Hubschrauber treibt Pferde von verschneitem Berg

Am letzten Wochenende sind die Pferde von der Bergweide im Eyjarfjarðarsveit ins Tal getrieben worden. Einige aus der Herde überlegten es sich anders und liefen zurück auf den Uppsalafjall. Dieser Berg war schneebedingt so schwer zugänglich, dass ein Hubschrauber zur Hilfe kommen musste, um die Herde zusammenzutreiben, berichtet Eiðfaxi.

Noch nie mit Hubschrauber getrieben
Ingólfur Jóhannsson, der Bauer auf Uppsala, sagt, noch niemals in seiner 40-jährigen Karriere als Viehtreiber habe er erlebt, dass ein Hubschrauber gerufen werden musste.
“Das ist eine alte Bergweide, die wir Pferdezüchter im Eyjarfjörður seit vielen Jahren nutzen und die uns wichtig ist. Sie befindet sich im Besitz einiger Höfe im Fjord, und Pferdeleute aus Akureyri können ihre Jungpferde dort über den Sommer laufen lassen. Über 40 Jahre lang bin ich da immer hin. In diesem Fall sind die Treiber an eine Pferdegruppe geraten, die sich entschied, wieder auf den Berg zu laufen.. Da machst du dann nichts mehr,” erzählt Ingólfur. Am Vorabend hatte es in den Bergen einen guten halben Meter geschneit.

Hubschrauber kommt erschöpften Treibern zu Hilfe
“Das war sehr schwer, dort hochzusteigen, und wir haben ziemlich viel Zeit damit verbracht, die einzusammeln. Die Leute waren erschöpft von der Kletterei, und es gelang trotzdem nicht, die Gruppe herunterzutreiben. Daraufhin wurde entschieden, die örtlichen Rettungsleute einzuschalten, die sich mit mehr Leuten auf den Weg machten. Sie erreichen die Pferde, aber dann rennen die noch weiter in Richtung Hochland, auf den Uppsalafjall. Tiere laufen nicht einfach aus Spass auf einen Berg hinauf. Irgendwas war dort los. Wir wollten dann auf den Berg, hatten aber ein bisschen Angst weil das wirklich kein Spaziergang ist. Also wurde ein Hubschrauber organisiert, und unsere besten Schaftreiber gingen an Bord. Und dann haben wir richtig Augen gemacht, wie es dem Piloten gelang, die Pferde mit dem Hubschrauber da runterzutreiben,” erinnert sich Ingólfur.

Aber auch das war nicht einfach, die Pferde konnten nicht den gleichen Weg zurück nehmen, weil der Berg sehr steil war und überall Schneebretter hingen.
“Wir mussten die Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten, und haben einen neuen Pfad gefunden. Der Pilot schaffte es, die Pferde zu diesem Pfad zu treiben, und unten fingen die Reiter die Herde dann ein. Das klappte zum Glück, was nicht selbstverständlich ist. Damit haben wir echt nicht gerechnet. Der Pilot war genial mit den Pferdeleuten an Bord, die ihm sagten, wo er langfliegen sollte.”

Dankbar für die freiwilligen Helfer
Am nächsten Tag kam Schneeregen, und die Pferde hätten sich dort oben am Berg in einer echten Notlage befunden. Die Treibeaktion hatte also gerade noch rechtzeitig stattgefunden.
Ingólfur ist sehr dankbar. Pferdetreiben sei unglaublich harte Arbeit und unschätzbar sei es, Hilfe von überall her zu bekommen.

“Das ist nicht selbstverständlich dass irgendwer deine Pferde für dich zusammentreibt. Das ist viel Arbeit und man braucht eine grosse Anzahl von Leuten an vielen Stellen des Geländes. Für uns wäre das schwierig gewesen wenn wir nicht soviel Hilfe gehabt hätten, eigentlich aus der ganzen Reitergemeinschaft im Eyjarfjarðarsveit. In diesem Jahr hatten wir auch zehn deutsche Mädchen und zwei deutsche Jungs dabei, die sich an dem Pferdetrieb beteiligten, aus Spass an den Pferden. Das macht einen Riesenunterschied für uns alte Bauern und ist absolut nicht selbstverständlich.”

Bei Eidfaxi.is findet man noch mehr Fotos von der ungewöhnlichen Aktion.

Islandpferde-WM: Änderungen im isländischen Team kurz vor Abflug

In der isländischen Reiternationalmannschaft hat es kurz vor Abflug nach Holland noch einmal grosse Veränderungen gegeben. Eiðfaxi berichtet, dass der Passreiter Ingibergur Árnason seine Teilnahme an der WM zurückgezogen hat. Seine Stute Sólveig frá Kirkjubæ war noch vor der WM-Aufstellung vom Tierarzt untersucht worden, dabei hatte man eine kleine Schwellung am Hinterbein festgestellt.
„Dem Pferd muss im Zweifel immer Recht gegeben werden,“ so Ingibergur, „daher haben wir entschieden, dass wir sie aus der Mannschaft nehmen.“

An seiner Statt tritt der Passreiter Daníel Gunnarsson auf Eining frá Einhamri an. Eiðfaxi gegenüber erzählte er, vor zwei Tagen habe Nationaltrainer Sigurbjörn Bárðarsson angerufen und ihm 20 Minuten Bedenkzeit für die WM-Teilnahme gegeben. Nun müsse er sich mal schnell um den Verkauf des Pferdes kümmern und habe so grade noch Zeit zum Packen. Am Montag fliegen die isländischen Pferde in die WM-Quarantäne auf den Kontinent.

