Zwei ausgestopfte Eisbären sollen in Nordisland zu sehen sein

Eisbären haben zwei nordisländische Gemeinderatssitzungen in den vergangenen Tagen mehr als sonst beschäftigt, berichtet Vísir. Im Skagafjörður hatte das Naturbüro des Nordlandes darum gebeten, einen ausgestopften Eisbären ausstellen zu dürfen, der seit Jahren im Rathauskeller verstaubt. Er war im Jahr 1986 im Fljótum geschossen worden.  Auch das nordisländische Húnabyggð möchte einen ausgestopften Einsbären ausstellen, der sich in der Asservatenkammer des Naturwissenschaftlichen Institutes in Reykjavík befindet. Dieser Eisbär war im Sommer 2008 auf dem Berg Þverárfjall geschossen worden und hatte lange im Rathaus der Gemeinde Blönduós gestanden.

Nordpolausstellung geplant
Im aus dem Jahr 1877 stammenden Hillebrandshús in Blönduós soll eine Nordpolausstellung eröffnet werden, für die Gemeinde sich stark macht.
„Im Zusammenhang damit kam uns die Idee, die Behörden zu bitten ob wir den Bären nicht wieder zu uns holen können,“ erklärte Bürgermeister Pétur Arason Vísir gegenüber. Gerade das Húnabyggð verdiene den Eisbären, immerhin trage die Region seinen Namen, (isl. húnn = Eisbärenjunges) , und viele Ortsnamen erinnern an Eisbären: Húnavellir, Húnaver, Húnavatn. Auch die Ortswappen der Region trügen fast alle einen Eisbären.

Eisbären für Schulklassen
Starri Heiðmarsson, der Leiter des Naturbüros im Nordwesten, hatte seinen Wunsch nach dem Bären vorgetragen. Auf der Gemeinderatssitzung begrüsste man den Vorstoss und gab dem Antrag statt. Der Eisbär, um den es gehe, sei ein Jungtier und etwas kleiner als ausgewachsene Eisbären. Nun gehe es nur noch darum, ein paar starke Männer zu finden, um den Bären aus dem Keller zu holen. Er soll dann vor dem alten Haus der Aðalgata 2 in Sauðárkrókur zu stehen kommen, wo das Naturbüro seine Räumlichkeiten unterhält.

„Ich möchte in Zukunft dann jedes Jahr Grundschulklassen einladen, sodass das ein Teil der normalen Schulbildung in Sauðárkrókur wird, den Eisbären anzuschauen. Und zu lernen, wie Eisbären sich an das kalte Klima anpassen und diskutieren, welche Möglichkeiten sie in der Klimaerwärmung haben.“ Immerhin habe die PISA-Studie zutage geführt, dass Naturkunde nicht gerade zu den Stärken isländischer Schüler zählt.
Am besten gehe man das Problem an, indem man ihnen Dinge aus der unmittelbaren Umgebung zeige. „Auch wenn Löwen und Tiger sehr spannend sind, dann ist es vielleicht gut, Verbindung zur Heimat zu aufzubauen.“

Per Eisscholle gelangen immer mal wieder Eisbären von Grönland aus nach Island, und obwohl sie unter Schutz stehen, hatte sich das Parlament im Jahr 2009 darauf verständigt, solche Bären zu entnehmen, weil sie lebensgefährlich für Mensch und Tier sind, und weil Grönland sie aus Seuchenschutzgründen ohnehin nicht zurückhaben will. Ein Rücktransport ins ewige Eis ist auch kaum machbar, weil die Betäubung des Tiere nicht lange genug anhält.

