MAST bringt drei Fälle von illegalem Hundeimport durch Touristen zur Anzeige

Die isländische Veterinär-und Lebensmittelaufsichtsbehörde (MAST) hat drei Fälle bei der Polizei angezeigt, in denen Touristen Hunde in der Flugzeugkabine nach Island geschmuggelt haben. Einer der Hunde war mit einem in Island nicht heimischen Parasiten infiziert.

Parasit eingeschleppt
Auf der Webseite von MAST ist von drei unabhängigen Vorfällen die Rede, bei denen Touristen gesetzeswidrig Hunde in der Fahrgastkabine ins Land transportierten. Der Hundetransport ist erst aufgefallen, als die Grenzbehörden am Flughafen Keflavík sich bei MAST meldeten. Da hatten die Touristen nach einigen Tagen Aufenthalt im Lande mitsamt ihrer Hunde versucht, sich für den Rückflug einzuchecken.

MAST gestattete den Abflug der Hunde erst, nachdem sie einer tierärztlichen Untersuchung und einer Probenentnahme auf Kosten der Eigentümer unterzogen worden waren. In einem Fall wurde ein Parasit gefunden, der bislang in Island nicht heimisch gewesen ist.
Nachdem Informationen, die der Behörde vorlagen, hatte der Hund während seines Aufenthaltes im Lande keinen Kontakt zu anderen Tieren gehabt, und weil es so kalt war, hält die Behörde es für unwahrscheinlich, dass Würmer oder Eier überlebt haben, sollte der Besitzer den Hundekot nicht eingesammelt haben.

Importverbot schützt Tiere und Menschen
Dem Gesetz zum Import von lebenden Tieren nach ist es nicht erlaubt, Tiere oder deren Erbgut ins Land zu bringen. Damit sollen die in Island vorhandenen Tiere und auch die Menschen vor ansteckenden Krankheiten geschützt werden. Eine Ausnahme von der Regel kann nach Befolgung strenger Verhaltensmassregeln erteilt werden, dazu braucht es aber eine besondere Genehmigung von MAST. Grundsätzlich muss für Haustiere, die bis auf einige Ausnahmen (bestimmte Kampfhunderassen) importiert werden dürfen, ein Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland vorgelegt werden, ausserdem werden sie gleich nach der Ankunft für zwei Wochen in Quarantäne gebracht. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen geahndet.

Blindenhunde müssen auch in Quarantäne
Im letzten Jahr hatte nicht einmal ein in London lebender blinder isländischer Gesangsstudent, der mit seinem Blindenhund auf Familienbesuch nach Island reiste, eine Ausnahmegenehmigung erhalten, ihm war der Blindenhund, der ihm ein selbstständiges Leben ermöglichte, noch am Flughafen für den Quarantäneaufenthalt weggenommen worden.
Hier lesen Sie die Geschichte von Már und seinem Blindenhund.

Schwerwiegender Gesetzesverstoss
MAST schreibt, man betrachte die illegale Einfuhr von Tieren als schwerwiegend, weil wegen der Infektionsgefahr strenge Einfuhrregeln gelten. Die Behörde hat alle drei Fälle bei der Polizei zur Anzeige gebracht.
Mit der kürzlich durchgeführten Regeländerung zur Einfuhr von Hunden und Katzen ist es nicht mehr möglich, diese Tiere in der Fahrgastkabine zu transportieren. Die Regelung soll genau solche illegalen Einfuhren verhindern, wo Flugpassagiere mit ihren Tieren nach Island und unbemerkt durch die Zollkontrollen gelangen.
Illegal importierte Tiere, die im Land entdeckt werden, sind in der Vergangenheit zumeist euthanasiert worden.

Patient mit Masern im Landspítali in Quarantäne

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Die Universitätsklinik Landspítali hat dem isländischen Chefepidemiologen gestern eine Maserninfektion gemeldet. Sie war bei einem Touristen festgestellt worden. Der Mann befindet sich auf der Quarantänestation, berichtet RÚV.