Páll Bragi Hólmarsson, der mit Vísir frá Kagaðarhóli starten wollte, bleibt ebenfalls zuhause, weil sich für Vísir nicht rechtzeitig ein Käufer gefunden hatte und man keinesfalls mit einem unverkauften Pferd ausreisen will.

Und noch ein weiterer Reiter hat seine Teilnahme zurückgezogen: Guðmundur Björgvinsson, der amtierende Weltmeister im 250 m Rennpass, wird nicht in Oirschot antreten. Vor zwei Jahren hätte er mit Sólon frá Þúfum ein hervorragendes Pferd gehabt, aber COVID änderte alles, es gab keine WM und Sólon wurde schliesslich von seinen Besitzern exportiert. Sein Nachfolger war vielversprechend, doch im vergangenen Winter verletzte Guðmundur sich beim Skifahren und schickte das Pferd nach Hause. „Ich habe auch großen Respekt vor der Weltmeisterschaft und möchte nicht mit irgendeinem Pferd antreten. Da bleibe ich lieber zu Hause.“ sagt Guðmundur.

Sein Platz bleibt leer, denn als amtierender Weltmeister hatte er einen zusätzlichen Teilnahmeplatz. Das gleiche gilt für WM-Titelträger Jóhann Rúnar Skúlason, der vom isländischen Reiterdachverband LH wegen seiner Vorgeschichte in Bezug auf sexuelle Gewalt unwiderruflich ausgeschlossen wurde.
Auch der Passreiter und seit dem 1. Juli zweifache Islandmeister Konráð Valur Sveinsson war vor einigen Wochen durch den LH wegen einer nicht näher ausgeführten Angelegenheit vom WM-Reiterteam ausgeschlossen worden.
Hier findet sich die WM-Mannschaft, die obengenannten Reiterpaare stehen allerdings noch in der Liste.

 

Dienstaufsichtsbeschwerde gegen südisländische Polizei eingereicht

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Gegen die südisländische Polizeidienststelle ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht worden, weil der zuständige Polizeileiter seine Ermittlungen im Fall der misshandelten Blutstuten eingestellt hat. Beschwerdeführer sind die deutsch/schweizerischen Tierschutzverbände AWF und TSB, die sowohl die Einstellung der Ermittlung als auch das Verhalten des damit betrauten Polizeichefs als verwerflich bezeichnen und über einen isländischen Anwalt nun rechtliche Schritte eingeleitet haben, berichtet Heimildin.

Die isländische Veterinäraufsichtsbehörde MAST hatte nach Erscheinen des Blutstutenvideos im Winter 2021 eine Aushändigung des ungeschnittenen Videomaterials verlangt, um die im Video dokumentierten Tierquälereien zu untersuchen. Wie einem Briefwechsel zwischen dem deutschen Anwalt der Verbände und den isländischen Behörden zu entnehmen ist, hatten die Verbände darum gebeten, dass das personenschutzrechtlich sensible Datenmaterial per offizieller Amtshilfe aus Island angefordert wird, damit das Material im Fall eines Gerichtsverfahrens juristisch verwendbar bleibt. Dies ist der übliche Amtsweg auch auch in zwischenstaatlichen Angelegenheiten.
Bei der Staatsanwaltschaft in Freiburg ist ein solches Amtshilfeersuchen jedoch niemals eingegangen.
Ein Jahr später, am 25. Januar 2023, ging die Bitte eines polizeilichen Ermittlers um bürokratische Hilfe ein, nur einen Tag später stellte die südisländische Polizei ihre Ermittlungen ein, mit der Begründung, es fehle an Beweismitteln.

Nicht gerechtfertigt und inakzeptabel
Die Tierschutzverbände halten die Einstellung der Ermittlungen für nicht gerechtfertigt und verlangen in ihrer Dienstaufsichtsbeschwerde eine Untersuchung darüber, warum die Polizei ihre Arbeit nicht gemacht hat. Das Verhalten des Dienststellenleiters sei völlig inakzeptabel, widerspreche jeglicher Moral und stehe im Widerspruch zu Wahrheit und Datenlage.
Es wecke Besorgnis, dass die Polizeidienststelle offenbar „nicht in der Lage zu sein scheint, die Beschaffung von Informationen für Ermittlungen in einem Fall kriminellen Verhaltens, der Verbindungen ins Ausland hat, weiterzuverfolgen und abzuschliessen.“
Die Aussagen des Polizeileiters in den Medien stünden nicht im Einklang mit der Datenlage – der dokumentierten Misshandlung der Stuten und Fohlen durch Veterinäre und Helfer – oder der Kommunikation zwischen Dienststelle und Verbänden und seien unwahr. Dies schade der Debatte zum Thema, untergrabe die Glaubwürdigkeit der Tierschutzverbände und schade ihrem Ruf. Dasselbe liesse sich über die Glaubwürdigkeit der Polizei selbst sagen.

