Islands Schwimmbadkultur für UNESCO Weltkulturerbe nominiert

Swimming pool in Iceland

Islands Schwimmbadkultur könnte bald auf der UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes stehen. Kultusministerin Lilja Dögg Alfreðsdóttir bestätigte Heimildin zufolge die Nominierung auf der Liste, welche auch das chinesisches Schattenpuppenspiel, Trommeltanz der Inuit, französisches Baguette und die finnische Saunakultur enthält.

Der Bewerbung beigefügt waren seinerzeit schriftliche Unterstützungserklärungen von Kommunen, Sport- und Schwimmvereinen, sowie zahlloser Schwimmbadgäste und -gruppen. Unter anderem liest man dort allerlei Geschichten, Erfahrungen, und Ansichten zum Schwimmbad, sowie Debatten zur Bedeutung der Einrichtung.
Die Nominierung  ist das Ergebnis einiger Jahre Vorarbeit, an der auch das Arni Magnússon Institut sowie das Nationalmuseum beteiligt waren. Es handelt sich um die erste unabhängige Nominierung der Isländer auf dieser Liste.

Am gleichen “Tisch”, aber ohne Handy
„Die Schwimmbadkultur hält einen besonderen und wichtigen Platz im täglichen Leben der Landsleute. Sich im heissen Pott zu treffen oder mit der Familie ins Schwimmbad zu gehen ist ein gesellschaftlicher Kontakt von unschätzbarem Wert und wirkt sich auf den Menschen aus, nicht nur körperlich, sondern auch geistig,“ erklärte die Ministerin. Im Schwimmbad verbringen die Menschen wertvolle Stunden gemeinsam am selben „Tisch“, aber ohne elektronische Geräte, so Lilja Dögg. „Unsere Schwimmbadkultur ist ganz besonders schön, zeitlos und gesundheitsfördernd.“

Einer aktuellen Umfrage zufolge besuchen 79 Prozent aller Erwachsenen regelmässig eins der 120 Schwimmbäder im ganzen Land.
Die Bearbeitungsdauer für die UNESCO-Liste beträgt rund 18 Monate, daher wird sich erst im Dezember 2025 herausstellen, ob die Schwimmbadkultur der Isländer immaterielles Weltkulturerbe wird.

Sauðárkrókur erweitert sein Schwimmbad

The public pool in Sauðárkrókur

Die Stadt Sauðárkrókur im Skagafjörður stattet ihr Schwimmbad derzeit mit einer neuen Freizeitanlage aus, darunter befindet sich auch eine 11 Meter lange Rutsche. Das Projekt stelt eine erhebliche Investition dar und soll das städtische Schwimmbad in einen Freizeitmagneten für Kinder und Erwachsene verwandeln.
In Island sind Schwimmbäder mehr als nur Becken mit kaltem und warmem Wasser. Sie gelten als Eckpfeiler des Gemeinschaftslebens und haben tiefe Wurzeln in der isländischen Kultur und Geschichte.
Vor diesem Hintergrund sind die Einwohner von Sauðárkrókur natürlich begeistert, das sie nun auch eine Freizeitanlage in ihr 70 Jahre altes Schwimmbad bekommen.

Rutschen und mehr Pötte für alle
Zum vorhandenen Aussenschwimbecken, zwei heissen Pötten und einer kalten Tonne werden sich gleich mehrere Wasserrutschen gesellen, die längste unter ihnen misst 11 Meter. An den Konstruktionen wird seit Beginn 2021 gearbeitet.
Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Pools sollen noch ein Lehrschwimmbecken, ein grosses eiskaltes Becken und ein Massagepool hinzukommen. Das alles erweitert das bestehende Becken erheblich, freut sich der Projektmanager der Gemeinde Skagafjörður, Ingvar Páll Ingvarsson. “Ich glaube, das wird phantastisch. Wenn der Turm einmal steht, wird er ein Wahrzeichen sein,” sagt Ingvar Vísir gegenüber.
Auch Bürgermeister Sigfús Ingi Sigfússon ist begeistert: “Wir warten da schon sehr lange drauf, und wie man sieht, ist das ein grossartiges Projekt, und wir freuen uns darauf, es einweihen zu können.”