Masern ist eine hochansteckende und ernsthafte Viruserkrankung, die über Tröpfcheninfektion weitergegeben wird. Die Inkubationszeit beträgt 10 bis 12 Tage, es können sich entzündete Lymphknoten, Husten und Fieber zeigen, und am dritten oder vierten Tag kommt es in den meisten Fällen zu dem maserntypischen Ausschlag am ganzen Körper.
Der oben genannte Patient hatte den Ausschlag einen Tag nach seiner Ankunft in Island am 31. Januar bemerkt und war am 2. Februar zum Arzt gegangen.
Die Behörden haben sich mit der Fluggesellschaft in Verbindung gesetzt, die den Passagier an Bord gehabt hatte, sowie mit allen, die einer möglichen Infektion ausgesetzt sein könnten.

Impfrate in Island sinkt
Chefepidemiologin Guðrún Aspelund sagte RÚV, es sei nicht das schlechteste, dass er im Krankenhaus diagnostiziert worden sei. “Wenn die Diagnose dort nicht gestellt worden wäre, dann wäre er herumgereist, und es ist denkbar, dass dann mehr Personen einer Infektion ausgesetzt worden wären, sodass das nicht die schlechteste Lage ist, denke ich.” Bislang sind keine weiteren Masernfälle bekannt geworden, es kann aber bis zu drei Wochen dauern, bis sich Symptome zeigen.
Auch wenn die meisten Einheimischen in Island  geimpft sind oder Masern gehabt haben und damit lebenslang immun sind, ist der Anteil der Geimpften in den vergangenen Jahren gesunken. Guðrún erklärt, dass bei einer Erhebung in 2022 eine Impfrate von 90 Prozent festgestellt wurde, wobei 95 Prozent das Ziel sind.
Vor allem in Europa ist die Impfrate stark gesunken, und immer häufiger kommt es dort zu Maserninfektionen.

Masern reisen auch nach Island
“Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Infektion bis nach Island gelangt, daher müssen wir unseren Impfstatus sicherstellen, um eine Ausbreitung von auftretenden Infektionen zu verhindern. Im vergangenen Jahr gab es in Europa einen sehr starken Anstieg der Infektionen im Vergleich zum Vorjahr, was durchaus Anlass zur Sorge gibt”, so Guðrún.
In Island konnten die Masern in den Achzigerjahren ausgerottet werden, und bis zum Jahr 2014 hatte es keinen einzigen Masernfall mehr auf der Insel gegeben. Seitdem sind alle Masernfälle aus dem Ausland gekommen. Die letzte Infektion war im Jahr 2019 festgestellt worden, damals erkrankten neun Personen, sieben davon in einer Gruppeninfektion.
Man wolle unbedingt verhindern, dass sich die Masern in Island wieder etablierten und ausbreiten, so die Chefepidemiologin.

COVID-19: Isolierung auf sieben Tage verkürzt, Schulbeginn nicht verschoben

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Die Isolierungszeit von Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, ist von zehn auf sieben Tage verkürzt worden, um die Belastung der COVID-Ambulanzen zu reduzieren, berichtet RÚV. Die Ärzte können die Isolierungszeit jedoch verlängern, wenn sie Anlass dazu sehen. Nach Angaben des Chefepidemiologen können COVID-Patienten mit starken Symptomen auch länger infektiös sein.
Dazu sollte ab heute eigentlich eine sogenannte Dienstquarantäne erlaubt werden, die der Arbeitgeberverband gefordert hatte, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Nach der sollten Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen zum Dienst kommen dürfen. Wie auf der Verbandswebseite zu lesen steht, ist die Einführung vorerst verschoben worden.
In seinem Memo von vor Weihnachten hatte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason auch empfohlen, den Schulbeginn herauszuzögern. Dieser Ansicht sei er noch immer, sagte Þórólfur gegenüber RÚV. “Es herrscht Ungewissheit und wir wissen nicht, ob wir die Spitze erreicht haben und wissen auch nicht, wie sich die Infektionen bei den Kindern auswirken, wenn sie wieder zusammentreffen. Das wird sich aber in allernächster Zeit herausstellen und dann werde ich über neue Empfehlungen für den Gesundheitsminister nachdenken.”