Ísteka meldet tote Stuten an MAST
Nachdem der isländische Tierschutzbund (DÍS) gestern offiziell eine Beendigung der kommerziellen Blutgewinnung gefordert hatte, weil dem DÍS vorliegenden zuverlässigen Informationen zufolge weitaus mehr als die acht bei MAST gemeldeten Blutstuten verendet waren, hat sich nun Ísteka-Chef Arnþór Guðlaugsson zu Wort gemeldet und Daten zu den zusätzlichen toten Pferden gefordert, ansonsten halte er die Behauptung für unglaubwürdig.

MAST-Direktorin Hrönn Ólína Jörundsdóttir gab Heimildin gegenüber an, der Behörde lägen aus dem letzten Jahr nur acht gemeldete Fälle vor. MAST habe DÍS schriftlich aufgefordert, Daten zu den nicht bei MAST gemeldeten Todesfällen zu übermitteln.

Die DÍS-Vorsitzende Linda Karen Gunnarsdóttir sagt, es sei sogar die Pflicht der Behörde, solche Fälle zu untersuchen, immerhin sei sie für das Tierwohl zuständig. Weiter erklärt Linda Karen, dass Blutstutenhalter vom blutaufkaufenden Pharmaunternehmen Ísteka eine Entschädigung erhalten können, wenn ihnen eine Stute bei der kommerziellen Blutgewinnung verendet. Die Meldung solcher Todesfälle an die Behörden obliege jedoch der Ísteka. MAST habe gar nicht genug Personal, um alle 90 Höfe während der Blutsaison permanent zu überwachen. Daher kümmert sich der Blutaufkäufer nicht nur um die Blutgewinnung selbst, sondern auch um die Registrierung und Meldung von sogenannten “Vorfällen” und Todesfällen.

Zu schnell verblutet für Euthanasie
Weiterhin wird die Verantwortung am Tod der gemeldeten acht Stuten unerfahrenen ausländischen Veterinären angelastet, die auch in dieser Saison für die Ísteka tätig sein werden, aber zuvor bei MAST in der kommerziellen Blutgewinnung geschult wurden.

Den Fall der Stute, bei der die Kanüle in der Luftröhre landete, worauf sie qualvoll verblutete, kommentierte der Ísteka-Chef damit, die Stute sei ja so schnell verendet, dass man sie nicht mal habe klinisch untersuchen können. Daher habe es auch keine Nottötung gegeben. „Ein paar Minuten sind in diesem Zusammenhang eine sehr kurze Zeit, und alles Gerede über Tierquälerei richtet sich selbst.“ zitiert Heimildin Arnþór Guðlaugsson.
Von MAST heisst es, man führe „erhebliche Kontrollen“ bei der Blutgewinnung durch und untersuche alle gemeldeten Fälle in allen Branchen.

 

 

Reitturnier wegen grosser Hitze verschoben

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Das Turnier des Reitvereins Freyfaxi im Osten Islands ist heute wetterbedingt verschoben worden, berichtet RÚV. Eigentlich sollte es um 11 Uhr beginnen, doch die Vereinsmitglieder entschieden, die Austragungen auf später am Tag zu verschieben, wenn die grösste Hitze vorbei ist. Am Flughafen von Egilstaðir war das Thermometer am Morgen nämlich auf ganze 26 Grad gestiegen.
Vereinsvorsitzende Guðrún Agnarsdóttir sagte RÚV gegenüber, da man die Wahl habe, sei es einfach nicht richtig, den Pferden zur heisstesten Zeit des Tages auf der Ovalbahn volle Leistung abzuverlangen.

“Hier ist es so unglaublich heiss gewesen, und wir fanden das einfach nicht pferdefreundlich und haben es daher auf später am Tag verschoben.” erklärte Guðrún. Vermutlich geht es gegen vier Uhr auf der Ovalbahn in Stekkhólmar los.
“Dann kommt hoffentlich eine kleine Brise und es wird ein bischen kühler. Das ist richtiges Teneriffa-Wetter.” Die Nase voll davon habe man noch nicht, aber so langsam dürfe es doch mal regnen, es sei nämlich ziemlich trocken.

Schon gestern war es ganz schön heiss im Osten gewesen, als in Hallormsstaður 27,8 Grad gemessen wurden. Den Hitzerekord hat das jedoch nicht gebrochen, der wurde vor fast 100 Jahren, am 22. Juni 1929, in Teigarhorn im Ostland mit 30,5 Grad gemessen.

