Schneesturm am Wochenende im Bereich des Möglichen

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Beissende Kälte herrschte vielerorts in der vergangenen Nacht, am Mývatn wurden -20,9 Grad gemessen, im Mývatnsöræfi -20,2 Grad und am Hof Brú im Jökuldalur waren es immer noch -17,7 Grad.

Extreme Kälte am Mývatn
Teitur Arason vom isländischen Wetterdienst sagte mbl.is gegenüber, dass es in der Region auch in der kommenden Nacht so kalt bleiben werde. Tagsüber hat heute die Sonne geschienen, das Thermometer schaffte es am Mývatn trotzdem nicht über -5 Grad.

„Wenn sich das Wetter nach einem harten Nordwind beruhigt, dann kühlt sich vor allem die unterste Luftschicht ab. In der letzten Nacht war es an diesen Wetterstationen wolkenlos, und in der kommenden Nacht wird es dort auch weiter sehr kalt sein,“ erklärte Teitur.
Im Westen könnte ein Niederschlagsband Schnee bringen, und Schnee ist auch im Hauptstadtbereich durchaus möglich.

Neuer Schnee kommt mit viel Wind
„Am Freitag dreht der Wind wieder auf Nordost. Im Westen bleibt es ruhig, aber für die Westfjorde, das Nordland und das Ostland muss mit Schnee gerechnet werden. Es sieht ganz danach aus, dass das Wochenende im ganzen Land übel windig wird, sehr ähnlich wie am Osterwochenende, und das war natürlich eine Katastrophe.“ Auch in der kommenden Woche sieht es nicht nach steigenden Temperaturen aus.

Am gerade vergangenen Osterwochenende hatten Schnee und Sturm den Verkehr im Norden und Osten des Landes vollständig zum erliegen gebracht. Viele Hochstrassen hatten gesperrt werden müssen, hunderte Autofahrer auf dem Heimweg vom Osterurlaub sassen im Schnee fest, der Fährhafen Seyðisfjörður war gleich mehrere Tage von der Aussenwelt abgeschnitten gewesen.
Wer sich derzeit in Island auf Reisen befindet, sollte angesichts der Aussichten also seine Reisepläne anpassen. Umferdin.is und vedur.is helfen bei der Planung.

Lawinen und Schneesturm kennzeichnen Ostern 2024

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Seit dem Morgen hat sich das Wetter im Nordteil des Landes zusehends verschlechtert, und vielerorts sind nicht nur Strassen gesperrt, sondern auch Autofahrer sassen im Schnee fest und mussten auf Hilfe warten, die nur langsam vorankam.

Lawine und Sperrungen der Ringstrasse
Gegen Mittag fiel eine Schneelawine im Ljósaskarð auf den Ringstrassenabschnitt zwischen der Region Mývatn und der Strasse nach Akureyri. Dort gibt es eine Vollsperrung. Wegen starken Schneefalls kann mit Räumungsarbeiten vermutlich erst morgen begonnen werden.

Die Ringstrasse 1 ist ab dem Möðrudalsöfæfi unbefahrbar, sowie Öxnadalsheiði, Þverárfjall, Dalsmynni, der Vikurskarð, dazu alles rund um Siglufjörður und die Strassen rund um Blönduós vom Vatnsskarð herunterkommend sind ebenfalls nicht befahrbar. Am Vatnsskarð mussten Mitglieder der Rettungsteams einige Fahrzeuge sogar den Berg hinunterfahren, nachdem die Autofahrer sich nicht trauten, im Convoi mit den Rettungsfahrzeugen zu fahren.  Auch an der Westseite des Eyjafjörður im Raum Dalvík steckten am Mittag Dutzende von Fahrzeugen im Schnee fest.
Bei umferdin.is sieht man alle Sperrungen auf einen Blick. Die meisten Strassenabschnitte bleiben bis morgen gesperrt.

Schneesturm auf der Piste
Die Betreiber des Skigebietes am Hlíðarfjall in Akureyri mussten nach einem strahlenden Vormittag am Mittag ihren Skilift abstellen und das Gelände sperren, als der Schneesturm auch die Pisten erreichte. Ostern ist eins der grössten Wochenende für das Skigebiet.
Gestern sind vier ausländische Skigäste im Fnjóskadalur in einer Schneelawine gelandet, eine Person wurde bei dem Unfall erheblich verletzt und musste von ihren Kollegen aus der Lawine gegraben werden.

