinnerten.

In der Hütte des Wandervereins in Landmannalaugar sind nun zwei Hüttenwärter tätig, insgesamt werden den Sommer über dort sechs oder sieben Personen in Festanstellung arbeiten.

Landmannalaugar ist mit den Jahren immer beliebter geworden und gehört inzwischen zu den Topzielen des Landes. Halldór sieht dafür verschiedene Gründe.

Die Landschaft dort, die Schönheit, die heisse Quelle. Dann ist es natürlich der Startpunkt zum Laugavegur und relativ einfach zu erreichen. Sowohl für Busse, aber auch für kleine Jeeps.”

Für alle anderen Hochlandstrassen und Pisten gilt die Öffnung noch nicht, hier kann man sich bei Vegagerðin und bei der Umweltbehörde über Sperrungen und Öffnungen informieren.

Per Bestechung in die Schlucht Fjaðrárgljúfur

Die spektakuläre Felsschlucht Fjaðrárgljúfur in Südisland ist manchem Touristen so wichtig, dass er auch vor Bestechungsversuchen nicht zurückschreckt. Die Schlucht war vor allem durch ein Musikvideo von Justin Bieber bekannt geworden, und viele Fans des Popsängers wollen die Orte in seinem Video besuchen. Unter dem grossen Besucherandrang hat das Gelände sehr gelitten, im Frühjahr hatte es bis auf weiteres gesperrt werden müssen, damit Boden und Vegetation sich erholen können.

So mancher Tourist will sich mit der Sperrung aus Naturschutzgründen leider nicht abfinden. Obwohl ein Schild zur Sperrung aufgestelt wurde, fahren viele Besucher bis zum Gitter und schauen, ob sie nicht doch in die Schlucht gelangen können.

Wie Vísir schreibt, hat Rangerin Hanna Jónsdóttir immer wieder Bestechungsversuche erlebt. In Gesprächen werde versucht, eine Ausnahme zu erhalten, sie habe Essen aus den Heimatländern angeboten bekommen, und kürzlich wollte ihr sogar jemand einen Flug nach Dubai schenken, wenn sie dafür die Sperre öffnen würde.

Umweltminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson hält es für eine Vereinfachung, Justin Bieber die ganze Verantwortung in die Schuhe zu schieben. Damals habe dort kein Zaun gestanden, der Leuten klarmache, was sie dürften und was nicht. Er wendet sich vielmehr an die Trendsetter in den sozialen Medien, die mehr über die Folgen ihrer geposteten Unternehmungen nachdenken müssten.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP begleitete Hanna für einen Filmbeitrag und fand Fussspuren im Matsch, die bewiesen dass sich jemand ins gesperrte Gelände gestohlen hatte. Er vermutete stark, dass auch weitere Leute in die Schlucht laufen würden, sobald Hanna ihren Dienst beendet habe, und genau so traf es ein. Der Reporter blieb vor Ort, nachdem sie davongefahren war. Keine halbe Stunde später kamen die ersten Touristen, aus Russland, die nach eigener Aussagen wegen Justin Bieber gekommen waren.
Im Nachrichtenlink gibt es das Video von AP zu sehen.

Lawine in den Westfjorden schliesst Touristen ein

Die Touristen, die gestern Abend zwischen der Hrafnseyrarheiði und der Dynjandisheiði in den Westfjorden von einer Schneelawine eingeschlossen worden waren, sind an zwei Sperrschildern vorbeigefahren, bevor sie auf das Hochplateau fuhren, berichtet RÚV.

Der Weg wurde von Lawinenmassen versperrt, die immer noch rutschten, als die örtliche Rettungseinheit den Urlaubern zu Hilfe kam.

Die freiwillen Retter in den Westfjorden waren gestern Abend gegen 19 Uhr ausgerückt, um zwei Ausländern beizustehen, die auf der Hrafnseyrarheiði eingschlossen waren. Die Leute waren bis dort oben gefahren, vorbei an zwei Schildern, auf denen klar und deutlich die Sperrung des Weges kommuniziert wurde, eins davon war sogar an einem Tor befestigt, welches den Weg versperrt.

Hrafnseyrarheiði und Dynjandisheiði fallen beide unter die G-Regel bei der Strassenverwaltung und werden den Winter hindurch bis zum 20. März nicht vom Schnee geräumt.

Da ist hier am Hof ein Sperrschild, und ein weiteres, noch grösseres bei Brekkudalur. Das sollte wohl klar sein, dass man das verstehen kann. Aber der Fehler liegt darin, dass die Leute sich nur an die Navigationsgeräte im Auto halten und genau den Weg fahren, und das Gerät sagt aber nicht, ob man dort durchkommt oder nicht,” erklärt der Gruppenleiter der Rettertruppe Dýri in Þingeyri, Kristján Gunnarsson.

Es komme durchaus oft vor, dass seine Gruppe Leuten helfen müsse, die sich auf diese Weise selbst in Schwierigkeiten gebracht hätten. Die Touristen seien über die Hrafnseyrarheiði und bis zum Wasserfall Dynjandi gekommen, aber nicht über die Dynjandisheiði. Als sie umdrehten, um den gleichen Weg zurückzufahren, habe eine Schneelawine den Weg über die Hrafseyrarheiði versperrt.

Vor drei Wochen war die Hrafnseyrarheiði für Angestellte des Dýrafjarðar-Tunnels geräumt worden. Guðmundur Björgvinssn, Projektleiter beim Strassenamt in Ísafjörður, sagte, die Strasse sei einige Zeit danach noch befahrbar gewesen, weil das Wetter gut gewesen sei, und dann hätten die Tunnelleute nur hier und da etwas geräumt. Deshalb seien die Touristen gestern überhaupt so weit gekommen.

Die Retter fuhren den Touristen entgegen und führten sie über die Lawinenmassen. Das Mietfahrzeug wurden zurückgelassen.

Trotz des milden Winters können Wetterbedingungen in der Region gefährlich werden. Das war ein echtes Gefahrengebiet, weil die Lawine abging, während wir auf sie warteten.”

Die Strassenverwaltung überlegt nun, ob die beiden Strassenabschnitte ab Donnerstag wieder geöffnet werden können.