Hohe Verletzungsgefahr für Pferde in Paddockhaltung

Die Unfallgefahr bei Pferden, die in Paddocks gehalten werden, ist weitaus höher als bei Pferden, die auf der Weide stehen. Verletzungen und Unfälle entstehen vor allem dort, wo zuviele Pferde auf zu engem Raum über längere Zeit ohne Aufsicht zusammenstehen, berichtet RÚV.

Reitpferde sind Stallpferde
Pferdehaltung in Island sieht anders aus als auf dem Kontinent. In Island gibt es keine Pensionsställe oder Offenställe wie in Deutschland, sondern von den Reitvereinen betriebene Stalldörfer in den Städten, wo man entweder einen Stall mit Boxen besitzt, oder eine Box dort mietet. In den älteren Stalldörfern teilen sich mehrere Ställe einen Paddock und müssen sich mit der Paddockzeit ihrer Pferde arrangieren, in den neueren Anlagen hat jeder Stall seinen eigenen Paddock. Jeder versorgt sein Pferd selbst, oft nach der Arbeit, meist kommt das Pferd auch dann erst an die Luft. Gefüttert wird ausschliesslich in der Box. Oft ist es so, dass die Pferde im Paddock sich nicht kennen, was zusammen mit Futtermangel zu aggressivem Verhalten führen kann.

Reitpferde werden in der Regel um Weihnachten herum in den Stall geholt, und dort den Winter über trainiert und geritten.  Die meisten Reiter lassen ihre Pferde dann zum Sommer hin auf Weiden im Umland oder bringen sie im Rahmen einer mehrtägigen Reittour zu ihrem Sommerdomizil. Viele Pferde werden im Sommer weniger oder gar nicht geritten, weil die Besitzer Urlaub machen. Zum Herbst hin nimmt man die Jungpferde zum Anreiten in den Stall. Die meisten Islandpferde sind also monatelange Boxenhaltung gewöhnt.

Lange Boxenhaltungsperiode belastet
Das isländische Pferdeschutzgesetz schreibt vor, dass jedes Pferd mindestens eine Stunde am Tag entweder bewegt wird oder auf den Paddock gelassen wird, ausser das Wetter oder eine Krankheit verhindern dies. Vor 2014 war nur eine halbe Stunde vorgeschrieben gewesen.
In einem neueren Bericht der Veterinäraufsichtsbehörde MAST heisst es nun, die lange Boxenhaltungsperiode der Pferde sei ein belastender Faktor. Der Tierarzt Helgi Sigurðsson glaubt, dass die meisten Reitpferde, die auch als solche genutzt werden, ausreichend Auslauf an frischer Luft erhalten, auch wenn es da Ausnahmen gebe. Die Unfallgefahr in den Paddocks sei hingegen eher ein Problem als eine zu kurze Paddockzeit der Pferde.

“Da sind zu kleine Paddocks, zu enge Paddocks und zuviele Pferde auf einmal im Paddock. Das ist ein Risikospiel. Meine Ansicht.” meint Helgi. Oft höre man beim Vorbeifahren die Pferde quieken und sich prügeln, aber niemand schreite ein. Es sei nur eine Frage der Zeit wann sich da ein schwerer Unfall ereigne.

Verletzungen sind Besitzerproblem
“Vor vielen Jahren hab ich mal gesagt, es seien nicht die Pferde das Problem, sondern der Mensch. Das ist ein Besitzerproblem, verstehst du, kein Pferdeproblem, denn sobald das Pferd in der Natur ist, verringert sich das Problem. Es verschwindet wie Tau in der Sonne. Zu langer Aufenthalt im Paddock ist nicht gut. Der ist sogar gefährlich. Die Pferde fangen an sich zu streiten, und wir dürfen nicht vergessen, dass sie Hufeisen tragen. Und die Unfallgefahr in der Pferdeszene ist nirgendwo höher als in den Paddocks.” sagt Tierarzt Helgi Sigurðsson.

 

 

Schafbestand in Island auf neuem Rekordtief

Die Zahl des Schafbestandes in Island ist geringer als vor 40 Jahren, berichtet das Bændablaðið. Ende 2019 gab es 415.949 Schafe im Land, sowie 1471 Ziegen. Gezählt werden stets die Schafe im Winterfutter, aber keine Lämmer, weil die in der Regel im Herbst zur Schlachtung gehen.

Im Jahr 1980 hatte es 50,3 Prozent mehr oder 827.927 Schafe gegeben. Ende 1985 wurden 709.257 gezählt. Im Jahr 2000 war die Zahl auf 465.777 gefallen. Im Jahr 2010 gab es wieder einen kleinen Zuwachs mit 479.841 Schafen, in 2014 stieg die Zahl dann noch mal auf 486.598 Tiere. Danach fiel der Bestand kontinuierlich auf das diesjährige Rekordtief.