Grosseinsatz bei Skiunfall
Jón Þór Viglundsson sagte mbl.is, die Rettungsaktion sei für die Retter sehr gefährlich gewesen, nicht etwa weil sich die Skifahrer so weit obenbefanden, sondern weil soviel Schnee gefallen war. Dadurch bestand Gefahr dass die Retter selbst weitere Lawinen in Bewegung setzten. An der Aktion waren rund 130 freiwillige Retter beteiligt, sowie 20 Fahrzeuge, 24 Motorschlitten, Suchhunde, ein Schneekettenfahrzeug, Drohnen und zwei Krankenwagen.

Auch andernorts im Eyjafjörður, an den Hängen der Halbinsel Tröllaskagi, in den nördlichen Westfjorden und in den Ostfjorden besteht Lawinengefahr.

Seyðisfjörður abgeschnitten
Die Stadt Seyðisfjörður im Osten der Insel ist seit drei Tagen von der Aussenwelt abgeschnitten, weil die Fjarðarheiði wegen Schneesturms gesperrt wurde. Die auf 600 Metern liegende Bergstrasse ist die einzige Verbindung des Fährhafens zum Rest der Insel. In Seyðisfjörður selbst ist das Wetter relativ ruhig. Wenn sich das Wetter am Berg nicht bald bessert, könnten im einzigen Geschäft am Ort die Lebensmittel knapp werden. Ein Tunnel durch den Berg steht auf dem Verkehrsplan der Regierung an oberster Stelle, allerdings deckt die Liste die kommenden 15 Jahre ab, ein wenig müssen sich die Leute von Seyðisfjörður also noch in Geduld üben.

Die Behörden raten dringend, jegliche Reisen vor allem im Norden auf morgen oder übermorgen zu verschieben.

Österlicher Wintereinbruch legt den Norden lahm

Das Osterwetter ist vor allem im Nord- und Ostteil des Landes alles andere als österlich, vielerorts ist in den vergangenen ein bis zwei Tagen soviel Schnee gefallen, dass soagr die Ostermessen abgesagt werden mussten.

Auch heute weht der Wind kräftig aus Nord und Nordost, mit Geschwindigkeiten von 13 bis 20 m/s, es gibt im Norden und Osten zum Teil viel Schnee, weswegen eine gelbe Wetterwarnung gilt. Im Süden des Landes sieht die Lage freundlicher aus, dort bleibt es heute weitgehend niederschlagsfrei, erst am Abend ist mit ein paar Schneeflocken zu rechnen. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.
Auch morgen hält der österliche Wintereinbruch (isl: páskahret) den Nordteil der Insel im Griff, mit 10 bis 18 m/s und leichtem Schneefall. Im Süden bleibt es ruhig, am Dienstag scheint dort sogar die Sonne.

Die gelbe Warnstufe gilt für den Nordosten, den Nordwesten bis Strandir, ab heute morgen bis nach Mitternacht, ab 16 Uhr gesellt sich auch der Osten hinzu, mit 13 bis 20 m/s und erheblichem Schneefall und Schneeverwehungen. Bei solchen Bedingungen ist kein Reisewetter.

Nachdem in den vergangenen zwei Tagen immer wieder Bergpässe hatten gesperrt werden müssen, sind auch heute morgen die Schranken im Víkurskarð, Öxnadalsheiði, Þverárfjall, Vopnafjarðarheiði und auf der Fjarðarheiði gefallen, wer sich also dennoch auf den Weg gemacht hat, muss spätestens dort eine Pause einlegen.

Auf der Webseiten umferdin.is und vedur.is findet man die aktuellen Warnmeldungen mit Details zu einzelnen Strassenabschnitten.

