Parkgebühren an der Uni: Studenten monieren Alternativen

Háskóli Íslands University of Iceland

Die Präsidentin des Studentenrats der Universität Íslands bezeichnete es als Enttäuschung, dass mit Schaffung der neuen Parkgebühren für die Hochschulparkplätze keine Netzkarte für den öffentlichen Nahverkehr eingeführt wird, wie es in Europa vielerorts üblich ist, berichtet Vísir.

Parkgebühren für alle
Ab dem 1. September muss jeder Parkgebühren zahlen, der sein Fahrzeug auf den Parkplätzen der Hochschule abstellt. Damit will die Hochschule dem wachsenden Verkehr auf dem Universitätsgelände entgegenwirken. Der Rektor hatte die Betriebskosten für die Parkplätze auf jährlich rund 50 Mio ISK geschätzt.

Nun also muss jeder zahlen, je nach Entfernung des jeweiligen Parkplatzes ein wenig mehr, oder weniger. Studenten und Hochschulbeschäftigte können ihr Fahrzeug registrieren lassen und eine vergünstigte Monatskarte beantragen.

Studenten wollen mehr als nur Buskarte
Die Präsidentin des Studentenrates, Rakel Anna Boulter, sieht durchaus, dass gegen das hohe Verkehrsaufkommen auf dem Hochschulgelände vorgegangen werden muss, kritisiert aber, dass es zu den Parkgebühren keine Alternativen gibt.

„In dem Zusammenhang haben wir einen sogenannten U-Pass im Sinn, der im Ausland als Universitätspass bekannt ist, aber man könnte ihn auch als Umweltpass übersetzen, eine von der Hochschule subventionierte Netzkarte für den Nahverkehr, nicht nur eine Jahreskarte für den Bus, sondern vielleicht E-Scooter und ähnliche Verkehrsmittel. Daher ist gegen diesen Vorschlag abgestimmt worden, weil solche Alternativen nicht vorhanden sind, und das ist sehr enttäuschend,“ sagt Rakel. Ganz klar sei dies nur ein weiteres Erscheinungsbild des Geldmangels an der Hochschule, das vor allem die Studenten treffe.

Unzureichende Infrastruktur
Júlíus Viggó Ólafsson vom Studentenrat Vaka sagt, die meisten Studenten hätten ohnehin kaum Geld und könnten solche Extrakosten nicht tragen. Hinzu komme, dass das Busnetz ohnehin nicht viel tauge. „Der Grund dafür, dass die Leute nicht unbedingt den Bus benutzen, um zur Uni zu fahren, ist nicht, dass der Bus zu teuer ist. Es ist teuer, ein Auto zu halten. Die Infrastruktur ist einfach nicht gut genug, damit jeder den Bus und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann, zum Beispiel Leute mit Kindern, Leute, die arbeiten, oder Leute, die weiter vom Zentrum des Hauptstadtgebiets entfernt wohnen.”

In den Mittagsnachrichten auf Bylgjan hatte Hochschulrektor Jón Atli Benediktsson angegeben, die finanzielle Lage der Hochschule erlaube keine Subventionierung von Busfahrkarten. Die Entscheidung, in diesem Herbst Parkgebühren zu erheben, sei jedoch nur die erste von mehreren Massnahmen gegen das hohe Verkehrsaufkommen auf dem Hochschulgelände. Man wolle jedoch später noch weitere Optionen für Studenten und Beschäftigte schaffen.

 

Nordlichtgedränge bei Grótta, Bürgermeister will Parkgebühren

sunset

Der Bürgermeister von Seltjarnarnes will prüfen, ob am Aussichtspunkt Grótta Parkgebühren erhoben werden sollten. An Nordlichtabenden drängen sich dort die Schaulustigen, natürlich kommen die allermeisten mit dem Auto, und vorgestern Abend hinterliess einer von ihnen eine hässliche Spur im Erdreich.
Die Besuchsbelastung des beliebten Aussichtspunktes an der Küste von Seltjarnarnes hat in den letzten Jahren zugenommen, erst recht Abenden wie dem vergangenen Freitag, wo spektakuläre Nordlichter am Himmel tanzten.