Der Bestand ist in ganz Island gefallen, und es gibt Regionen, wo gar keine Schafe mehr gezüchtet werden. Der Nordwesten und die Westfjorde verzeichnen mit 102.175 Tieren die stabilsten Bestandzahlen in der Schafzucht. Drei Regionen sind ebenfalls relativ stabil, der Nordosten mit 68.789 Tieren, der Osten mit 65,753 und der Süden mit 64.931 Tieren. Islands Südwesten hingegen hat kaum Schafe, dort wurden nur 2216 Tiere gezählt.

Dafür steigt im Süden des Landes die Zahl der Rinderzüchter, hier gibt mit 31.712 Tieren seit 2019 den grössten Bestand. Auf Platz zwei steht der Nordosten mit 18.025 Rindern, dann folgt der Nordwesten mit 14.138 Rindern, und der Westen mit 12.042 Rindern.
In Ostisland gibt nur 4.653 Rinder, im Südwesten lediglich 1.302.

Den grössten Anteil des Gesamtnutztierbestandes hält das Geflügel, mit 970.824 Tieren, oder 62,39 Prozent. Bei den Pferden erwies sich die Zählung als schwierig, weil viele Pferdehalter ihre Tiere nicht angeben. Der letzten Herbstzählung zufolge waren es 54.715 Pferde, Experten gehen jedoch eher von 71.000 Pferden aus.

Die Daten stammen aus der letzten Herbststatistik, die keine Erklärung für den Rückgang des Schafbestandes liefert.

Adventsturm und Pferdeverlust – ein Erklärungsversuch von MAST

Knapp einen Monat nach dem grossen Adventsturm steht inzwischen fest, dass mehr als 100 Pferde dem Unwetter vom 10.-12. Dezember zum Opfer gefallen sind. Das ist der grösste Verlust seit einem Jahrzehnt und stellt etwa 0,5 Prozent aller Pferde dar, die in diesem Gebiet ganzjährig draussen gehalten werden. Die Zahlen wurden auf der Webseite der Veterinäraufsichtsbehörde MAST veröffentlicht.

Auf 46 Höfen verendeten Pferde im Tiefschnee, im Bezirk Austur-Húnavatnssýsla 61 Pferde auf 29 Höfen, im Bezirk Vestur-Húnavatnssýsla auf neun Höfen insgesamt 20 Pferde, und im Skagafjörður auf acht Höfen 22 Pferde. Oft starben zwischen einem und vier Pferden pro Hof, im Durchschnitt zwei Pferde pro Hof. Diese Verteilung spiegelt wieder, dass der Verlust nicht auf ungeeignete Weideeinrichtung oder Unwettervorbereitung auf einzelnen Höfen zurückzuführen ist. Inzwischen ist ja auch bekannt, dass das Unwetter unterschiedlich heftig in den einzelnen Regionen und Landesteilen ausgefallen ist.

Betroffen waren Pferde in allen Altersgruppen: 29 Fohlen, 34 Jungpferde, 30 Stuten, aber auch 15 ältere Wallache. Die Stuten waren in den meisten Fällen älter gewesen, daher kann man sagen, dass die älteste und die jüngste Altersgruppe die meisten Todesfälle zu verzeichnen hatte.

Am häufigsten entwickelte sich das Unglück aus der Tatsache heraus, dass Pferde vor dem Unwetter in einen Graben flohen, in Zäune gerieten oder sich anderweitig verfingen, es wurden aber auch Pferde eingeschneit, die sich einen Wetterschutz gesucht hatte, bzw Pferde, die explizit in einen Wetterschutz gebracht und dort gefüttert wurden.

Man hat zwei Meter hohe Schneewehen über Kadavern gefunden, solche Schneewehen sammelten sich überall dort, wo es Schutz gab. Im Tiefland waren Pferde schwerer betroffen als in höheren Regionen, möglicherweise weil es dort oben kälter war. Im Tiefland war der Schnee zunächst sehr nass und schwer auf die Pferde gefallen und später durch einen Temperaturabfall steinhart gefroren. Es gilt als ausgesprochen ungewöhnlich, dass die Niederschläge aus dem Norden mit einem derart krassen Temperatursturz zusammenfallen.

Das Gewicht der Eisbrocken machte die Pferde schwer und kalt und es wurde schwer für manche, den langen Schneesturm nach dem nassen Schneefall im Stehen durchzuhalten. Zeitweise hatte der Schneesturm auch Orkanstärke.

Die natürlichen und geschaffenen Wetterschutzmassnahmen hatten ihren Zweck nicht erfüllen können und waren vielmehr dem Wetter besonders ausgesetzt.

Die Pferde die in den betroffenen Regionen draussen gehalten wurden, hatten sich nach einem guten und milden Herbst alle in einem körperlich guten Zustand befunden.

Nach Schneesturm erschöpfte Pferde sind immer noch sehr krank

Ingunn Reynisdóttir, die Bezirkstierärztin in Húnavatnssýsla im Norden des Landes, sagte heute Mittag im Interview auf Rás 1, dass zahlreiche Pferde durch das Unwetter der letzten Woche verendet sind, mehr als einhundert werden auch eine Woche nach dem Adventsturm noch vermisst. Viele Pferde seien erschöpft und litten an Organversagen.