Weihnachten beginnt mit Schneesturm und Wetterwarnung

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Für den Westteil des Landes, von Südisland bis hinauf in die Westfjorde und den Nordosten, ist für heute und den morgigen Heiligen Abend eine Wetterwarnung veröffentlicht worden.
Der Süden und Westen mit gelber Warnstufe muss sich auf Schneefall und kräftigen Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 20 m/s einstellen. Schneeverwehungen, Glätte und schlechte Sicht behindern den Verkehr, vor allem unter den Gletschern. Wenn sich die Bedingungen verschlechtern, wird die Ringstrasse nach Vík auch kurzfristig und ohne Vorwarnung gesperrt.

Für die Westfjorde ist die Warnstufe am Abend auf orangefarben erhöht worden, dort ist mit Schneesturm bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 25 m/s zu rechnen. Ausserdem herrscht durch den Neuschnee dort akute Lawinengefahr. Aus Sicherheitsgründen hat sich das Küstenwachschiff Freyja mit 18 Mann Besatzung auf den Weg nach Ísafjörður gemacht, um dort über das Wochenende in Bereitschaft zu ankern, falls es zu Lawinenabgängen kommt.
Die isländische Strassenverwaltung informiert, dass zwischen den Ortschaften der Westfjorde morgen kein Räumdienst unterwegs sein wird, solange es schneit. Am Heiligen Abend sind wetterbedingte Strassensperrungen sehr wahrscheinlich, die Behörde forderte alle auf, zuhause zu bleiben. Die Strasse nach Súðavík ist schon jetzt gesperrt worden.

Wer noch vor Weihnachten unterwegs sein muss, sollte Wettervorhersage und Strassenzustandskarte vorher gründlich studieren und Reisepläne flexibel halten.

 

Tiefdruckgebiet, Schnee und Sturm behindert den Verkehr

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Das stürmische Wetter setzt auch am heutigen Tag dem Verkehr gewisse Grenzen, im Norden und Osten behindern Schneefälle und Schneeverwehungen ein Vorankommen, und die Ringstrasse zwischen dem Mývatn und Vopnafjarðarheiði ist gesperrt. Dort hatten sich gestern im Schneesturm zwei Unfälle ereignet. Ebenfalls gesperrt ist ein Teil der Öxnadalsheiði sowie die Strecke unter dem Eyjafjallajökull nach Osten. Die meisten Strassen in den Westfjorden sind unbefahrbar.

Gestern hatte der Sturm 500 Passagiere der Fähre Norröna in Seyðisfjörður stranden lassen, weil die einzige Strasse aus dem Tal wetterbedingt gesperrt werden musste. Aus der Tagestour der Bustouristen nach Stuðlagil und in die Vök-Lagune wurde daher nur eine Tagestour im Hafenstädtchen. Auch der Plan, die Reisebusse mit Begleitung von Schneepflügen und Rettungsfahrzeugen über die Hochstrasse zu geleiten, wurde gegen Abend abgeblasen, weil die Aktion zu gefährlich war. Gegen 20 Uhr sass der Schneepflugfahrer zusammen mit dem Milchauto im Schnee der Fjarðarheiði fest. Die Fährgäste konnten die Nacht an Bord der Fähre verbringen, Wohnmobilinsassen mussten ihr Fahrzeug nutzen.

Überall im Land waren Rettungskräfte damit befasst, Leute aus dem Schneesturm zu holen, die sich trotz Warnungen auf den Weg gemacht hatten, oder nicht anders konnten, wie etwa die Arbeiter des Mjólká-Kraftwerks in den Westfjorden, die gestern Abend auf der Dynjandisheiði in den Westfjorden Hilfe benötigten. Die feststeckenden Fahrzeuge wurden zurückgelassen, alle Insassen fanden Platz in den Rettungsfahrzeugen, die dann auch nur Meter für Meter vorwärtskamen und gegen vier Uhr morgens die Mjólká erreichten, wo sie auf Häuser verteilt wurden.

Die Strassenzustandskarte zeigt, welche Strassenabschnitte gesperrt sind. Reisende sollten sich stets vor Fahrtantritt über Wetter und Fahrbedingungen informieren, sowie Reisepläne flexibel gestalten.

 

Anwälte warteten auf gerettete Touristen vom Langjökull

Als eine Gruppe von Schneemobilfahrern die Auffangstation erreichte, nachdem sie im vergangenen Monat aus einem Schneesturm am Langjökull gerettet worden waren, warteten Rechtsanwälte auf sie, berichtet RÚV.