Verändertes Revierverhalten des arktischen Fuchses untersucht

Zahlreiche Fuchskadaver werden derzeit für eine Reihenuntersuchung über den Bestand des arktischen Fuchses im Skagafjörður obduziert. Die Forscher sind dahintergekommen, dass die Tiere ihr Verhalten geändert haben, kennen aber den Grund dafür nicht, berichtet RÚV.
Mit der Untersuchung soll Licht auf die Stellung des arktischen Fuchses im Ökosystem des Skagafjörður geworfen werden, sowie auf seinen Einfluss auf Landwirtschaft und Natur. Die Untersuchung wird vom Naturinstitut Nordisland, der Gemeinde Skagafjörður und dem isländischen Institut für Naturwissenschaften durchgeführt. Die Forscher nutzen dabei Daten von Jägern, wie etwa Standorte von Fuchsbauten, ausserdem werden Fuchskadaver obduziert.

Füchse zunehmend im Tiefland
„Bei einem Projekt wie diesem ist es sehr wichtig, diese traditionellen wissenschaftlichen Studien als auch das gesamte Wissen zu nutzen, das lokale Experten und Jäger, die den Fuchs sehr gut kennen, im Laufe der Zeit erworben haben,“ erklärt Starri Heiðmarsson, der Leiter des Naturinstitutes.
In den vergangenen zwei Sommern hatten Füchse sich in Gesteinshügeln nahe der Brücke über den Grundastokkur in den Héraðsvötn einen Bau gegraben. Reiter hatten die Füchse entdeckt und die Gemeinde benachrichtigt. Denn eigentlich lebt der arktische Fuchs sonst viel höher, doch immer öfter trifft man ihn im Tiefland an. Warum das so ist, versuchen die Forscher nun herauszufinden. Man vermutet, dass das Futterangebot damit zu tun hat. Ausserdem hat man festgestellt, dass immer weniger Füchse geboren werden, was auf eine verminderte Fruchtbarkeit hindeuten könnte.
Die beiden Biologinnen Hulda Björg Hermannsdóttir und Ester Rut Unnsteinsdóttir obduzieren die Fuchskadaver und suchen nach Hinweisen zu Fruchtbarkeit, Erbgut, Futterresten und Giftstoffen. Zusätzlich sind Proben ins Ausland geschickt worden.

Jedes Jahr werden in Island tausende arktischer Füchse gejagt, sowohl Jungtiere als auch erwachsene Tiere. Aus dem Plan der Umweltbehörde zur Fuchsjagd in den Jahren 2023 bis 2025, der im Frühjahr herausgegeben worden war, geht hervor, dass in den vergangenen Jahren durchschnittlich 7500 Füchse erlegt worden sind. Ein Teil der Kadaver landet auf dem Obduktionstisch, in diesem Sommer waren es 34.
Ester sagt, die Forschungen seien wichtig, weil der isländische Fuchsbestand seit der Besiedelung hier unverändert gelebt hat. „Das ist eine nordische Art, die einen wichtigen Sitz als Raubtier im arktischen Ökosystem hat. Es sei wichtig, Informationen nach Gebieten geordnet zu erhalten und zu sehen, wie er Veränderungen in der Umwelt aushält, wie etwa ein vermindertes Futterangebot, die Landnutzung des Menschen, veränderte Temperaturen und ähnliches.

„In Island leben 90 Prozent des europäischen Gesamtbestandes, dessen Erhaltung sehr wichtig ist. „Wir geben ziemlich viel Geld für die Jagd auf Füchse in Island aus und haben das schon immer getan“, sagt Ester. „Da ist es natürlich wichtig zu wissen: Ist diese Jagd nachhaltig? Was wissen wir über diese Art? Können wir einige ökologische Fragen beantworten?“
Ester und Hulda freuen sich sehr über das Interesse und die Initiative der Kommune, mehr über die dort lebenden Tiere herauszufinden und zu schauen, was aus den im Laufe der Zeit gesammelten Jagddaten gewonnen werden kann.