Bislang sind immer noch nicht alle Folgen der Katastrophe sichtbar. Bei ihr in Hvammstangi gebe es den zweiten Tag in Folge wieder keinen Strom, sagt Ingunn, doch viel mehr Sorge habe sie um die erkrankten Pferde. Mehr als 100 Pferde würden nach Aussage der freiwilligen Retter von Landsbjörg im Ostteil des Bezirks immer noch vermisst, sechs seien bislang tot,

Ein Grossteil der Pferde sei völlig erschöpft. Da sehe ich Fälle, die ich bislang noch nicht erlebt habe. Das sind Pferde, die weder Wasser lassen noch Kot absetzen können, wo der Schlauch gelähmt herunterhängt, geschwollen und blau. Dann gibt es Lungenentzündungen und Koliken und alles mögliche,” sagte Ingunn im Telefoninterview. Vor allem Fohlen litten an Lungenentzündungen. Pferde, die sich abgelegt hätten, seien verschüttet worden, die meisten hätten jedoch die ganze Zeit gestanden.

Am schlimmsten habe es ältere und junge Pferde getroffen, und es gebe auch Fälle, wo sich die Pferde nicht erholten und weder fressen noch saufen, und euthanasiert werden müssten. Wasser und Futter sei daher das Allerwichtigste in den kommenden Tagen, sowie eine intensive Überwachung aller Pferde.

Nach dem Unwetter hatte es im In- und Ausland scharfe Kritik an der Pferdehaltung gegeben. Ingunn bezeichnete diese Kritik als sehr verletzend für die Leute im Norden, die alles in ihrer Macht Stehende getan hätten, doch habe niemand geahnt, wie hart das Wetter am Ende wirklich zuschlagen würde. Die Kritiker träten hier einen am Boden liegenden Mann.

Ingunn sagt, es habe keinen Sinn, alle Pferde in Stallungen und Scheunen zu bringen, weil sich dort Schlägereien durch die Platznot ergeben würden. Auch die geforderten Windschutze hätten an einigen Stelle die Lage sogar verschlimmern können, weil sich gerade dort Schnee sammelt. Pferde seien an vermeintlich windgeschützten Plätzen und auch in Gräben gefunden worden. Am sichersten seien sie in solch einer Wetterlage tatsächlich auf grosser freier Fläche aufgehoben.

In den Milchbetrieben geht es vor allem um wirtschaftliche Schäden. Es habe, so sagt sie, weniger Euterentzündung gegeben als erwartet. Doch wenn Kühe nicht mehr gemolken werden, geht ihre Milchleistung zurück, oder die Milch versiegt ganz. Eine solcherart betroffene Kuh wird nie wieder ihre alte Milchleistung erreichen. Es sei realistisch, von bis zu 25 Prozent weniger Milch in den Bezirken zu sprechen.

Die Schafe hätten das Unwetter von allen am besten überstanden, die allermeisten waren in Ställen untergebracht, weil die Deckperiode vor der Tür steht, nur vereinzelt seien Schafe draussen gefunden worden.

Ingunn arbeitet auch nach dem Drama alleine in ihrem Bezirk und fährt alleine zwischen den Höfen im Skagafjörður und Húnavatnssysla.

update

In den Abendnachrichten auf RÚV hiess es, dass 90 Pferde gestorben sind. Die Tierärztin Sigríður Björnsdóttir sagte im Interview, auf vielen Höfen seien jeweils einzelne Pferde im Unwetter verendet, das Wetter sei so schlecht gewesen, dass man einfach nicht zu ihnen hätte hingelanden können.

 

Tierarzt markiert 150 Milzbrandgräber in Island

In den Sommern 2017 und 2018 machte sich der ehemalige Selfosser Bezirkstierarzt Sigurður Sigurðarsson und seine Frau Ólöf Erla Halldórsdóttir auf den Weg über die Insel, um Milzbrandgrabstellen zu markieren. Insgesamt sind 150 solcher Milzbrandgrabstellen an 120 Orten in Island bekannt. Die Stellen sind mit Stahlplatten markiert, auf denen Nummern eingraviert sind. Die Platten sollen 100 Jahre überdauern, die aufgeklebten Leuchtstreifen 20 Jahre.

Eine Liste der markierten Grabstellen findet sich hier.

Das letzte Grab auf dieser Reise wurde im Oktober 2018 markiert, es befindet sich in Seltjarnarnes auf einer Weide, die zum Gehöft Nesland gehört. Hier erkrankten im Jahr 1870 auf einmal 15 Pferde, 10 von ihnen starben am Milzbrand.