Die Anwälte beabsichtigten, ihre Dienste anzubieten, falls die ausländischen Touristen rechtliche Schritte gegen den Reiseveranstalter unternehmen wollten, der für die Exkursion verantwortlich war. Vertreter von Rotem Kreuz und Rettungsorganisation kritisierten das Vorgehen, es habe unnötigen Stress zu der traumatischen Erfahrung der Gruppe hinzugefügt.

Am 7. Januar waren 39 Touristen in der Nähe der Basisstation von Reiseveranstalter Mountaineers of Iceland mit ihren Schneemobilen im Schneesturm gelandet. Sie hatten sich in den Schnee eingegraben und stundenlang auf Hilfe warten müssen. Der Veranstalter der Schneemobiltour gab nachher zu, dass Fehler gemacht worden seien, und dass die Entscheidung, erst die Eishöhle zu besuchen, dazu geführt habe, dass die Gruppe in dem schlechten Wetter gelandet sei.

Als die Gruppe mit ihren Rettern am Gullfoss-Café eintraf, fanden sie die Anwälte dort wartend vor. Anwälte hatten die Gruppe auch bei ihrer Ankunft in Reykjavík erwartet.

Þór Þorsteinsson, der Leiter der isländischen Rettungsorganisation Landsbjörg, sagte, die Anwälte hätten auch bei seiner Organisation angerufen und nach einer Liste der Opfer aus der Expedition gefragt. “Die wir natürlich nicht herausgegeben haben,” versicherte Þór.

In einem Fernsehinterview waren sich Þór und Brynhildur Bolladóttir, die Pressesprecherin des Roten Kreuzes, einig, dass die Anwesenheit von Anwälten nach derartigen Ereignissen keine wünschenswerte Entwicklung sei.

Brynhildur erklärte, es sei die Pflicht der Rotkreuzhelfer, dafür zu sorgen, dass Personen, die ein Trauma erlitten hätten, nicht noch zusätzlichem Stress ausgesetzt werden. Dazu gehören auch Reporter, die ebenfalls vor Ort waren, um einige der Geretteten zu befragen. Die Bedingungen seien solcherart, dass die Opfer nicht beurteilen könnten, ob sie ein Interview abgeben sollten, oder nicht.

Jede Provokation gegen Personen, die Trauma oder ernsthafte Vorfälle erlebt haben, können Konsequenzen haben,” erklärte Brynhildur.

Adventsturm und Pferdeverlust – ein Erklärungsversuch von MAST

Knapp einen Monat nach dem grossen Adventsturm steht inzwischen fest, dass mehr als 100 Pferde dem Unwetter vom 10.-12. Dezember zum Opfer gefallen sind. Das ist der grösste Verlust seit einem Jahrzehnt und stellt etwa 0,5 Prozent aller Pferde dar, die in diesem Gebiet ganzjährig draussen gehalten werden. Die Zahlen wurden auf der Webseite der Veterinäraufsichtsbehörde MAST veröffentlicht.

Auf 46 Höfen verendeten Pferde im Tiefschnee, im Bezirk Austur-Húnavatnssýsla 61 Pferde auf 29 Höfen, im Bezirk Vestur-Húnavatnssýsla auf neun Höfen insgesamt 20 Pferde, und im Skagafjörður auf acht Höfen 22 Pferde. Oft starben zwischen einem und vier Pferden pro Hof, im Durchschnitt zwei Pferde pro Hof. Diese Verteilung spiegelt wieder, dass der Verlust nicht auf ungeeignete Weideeinrichtung oder Unwettervorbereitung auf einzelnen Höfen zurückzuführen ist. Inzwischen ist ja auch bekannt, dass das Unwetter unterschiedlich heftig in den einzelnen Regionen und Landesteilen ausgefallen ist.

Betroffen waren Pferde in allen Altersgruppen: 29 Fohlen, 34 Jungpferde, 30 Stuten, aber auch 15 ältere Wallache. Die Stuten waren in den meisten Fällen älter gewesen, daher kann man sagen, dass die älteste und die jüngste Altersgruppe die meisten Todesfälle zu verzeichnen hatte.

