Letzte Briefmarkenausgabe von der Post

Eine Zeitenwende im Postservice hat es in der vergangenen Woche gegeben, als die Freimarkenausgabe der isländischen Post offiziell beendet wurde. Es sei keine leichte Entscheidung gewesen, sagte die Geschäftsführerin der Post RÚV gegenüber.

Die erste isländische Briefmarke war im Jahr 1873 herausgegeben worden. Seit 147 Jahren hatte sich die Post mit staatlichem Auftrag um die Herausgabe neuer Briefmarken gekümmert. In den vergangenen 12 Jahren war jedoch der Briefverkehr um beinahe die Hälfte zurückgegangen, und es hatte auch immer weniger Sammler gegeben. Zu Hochzeiten der Briefmarkensammelei hatte es in Island 15.000 Abonnenten gegeben, zum Schluss waren es nur noch 2000.

Daher war bereits im vergangenen Jahr als Sparmassnahme beschlossen worden, die Ausgabe neuer Briefmarkeneditionen zu beenden. Die letzte Edition erschien am vergangenen Donnerstag.
“Wir hatten noch zwei Ausgaben, die im Entwurf weit gekommen waren und beschlossen, sie in diesem Jahr herauszugeben. Das ist die letzte Ausgabe, die gestern kam, elf Briefmarken. Und das ist eigentlich die Schlussausgabe aller Briefmarken,” erklärte die Geschätsführerin der Service- und Marketingabteilung der Post, Sesselía Birgisdóttir.
Auf den Freimarken sind unter anderem Pflanzen und Tiere zu finden, sowie eine Freimarke zum 100. Geburtstag des Falkenordens.

Die Entscheidung, keine neuen Briefmarken mehr herauszugeben, sei keine leichte gewesen, sagt Sesselja. “Briefmarkenausgaben ist eine Form der Kunst. Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten bekannte Künstler gewonnen, um Briefmarken für uns zu entwerfen und sie in die besondere Form zu bringen. Die Entscheidung ist daher nicht leicht gewesen.
Doch auch wenn es nun keine neuen Marken mehr geben wird, so wird man auch weiterhin Briefmarken bei der Post kaufen können.

Die 250 Mitglieder des isländischen Philatelistenverbands bedauern, dass es keine neuen Marken mehr geben wird. Zahlreiche Marken hätten in der Vergangenheit internationale Preise gewonnen und seien eine gute Werbung für das Land gewesen. Als enttäuschend bezeichnete Verbandsvorsitzender Gísli Geir Harðarsson, dass das 150-jährige Bestehen der isländischen Briefmarke, welches in 2023 zusammen mit Norwegen gross gefeiert werden sollte, nun nicht mehr stattfinden könne.
Viele hätten Interesse an dieser letzten Ausgabe gezeigt. “Die isländische Post hat diese Arbeit für den Staat erledigt, von daher ist es eigentlich der Staat, der entscheiden muss, ob die Markenherausgabe weitergeführt wird, nachdem die Post damit nun aufhört,” sagte Gísli RÚV gegenüber.

 

Pakete aus China kommen nach 4 Monaten ins Land

Bei der isländischen Post sind in der vergangenen Woche etwa sieben Tonnen Warenpakete der chinesischen Bestellplattform Aliexpress eingegangen, die Isländer in den letzten Monaten bestellt, aber nicht geliefert bekommen hatten. Ende Woche sollen weitere Tonnen ins Land kommen, berichtet RÚV.

Die chinesische Bestellplattform Aliexpress erfreut sich grosser Beliebtheit in Island (es gibt zwischen den beiden Ländern ein Freihandelsabkommen), doch wegen der COVID-19 Pandemie hatten die zum Teil im Februar und März bestellten Waren nicht geliefert werden können. So mancher hatte wohl schon die Hoffnung auf seine Bestellung ganz aufgegeben, doch nun könnte es bald an die Auslieferung gehen.

Der Container mit den Paketen kommt nicht direkt aus China, sondern aus Frankfurt. Dort hatten sich die Waren aus China angesammelt, am Ende war der Container dann auf dem Schiffsweg nach Island gekommen.

Dazu gibt es nun auch wieder vermehrten Flugverkehr, sodass bei der Post richtig viel zu tun ist. Doch wird den Kunden geraten, sich auch weiterhin in Geduld zu üben, denn alle Pakete müssen ja erst durch den Zoll, dann müssen sie registriert werden, und dann erst können sie ausgefahren werden.
Mit Verzögerungen bei Warensendungen aus China müssen Kunden nach Angaben der Post jedoch auch weiterhin rechnen, zumindest aber keine Monate wie im oben beschriebenen Fall.