“Ich habe die Markierungen der Grabstellen im Jahr 2004 vorbereitet. Damals bin ich auf einer Konferenz in Schweden gewesen, wo es um Milzbrand in wilden Tieren ging. Ich traf dort einen Mann aus Südafrika, der mir sagte, man wisse von Beispielen, wo der Milzbranderreger 200 Jahre überdauert habe. Mir wurde klar, dass es hier in Island Milzbranderreger aus Tieren gab, die im ganzen Land vergraben worden waren, wie eine tickende Zeitbombe,” erklärt Sigurður gegenüber dem Bændablaðið.

Im Jahr 2004 starben drei Pferde in Vatnsleysuströnd auf der Halbinsel Reykjanes am Milzbrand. Dort hatte es ein 130 Jahre altes Grab gegeben, welches durch die Meereswellen aufgewühlt worden war, dadurch konnte sich der Erreger auf der Weide der Tiere verbreiten.

Sigurður begann, alle Stellen zu kartieren, wo Milzbrandgräber bekannt waren, und suchte nach Quellen zu in Vergessenheit geratenen Gräbern.

Der Milzbranderreger Bacillus Anthracis kann in der Erde in Sporenform die Zeiten überdauern, es gibt Fälle von 500 Jahre alten Erregern. In der Nähe des Grabes scheint er nach einigen Wochen an der Erdoberfläche durch Sonneneinstrahlung und Sauerstoff seine Gefährlichkeit zu verlieren. Wenn jedoch die Erdoberfläche verletzt wird, durch Grabungen, landwirtschaftliche Nutzung, Strassenbau, Bauprojekte oder durch starken Verbiss von Pferden, und ein infizierter Kadaver oder Teile davon an die Oberfläche geraten, ist Gefahr im Verzug. Lässt man das Milzbrandgrab in Ruhe, besteht keine Gefahr.

Milzbrand ist vor allem in südlichen Ländern bekannt. In Spanien gibt es alljährlich zwischen 40 und 60 Neuerkrankungen.

Der Milzbrand ist vermutlich im Jahr 1865 durch ungegerbte Tierhäute vor allem aus Afrika nach Island gekommen. Zuerst trat die Krankheit in Miðdal im Mosfellssveit auf. Im Jahr 1866 verendeten dort 20 Stück Grossvieh, darunter 12 Pferde und 8 Rinder. Im Folgejahr verendeten vier Pferde und zwei Rinder, sowie drei Lämmer und zwei Hunde, die an den Kadavern gefressen hatten.

Ältere Geschichten sprechen von Milzbrandfällen im 17. Jahrhundert (Hamrar in Grímsnes).

Zuletzt ist der Milzbrand, wie schon erwähnt, im Jahr 2004 auf Sjónarhóll in Vatnsleysuströnd aufgetaucht, nachdem das Meer mit dem Erreger verseuchte Erde vom Deich über das Weideland verteilt hatte. Drei Pferde starben sofort, ein viertes musste schliesslich auch eingeschläfert werden. Es heisst, dass vor 130 Jahren ein am Milzbrand verendetes Tier in diesem Deich vergraben worden war.

Im Jahr 1965 gab es einen Fall von Milzbrand auf dem Hof Þórustaðir im Ölfus. Dort war ein Stück Moorland umgegraben und urbar gemacht worden, um Futterkohl anzubauen. Bei den Pflügearbeiten geriet ein Kadaver an die Erdoberfläche, der wegen Milzbrand im Jahr 1900 vergraben worden war.

Die Ansteckungsgefahr für den Milzbrand besteht für alle warmblütigen Säugetiere und für den Menschen. In Island sind mindestens 10 Menschen am Milzbrand verstorben, Dutzende sind erkrankt und konnten geheilt werden.

Die verendeten Tiere wurden tief vergraben, um die Grabstellen zog man einen Zaun. Belässt man die Stelle so wie sie ist, besteht keine Gefahr für die Nachwelt.

“Nachdem ich im Jahr 2006 meine Tätigkeit als Bezirkstierarzt beendet hatte, begann diese Arbeit, also Informationen sammeln, Standorte bestimmen, Markierung und Registrierung, das war alles meine freiwillige Arbeit,” erzählt der alte Tierarzt. Die Kosten für diese Arbeit, 950.000 Kronen, habe er aus eigener Tasche gezahlt und keinen Lohn dafür erhalten.

“Im vergangenen Frühjahr verlor ich die Hoffnung, dieses Projekt jemals zuende führen zu können, vor allem weil die Behörden sich auf meine Bitten um Unterstützung taub stellten. Da kam mir Guðni Ágústsson, der ehemalige Landwirtschaftsminister, zu Hilfe, er stellte mir ein Auto zur Verfügung und zahlte das Benzin, damit wir zwischen den einzelnen Fundorten herfahren, die Stellen markieren  und Informationen sammeln konnten. Guðni ist wohl der, der am meisten Verständnis für dieses Projekt hatte und begriff, wie wichtig das ist. Ihm gebürt Ehre und Dank.”

Nachdem das Bændablaðið seinerzeit von Sigurðurs Grabsuche berichtet hatte, fanden sich Unternehmen und Verbände zusammen, die das Projekt finanziell unterstützten.

