Transplantationspatient kam nicht zur OP, weil kein Flugzeug bemannt war

landspitali national university hospital iceland

Ein isländischer Transplantationspatient konnte nicht nach Schweden zur OP geflogen werden, weil keine Besatzung für den Krankentransportflug zur Verfügung stand, berichtet Vísir. Die Klinikleitung der Universitätsklinik Landspítali gab an, ein solcher Vorfall dürfe sich nicht wiederholen.

Der Patient hatte vor einer Woche gegen Mitternacht die Mitteilung erhalten, dass eine Spenderleber gefunden sei, und dass er sich schnellstmöglich zur OP in Schweden einzufinden habe. Doch was gut begann, endete alles andere als glücklich, denn gegen Morgen wurde ihm mitgeteilt, dass man für das Krankentransportflugzeug keine Mannschaft habe finden können, weswegen er es nicht zur lebensrettenden Operation schaffte.

Die isländische Krankenversicherung kümmert sich um die Verträge rund um den Krankenflugtransport, die Fluggesellschaft Ernir fliegt solche Auslandseinsätze und Mýflug bedient den Inlandsmarkt für Krankenlufttransporte.
“Wir haben Verträge mit diesen beiden Unternehmen darüber, dass diese Flüge absolute Priorität vor allen anderen Flügen geniessen, aber in diesem Fall war es nicht möglich, eine Mannschaft für das Flugzeug bereitzustellen,” sagte Sigurður Helgi Helgason, der Direktor der isländischen Krankenversicherung.
Mit der Fluggesellschaft Norlandair gibt es zwar ein Abkommen, aber in jener Nacht keinen Flug. Das Flugzeug der Küstenwache hatte sich ausser Landes befunden. Auch im Ausland habe man erfolglos nach einer Flugmöglichkeit gesucht, so Sigurður.

Flug hakte an nicht-vorhandener Besatzung
Von Seiten der Uniklinik hiess es, der Vorfall sei schwerwiegend und man erachte es als dringend, die Bemannung solcher Flüge unter allen Umständen zu sichern. Es gehe um die Interessen der Patienten. Ein solcher Vorfall dürfe sich nicht wiederholen. Bislang seien die Transporte stets möglich gewesen und man habe Probleme wie dieses stets in irgendeiner Form lösen können.

Auf Anfrage von Vísir hiess es bei Ernir, man bedauere den Vorfall, man habe alles versucht, den Patienten rechtzeitig nach Schweden zu transportieren. Es gebe jedoch kein Abkommen darüber, dass ein Flugzeug samt Besatzung Tag und Nacht zur Verfügung stehen muss. Der Vorfall sei ein Einzelfall, die Fluggesellschaft fliege Patienten seit etwa zehn Jahren zwei bis dreimal pro Monat ins Ausland. In der Regel könne man zwei bis drei Stunden nach dem Anruf abfliegen.

“Für eine Flugbereitschaft rund um die Uhr benötigt man mehr als eine Besatzung, und wahrscheinlich mehr als zwei, und damit sind grosser Aufwand und Kosten verbunden, aber natürlich kann man alle Möglichkeiten prüfen,” so Sigurður. “Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist nicht besonders hoch, und die Wahrscheinlichkeit, dass das wieder passiert, ist auch nicht hoch.” Man wolle den Fall ganz genau prüfen und nach Wegen suchen, um sicherzustellen dass Patienten geflogen werden können.