Er befürchte jedoch eine Welle neuer Infektionen, wenn die Schulen wieder beginnen und forderte zeitlichen Spielraum, um die Lage zu prüfen. Die Regierung habe, so Þórólfur, betont, dass der Schulbetrieb so normal wie möglich laufen solle und etas anderes habe er bislang nicht vernommen. Man müsse daher den Schulanfang abwarten und schauen was passiert.
Dennoch soll am Montag noch schulfrei sein, nur Lehrer und Kindergärtner werden sich dann treffen, um zu schauen, wieviele Kollegen eigentlich verfügbar sind, wie man die derzeit gültigen Präventionsmassnahmen umsetzt und wie Stundenpläne geändert werden müssen.

Rekordinfektionszahlen
Gestern sind 1601 Personen positiv getestet worden, das ist die mit Abstand höchste Anzahl seit Beginn der Pandemie. Etwa die Hälfte der positiv Getesteten befand sich bereits in Quarantäne. Von den 1601 COVID-Positiven wurden 44 an der Landesgrenze gefunden.
Insgesamt sitzen derzeit etwa 7500 Personen in Isolierung und 6424 in Quarantäne. Exakte Zahlen dazu gibt es erst nach dem Wochenende.

In stationärer Behandlung befinden sich 20 COVID-Patienten, sechs auf der Intensivstation, fünf von ihnen am Beatmungsgerät. Landspítali informiert, dass fünf der sechs Intensivpatienten ungeimpft seien. Die Klinik hatte gestern ihre Besorgnis über die immer noch hohe Anzahl der Ungeimpften ausgedrückt und erklärt, die Zahlen zu stationärer Aufnahme und Schwere der Erkrankung in dieser Gruppe spreche Bände.
Ebenso wude gestern bekannt, dass Pflegepersonal aus der Quarantäne zum Dienst gerufen werden musste, weil die Arbeitslast auf den Stationen sonst nicht zu bewältigen ist.
Auch die Wartezeiten auf PCR-Testergebnisse ziehen sich in die Länge, dieser Tage kann sie bis zu 72 Stunden betragen.

COVID-19: Krisenstand an der Uniklinik, 200 Pfleger in Quarantäne

From the night shift at the COVID-19 ward.

Sieben Patienten der Herzchirurgie am Universitätskrankenhaus Landspítali sind gestern positiv auf COVID-19 getestet worden. Das bestätigte Pressesprecher Andri Ólafsson mbl.is gegenüber. Auch Pflegepersonal ist betroffen.
Einer Pressemeldung der Klinik zufolge wurde die Station noch gestern Abend geschlossen, damit Infektionswege rückverfolgt werden können.

Heute hat die Uniklinik wieder den Krisenstand ausgerufen, nachdem mehr als 100 Mitarbeiter COVID-bedingt in Isolierung sitzen und eine ähnlich grosse Gruppe in Quarantäne. Auch die Notaufnahme ist von Ausfällen betroffen, sowie das geriatrische Haus Landakot. In einigen Fällen mussten Krankenschwestern aus der Quarantäne in den Dienst gerufen werden.
Viele Stationen müssen sich inzwischen um COVID-Infizierte kümmern, und so mancher kann nicht entlassen werden, obwohl seine Behandlung abgeschlossen war.

Um die Lage an der Klinik zu entschärfen, haben die Gesundheitszentren gemeinsam mit der Krankenversicherung beschlossen, etwa 30 transportfähige Patienten aus der Uniklinik in die Gesundheitszentren draussen auf dem Land zu verlegen. Dabei soll jeder Patient dorthin verlegt werden, wo ihm am besten geholfen werden kann.

Gestern gab es in Island 893 neue Fälle, davon 57 an der Landesgrenze. Die Infektionsquote pro 100.000 Einwohner der vergangenen 14 Tage liegt bei 1359 und ist niemals zuvor höher gewesen. In Isolierung befinden sich derzeit 4995 Personen, 7060 sind in Quarantäne. Stationär behandelt werden 21 Personen, vier liegen auf der Intensivstation, drei davon werden beatmet.

