Österlicher Wintereinbruch legt den Norden lahm

Das Osterwetter ist vor allem im Nord- und Ostteil des Landes alles andere als österlich, vielerorts ist in den vergangenen ein bis zwei Tagen soviel Schnee gefallen, dass soagr die Ostermessen abgesagt werden mussten.

Auch heute weht der Wind kräftig aus Nord und Nordost, mit Geschwindigkeiten von 13 bis 20 m/s, es gibt im Norden und Osten zum Teil viel Schnee, weswegen eine gelbe Wetterwarnung gilt. Im Süden des Landes sieht die Lage freundlicher aus, dort bleibt es heute weitgehend niederschlagsfrei, erst am Abend ist mit ein paar Schneeflocken zu rechnen. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.
Auch morgen hält der österliche Wintereinbruch (isl: páskahret) den Nordteil der Insel im Griff, mit 10 bis 18 m/s und leichtem Schneefall. Im Süden bleibt es ruhig, am Dienstag scheint dort sogar die Sonne.

Die gelbe Warnstufe gilt für den Nordosten, den Nordwesten bis Strandir, ab heute morgen bis nach Mitternacht, ab 16 Uhr gesellt sich auch der Osten hinzu, mit 13 bis 20 m/s und erheblichem Schneefall und Schneeverwehungen. Bei solchen Bedingungen ist kein Reisewetter.

Nachdem in den vergangenen zwei Tagen immer wieder Bergpässe hatten gesperrt werden müssen, sind auch heute morgen die Schranken im Víkurskarð, Öxnadalsheiði, Þverárfjall, Vopnafjarðarheiði und auf der Fjarðarheiði gefallen, wer sich also dennoch auf den Weg gemacht hat, muss spätestens dort eine Pause einlegen.

Auf der Webseiten umferdin.is und vedur.is findet man die aktuellen Warnmeldungen mit Details zu einzelnen Strassenabschnitten.

Reykjavík: Schneechaos wie zuletzt in den 80ger Jahren

snow shoveling

Die Rechnung für die Schneebeseitigung im Februar, die auf Reykjavíks Stadtverwaltung zukommt, dürfte sich auf 300 Mio ISK (2,1 Mio EUR) belaufen, das ist etwa doppelt soviel wie normalerweise, berichtet Vísir. Schneepflugfahrer sagen, der andauernde Schneefall und die dicke Eisschicht auf den Strassen hätten den vergangenen Monat zu einer echten Herausforderung gemacht. Zuletzt hatte es nach Angaben der Wetterbehörde im Februar 2000 so stark geschneit.

Im vergangenen Monat war Island von einer Reihe heftiger Stürme durchgeschüttelt worden, die meisten brachten kräftige Niederschläge mit. Dadurch sammelten sich grosse Mengen an Schnee in den Strassen der Hauptstadt, und auch in den Städten auf dem Land, und die Schneepflugfahrer schafften es kaum, die Schneemassen des letzten Sturms zu beseitigen, da stand schon der nächste vor der Tür. In Reykjavík wurden bis zu 113,8 mm Schnee gemessen, was 26 Prozent über dem Monatsdurchschnitt zwischen den Jahren 1991 bis 2020 liegt.

„Das war eine schreckliche Zeit,“ klagt Hjalti Jóhannes Guðmundsson, Büroleiter in der Abteilung für Strassenpflege. “Es schneite, es regnete, alles gefror, und dann schneite es wieder. Sodass wir unsere Arbeit nie beenden konnten, den ganzen Schnee beseitigen, bevor der nächste Schneefall begann. Also mussten wir Maschinen, Ausrüstung und Arbeitskräfte von den Strassen der niedrigsten Priorität abziehen, um sie anderen Aufgaben zuführen, und wieder von vorne anzufangen.“
Viele Wohnstrassen mussten daher auf den Schneepflug warten, weil Durchfahrtsstrassen zuerst geräumt wurden.
Schneepflugfahrer Þorkell Hjaltason sagt, das Eis das sich auf den Strassen gebildet habe, gestalte die Räumarbeiten besonders schwierig. “Das ist total neu, zumindest derzeit. So ist das in den 80gern gewesen, als ich den Schneepflug fuhr. Damals war das oft so. Aber das haben wir lange Jahre nicht gehabt.” Seine Mitarbeiter seien von den schneereichen Tagen ziemlich erschöpft.

Auf der Webseite der Hauptstadt heisst es, die Schneebeseitigung werde mit voller Kraft betrieben. Bewohner, die den Räumdienst kommentieren wollen, werden gebeten, den Webchat oder das Onlineformular zu benutzen, oder eine Email zu senden, weil die Hotlines überlastet sind. Der Ankündigung zufolge ist auch die Müllabfuhr betroffen. Anwohner sollten Mülltonnen und Zufahrt von Schnee befreien und rund um die Tonnen Salz oder Sand streuen, um die Arbeit für die Müllmänner zu erleichtern.