Das Bauvorhaben hat allerdings auch seinen Preis. “Ja, die Kosten sind erheblich.” sagt Sigfús Ingi. “Insgesamt, von Anfang bis Ende, mit einer Renovierung des alten Schwimmbads und der Gebäude, sind wir bei 1,4 Mrd ISK (9,3 Mio EUR).”
Er hofft dass die Einwohner von Sauðarkrókur nicht mehr lange auf die Einweihung des neuen Schwimmbades warten müssen, selbst wenn es für den Eröffungstag noch keinen konkreten Termin gibt.

 

Schwimmbadkultur soll UNESCO-Kulturerbe werden

sundhöll

Kultus- und Wirtschaftsministerin Lilja Dögg Alfreðsdóttir hat der Regierung den Vorschlag unterbreitet, die isländische Schwimmbadkultur und die Backtradition des isländischen laufabrauð auf die Liste des immateriellen UNESCO Kulturerbes zu bringen.

“Die Schwimmbadkultur hat die isländische Volksseele über Jahrhunderte zusammenwachsen lassen und selten so sehr in Blüte gestanden wie derzeit. Unzählige Angelegenheiten von nationalem Interesse werden in den heissen Bädern des Landes diskutiert. Es ist eine grosse Ehre für jede immaterielle Kultur, auf die UNESCO-Liste zu kommen, und ich glaube, dass die Schwimmbadkultur und die laufabrauð-Backtradition von uns Isländern in der Tat ihren Platz auf dieser Liste haben,” heisst es in einem Memo der Ministerium zu dem Vorhaben.

Im Jahr 2006 war ein Übereinkommen zwischen der UNESCO und Island zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in Kraft abgeschlossen worden.
Das Árni Magnússon Institut hatte in Zusammenarbeit mit der UNESCO eine entsprechende Studie ausgearbeitet, in der die Voraussetzungen sowie Zeitrahmen, Ablauf und notwenige Daten für die Nominierung festgelegt wurden.
Aus der Studie geht hervor, dass Schwimmbadkultur und laufabrauð-Backtradition Islands würdiger Beitrag für die UNESCO-Liste sind. Nun kann es für Experten an die Arbeit gehen, den Antrag mit entsprechendem Quellenmaterial zu untermauern.

 

Mehr Chlor im Schwimmbad, weil Badegäste nicht duschen

sundhöll

Islands Bademeister klagen, dass immer noch zuviele Touristen aus Schamgefühl versuchen, um das Nacktduschen im Schwimmbad herumzukommen. Das berichten Schwimmbadangestellte aus Egilsstaðir, Akureyri und Reykjavík gleichermassen. Für Nichtduschen gibt es keine Strafe, und so bleibt den Angestellten nichts anderes übrig, als ihre Überzeugungskraft anzuwenden, berichtet Vísir.

“Das ist ein Theater, und immer gewesen,” sagte Aðalheiður Ósk Guðmundsdóttir von Vök Baths in Egilsstaðir dem Fréttablaðið gegenüber. Zu Stosszeiten befinde sich ein Mitarbeiter die ganze Zeit in den Nassräumen, um Gäste zum Waschen unter die Dusche zu schicken.
In Akureyri und Egilsstaðir werden inzwischen alle Badegäste beim Eintritt gefragt, ob sie schon mal in einem isländischen Schwimmbad waren, und man erklärt ihnen die Regeln. Im Reykjavíker Laugardalslaug gibt es zusätzlich einen Flyer in englischer Sprache. In allen Schwimmbädern hängen in den Duschräumen grosse Plakate, auf denen die zu waschenden Körperbereiche unmissverständlich angezeigt werden.

Je schmutziger das Wasser, desto mehr Chlor
Fréttablaðið schreibt, für die Schwimmbäder sei es nicht besorgniserregend, wenn ab und zu mal ein Badegast ungewaschen ins Wasser geht – man erhöhe die dem Wasser zugesetzte Chlormenge je nach Verschmutzungsgrad. Das werde auch den Badegästen mitgeteilt, die sich weigern, unbekleidet unter die Dusche zu gehen. Mit anderen Worten, je mehr ungewaschene Badegäste, desto mehr Chlor im Schwimmbadwasser.
In den meisten Fällen, so Elín H. Gísladóttir vom Schwimmbad in Akureyri, stehe ein ausgesprägtes Schamgefühl hinter der Weigerung, sich unbekleidet zu duschen. Die meisten Schwimmbäder haben daher inzwischen Duschkabinen installiert, sodass man sich ungesehen einseifen kann. Ob das dann auch passiert, kann natürlich nicht kontrolliert werden.