 

COVID-19: Neue Grenzbestimmungen ab 1. April

Keflavík airport

Ab Donnerstag dem 1. April gelten in Island neue Einreisebestimmungen.
– Kinder, die 2005 oder später geboren sind, müssen wie Erwachsene bei der Einreise zum COVID-Test und in Quarantäne.
– Einreisende, die ein Impfattest oder ein Attest über eine überstandene COVID-Erkrankung vorlegen, müssen sich einmal an der Grenze testen lassen.
– Einreisende, die aus Hochrisikogebieten kommen, müssen ihre Quarantäne zwischen den beiden Tests in einem staatlich überwachten Quarantänehaus verbringen.
– Alle Einreisenden müssen vor ihrer Ankunft den Tag der geplanten Abreise registrieren.
– Ab dem 11. April wird für den Aufenthalt im Quarantänehaus eine Gebühr von 10.000 Kronen pro Nacht erhoben.

Details:
– Kinder, die 2005 oder später geboren sind, müssen an der Grenze zum Test. Reist ein Kind in Begleitung eines Erwachsenen, der sich in Quarantäne begeben muss, dann verbringt das Kind die Quarantäne mit ihm und darf sie mit ihm verlassen, wenn das zweite Testergebnis negativ ist. Wenn die Begleitperson nicht in Quarantäne gehen muss, dann gilt das auch für das Kind. Alleinreisende Kinder müssen nicht in Quarantäne.

– COVID-Test bei Attest: Personen mit einem Impfattest müssen sich einmal an der Grenze testen lassen, weil es Hinweise darauf gibt, dass geimpfte Personen trotzdem andere anstecken können. Quarantäne ist nicht gefordert. Das Ergebnis des Tests muss in der gebuchten Unterkunft abgewartet werden.
Diese Bestimmung ist zeitlich begrenzt und wird vor dem 1. Mai überprüft.

– Hochrisikogebiete: Alle aus Risikogebieten Anreisende müssen im Quarantänehaus die fünf Tage verbringen. Das gilt für alle, die aus Ländern oder Gebieten kommen, wo die 14 Tage Reproduktionszahl pro 100.000 Einwohner über 500 liegt (dunkelrote Gebiete auf der EU-Karte) oder wo keine Informationen zu Infektionszahlen vorliegen (grau). Die vom Gesundheitsamt erstellte Länderliste wird am 9. April überarbeitet.
Gefälschte Atteste: Wenn der geringste Zweifel an der Echtheit eines Attests besteht, muss die betreffende Person sich zweimal testen lassen und fünf Tage ins Quarantänehaus.

– Kürzerer Aufenthalt: Jeder Einreisende muss vor der Ankunft den geplanten Abreisetag registrieren. Wenn die Verweildauer kürzer ist als die Quarantänezeit, wird dies besonders beprüft, da die Gefahr besteht, dass der Betreffende die Quarantäne nicht einhält.

– Quarantänehotel: der Aufenthalt kostet 10.000 Kronen pro Tag und gilt für das Zimmer, ganz gleich wieviele Personen sich darin aufhalten. Die Verpflegung ist inbegriffen. Der Transport zum Quarantänehotel erfolgt per Bus.
Zur Zeit verhandelt die Regierung mit dem Fosshotel in Reykjavík, welches mit 320 Zimmern das grösste im ganzen Land ist, sowie mit weiteren Häusern. Im Osten des Landes in Fährhafennähe, und in Akureyri sind ähnliche Unterbringungen in Vorbereitung. Die Betreuung der Quarantäneeinrichtungen wird vom isländischen Roten Kreuz übernommen.
Personen, die des Landes verwiesen werden, weil sie zB die Quarantäneregeln brechen, werden bis zum Heimflug in einem Hotel in Keflavík untergebracht.

 

Ausbruchsstelle heute ab 13 Uhr gesperrt, Touristen werden auf Quarantäne kontrolliert

Der Suðurstrandarvegur wird heute um 13 Uhr zwischen Hraun und der Strasse nach Krýsuvík gesperrt. Für den späteren Nachmittag prognostiziert die Wettervorhersage ein heftiges Unwetter, und die Polizei rechnet damit, dass es nach der Strassensperrung Stunden dauern wird, das Gebiet rund um den Vulkanausbruch zu räumen. Schon jetzt weht ein starker Wind aus Nord und trägt Rauch und Gas auf den Wanderweg.

