Kindergarten von Clusterinfektion hart getroffen

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Am vergangenen Mittwoch sind 22 Kinder und 19 Mitarbeiter des Reykjavíker Kindergartens Jörfi mit der COVID-19 Krankheit diagnostiziert worden. Der Leiter des Schul- und Freizeitamtes, Helgi Grímsson, geht davon aus, dass es in der kommenden Woche keinen normalen Betrieb in dem Kindergarten geben wird.
Neben den betroffenen Kindern und Kindergärtnern befinden sich auch 15 Familienmitglieder in Isolierung, nachdem das Virus bei ihnen gefunden wurde, sowie die Leiterin des Kindergartens. Heute werden alle die zum zweiten Mal getestet, die sich seit letzter Woche in Testquarantäne befinden.

In dem Kindergarten werden um die 100 Kinder von 33 Mitarbeitern betreut. Noch ist unklar, wie der Betrieb in der kommenden Woche laufen soll, weil die endgültige Zahl der Infizierten noch nicht vorliegt. Man versuche, Vertretungsleute zu finden und hoffe aber vor allem darauf, dass die Kinder einfach zuhause bleiben können. Aller Voraussicht nach müsse man den Kindergartenbesuch aller Kinder individuell einschränken. Die Lage sei sehr schwierig für die Eltern, weil soviele Kindergärtner erkrankt seien, so Helgi, aber nun müsse man zusammenarbeiten.

Infizierte Person klagt gegen Isolierungsunterbringung
Die Gruppeninfektion im Kindergarten Jörfi ist nachweislich auf eine Person zurückzuführen, die an COVID-19 erkrankt war und sich nicht in Isolierung gehalten hat. Der Mann war am 12. April zwangsweise ins Pandemiehaus verbracht worden, nachdem das Bezirksgericht einem entsprechenden Antrag des Chefepidemiologen stattgegeben hatte, berichtet mbl.is.
Nach Angaben des Leiters des Rückverfolgungsteams der isländischen Polizei, Jóhann Björn Skúlason, gibt es zur Zeit zwei Varianten des britischen Virus, beide gehen auf Personen zurück, die mit dem Virus ins Land eingereist sind.
Der Kindergartencluster hat nun zur Folge, dass mehr als 100 Familien in Quarantäne oder Isolierung sitzen. Weitere 100 Familien befinden sich in Quarantäne, nachdem an der Álftamýrarskóli ein Kind erkrankt ist. Auch diese Infektion geht auf den Kindergarten Jörfi zurück.
Der Urheber des Kindergartenclusters, ein in Island Ansässiger ausländischer Herkunft, hat gegen die Entscheidung des Bezirksgerichts, ihn in Isolierung zu halten, Klage eingereicht.

Bussgeld in 90 Fällen und neuer Bussgeldkatalog
Die Strafen für Quarantänebruch in Island liegen zwischen 50.000 ISK und bis zu einer halben Million ISK, berichtet RÚV. Seit Beginn der Pandemie sind 90 Personen zur Zahlung des Bussgeldes verurteilt worden, darunter 85 Personen und fünf Unternehmen. Wie RÚV schreibt, sind dies 29 Prozent der 312 polizeilich aufgenommenen Quarantänebrüche. Manche Personen sind mehrfach beteiligt.
Ein Bussgeld von 50.000 ISK etwa wird fällig wenn gegen das Versammlungsverbot verstossen wird, bis zu 250.000 ISK kostet ein Verstoss gegen die Quarantänebestimmungen. Bis zu eine halbe Million werden für den fällig, der gegen die Isolierungsregeln verstösst. Auch das Organisieren von Versammlungen und das Benutzen von aus Seuchenschutzgründen geschlossenen Räumlichkeiten wird mit bis zu einer halben Million bestraft.
Im aktualisierten Bussgeldkatalog der Staatsanwaltschaft finden sich jetzt auch Geldstrafen für Verletzungen der Einreisebestimmungen an der Grenze, sowie für die Nichteinhaltung der Maskenpflicht.

Neuer COVID-19 Cluster geht auf Quarantänebruch zurück

COVID-19 samples

Eine COVID-19 Infektion im Reykjavíker Kindergarten Jörfi am Freitag kann zweifelsfrei auf einen Quarantänebruch nach der Einreise ins Land zurückverfolgt werden, bestätigte der Leiter des isländischen Zivilschutzes der Polizei, Víðir Reynisson heute.
Die meisten der 13 Infizierten stehen in Zusammenhang mit dem Kindergartenfall. Bis zum kommenden Freitag befinden sich alle Mitarbeiter, alle Kinder und sämtliche Familienmitglieder des jeweiligen Haushaltes in Quarantäne. Anders als in vorherigen Fällen gibt es diesmal keine Ausnahme, beispielsweise für Elternteile.