Fuchs als Schädling in der Landwirtschaft
Für Bauern mit Tierhaltung ist der arktische Fuchs eher ein Ärgernis, das ziemlichen Schaden anrichten kann. Er frisst nicht nur Lämmer, sondern geht auch an erwachsene Schafe, wenn die sich in einer Lage befinden, dass sie nicht entkommen können. Auch Eier und Jungvögel stehen auf seinem Speiseplan, was nicht jeder Vogelart bekommt. Die Gemeinden beschäftigen daher einen Jäger, der die Fuchsbauten und ihre Bewohner genau kennt und im Sommer eine bestimmte Anzahl an Füchsen erlegt.
Auch die Daunenbauern engagieren während der Brutsaison Jäger, um ihre Eiderenten vor dem Fuchs zu schützen, der sonst in den Nestern ein Blutbad anrichten würde. Die Eiderenten brüten wild in Kolonien, oft befinden sich jedoch ihre Nester in von Menschenhand gefertigten Kästen oder kleinen Hütten. Zum rechten Zeitpunkt werden die Daunen aus den Nestern geholt. Bei dieser aufwendigen Daunengewinnung wird kein Vogel berührt oder gestört.

Stute schwimmt zur Insel Lundey und zurück

Lundey island puffins Reykjavík

Es heisst ja immer, auf einer Insel kann ein Pferd nicht verloren gehen. Eine Stute im Skagafjörður hätte fast das Gegenteil bewiesen, sie ist nämlich zur Insel Lundey geschwommen, wo man nun sicher kein Pferd suchen geht.
Die Stute war vermutlich rossig und auf der Suche nach einem Hengst am Ufer der Héraðsvötn gewesen, als sie dort von der starken Strömung mitgerissen und  im Fjord landete. Sie hatte sich in Garður in Hegranes befunden und möglicherweise über den Fluss nach Vatnsleysa gewollt, berichtet Feykir.is.

Einmal draussen im Fjord, schwamm sie auf der Insel Lundey an Land. Dort drehte sie eine Erkundungstour, fand aber weder Hengst noch sonst irgendwas für sie Interessantes und begab sich daher wieder ins Wasser. Ihr Schwimmgang des Tages  endete am Strand von Garðsandur.

Lundey liegt zwei bis drei Kilometer vom Festland entfernt. Die kleine, eher flache Insel ist grasbewachsen und wird vor allem von Eiderenten, und Papageitauchern bevölkert. Ausserdem finden sich dort Eissturmvögel, Gryllteisten, Graugänse, Mantelmöwen und Mittelsäger. Die Graugänse nutzen die kleine Insel als Nachtquartier, einige hundert gehen dort auch in die Mauser.

 

COVID-19 Cluster in Sauðárkrókur, fast 300 Personen in Quarantäne

COVID-19 samples

Eine neue Gruppeninfektion mit der COVID-19 Erkrankung im Skagafjörður bereitet den Gesundheitsbehörden derzeit Sorge. In Sauðárkrókur sind am Wochenende sieben Personen positiv getestet worden, fast 300 Personen sitzen in Quarantäne, berichtet RÚV. Ein Krankenhausmitarbeiter, der im Patientenkontakt stand, erhielt ebenfalls ein positives Testergebnis.
Allein gestern wurden 400 Personen getestet, heute sind um die 60 COVID-Tests geplant.

Für diese Woche wurden alle Schulen geschlossen, der Kindergarten ist nur für Kinder von Pflegepersonal, Polizei und Krankentransporteure geöffnet. Der Betrieb von Schwimmbad und Sportstätten wird mindestens bis in die kommende Woche eingestellt.
Die Ansteckungsfälle stehen nach Aussage der leitenden Krankenschwester im örtlichen Gesundheitszentrum, Elín Árdís Björnsdóttir, in Verbindung zueinander.
Am Wochenende hatte es gehiessen, die Infektion sei von einem ungenannt gebliebenen Arbeitsplatz ausgegangen. Eine Rückverfolgung habe ergeben, dass sich eine Familie bei einer infizierten Person angesteckt habe, die nach Sauðárkrókur gekommen war.
Elín zufolge gebe es aber auch davon unabhängige positiv getestete Fälle. Man gehe davon aus, dass es sich dabei dann um eine Ansteckung durch kontaminierte Oberflächen handle.