Nachtwanderungen zum aktiven Vulkan in Hauptstadtnähe sind auch weiterhin äusserst beliebt, zurückgelassene Flaschen und Müll zeugten von Lavapartys. Mehr als 1000 Personen hatten sich Zählungen zufolge in der vergangenen Nacht im Gebiet befunden, gestern dürften mehr als 5000 vor Ort gewesen sein. Glatteisbedingt hat es in der Nacht einige verstauchte Gliedmassen und Stürze gegeben, die Rettungskräfte waren im Einsatz. Eine vermisste Frau musste mehrere Stunden lang gesucht werden, die gegen Mitternacht ihre Wandergruppe verloren hatte. Sie wurde gegen fünf Uhr morgens ausgekühlt und in grosser psychischer Erregung aufgefunden. Noch am frühen Morgen standen um die 300 verlassenen Fahrzeuge am Strassenrand.

Bergwanderung im tiefsten Winter
Sigvaldi Arnar Lárusson, der wachthabende Polizeileiter von Suðurnes, empfiehlt allen Besuchern dringend, sich angepasst auszurüsten, bevor es in den kommenden Tagen zum Vulkan gehe. Bei der Tour handle es sich um eine Bergwanderung zur Winterzeit, und keinen Spaziergang, schreibt Vísir.
“Das ist Bergland da oben, und die Leute müssen sehr gut ausgerüstet sein. Man kann nicht denken, man macht einen Nachmittagsspaziergang nach dem Eisessen da hoch. Das ist tiefster Winter und gestern Abend musste man unbedingt Eiskrampen unter den Schuhen tragen.” erklärt Sigvaldi. Nicht nur ausreichend Kleidung, Proviant und Wasser gehöre in den Rucksack, sondern auch eine Taschenlampe und Ersatzstrom für das Mobiltelefon.

Suche nach Quarantänebrechern
Der Polizeichef von Suðurnes, Úlfar Ludvíksson, kündigte ausserdem an, dass ausländische Besucher auf der Zufahrtsstrasse kontrolliert werden sollen.
“Ich habe die Entscheidung getroffen, Kontrollen bei den ausländischen Touristen am Suðurstrandavegur durchzuführen. Personen, die ein Antikörperzertifikat oder ein Impfattest vorweisen können, werden durchgewunken. Alle zweifelhaften Fälle werden polizeilich untersucht, und ausländische Touristen müssen ihre Fahrt darlegen. Wir werden Fahrzeuge auf der Strasse anhalten.” sagte Úlfar RÚV gegenüber.
Es habe Vorfälle gegeben, wo Touristen ins Land gekommen seien und statt in die Quarantäne gleich zum Vulkanausbruch gefahren seien. “Wir wissen dass ausländische Besucher dieses Spielchen spielen.” gab der Polizeichef an.

Zum Livestream.
Die Webcam des Morgunblaðið, auf der anderen Seite des Kraters.

Reisende sollen sich vor Abfahrt zum Quarantäneort ausruhen

Der isländische Zivilschutz will die Informationsnachrichten zur Quarantäne, die Reisende nach Island auf ihr Mobiltelefon übermittelt bekommen, dahingehend ändern, dass Personen, die eine lange Reise zum Ort der beabsichtigten Quarantäne vor sich haben, sich vor der Abfahrt ausruhen sollen, berichtet RÚV.
Bislang war allen Reisenden dringend nahegelegt worden, sich auf direktem Wege an den Quarantäneort zu begeben, ungeachtet möglicher Müdigkeit durch lange Anreise, Tageszeit oder der Wegstrecke, die vor ihnen liegt.

Die Familie, die am vergangenen Wochenende im Skötufjörður in den Westfjorden verunfallte, Mutter und Sohn starben bei dem Unfall, war gerade ins Land gereist und auf dem Weg in ihr Zuhause nach Flateyri in die Quarantäne. Der Unfall wird derzeit polizeilich untersucht.