Am häufigsten entwickelte sich das Unglück aus der Tatsache heraus, dass Pferde vor dem Unwetter in einen Graben flohen, in Zäune gerieten oder sich anderweitig verfingen, es wurden aber auch Pferde eingeschneit, die sich einen Wetterschutz gesucht hatte, bzw Pferde, die explizit in einen Wetterschutz gebracht und dort gefüttert wurden.

Man hat zwei Meter hohe Schneewehen über Kadavern gefunden, solche Schneewehen sammelten sich überall dort, wo es Schutz gab. Im Tiefland waren Pferde schwerer betroffen als in höheren Regionen, möglicherweise weil es dort oben kälter war. Im Tiefland war der Schnee zunächst sehr nass und schwer auf die Pferde gefallen und später durch einen Temperaturabfall steinhart gefroren. Es gilt als ausgesprochen ungewöhnlich, dass die Niederschläge aus dem Norden mit einem derart krassen Temperatursturz zusammenfallen.

Das Gewicht der Eisbrocken machte die Pferde schwer und kalt und es wurde schwer für manche, den langen Schneesturm nach dem nassen Schneefall im Stehen durchzuhalten. Zeitweise hatte der Schneesturm auch Orkanstärke.

Die natürlichen und geschaffenen Wetterschutzmassnahmen hatten ihren Zweck nicht erfüllen können und waren vielmehr dem Wetter besonders ausgesetzt.

Die Pferde die in den betroffenen Regionen draussen gehalten wurden, hatten sich nach einem guten und milden Herbst alle in einem körperlich guten Zustand befunden.

Bislang um die 100 tote Pferde aufgefunden – die Suche geht weiter

Bislang sind etwa 100 tote Pferde nach dem Unwetter der letzten Woche gefunden worden. Immer noch werden Pferde vermisst und die Suche nach ihnen geht weiter, man weiss von einigen Pferden, die im Schnee eingeschlossen sind. Die Bauern in Nordisland sind an vollkommen erschöpft, berichtet RÚV.

Der Pferdezüchter Tryggvi Rúnar Hauksson sagte in einem Interview mit RÚV vorgestern Abend, er weine nicht wegen des finanziellen Schadens, der ihm entstanden sei, sondern aus emotionalen Gründen. Er sei sicher, dass die Bauern alles getan hätten, um ihre Tiere an sicheren Stellen unterzubringen.

Am Ende hatte der Schneesturm einen derart dramatischen Verlauf genommen, dass die vermeintlich geschützten Orte in kürzester Zeit im Schnee versanken. Der Sturm wurde so gefährlich, dass niemand mehr hinausgehen konnte, um Herden umzutreiben. Zudem war fast im gesamten Norden der Strom ausgefallen, die Leute harrten tagelang in dunklen und kalten Häusern aus, viele Höfe waren auch ohne Haustelefonverbindung gewesen, die Mobilfunkverbindung war zusammen mit dem Strom ausgefallen. Aufgrund der hohen Meerestemperatur war der Schnee sehr nass und schwer und schloss sich wie frischer Beton um die eingeschlossenen Tiere.

Der Verlust an Pferden durch den Schneesturm ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zehn Pferde wurden im Skagafjörður tot aufgefunden, am schlimmsten ist jedoch die Lage im Húnavatnssýsla, wo Pferde auf zahlreichen Höfen in Schneewehen verschwanden. Bezirkstierärztin Ingunn Reynisdóttir sagt, es sei schwer zu sagen, wieviele Tiere noch vermisst würden.

Es werde weiter gesucht, obwohl die Bauern vollkommen erschöpft seien. Die freiwilligen Retter wollen heute einen Tag zum Ausruhen nutzen, doch am Wochenende soll dann weiter gesucht werden. Man weiss von Pferden an zwei oder drei Stellen, die eingeschneit wurden, diese Pferde werden mit Futter versorgt, und am Wochenende will man sich auf den Weg machen, um sie auszugraben. Ingunn vermutet, dass man nur mit Schneemobilen zu ihnen gelangen kann, und ihnen dann einen Weg nach Hause schaufeln muss.