Mit Ausnahme von Skagafjörður und Akrahreppur werden in Island ab heute die Seuchenpräventionsmassnahmen gelockert. Unter anderem ist die zulässige Personenzahl von 20 auf 50 erhöht worden, und Restaurants dürfen bis 22 Uhr Gäste einlassen, die Lokale müssen dann um 23 Uhr schliessen.

COVID-19 Cluster in Sauðárkrókur, 300 Personen in Quarantäne

COVID-19 samples

Eine neue Gruppeninfektion mit der COVID-19 Erkrankung im Skagafjörður bereitet den Gesundheitsbehörden derzeit Sorge. In Sauðárkrókur sind am Wochenende sieben Personen positiv getestet worden, fast 300 Personen sitzen in Quarantäne, berichtet RÚV. Ein Krankenhausmitarbeiter, der im Patientenkontakt stand, erhielt ebenfalls ein positives Testergebnis.
Allein gestern wurden 400 Personen getestet, heute sind um die 60 COVID-Tests geplant.

Für diese Woche wurden alle Schulen geschlossen, der Kindergarten ist nur für Kinder von Pflegepersonal, Polizei und Krankentransporteure geöffnet. Der Betrieb von Schwimmbad und Sportstätten wird mindestens bis in die kommende Woche eingestellt.
Die Ansteckungsfälle stehen nach Aussage der leitenden Krankenschwester im örtlichen Gesundheitszentrum, Elín Árdís Björnsdóttir, in Verbindung zueinander.
Am Wochenende hatte es gehiessen, die Infektion sei von einem ungenannt gebliebenen Arbeitsplatz ausgegangen. Eine Rückverfolgung habe ergeben, dass sich eine Familie bei einer infizierten Person angesteckt habe, die nach Sauðárkrókur gekommen war.
Elín zufolge gebe es aber auch davon unabhängige positiv getestete Fälle. Man gehe davon aus, dass es sich dabei dann um eine Ansteckung durch kontaminierte Oberflächen handle.

Scrapie auf vier Höfen im Skagafjörður aufgetreten

Auf vier Schafhöfen im Skagafjörður ist die unheilbare Schafsseuche riða (Scrapie) bestätigt worden, berichtet RÚV. Ausgangspunkt der Seuche, die in der Region seit 20 Jahren nicht mehr vorgekommen war, ist der Hof Stóra-Akrar 1. Die Höfe Syðri Hofdalir, Grænamýri und Hof í Hjaltadal befinden sich alle im gleichen Seuchenschutzgebiet, bestätigte der Bezirkstierarzt des Nordwestlandes, Jón Kolbeinn Jónsson.
Insgesamt geht es um mehr als 2000 Schafe auf den drei Höfen, dazu um die 800 Schafe auf Stóra-Akrar.

Aufgrund der Infektion müssen die Schafe auf allen vier Höfen gekeult werden. Zudem wird zur Zeit noch ermittelt, wohin Lämmer und Böcke innerhalb des Schutzgebietes verkauft worden sind. Abhängig von Untersuchungsergebnissen könnten durch die Lebendverkäufe noch weitere Höfe betroffen sein.

Schafzüchter Gunnar Sigurðsson hat in den vergangenen Tagen schwer unter Gewissensbissen gelitten, wie er im Interview zugibt. Es habe lange gedauert, bis er sich davon erholt habe, und er habe entschieden, dass er keine Schuld trage. Die Familie trauere sehr.
“Da ist diese unglaubliche Trauer. Ich glaube, es gibt nicht viele, die sich leicht damit tun, ihr Lebenswerk zu betrauern, das ist sehr schwer. Zunächst ist das mal das Familienhobby, manche haben Pferde, und wir haben eben Schafe, wir machen das viel zusammen und sind alle darin verbunden.” sagt Gunnar und ringt um Fassung.