Jóhann Sigurðsson, ein Arzt aus Ísafjörður, der regelmässig zwischen Schweden und Island pendelt, hatte nach dem Unfall kritisiert, dass Reisenden keine Ausruhmöglichkeit eingeräumt wird.
“Die Botschaft die die Leute bekommen, und die ich dreimal auf meinen Reisen ins Land erhalten habe, ist die, dass man sich ohne Verzögerung sofort zum Ort der Quarantäne zu begeben hat.” sagt Jóhann.

Man könne bei der Einreise nur einen einzigen Quarantäneort registrieren. Leute, die nicht im Südwesten lebten, hätten bisweilen eine lange Heimfahrt vor sich. Anhalten ist nur bei dringenden Notwendigkeiten erlaubt. Ihm sei an der Grenze mitgeteilt worden, dass es sich weder bei Müdigkeit, noch bei Tageszeit, Wegstrecke oder schlechten Fahrtbedingungen um dringende Notwendigkeiten handle.

Der stellvertretende Chef des Zivilschutzes, Rögnvaldur Ólafsson, verteidigte sein Grenzpersonal, es sei ein gebranntes Kind, nachdem in der Vergangenheit Touristen immer wieder die Quarantäneregel locker für sich ausgelegt hätten und im Land herumgereist seien, statt sich an einem Ort aufzuhalten.  Er sieht Vísir zufolge durchaus Spielraum für eine Pause, auf den jedoch nicht genügend hingewiesen werde. Er wisse auch, dass es für viele eine finanzielle Frage sei. Dennoch gehöre man nicht in den Strassenverkehr, wenn man sich das nicht zutraue.
Da Jóhanns Einwände berechtigt seien, überprüfe der Zivilschutz die aktuelle Vorgehensweise.

Nun also soll sich die Reiseinformation ändern und alle Reisenden, die eine lange Strecke vor sich haben, werden aufgefordert, sich auszuruhen, bevor sie losfahren. Ob auch eine Hotelübernachtung in Flughafennähe erlaubt ist, bevor man ans andere Ende der Insel fährt, wurde bisher in den Medien nicht bekannt gegeben.

Testverweigerer warteten stundenlang in Keflavík am Gate

keflavik airport COVID-19 testing

Ein Ehepaar mit kleinen Kindern war gestern mit dem Flugzeug in Keflavík angekommen und hatte sich geweigert, den seit Samstag für alle verpflichtenden COVID-Test zu machen. Sie warteten etwa vier Stunden vor dem Eingang zur Testeinrichtung, schliesslich überlegten sie es sich anders und liessen sich testen, berichtet Vísir.

Wie Sigurgeir Sigmundsson, der Leiter der Flughafenpolizei bestätigte, sei die Familie um die Kaffeezeit an der Grenze angekommen. Die Kinder hätten aufgrund ihres Alters nicht zum Test gemusst. Die Eltern hätten stundenlang an der Grenze gewartet und sich schliesslich doch entschlossen, den Test machen zu lassen, um nach Island einreisen zu können.

Schon zuvor hatte laut einem Bericht von mbl.is ein Mann für Stunden vor der Abfertigung gewartet, der sich nicht hatte testen lassen wollen und stattdessen in 14-tägige Quarantäne wollte, die seit gestern abgeschafft ist. Ihm war die Einreise daraufhin verweigert worden. Nach einigen Stunden Wartezeit entschied er sich dann doch für den Test.

Sigurgeir zufolge hätten die neuen Regeln an der Grenze grosse Hilfe bei dem Problem geleistet, insgesamt sei seither alles ruhig verlaufen. Das Flughafenpersonal sei froh, dass alle Diskussionen nun ein Ende hätten. Bislang hatten sie verdächtige Personen, die angeblich in zweiwöchige Quarantäne wollten, herauspicken und dazu bringen müssen, sich stattdessen zum Test zu begeben.

Vorgestern hatte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir angekündigt, dass die 14-tägige Quarantäne ohne Test mit sofortiger Wirkung abgeschafft sei. Alle Reisenden müssen sich nun bei der Einreise in Island testen lassen (und nach einer fünftägigen Quarantäne ein weiteres Mal), wenn sie nicht einen in der EU ausgestellten Nachweis über eine erfolgte vollständige Impfung oder ein Attest über eine überstandene COVID-Erkrankung vorlegen können.

