10 Schneelawinen durch Outdoorfreunde ausgelöst

Avalanche in Iceland February 2014.

Seit der Karwoche und Ostern sind rund 10 Schneelawinen durch Menschenhand vom Berg abgegangen, berichtet RÚV. Bei der Hälfte der Fälle sind Menschen vor oder unter der Lawine gelandet. Schwer verletzt wurde niemand. Der isländische Wetterdienst fordert alle Schneefreunde auf, jede Lawine zu melden, vor allem solche, die sich durch äussere Einwirkung lösen.
Acht Lawinen meldete die Wetterbehörde, inzwischen sind zwei weitere hinzugekommen. Der Meteorologe Einar Sveinbjörnsson bezeichnete die hohe Zahl der Lawinen in einem Facebookbeitrag als “Spiel mit dem Feuer”.

Äusserste Vorsicht vonnöten
Seit Mitte März hatte vor allem im Nordteil des Landes starker Wind aus Nordost geherrscht und in den Bergen sammelte sich der Schnee. Schneebretter bauten sich auf, die zum Teil noch während des Unwetters abgingen, aber auch danach rutschten die Massen – letztere bezeichnet der Wetterdienst als ungewöhnlich. Er weist in einem Artikel darauf hin, dass Skifahrer, Bergwanderer und Motorschlittenfahrer unter solchen Bedingungen äusserste Vorsicht walten lassen müssten und steile Hänge, Schluchten und Klippen meiden sollten.
Auch weiterhin besteht grosse Lawinengefahr im Nor- und Ostland., zumal für dieses Wochenende wieder Unwetter mit Schnee und Schneesturm für den Nordteil des Landes angekündigt ist.

Motorschlitten und Skifahrer
Der Wetterdienst hat folgende Liste zusammengestellt, die deutlich macht, dass menschliche Einwirkung bei Lawinenabgang durchaus eine Rolle spielt:
26. März: Lawine durch Motorschlitten im Héðinsfjörður
28. März: Lawine durch Motorschlitten nahe Húsavík, bei gutem Wetter. Ein Mann wurde unter dem Schnee begraben, konnte aber gerettet werden.
30. März: Lawine durch Skifahrer im Skigebiet Hlíðarfjall, Akureyri ausgelöst (M1,5)
31. März: Skifahrergruppe landet in einer Lawine in Dalsmynni. Eine Frau wurde erheblich verletzt, nachdem die Schneemassen sie durchs Gebüsch mitgezogen hatten. Mehr als 100 freiwillige Retter samt Gerätschaften waren im Einsatz.
1. April: Lawine durch Skifahrer oberhalb des Skigebiets am Böggistaðafjall (M1,5)
2. April: Lawine durch Skigruppe unterhalb von Kaldbak, (M2-2,5)
2. April: grosse Lawine durch Motorschlittengruppe im Dýjadalur bei Dalvik ausgelöst. Grosse Rettungsaktion, am Ende stellte sich heraus, dass entgegen erster Meldungen niemand vom Schnee begraben wurde.
2. April: Lawine durch Motorschlittengruppe im Fljótum ausgelöst, (M2)
3. April: Lawine durch Motorschlitten an einem kurzen Hang des Höskuldarvatnshnjúkur bei Húsavík ausgelöst. Ein Mann am Fuss des Berges wurde im Schnee begraben, konnte gerettet werden.
3. April: Lawine durch Skifahrer im Ólafsfjörður ausgelöst, drei wurden teilweise im Schnee begraben.

Der Wetterdienst fordert alle auf, Lawinen sofort zu melden, entweder mit diesem Meldeformular oder per Email: [email protected].
Eine neue Karte der Wetterbehörde zeigt das Gefälle in der Landschaft an und gibt vor allem Motorschlittenfahrern und Skifahrern wichtige Informationen.