Islands Badekultur hat Tradition, viele Landeleute besuchen täglich das nahgelegene Schwimmbad, um ihre Bahnen zu ziehen und anschliessend im heissen Pott die Ereignisse des Tages zu diskutieren. Und weil sich jeder vor dem Schwimmgang einseift und duscht, war es lange nicht nötig, dem Wasser Chlor zuzusetzen. Mit der steigenden Zahl an ausländischen Besuchern sind die chlorlosen Zeiten in den öffentlichen Schwimmbädern jedoch vorbei.

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Neues kulturelles Zentrum in Úlfarsárdalur eröffnet

Die Stadt Reykjavík kann sich über ein neues kulturelles Zentrum im Osten der Stadt freuen: im Úlfarsárdalur ist die siebte Stadtteilbibliothek und das achte Schwimmbad für die Bürger eröffnet worden. In dem Zentrum gibt es auch einen Kindergarten und eine Grundschule. Die meisten Bibliotheken sind nur acht Stunden geöffnet, die neue Einrichtung hingegen hat die gleichen Öffnungszeiten wie das Schwimmbad: von 6.30 Uhr bis 22 Uhr an Wochentagen und von 9.00 Uhr bis 22 Uhr an den Wochenenden.

Úlfarsárdalur gehört zu Reykjavíks neueren Stadtteilen, der sich immer noch entwickelt. Mancher Bewohner hat Jahre auf die neuen Serviceleistungen gewartet. Reykjavíks Bürgermeister Dagur B. Eggertsson war bei der Neueröffnung zugegen und liess es sich nicht nehmen, das nagelneue Schwimmbad selbst auszuprobieren. “Das ist wunderbar, wirklich grossartig, und unglaublich, das hier mit der Bibliothek und dem Kulturzentrum vernetzt zu haben, es macht Spass mit den Leuten zu reden und ihre Freude und die der Kinder zu spüren,” sagte Dagur RÚV gegenüber.

Die neuen Gebäude verteilen sich über 18.000 Quadratmeter. Hier gibt es die oben genannte Bibliothek, das Schwimmbad, Kindergarten, Grundschule, Sportzentrum und vieles mehr. Die Bibliothek etwa bietet auch ein vollausgerüstetes Aufnahmestudio, und an der Schule befindet sich ein Jugendzentrum.

 

Regeln vom 30. Juli werden strenger gefasst

hot_pool_Hjalteyri

Islands Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat dem Vorschlag von Chefepdemiologen Þórólfur Guðnason zugestimmt, die am 30. Juli veröffentlichten Seuchenschutzmassnahmen in der Öffentlichkeit abzuändern.

Demnach galt bis zum 13. August, dass nicht mehr als 100 Personen an einem Ort zusammen kommen dürfen. Nun dürfen Supermärkte 100 Personen in ihren Räumlichkeiten einlassen, und wenn das Geschäft grösser als 1000 qm misst, darf zusätzlich ein Kunde pro 10 qm eingelassen werden, maximal jedoch 200 Kunden auf einmal.

Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt nun die Maskenpflicht bei allen Fahrten, die länger als 30 Minuten dauern. An Bord der Fähre Herjólfur auf die Westmännerinseln herrscht allgemeine Maskenpflicht

Die Regeln für Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen noch weiter ausgearbeitet werden. Zur Zeit dürfen nicht mehr als die erlaubte Maximalzahl an Badegästen im Schwimmbad sein. Kinder, die ab dem Jahr 2015 geboren sind, werden bei der Gästezahl nicht mitgerechnet. Ähnliches gilt für Naturbäder. Doch will Þórólfur hier nähere Ausführungen nachreichen.
Manche Bäder haben bereits reagiert. Die öffentlichen heissen Pötte in Hjalteyri, Hauganes und Guðlaug in Akranes etwa wurden geschlossen.

Ausserdem soll es keine zeitlich befristeten Genehmigungen für Veranstaltungen mehr geben, die sich möglicherweise länger als 23 Uhr hinziehen, wie Konzerte, Tanzveranstaltungen, Grossfeuerlager und ähnliches.