“Natürlich waren da einige, die sich nicht über die neuen Regeln informiert hatten. Obwohl es ganz klar auf den Registrierungsformularen zu lesen steht, dachten einige, sie könnten das [14 Tage Quarantäne] immer noch wählen. Das waren Personen, die ein- und ausreisen und seit dem Herbst regelmässig unterwegs gewesen sind,” erklärte Víðir Reynisson, der Chef des isländischen Zivilschutzes.
Die Pandemielage im Land sei allgemein gut und Island in einzigartiger Position, auch weltweit gesehen, doch weiterhin müsse man äusserst wachsam sein. Dem Chefepidemiologen bereite es auch weiterhin am meisten Sorge, wieviele Infektionen an den Grenzen gefunden werden.

Gestern waren 14 Personen, fast alle aus dem selben Flugzeug, an der Grenze positiv getestet worden. Wie Vísir berichtet, waren zwei vollbesetzte Maschinen aus Polen gekommen, eine aus Riga sowie eine aus Amsterdam und eine Maschine aus Kopenhagen.
“Nach den Informationen, die ich erhalten habe, kamen fast alle Personen aus dem gleichen Flugzeug, daher ist das natürlich genau das, wofür wir lange gekämpft haben, da bessere Kontrolle zu erlangen, und jetzt geht es endlich los damit, dass alle zum Test gehen,” erklärte Víðir.

Auto landet mit drei Insassen im Fjord, Helfer müssen in Quarantäne

Um die 20 Helfer, die heute Morgen drei Verunfallte aus einem in den Skötufjörður gestürzten Auto gerettet hatten, sitzen in vorläufiger Quarantäne. Das Fahrzeug war gegen 10 Uhr im Ísafjarðardjúp von der vereisten Fahrbahn abgekommen und in den Fjord gestürzt. Im Auto hatten sich der Fahrer, seine Frau und ein Kleinkind befunden. Sie waren aus Polen gekommen und nach dem ersten Test auf dem Weg in die Quarantäne in ihrem Zuhause in den Westfjorden, berichtet RÚV.

Das negative Ergebnis des ersten Tests  war heute Nachmittag gegen 15 Uhr mitgeteilt worden. Weil in dem Flugzeug der Verunfallten jedoch eine beträchtliche Zahl an infizierten Personen gesessen hatte, war entschieden worden, alle etwa 20 Helfer, die den Verunfallten bei der Rettungsaktion nahegekommen sind, in vorläufige Quarantäne zu schicken.

Karl Ingi Vilbergsson, der Polizeileiter in den Westfjorden, teilte mit, dass für die Betroffenen das Quarantänehaus Holt im Önundarfjörður zur Verfügung stehe. Die Helfer werden morgen früh getestet. Wie es mit ihnen dann weitergeht, wird nach Eingang der Ergebnisse entschieden.

Dramatische Rettungsaktion
Vier Autofahrer in drei Fahrzeugen kamen als erste zur Unfallstelle. Sie schafften es, die Leute aus dem Auto im eiskalten Wasser zu holen und Erste Hilfe zu leisten, bis die Rettungsmannschaft aus Súðavík den Unfallort erreichte. Zwei Rettungshubschrauber mit Ärzten und Tauchern an Bord landeten am Unfallort, und ein Einsatzzentrum des Zivilschutzes wurde eröffnet, um die Rettungsaktion zu koordinieren. Auf der Strasse war es spiegelglatt gewesen, sie hatte nach dem Unfall gesperrt werden müssen. Rögnvaldur Ólafsson, der stellvertretende Leiter des isländischen Zivilschutzes sagte Vísir gegenüber, die Rettung und Erstversorgung bei schwierigen Bedingungen sei eine grosse Leistung der anderen Verkehrsteinehmer gewesen.

Die verunfallte Familie wurde per Hubschrauber in die Notfallambulanzen des Universitätskrankenhaus nach Reykjavík geflogen. Bislang gibt es keine Informationen zum Zustand der Leute.

