Fluglotsen streiken in der kommenden Woche

Am kommenden Dienstag und Donnerstag zwischen 4.00 und 10.00 Uhr morgens werden die Fluglotsen an den Flughäfen von Reykjavík und Keflavík in Streik treten. Während des Streiks sollen keine Flugzeuge auf den Flughäfen landen können. Zur geplanten Streikzeit herrscht der meiste Betrieb an den Flughäfen. Ausnahmen gibt es nur für Notfälle und Flüge der Küstenwache.

Am 1. Oktober war der Tarifvertrag für die Fluglotsen geendet, Verhandlungen für einen neuen Vertrag mit dem isländischen Unternehmerverband (SA) sind bislang unbefriedigend verlaufen, berichtet RÚV.
Die Fluggesellschaften bereiten sich auf Verspätungen in der kommenden Woche vor, um Beeinträchtigungen für Passagiere so gering wie möglich zu halten.
Der Fluglotsenstreik ist der dritte in fünf Jahren. Der Vorsitzende der Fluglotsengewerkschaft, Arnar Hjálmarsson, verlangt eine Gehaltsanpassung, die für die Gehälter der Flutlotsen im Vergleich zu anderen Berufen der Branche längst überfällig sei. Insgesamt gibt es 152 Fluglotsen in Island.

 

Arbeitskampf: Weiteres Treffen ergebnislos, Aussperrung ab nächsten Montag

Das Treffen von Arbeitgeberverband, Gewerkschaft und staatlichem Vermittler ist gestern Abend ergebnislos verlaufen. Ein neuer Kompromissvorschlag scheint ebensowenig in Sicht wie ein neues Treffen. Gestern hatte der Arbeitgeberverband mit Aussicht auf das Treffen die für Donnerstag geplante Aussperrung von 20.000 Gewerkschaftsmitgliedern um vier Tage verschoben.

Nach viereinhalb Stunden Sitzung wurden die Gespräche abgebrochen und eine Nachrichtensperre verhängt. Ein neuer Kompromissvorschlag war nicht vorgelegt worden. Der staatliche Verhandler Ástráður Haraldsson hat sich zum Nachdenken zurückgezogen.

Mbl.is gegenüber hatte Ástráður angegeben, er habe vier Stunden lang in Einzelgesprächen verbracht. Er werde einen neuen Kompromiss nur vorlegen, wenn er eine Wahrscheinlichkeit sieht, dass dieser Vorschlag von beiden Parteien angenommen wird. Auf keinen Fall wolle er in der Lage seines Vorgängers landen, dessen Kompromissvorschlag zum Scheitern verurteilt war, weil Efling das Wählerverzeichnis einbehielt, damit die Gewerkschaftsmitglieder nicht über den Vorschlag abstimmen konnten, schreibt Vísir. Es müsse dafür gesorgt werden, dass ein Kompromissvorschlag so ausfalle, dass die Beteiligten auch über den Vorschlag abstimmen.

Etwa 800 Hotelangestellte und Tankwagenfahrer befinden sich seit acht Tagen im Streik. Ein Streik weiterer Efling-Mitglieder war von der Gewerkschaft abgesagt worden, nachdem sich eine überwältigende Mehrheit innerhalb des Arbeitgeberverbandes (SA) organisierten Arbeitgeber für eine Aussperrung entschieden hatten. Diese Aussperrung betrifft 20.000 Gewerkschaftsmitglieder im Grossraum Reykjavík, die allermeisten von ihnen sind im Niedriglohnbereich tätig. Die Massnahme tritt am kommenden Montag um 16 Uhr in Kraft.

 

Arbeitskampf: Aussperrung verschoben, neue Gespräche am Abend

State Mediator Ástráður Haraldsson

Die geplante Aussperrung des isländischen Arbeitgeberverbandes (SA) gegen sämtliche Mitglieder der Gewerkschaft Efling wird um mindestens vier Tage verschoben. Eigentlich sollte sie an diesem Donnerstag, den 2. März beginnen und 20.000 Efling-Mitgliedern das Betreten ihres Arbeitsplatzes verbieten. Ausssperrung impliziert, dass weder Löhne noch Rentenbeiträge gezahlt werden.

Der amtierende staatliche Vermittler Ástráður Haraldsson hat beide zerstrittenen Verhandlungsparteien für heute Abend zu einem Waffenstillstand eingeladen, um eine Grundlage für die Wiederaufnahme der Tarifgespräche zu finden. SA war daraufhin Ástráðurs Vorschlag gefolgt und hatte die geplante Aussperrung verschoben. Efling hatte sämtliche geplanten Streiks bereits in der vergangenen Woche ausgesetzt, nachdem die angeschlossenen Mitglieder des Arbeitgeberverbandes sich per Abstimmung für die Aussperrung entschieden.

Wind weht allerdings nun auch aus anderer Richtung: der Dachverband der isländischen Gewerkschaftem, ASÍ, hat im Namen von Efling beim Arbeitsgericht Klage eingereicht, weil die Aussperrung illegal sei. Die Klage war am Wochenende eingegangen, mit einem Urteil wird vor Donnerstag gerechnet.

ASÍ-Vorsitzender Kristján Þórður Snæbjarnarson hatte angegeben, die geplante Aussperrung sei möglicherweise nicht rechtens, und zwar sowohl weil Formfehler vorliegen, als auch aus juristischen Gründen. An der Abstimmung hatten sich dem Verband angeschlossene Unternehmen aus ganz Island beteiligt, obwohl die Gewerkschaft ausschliesslich Mitglieder im Hauptstadtbereich vertritt. Wäre die Abstimmung korrekt verkaufen, hätten nur Unternehmen aus dem Vertretungsbereich Eflings – dem Grossraum Reykjavík –  über die Massnahme abstimmen dürfen.
Diese Klage ist die vierte in der Tarifauseinandersetzung zwischen Efling und dem Arbeitgeberverband.