Schneechaos und Strassensperrungen im Norden des Landes

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Island erwachte in den frühen Morgenstunden bei Unwetter, besonders im Nordteil des Landes machten Schneesturm und schlechte Sicht ein Vorankommen unmöglich. Die Ringstrasse durch das Möðrudalsöræfi zwischen dem Mývatn und Egilsstaðir ist gesperrt, Öxnadalsheiði und Holtavörðuheiði sind unpassierbar. Viele Fahrten der Überlandbusse sind verschoben oder abgesagt worden, berichtet RÚV.

Der Morgenbus von Akureyri nach Reykjavík konnte heute nicht fahren, der Bus in die entgegengesetzte Richtung verkehrte nur bis Borgarnes. Auch die Busverbindungen zwischen Siglufjörður, Húsavík und Akureyri, sowie die Verbindung zwischen Borgarnes und Hólmavík in den Westfjorden wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Viele Schulen gaben Schneefrei, weil die Schulbusse nicht verkehren konnten. In Island haben alle Schüler auf dem Land das Recht, vom Schulbus am Hof abgeholt zu werden, ganz gleich wie weit der jeweilige Hof von der Schule entfernt ist. Schulleiter und Busfahrer entscheiden zusammen, ob gefahren wird oder nicht, und die Mitarbeiter erfahren in der Regel schon am Vorabend oder am frühen Morgen, ob sie aus dem Haus müssen.

Nach Auskunft des diensthabenden Meteorologen beim isländischen Wetterdienst herrschen im Norden und Westen äusserst schwierige Fahrtbedingungen mit Schneefall und schlechter Sicht durch aufwirbelnden Pulverschnee. Ach im Skagafjörður und in grossen Teilen der Húnavatnssýsla muss mit Glätte und Schneefall gerechnet werden. Zum Abend hin soll sich das Wetter etwas beruhigen.
Wer dennoch heute los muss, sollte sich hier über die Strassenbedingungen informieren.

Hubschrauber der Küstenwache kann wegen Ruhezeit nicht im Dauerensatz sein

Gestern morgen hatte der Hubschrauber der Küstenwache nicht abheben können, um Verletzte aus einem Busunfall im Öræfi abzutransportieren, weil keine Besatzung zur Verfügung stand, berichtet mbl.is. Die Besatzung befand sich in der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit und wollte nicht einspringen.
Seit vier Jahren verhandeln Islands Berufspiloten mit dem Staat um einen neuen Tarifvertrag, und es wird immer schwieriger, Leute aus der Ruhezeit zum Dienst zu rufen.

Ásgeir Erlendsson, der Pressesprecher der Küstenwache, gab mbl.is gegenüber an, der Hubschrauber sei für den Busunfall angefordert worden, weil es sich um einen langen Transportweg für die Verletzten gehandelt habe, nicht etwa weil die Verletzungen so schwer gewesen seien. Drei Insassen seien mit dem Krankenwagen nach Höfn gefahren worden und von dort per Krankenflugzeug nach Reykjavík geflogen. Keiner von ihnen hatte schwere Verletzungen davongetragen.

Langer Dienst im Lawinengebiet
Die Hubschrauberbesatzung hatte in den vergangenen Tagen wegen der Lawinensituation in den Ostfjorden lange Dienste verrichtet und war von acht Uhr morgens bis zum nächsten Morgen beinahe dauerhaft im Einsatz gewesen, unter anderem um eine Schwangere aus dem von Lawinen eingeschlossenen Neskaupstaðir ins Krankenhaus zu fliegen. In der gleichen Nacht hatte der Hubschrauber einen Einsatz am Eyjafjallajökull fliegen müssen, wo zwei Touristen aus einer Felswand abgestürzt waren.
Nach Angaben der Küstenwache stand nur ein Hubschrauber bereit, und statt zwei Besatzungen gab es nur eine. Die beiden anderen Hubschrauber befinden sich in Reparatur. In der Vergangenheit sei es immer gelungen, so Ásgeir, den Hubschrauber aus Gutmütigkeit zu besetzen, also Leute aus der vorgeschriebenen Erholungspause zu rufen. Das sei diesmal nicht gelungen und gestalte sich wegen des andauernden Tarifstreites auch immer schwieriger.

Mehr Einsätze als Mannschaft
Dabei werden die Unfälle ja nicht weniger. Gestern Abend ereignete sich im Lawinengebiet der Ostfjorde ein Verkehrsunfall, bei dem zwei Fahrzeuge frontal zusammengeprallt waren. Die Touristen, die in dem einen Fahrzeug sassen, blieben unverletzt, die Insassen des anderen Fahrzeugs, Einheimische, trugen kleinere Verletzungen davon und wollten sich heute selbst ins Krankenhaus begeben. Ein Kranwagen hatte die beiden verkeilten Fahrzeuge auseinanderziehen müssen.

Am vergangenen Wochenende ereigneten sich gleich drei Unfälle mit Motorschlitten, einer auf dem Langjökull, einer an den Jarlshettur, und einer im Norden des Landes. Der Hubschrauber hatte den Unfall im Norden nicht bedienen können, weil er im Süden unterwegs war. Zum Glück war der Verunfallte im Svarfaðardalur nicht allzu schwer verletzt und konnte im Krankenwagen transportiert werden.