Doch weiss Sigurður, dass er sein Projekt nicht mit in den Himmel nehmen kann. Er hat mit der Obersten Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST vereinbart, dass sie die markierten Stellen weiter betreut.

Vor allem die Beweidung durch Pferde macht ihm Sorgen. “Die Pferde muss man von solchen markierten Stellen fernhalten. Die Kontrolle und die Verantwortung dafür liegt beim Bewohner und Landeigentümer dort, wo das Grab ist und wo die Gefahr für die Umwelt besteht. Leider sind sich nicht alle Betroffenen der Notwendigkeit bewusst, und manche Markierungen sind verschwunden oder sind von Pferden niedergetrampelt worden,” sagt Sigurður.

Hautverletzungen sind die häufigste Ursache für eine Infektion. Besonders gefährdet sind Personen, die das infizierte Tier behandeln, auch die Erzeugnisse aus infizierten Tieren sind gefährlich. An der Eintrittstelle entsehen flüssigkeitsgefüllte Blasen, die sich schwarz verfärben, die Gewebeschäden sind zum Teil schwerwiegend. Die Inkubationszeit beträgt 3-5 Tage, die Infektion verläuft unbehandelt in 20 Prozent aller Fälle tödlich.

Anthrax-verseuchtes Futter kann zu einer Infektion im Hals- und Verdauungstrakt führen. Die Anfangssymptome sind eher unspezifisch, sie verstärken sich dann massiv, und nach einem Blutdruckabfall tritt der Tod ein. Beim Menschen tritt diese Form der Infektion nach dem Verzehr von infiziertem Fleisch auf. Die Inkubationszeit beträgt 3-7 Tage.

Über den Atemwegstrakt gelangt der Erreger in die Lymphbahn und führt zu einer Blutvergiftung. Hier sind besonders Menschen in der Wollindustrie gefährdet. Die Symptome gleichen denen einer Grippe mit Fieber und Schmerzen. Nach einigen Tagen verspurt der Patient eine Besserung, dann verschlimmert sich sein Zustand rasant, und unbehandelt verstirbt er am Lungenödem oder an einer Hirnhautentzündung. Die Inkubationszeit kann zwischen einem bis 43 Tagen betragen.

 

Pferde und Kühe auf dem Grund des Þingvallavatn

Ein neuer archäologischer Fund erfreut Islands Historiker: im gerade vergangenen Herbst hatte ein Taucher des Naturkundeinstitutes beim Tauchgang im Þingvallavatn Überreste eines Bootswracks und Tierknochen gefunden, berichtet RÚV. Anhand eines hölzernen Bruchstücks gelang es, das Alter des Bootes auf das 16. Jahrhundert zu bestimmen, es handelt sich um ein sogenanntes Klinkerboot welches wohl beim Fischfang verwendet wurde .

Zunächst waren die Archäologen davon ausgegangen, dass einen Steinwurf davon entfernt nur ein Pferd auf dem Grund des Sees liegt, doch gehören die Knochenfunde zu drei Pferden und zwei Rindern. Eine Altersbestimmung der Pferdezähne ergab in der Tat, dass Tiere und Boot aus der gleichen Zeit stammen.

“Nicht nur die Altersbestimmung kam ins Haus, sondern auch die Bestimmung der Spezies, und da stellte sich heraus, dass das nicht ein Pferd ist, sondern drei erwachsene Pferde und zwei Rinder, und das ist eine sehr spannende Mischung,” freut sich der Archäologe Bjarni F. Einarsson.

Aber was haben die Tiere auf dem Seegrund verloren? “Ja, das ist eine gute Frage. Ich habe natürlich keine Idee, aber man kann sich ein paar Möglichkeiten denken.” Eine zum Beispiel ist die, dass die Tiere im Winter ins Eis des Sees eingebrochen sind, eine weitere könnte sein, dass Bauern Kadaver ins Wasser geworfen haben. Vielleicht haben sie auch lebende Tiere zwischen den Höfen transportiert.

“Aber das ist eher unwahrscheinlich, weil fünf erwachsene Tiere auf so einem kleinen Boot, zusammen mit den Leuten, das klappt nicht. Damit bleibt die spannendste Möglichkeit übrig, nämlich die, das die Leute Fleisch transportiert haben, also Teile von Tierkörpern, in beide Richtungen. In der einen Richtung befindet sich der alte Thingplatz, in der anderen liegt der Hof Gjábakki.”

Der Bauer habe sich womöglich ein gutes Geschäft erhofft und sein Fleisch dort verkauft, wo beim alljährlichen Thing ordentlich Geld und viele Leute zusammenkamen.

“Die Knochenfunde stützen diese These, weil sie von den fleischreichen Teilen des Körpers stammen.

In Island gibt es bislang nur relativ wenige Bootsfunde. Bjarnis Ansicht nach müsse die Regierung nun entscheiden, ob das Boot gehoben und konserviert wird.