Scrapie wurde zuerst im 18. Jh. in Grossbritannien festgestellt. Nach Island kam die unheilbare Krankheit möglicherweise im 19. Jh. durch einen in den Skagafjörður importierten Schafsbock und blieb bis in die 50ger Jahre des letzten Jahrhunderts eher auf den Norden beschränkt. Mit dem Ausbau des Strassensystems und vermehrtem Verkauf von Lebendtieren verbreitete Scrapie sich auch auf andere Landesteile.  Um 1978 war die Krankheit bereits auf 104 Höfen angekommen, und 25 von 38 Seuchenschutzgebiete waren betroffen. Mit drakonischen Massnahmen ist es seitdem gelungen, die Krankheit zurückzudrängen.
Ist ein Hof von Scrapie betroffen, genügt es nicht, den gesamten Bestand zu keulen, auch die Gebäude müssen desinfiziert werden, und das Erdreich muss gegen Sand ausgetauscht werden. Die gesamte Heuernte des Scrapiejahres muss vernichtet werden. Betroffene Höfe haben eine Wartezeit von mindestens zwei Jahren zu absolvieren, bevor sie wieder Tiere halten dürfen. Generell ist es aus Seuchenschutzgründen strikt verboten, lebende Klauentiere, Wolle, Futter und landwirtschaftliches Gerät über die Seuchenschutzgrenzen zu transportieren. Lebende Schafe und Ziegen können nur aus bestimmten, seuchenfreien Gebieten und mit Erlaubnis der Veterniäraufsichtsbehörde erworben werden.

Isländische Post bereitet Lieferdienst für Lebensmittelkäufe vor

Die isländische Post bereitet sich derzeit darauf vor, einen Lieferdienst für Lebensmittel und andere tägliche Gebrauchsgüter in ländliche Gebiete zu starten. Das Projekt soll in den kommenden Tagen im Skagafjörður in Nordisland beginnen, weitere Regionen sollen dann folgen.
Wie der Verkaufsleiter bei Íslandspostur, Elvar Bjarki Helgason, RÚV gegenüber erklärte, hätten Verbraucher wie Geschäfte sich nach einer Möglichkeit erkundigt, Lebensmittel zu den Landbewohnern hinauszufahren. Diese Nachfrage sei in der aktuellen Lage noch gestiegen.

Die erste derartige Zusammenarbeit findet nun mit dem Supermarkt Hlíðarkaup in Sauðárkróður statt, Projekte mit weitere Läden im anderen Regionen seien in Vorbereitung.
Ásgeir Björgvin Einarsson, der Marktleiter von Hlíðarkaup, sagt, die Bauern wollten natürlich berufsbedingt jeglichen Kontakt vermeiden. Mit seinem Serviceangebot wolle er diesem Wunsch entgegenkommen.

“Wir haben bereits Bestellungen aus der Region bekommen, die wir draussen in ein Fahrzeug setzen, wo die Leute das dann abholen. Die Leute wollen nicht ins Geschäft kommen, was unter den Umständen verständlich ist. In Zusammenarbeit mit der Post kümmern wir uns darum, die bestellten Waren zusammenzusuchen und bereiten alles für den Transport vor. Die Post holt das dann ab und kassiert für den Transport.”

In einer Pressemitteilung schreibt die Post, es könne die Situation auftreten, dass Leute in ihrem Haus festsitzen, auf Land genauso wie in der Stadt, daher sei es wichtig, dass tägliche Bedarfsgüter zu ihnen kommen könnten.
“Natürlich sehen wir diese Serviceleistung als langfristiges Angebot, und auch wenn sie sicher gerade heute grossen Nutzen bringt, so wird die Lieferung von Lebensmitteln an die Haustür generell zunehmen und bei uns ein noch wichtigerer Servicebereich für die Zukunft werden, sowohl im Stadtbereich als auch auf dem Land.” kündigte die Post an.
Bislang hatte vor allem die Supermarktkette Nettó die Lieferung von Lebensmitteln an die Haustür angeboten, die Supermärkte Krónan und Iceland wollen in den kommenden Tagen folgen.