Grosse Ungewissheit herrscht in Bezug auf die Pferde, die noch vermisst werden. Auch wenn immer wieder Gruppen von Pferden gefunden werden, sei es doch wahrscheinlich, dass ein Grossteil der verschwundenen Pferde nicht mehr am Leben sei. Bislang wisse man auch noch nicht, was man mit den vielen Kadavern machen soll, einstweilen werde sich einzig auf die Suche konzentriert. Die Kadaver liegen ohnehin im Schnee vergraben und sind kaum erreichbar.

Lawinenabgang, Ringstrasse gesperrt

Segment of Ring Road is impassable

Eine Lawine ist gestern abend auf die Ringstrasse am Ljósavatnsskarð in Nordisland abgegangen, berichtet RÚV. Nach Angaben der Polizei im Bezirk Norðurlandi eystra fiel die Lawine auf einen Strassenabschnitt von etwa 500 Metern. Ein Fahrzeug landete auf der Ostseite in der Lawine, der Fahrer hatte sich alleine im Auto befunden. Er blieb unverletzt, freiwillige Retter befreiten ihn aus dem Schnee, das Fahrzeug wurde in der Lawine zurückgelassen.  Heute will die Polizei entscheiden, wie vor Ort weiter vorgegangen wird.

In Stóru-Tjörn hat das Rote Kreuz eine Auffangstation eröffnet, wo sich Leute einfanden, die ihre Reise durch die Lawine bedingt nicht fortsetzen konnten.

Die Strasse am Ljósavatnsskarð ist von Kross aus bis nach Dalsmynni gesperrt. Die Polizei weist darauf hin, dass in der Region sehr viel Schnee gefallen ist, und dass vielerorts Lawinengefahr besteht.

Reisende sollten sich unbedingt über Wetter und Strassenzustand informieren, bevor sie losfahren. In vielen Regionen des Nordlandes sind die Strassen unpassierbar. Gesperrt sind Öxnadalsheiði, Fjarðarheiði, Ljósavatnsskarð, Siglufjarðarveg, Möðrudalsöræfi, Mývatnsöræfi, Vopnafjarðarheiði und der Vatnsskarð eystra.

Autofahrer sitzen im Schneesturm fest

Die Warnmeldungen des isländischen Wetterdienstes gestern haben offenbar nicht alle Autofahrer erreicht, und die freiwilligen Helfer der isländischen Rettungseinheiten im ganzen Land sind im Zuge des Unwetters unterwegs, um Menschen aus Schnee und Eis herauszuhelfen, berichtet RÚV.

Die Bergabschnitte an Mývatn, im Möðrudalsöræfi und die Fjarðarheiði oberhalb von Seyðisfjörður sind seit dem Mittag gesperrt. Das Rettungsteam Jökull rückte aus, um Autofahrer im Möðrudalsöræfi zu helfen, die dort im festsitzen. Man weiss von vier Fahrzeugen, mindestens eins davon ist von der Strasse gerutscht. In der Region herrscht Schnesturm, die Strassen sind unpassierbar. Daher kommen auch die Rettungsteams nur langsam vorwärts. Bislang konnte erst ein Fahrzeug gefunden werden.

Am Vormittag mussten drei Rettungsteams ausrücken, um festsitzenden Reisenden auf der Holtavörðuheiði zu Hilfe zu kommen. Die Reisenden sind inzwischen alle in Sicherheit, der Pass wurde geräumt und ist für die Durchfahrt wieder freigegeben.

Die Ringstrasse über den Skeiðarásandur in Richtung Gletscherlagune ist wegen Orkans gesperrt, dort werden Böen von bis zu 50m/s erwartet.

In den Westfjorden sind die Strassen nach heftigen Schneefällen kaum passierbar, ein Autofahrer musste im Súðavíkurhlíð aus dem Schnee gezogen werden. Die Räumarbeiten sind im Gange.

Im Norden sind Öxnadalsheiði, Þverárfjall und Víkurskarð wegen Schneesturms gesperrt, Schnee und schlechte Sicht behindern den Verkehr auf allen Strassen im Nordland.

Für den Abend sieht die Wettervorhersage jedoch gut aus. Das Wetter soll sich überall beruhigen und den Isländern einen ungestörten Silvesterabend bescheren.