Unfälle und wetterbedingte Sperrungen

Der Hellisheiðipass ist seit heute morgen wetterbedingt gesperrt, überdies hat sich dort ein Unfall ereignet, berichtet RÚV.

Ein Tiefdruckgebiet über der Faxaflóibucht bewegt sich langsam nach Norden und bringt Sturm über Berg und Tal.

Im Nordwesten bläst ein kräftiger Wind, vor allem in Küstenabschnitten, dem Südteil der Westfjorde, auf der Halbinsel Snæfellsnes und allen Strassen in Richtung Norden muss mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Der Wetterdienst hat eine entsprechende Warnung herausgegeben, die für den ganzen Tag gilt. Die Strassenkarte finden Sie hier.

Auf fast allen Strassen des Landes muss mit Glatteis und Neuschnee auf Eis gerechnet werden. Nicht überall ist der Winterdienst so im Einsatz wie im Hauptstadtgebiet.

Auch der Tunnel unter dem Hvalfjörður ist derzeit nach einem Unfall gesperrt. Zwei Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Durch den Unfall hatte sich eine Ölspur auf der Fahrbahn gebildet, die entfernt werden muss, bevor der Tunnel für den Verkehr wieder geöffnet werden kann.

 

Auf Schneefall folgt heute Unwetter

Im Südwesten des Landes, sowie im Westen, Breiðafjörður und Snæfellsnes, muss heute abend mit Unwetter gerechnet werden, berichtet RÚV. Die Wetterbehörde hat für diese Bereiche die gelbe Warnstufe ausgegeben, sie behält Gültigkeit von etwa 19 Uhr bis gegen 22 Uhr. Vor allem betroffen sein dürften Hochebenen und höhergelegene Talregionen.

Heute tagsüber frischt der Wind auf, es herrscht bis zu minus sieben Grad Frost, der den gestern reichlich gefallenen Schnee gefrieren lässt.

Autofahrer sollten beachten, dass möglicherweise nicht alle Strassen geräumt worden sind. Mit Verkehrsbehinderungen durch Schnee und Glätte muss im ganzen Land gerechnet werden.

Gegen Abend steigert sich der Wind auf bis zu 25 m/s, wobei er von Südwest auf Südost dreht, und er bringt erneut Niederschlag. Da die Temperatur kurzfristig über den Gefrierpunkt gehen soll, kommt der Niederschlag als Regen und dürfte die verschneiten Strassen streckenweise in Matschpisten verwandeln, die in der Nacht mit sinkenden Temperaturen dann gefrieren.

Ab morgen bis mindestens Mittwoch herrscht dann wieder Frostwetter, mit leichtem Schneefall und mässigem Wind.

Autofahrer sollten vor jeder Fahrt auf den Informationsseiten vedur.is, road.is und safetravel.is aktuelle Informationen einholen. Winterliche Fahrtbedingungen sind nicht immer mit Strassenbedingungen auf dem Kontinent zu vergleichen.

Autofahrer sitzen im Schneesturm fest

Die Warnmeldungen des isländischen Wetterdienstes gestern haben offenbar nicht alle Autofahrer erreicht, und die freiwilligen Helfer der isländischen Rettungseinheiten im ganzen Land sind im Zuge des Unwetters unterwegs, um Menschen aus Schnee und Eis herauszuhelfen, berichtet RÚV.

Die Bergabschnitte an Mývatn, im Möðrudalsöræfi und die Fjarðarheiði oberhalb von Seyðisfjörður sind seit dem Mittag gesperrt. Das Rettungsteam Jökull rückte aus, um Autofahrer im Möðrudalsöræfi zu helfen, die dort im festsitzen. Man weiss von vier Fahrzeugen, mindestens eins davon ist von der Strasse gerutscht. In der Region herrscht Schnesturm, die Strassen sind unpassierbar. Daher kommen auch die Rettungsteams nur langsam vorwärts. Bislang konnte erst ein Fahrzeug gefunden werden.

Am Vormittag mussten drei Rettungsteams ausrücken, um festsitzenden Reisenden auf der Holtavörðuheiði zu Hilfe zu kommen. Die Reisenden sind inzwischen alle in Sicherheit, der Pass wurde geräumt und ist für die Durchfahrt wieder freigegeben.

Die Ringstrasse über den Skeiðarásandur in Richtung Gletscherlagune ist wegen Orkans gesperrt, dort werden Böen von bis zu 50m/s erwartet.

In den Westfjorden sind die Strassen nach heftigen Schneefällen kaum passierbar, ein Autofahrer musste im Súðavíkurhlíð aus dem Schnee gezogen werden. Die Räumarbeiten sind im Gange.

Im Norden sind Öxnadalsheiði, Þverárfjall und Víkurskarð wegen Schneesturms gesperrt, Schnee und schlechte Sicht behindern den Verkehr auf allen Strassen im Nordland.

Für den Abend sieht die Wettervorhersage jedoch gut aus. Das Wetter soll sich überall beruhigen und den Isländern einen ungestörten Silvesterabend bescheren.