Bislang um die 100 tote Pferde aufgefunden – die Suche geht weiter

Bislang sind etwa 100 tote Pferde nach dem Unwetter der letzten Woche gefunden worden. Immer noch werden Pferde vermisst und die Suche nach ihnen geht weiter, man weiss von einigen Pferden, die im Schnee eingeschlossen sind. Die Bauern in Nordisland sind an vollkommen erschöpft, berichtet RÚV.

Der Pferdezüchter Tryggvi Rúnar Hauksson sagte in einem Interview mit RÚV vorgestern Abend, er weine nicht wegen des finanziellen Schadens, der ihm entstanden sei, sondern aus emotionalen Gründen. Er sei sicher, dass die Bauern alles getan hätten, um ihre Tiere an sicheren Stellen unterzubringen.

Am Ende hatte der Schneesturm einen derart dramatischen Verlauf genommen, dass die vermeintlich geschützten Orte in kürzester Zeit im Schnee versanken. Der Sturm wurde so gefährlich, dass niemand mehr hinausgehen konnte, um Herden umzutreiben. Zudem war fast im gesamten Norden der Strom ausgefallen, die Leute harrten tagelang in dunklen und kalten Häusern aus, viele Höfe waren auch ohne Haustelefonverbindung gewesen, die Mobilfunkverbindung war zusammen mit dem Strom ausgefallen. Aufgrund der hohen Meerestemperatur war der Schnee sehr nass und schwer und schloss sich wie frischer Beton um die eingeschlossenen Tiere.

Der Verlust an Pferden durch den Schneesturm ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zehn Pferde wurden im Skagafjörður tot aufgefunden, am schlimmsten ist jedoch die Lage im Húnavatnssýsla, wo Pferde auf zahlreichen Höfen in Schneewehen verschwanden. Bezirkstierärztin Ingunn Reynisdóttir sagt, es sei schwer zu sagen, wieviele Tiere noch vermisst würden.

Es werde weiter gesucht, obwohl die Bauern vollkommen erschöpft seien. Die freiwilligen Retter wollen heute einen Tag zum Ausruhen nutzen, doch am Wochenende soll dann weiter gesucht werden. Man weiss von Pferden an zwei oder drei Stellen, die eingeschneit wurden, diese Pferde werden mit Futter versorgt, und am Wochenende will man sich auf den Weg machen, um sie auszugraben. Ingunn vermutet, dass man nur mit Schneemobilen zu ihnen gelangen kann, und ihnen dann einen Weg nach Hause schaufeln muss.

Grosse Ungewissheit herrscht in Bezug auf die Pferde, die noch vermisst werden. Auch wenn immer wieder Gruppen von Pferden gefunden werden, sei es doch wahrscheinlich, dass ein Grossteil der verschwundenen Pferde nicht mehr am Leben sei. Bislang wisse man auch noch nicht, was man mit den vielen Kadavern machen soll, einstweilen werde sich einzig auf die Suche konzentriert. Die Kadaver liegen ohnehin im Schnee vergraben und sind kaum erreichbar.

Landsbjörg erhält Spendengelder – ASÍ sieht Retter missbraucht

Die Stadtverwaltng von Akureyri beschloss auf ihrer Versammlung vorgestern, das Rettungsteam Súlur, welches in der Stadt auf freiwiliger Basis Hilfe in der Not leistet, mit vier Millionen Kronen zu unterstützen. Die Summe soll ihnen für den uneigennützigen Dienst im Interesse der Einwohner des Nordlandes in den vergangenen 20 Jahren zukommen, berichtet RÚV.

Auch der Gemeinderat des Skagafjörður bekundete den Willen zu einer grosszügigen Spende an die Organisation, auf der gestrigen Versammlung wurde dreieinhalb Millionen Kronen für die Björgunarsveitir festgelegt.