Isländische Post bereitet Lieferdienst für Lebensmittelkäufe vor

Die isländische Post bereitet sich derzeit darauf vor, einen Lieferdienst für Lebensmittel und andere tägliche Gebrauchsgüter in ländliche Gebiete zu starten. Das Projekt soll in den kommenden Tagen im Skagafjörður in Nordisland beginnen, weitere Regionen sollen dann folgen.
Wie der Verkaufsleiter bei Íslandspostur, Elvar Bjarki Helgason, RÚV gegenüber erklärte, hätten Verbraucher wie Geschäfte sich nach einer Möglichkeit erkundigt, Lebensmittel zu den Landbewohnern hinauszufahren. Diese Nachfrage sei in der aktuellen Lage noch gestiegen.

Die erste derartige Zusammenarbeit findet nun mit dem Supermarkt Hlíðarkaup in Sauðárkróður statt, Projekte mit weitere Läden im anderen Regionen seien in Vorbereitung.
Ásgeir Björgvin Einarsson, der Marktleiter von Hlíðarkaup, sagt, die Bauern wollten natürlich berufsbedingt jeglichen Kontakt vermeiden. Mit seinem Serviceangebot wolle er diesem Wunsch entgegenkommen.

“Wir haben bereits Bestellungen aus der Region bekommen, die wir draussen in ein Fahrzeug setzen, wo die Leute das dann abholen. Die Leute wollen nicht ins Geschäft kommen, was unter den Umständen verständlich ist. In Zusammenarbeit mit der Post kümmern wir uns darum, die bestellten Waren zusammenzusuchen und bereiten alles für den Transport vor. Die Post holt das dann ab und kassiert für den Transport.”

In einer Pressemitteilung schreibt die Post, es könne die Situation auftreten, dass Leute in ihrem Haus festsitzen, auf Land genauso wie in der Stadt, daher sei es wichtig, dass tägliche Bedarfsgüter zu ihnen kommen könnten.
“Natürlich sehen wir diese Serviceleistung als langfristiges Angebot, und auch wenn sie sicher gerade heute grossen Nutzen bringt, so wird die Lieferung von Lebensmitteln an die Haustür generell zunehmen und bei uns ein noch wichtigerer Servicebereich für die Zukunft werden, sowohl im Stadtbereich als auch auf dem Land.” kündigte die Post an.
Bislang hatte vor allem die Supermarktkette Nettó die Lieferung von Lebensmitteln an die Haustür angeboten, die Supermärkte Krónan und Iceland wollen in den kommenden Tagen folgen.

Isländische Post entlässt 30 Mitarbeiter

Die isländische Post hat 30 Mitarbeitern in der Hauptstadt, In Reykjanes, Akranes und Selfoss gekündigt. Die Mitarbeiter waren alle im Sektor Sortieren und Austragen beschäftigt, berichtet RÚV.

Ausserdem sollen einer Mitteilung des Unternehmens zufolge in dem genannten Gebiet ab dem ersten Mai keine Wurfsendungen ausgetragen werden. Die Einsparungen durch diese beiden Massnahmen belaufen sich auf 200 Mio. ISK pro Jahr.

Die Massnahmen betreffen 40 Mitarbeiter, jedoch heisst es in der Mitteilung, dass man zehn Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens versetzen könne. Etwa 30 Leute erhalten heute ihre Kündigung. Das Unternehmen will psychologische Unterstützung und Hilfe bei der Jobsuche bieten, heisst es in der Mitteilung,

Wurfsendungen sind in vielen Haushalten heute oft die einzige Post, daher sieht das Unternehmen keine Betriebsgrundlage für die Verteilung. Auch wollten viele Leute aus Umweltschutzgründen gar keine Wurfsendungen mehr erhalten, oder weil das Internet gedruckte Sendungen abgelöst hat. Damit lande eine grosse Menge Papier aus der Postverteilung wieder bei der Post, verkompliziere den Betrieb und schaffe Kosten und Unannehmlichkeiten, schreibt die Post in ihrer Mitteilung.

Im Jahr 2018 hatte die isländische Post einen Verlust von 293 Mio. ISK hinnehmen müssen. Im Jahr davor hatte man noch ein Plus von 216 Mio. ISK verzeichnet. Ende 2018 hatte das Unternehmen einen Notkredit von 1,5 Mrd. ISK vom Staat beantragt, der Kredit war vom Parlament mit der Auflage bewilligt worden, eine wirtschaftliche Umstrukturierung anzugehen und das Parlament vom Gang der Dinge zu unterrichten.

Im vergangenen Jahr hatte die Post bereits 43 Mitarbeitern gekündigt und wollte den Stellenplan um 80 Stellen reduzieren. Damals hatte es gehiessen, dies geschehe, um den selbstständigen Betrieb des Unternehmens aufrechterhalten zu können und zu modernisieren. Auch von zwei Tochterunternehmen hatte die Post sich getrennt.

Die Entlassungen des heutigen Tages sind nach Aussage von Postdirektor Birgir Jónsson Teil der Umstrukturierung.