“Wir kennen die Herkunft dieser Ansteckung, und auch die Ergebnisse der Virusbestimmung liegen vor, und wir wissen, dass das auf eine Infektion an der Grenze zurückgeht,” erklärte Víðir. “Wir bekommen immer bessere Sicht auf diesen Zusammenhang, wir sehen eine direkte Verbindung zu einem Quarantänebruch an der Grenze.”

Gestern wurden 13 Infektionen nachgewiesen, acht von ihnen befanden sich ausserhalb der Quarantäne, allerdings hatte Víðir dem Fréttablaðið gegenüber bemerkt, dass sich eigentlich alle ausserhalb der Quarantäne befunden hätten, weil sie zum Teil nur eine Stunde isoliert waren, bevor das positive Ergebnis dann vorlag. Er bezeichnete den Fall als Rückschlag. Ein Ende sei noch nicht abzusehen. Die Behörden gehen davon aus dass sich die Zahl der Personen in Quarantäne in den kommenden Tagen erhöhen wird.

Er forderte alle Personen die mit Mitarbeitern oder Kindern des Kindergartens Jörfi in Hæðargarði (108 Reykjavík) in Kontakt gekommen sind auf, sich zum Test zu begeben. Auch die Anwohner des Viertels sollten sich unbedingt testen lassen.

Ebenfalls am Freitag und heute hatten an sich die 100 Mitarbeiter des Lebensmittelverarbeiters Íslensk Sjávarfangs testen lassen müssen, nachdem am 16. April zwei Mitarbeiter positiv auf das COVID-19 auslösende Virus getestet worden waren. 20 Mitarbeiter mussten in Quarantäne geschickt werden.

Quarantänebruch kommt Touristen teuer zu stehen

Police officers in masks

Drei ausländische Touristen, die gestern Abend in Reykjavík festgenommen worden sind, weil sie die Quarantäne gebrochen hatten, sind zu einer Strafe von 250.000 ISK pro Person verurteilt worden, berichtet Vísir. Die Polizei der Hauptstadtregion betont, dass Quarantänebruch eine sehr ernste Angelegenheit sei und dass ein solcher das Leben und die Sicherheit von Menschen gefährden könne.

Die Touristen, zwei Männer und eine Frau, waren gerade erst in Island eingereist und hätten sich in Quarantäne befinden sollen, als die Polizei sie in einem Restaurant kurz vor 22 Uhr ansprach. Der Leiter der Hauptstadtpolizei, Ásgeir Þór Ásgeirsson, bestätigte, dass der Fall mit Zahlung der Strafe abgeschlossen worden sei. Die Touristen verlassen Island heute wieder.
Bereits am Donnerstag war der Verdacht aufgekommen, dass zwei Touristen nach der Einreise ihre Quarantäne nicht einhielten. Die Leute waren in ihrer Unterkunft aufgesucht worden, wo man sie an die Quarantäneregel erinnerte. Gestern Abend hatte ein weiterer Kontrollbesuch in der Unterkunft stattgefunden, doch war niemand dort angetroffen worden, stattdessen hatte man die beiden Touristen mit einer dritten Person in jenem Restaurant angetroffen.

“Das ist seit letztem Donnerstag in Bearbeitung gewesen. Das schien schon bei der Ankunft klar zu ein, dass diese beiden die Quarantäne eher nicht einhalten,” sagt Ásgeir, der die Verdachtsumstände nicht näher erläutern will. “Bei der Einreise kann man schon so einiges aus dem Verhalten und den Worten der Leute herauslesen.”
Ein weiterer Fall eines Touristen, der die Quarantäne gebrochen hat, ist noch nicht abgeschlossen. Der Mann war festgenommen worden, als er gestern Abend auf dem Laugarvegur eine Schlägerei anzettelte. Auch er hätte in Quarantäne sitzen sollen. Ásgeir rechnet damit, dass der Fall mit einer Geldstrafe endet.

In einem Facebookbeitrag der Polizei heisst es, dass die Beamten sich zur eigenen Sicherheit besonders einkleiden müssen, wenn sie Kontakt zu Quarantänebrechern haben. Auf dem Foto sieht man drei Polizisten mit Schutzkleidung und Gesichtsmasken, auf dem Weg zum Restaurant, wo sich die drei erstgenannten Quarantänebrecher befanden.
“Quarantänebruch ist eine schwerwiegende Angelegenheit, weil du durch solch verantwortungsloses Verhalten Leben und Sicherheit anderer gefährden kannst. Respektiert die Quarantäne, das ist toternst,” heisst es in dem Beitrag.
Ásgeir zufolge müssen bei Aktionen wie gestern Abend zwei Mannschaften aus dem Dienstplan gezogen werden, um sie mit der Schutzkleidung auszustatten. Er schliesst aus, dass die Touristen die Quarantäne wegen Verständnisschwierigkeiten gebrochen hätten.
“Was auch immer die Leute sagen, das da war vorsätzlich. Den Leuten wird bei der Einreise ganz klar gesagt, wie sie sich verhalten sollen.”