Die freiwilligen Rettungsmannschaften vor allem im Nordland, aber auch in anderen Regionen des Landes hatten in der vergangenen Woche unermüdlich Dienst getan, als der Adventsturm grosse Schäden, Verkehrsbehinderungen und den Totalausfall von Strom und Telekommunikationsnetz verursachte. Mehr als 200 Freiwillige aus dem ganzen Land waren zudem an der Suche des in die Núpá gestürzten jungen Mannes beteiligt.

Es ist ganz offensichtlich, dass die freiwilligen Retter eine sehr grosse Rolle gespielt haben, und ohne sie können wir nicht sein. Als alle möglichen Systeme, die nicht ausfallen dürfen, dennoch ausfielen, standen die Retter wie ein Fels und erwiesen sich als Schlüsselpersonen in der Vielzahl der Rettungsmassnahmen, ob klein oder gross. Dank ihrer Beteiligung war es möglich, ein Minimum an sozialen Dienstleistungen auf den Gebieten auszuüben, die sowohl in staatlicher als auch in Gemeindehand lagen, als die Rettungsteams den Transport von Beschäftigten des Gesundheitssystems zwischen den Orten übernahmen.” heisst es in einer Notiz des Gemeinderates.

Man sei den Rettungsteams unendlich dankbar für ihren Beitrag zum Wohle von Gemeinden und Bewohnern. Ähnlich lautet die Niederschrift im Skagafjörður.

Es ist unschätzbar für die Gemeinde, Freiwilligenteams wie die Björgunarsveitir zu haben, die zu jeder Zeit und unter allen Umständen zu Hilfe bereit sind und selbst ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.” heisst es dort.

Auch aus Deutschland wurde nach der Unwetterkatastrophe Geld an Landsbjörg gspendet, vor allem aus der Gemeinschaft der Islandpferdebesitzer, die die Nachrichten um die verschütteten Pferde und ihre Befreiung besorgt verfolgt hatten.

ASÍ vermutet Missbrauch der Freiwilligen

Der stellvertretende Geschäftsführer des isländischen Arbeitnehmerverbandes ASÍ, Halldór Grönvold, sieht die Beteiligung der freiwilligen Rettungsmannschaften an den Noteinsätzen der letzten Tage in einem ganz anderen Licht.

Wie RÚV schon in der vergangenen Woche berichtete, will der Verband prüfen lassen, ob öffentliche Institutionen die Teams von Landsbjörg vermehrt Arbeiten für sich auf freiwilliger Basis erledigen lassen, und zwar Arbeiten, die die Institutionen eigentlich im Interesse der Allgemeinheit selber durchführen müssten. Geprüft werden soll auch, ob Behörden zuviele Leute entlassen hätten und ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden können. Es gebe Beispiele, so heisst es bei RÚV, wo Arbeitnehmer tagsüber einer Beschäftigung nachgehen, und diese nach Dienstende auf freiwilliger Basis im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei einem Freiwilligenteam fortsetzen – dann jedoch ohne Lohn.

Halldór Grönvold sagt, schon oft habe dies Aufmerksamkeit erregt, und nun aktuell beim Unwetter im Norden, wo freiwillige Retter Dienstleistungen verrichtet hätten, die eigentlich Basisdienste in der Gemeinschaft seien. Man müsse sich fragen, ob die öffentliche Hand ihren Betrieb aus Sparmassnahmen so weit eingeschränkt habe, und sich einfach immer öfter auf den Einsatz der Freiwilligen verlasse.

Die Freiwilligen seien nicht dazu da, soziale Dienste oder Sicherheitsdienste für die Allgemeinheit zu verrichten.

Halldór erwähnte besonders die Strassenverwaltung, die mit den Björgunarsveitir um Wachdienste an winterlichen Strassensperren und im Hochland verhandle. Auch beim Krankentransport finde man freiwillige Retter ohne Lohn im Einsatz.

Halldór fordert eine genaue Prüfung dieser Situation, um herauszufinden, ob es sich beim Einsatz der Freiwilligen um einen grossangelegten Missbrauch der Leute handle.