 

Einreise nach Island: 14-Tage- Quarantäne muss in staatlicher Einrichtung absolviert werden

COVID-19 Press conference Þórólfur Guðnason Alma Möller V'iðir Reynisson

Islands Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat entschieden, dass alle Einreisenden, die sich gegen die Zweifachtestung mit fünftägiger Quarantäne entscheiden, und stattdessen die 14-tägige Quarantäne wählen, ebendiese im Quarantänehaus des Staates absolvieren müssen. Bislang konnte der Einreisende frei entscheiden, wo er diese 14 Tage verbringt. Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hatte in seinem Memo empfohlen, die Testung an der Grenze für alle Reisenden verpflichtend zu handhaben.
Ausserdem müssen nun auch Kinder mit ihren Eltern in Quarantäne gehen. Þórólfur hält diese Änderung für notwendig, um zu verhindern, dass Ansteckungen in die Kindergärten und Schulen eingeschleppt werden.
Die Kontrollen von Personen in Quarantäne werden verschärft.

Ab dem 13. Januar werden einige Beschränkungen im Land selber gelockert, unter anderem wird die zulässige Personenzahlbeschränkung auf 20 angehoben, ausserdem dürfen Theater, Kinos und Sportstätten unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Seit dem 3. Januar wurden mehr als 70 Infektionen an der Grenze gefunden, weitaus mehr als im Land innerhalb der Gesellschaft.
Víðir Reynisson hatte am Samstag geäussert, die Zunahme der Fälle sei besorgniseregend. Überall in Europa sehe man den COVID-Notstand, und müsse sich mit allen Mitteln dagegen wehren.

Es sei eine Herausforderung gewesen, so Víðir, den Leuten verständlich zu machen, wie die Präventionsmassnahmen in Island aussähen. Die Pressekonferenzen etwa werden immer auch in polnische Sprache übersetzt, auf der Webseite covid.is sind Informationen in 11 weiteren Sprachen verfügbar.
“Wir sehen, wieviel der Zusammenhalt in der isländischen Gemeinschaft im Kampf gebracht hat, aber gleichzeitig sehen wir andere Länder, wo das nicht erreicht worden ist. Wir sehen das bei Leuten, die aus diesen Ländern kommen, die glauben, sie könnten sich hier in Island so verhalten wie bei sich zuhause. Wir versuchen, den Leuten zu erklären, dass wir dazu eine andere Kultur hier pflegen,” sagte Víðir.
Am 6. Januar waren von 18 an der Grenze positiv Getesteten 17 Personen aus Polen eingereist, alle waren mit Wohnsitz in Island gemeldet. Gestern wurden 17 Personen an der Grenze positiv getestet, 15 von ihnen sind in Island gemeldet.

Auch Þórólfur bezeichnete diesen Trend heute als besorgniserregend, er spiegele die Lage im Ausland wieder. Das Einschleppen von Infektionen durch Reisende ins Land sei jetzt die grösste Gefahr. Er riet seinen Landsleuten von allen unnötigen Reisen ins Ausland ab.

Bei der heutigen Pressekonferenz kündigte der Leiter des Quarantänehauses in Reykjavík, Gylfi Þór Þorsteinnson an, dass ein weiteres Quarantänehaus geöffnet werde, um die steigende Zahl an positiv Getesteten unterbringen zu können. Er führte kurz aus, dass der Aufenthalt in der Einrichtung kein Vergnügen sei, weil alle Gäste in ihrem Zimmer bleiben müssten, ganz gleich ob sie sich in Quarantäne oder in Isolierung befänden. Mitarbeiter des Roten Kreuzes kümmern sich um die Grundbedürfnisse, und es besteht die Möglichkeit, psychologische Betreuung zu erhalten.

Zum Abschluss der Pressekonferenz warnte Rögnvaldur Ólafsson, der stellvertretende Leiter des Zivilschutzes davor, die bestehenden Präventionsmassnahmen zu interpretieren und individuell auszuweiten, oder nach Wegen zu suchen, wie man sie umgehen könne. Die Lockerungen, die am Mittwoch in Kraft träten, seien kein Signal, dass die Pandemie vorüber sei.