Nach Schneesturm erschöpfte Pferde sind immer noch sehr krank

Ingunn Reynisdóttir, die Bezirkstierärztin in Húnavatnssýsla im Norden des Landes, sagte heute Mittag im Interview auf Rás 1, dass zahlreiche Pferde durch das Unwetter der letzten Woche verendet sind, mehr als einhundert werden auch eine Woche nach dem Adventsturm noch vermisst. Viele Pferde seien erschöpft und litten an Organversagen.

Bislang sind immer noch nicht alle Folgen der Katastrophe sichtbar. Bei ihr in Hvammstangi gebe es den zweiten Tag in Folge wieder keinen Strom, sagt Ingunn, doch viel mehr Sorge habe sie um die erkrankten Pferde. Mehr als 100 Pferde würden nach Aussage der freiwilligen Retter von Landsbjörg im Ostteil des Bezirks immer noch vermisst, sechs seien bislang tot,

Ein Grossteil der Pferde sei völlig erschöpft. Da sehe ich Fälle, die ich bislang noch nicht erlebt habe. Das sind Pferde, die weder Wasser lassen noch Kot absetzen können, wo der Schlauch gelähmt herunterhängt, geschwollen und blau. Dann gibt es Lungenentzündungen und Koliken und alles mögliche,” sagte Ingunn im Telefoninterview. Vor allem Fohlen litten an Lungenentzündungen. Pferde, die sich abgelegt hätten, seien verschüttet worden, die meisten hätten jedoch die ganze Zeit gestanden.

Am schlimmsten habe es ältere und junge Pferde getroffen, und es gebe auch Fälle, wo sich die Pferde nicht erholten und weder fressen noch saufen, und euthanasiert werden müssten. Wasser und Futter sei daher das Allerwichtigste in den kommenden Tagen, sowie eine intensive Überwachung aller Pferde.

Nach dem Unwetter hatte es im In- und Ausland scharfe Kritik an der Pferdehaltung gegeben. Ingunn bezeichnete diese Kritik als sehr verletzend für die Leute im Norden, die alles in ihrer Macht Stehende getan hätten, doch habe niemand geahnt, wie hart das Wetter am Ende wirklich zuschlagen würde. Die Kritiker träten hier einen am Boden liegenden Mann.

Ingunn sagt, es habe keinen Sinn, alle Pferde in Stallungen und Scheunen zu bringen, weil sich dort Schlägereien durch die Platznot ergeben würden. Auch die geforderten Windschutze hätten an einigen Stelle die Lage sogar verschlimmern können, weil sich gerade dort Schnee sammelt. Pferde seien an vermeintlich windgeschützten Plätzen und auch in Gräben gefunden worden. Am sichersten seien sie in solch einer Wetterlage tatsächlich auf grosser freier Fläche aufgehoben.

In den Milchbetrieben geht es vor allem um wirtschaftliche Schäden. Es habe, so sagt sie, weniger Euterentzündung gegeben als erwartet. Doch wenn Kühe nicht mehr gemolken werden, geht ihre Milchleistung zurück, oder die Milch versiegt ganz. Eine solcherart betroffene Kuh wird nie wieder ihre alte Milchleistung erreichen. Es sei realistisch, von bis zu 25 Prozent weniger Milch in den Bezirken zu sprechen.

Die Schafe hätten das Unwetter von allen am besten überstanden, die allermeisten waren in Ställen untergebracht, weil die Deckperiode vor der Tür steht, nur vereinzelt seien Schafe draussen gefunden worden.

Ingunn arbeitet auch nach dem Drama alleine in ihrem Bezirk und fährt alleine zwischen den Höfen im Skagafjörður und Húnavatnssysla.

update

In den Abendnachrichten auf RÚV hiess es, dass 90 Pferde gestorben sind. Die Tierärztin Sigríður Björnsdóttir sagte im Interview, auf vielen Höfen seien jeweils einzelne Pferde im Unwetter verendet, das Wetter sei so schlecht gewesen, dass man einfach nicht zu ihnen hätte hingelanden können.