Romantische Eiskremfahrt für Reykjavíker
Heute Morgen fand ein Anwohner dann eine frische Reifenspur im Erdreich ausserhalb des Parkplatzes, möglicherweise von einem Bus.
Der Bürgermeister ist nicht erfreut, glaubt aber, dass da vielleicht auch jemand aus Versehen vom Asphalt heruntergefahren sei. Dennoch bittet er die Busreiseanbieter, keine grossen Busse nach Grótta zu schicken, wenn Nordlicht zu erwarten ist und das Gelände ohnehin voller Besucher.
„Das ist einer der beliebtesten Halteplätze des Hauptstadtgebietes, nach Zählungen des Marketingbüros,“ sagt Bürgermeister Þór Sigurgeirsson. „Das ist auch eine romantische Eiskremfahrt, und viele machen sich zur Grótta auf an so einem schönen Abend wie am Freitag.“

Grosser Andrang und Ausbau nötig
Nun aber ist der Andrang auf Grótta und Snoppa so gross geworden, dass die Gemeinde allerhand Möglichkeiten prüft. Etwa eine Art Tor, oder sogar ein Eintrittsgeld, mit dem man die Zufahrt regulieren kann, so Þór. „Das Gelände ist sehr sensibel, wie man sieht. Es ist klein und absolut kein Platz für Busse mit 70 Fahrgästen unter Bedingungen wie am Freitagabend.“
Þór empfiehlt, dass die Busunternehmen in einiger Entfernung zur Grótta halten und die Fahrgäste den Rest zu Fuss zurücklegen. Die Gemeinde hingegen müsse nun einen weiteren Ausbau von Grótta prüfen, und wie man den finanzieren könnte.
Zwei Unternehmen hätten bereits ein Angebot für ein Parkgebührensystem eingereicht. Das Thema Parkgebühren müsse aber erst mal im Stadtrat diskutiert werden. Höchste Zeit, findet der Bürgermeister. „Ich denke, die Zeit ist gekommen, wo wir das Gebiet schützen und den Zugang regulieren müssen, denn es ist ziemlich gefährdet, wie das Beispiel zeigt.“, sagt Þór. „Eigentlich haben wir dort im westlichsten Teil von Seltjarnarnes bisher noch nichts im Bezug auf den Tourismus unternommen, aber es kommen ziemlich viele Leute dorthin, und ich denke, dass die Gemeinde jetzt einfach mal anfangen muss, sich damit zu befassen und was zu unternehmen, und auch Einnahmen daraus zu ziehen, um das Gelände noch besser auszubauen.”

Licht aus für Nordlicht
Der Umweltaktivist und Buchautor Andri Snær Magnason sprach sich in einem Facebookbeitrag gegen die Erhebung von Parkgebühren für Grótta aus. Vielmehr solle die Stadt an Abenden, wenn starke Nordlichtaktivität zu erwarten sei, doch einfach mal das Licht ausschalten, zumal an Orten, die des Abends ohnehin nicht genutzt würden. Dunkelheit wurde den Menschen auch an anderen Stellen der Hauptstadt ein Erlebnis ohne Lichtverschmutzung ermöglichen. Die Naturzöllner würden langsam lästig, findet Andri Snær.

Naturschutzgebiet in Bedrängnis
Grótta ist eine mit dem Land verbundene und reich bewachsene Insel am Westzipfel von Seltjarnarnes. Aufgrund ihrer Vegetation und des reichen Vogellebens steht sie seit 1974 unter Naturschutz. Vor allem Küstenseeschwalben, Eiderenten, Eissturmvögel, Meerstrandläufer und Austernfischer nisten dort, das Betreten des Geländes ist daher zwischen dem 1. Mai und dem 15. Juli verboten. Im Winter verweilen manche Zugvögel gerne an der Grótta.

Einst war die Insel mit dem Land verbunden, doch eine schwere See im Jahr 1788 grub die Verbindung fort, und der noch vorhandene Zugang steht heute bei Flut unter Wasser. Erste Erwähnung findet Grótta im Jahr 1547, und bis auf eine Pause von rund 100 Jahren ist die Insel die meiste Zeit bewohnt und bewirtschaftet gewesen. Der neue Leuchtturm war im Jahr 1947 in Betrieb genommen worden.
Grótta stellt vor allem für Hauptstadtbewohner ein beliebtes Naherholungsgebiet dar, etwa für den Abendspaziergang am Meer.

 

Reykjavík hebt Parkgebühren an

Parken in Reykjavík wird teuer: die Mehrheit des Reykjavíker Stadtrates hat heute entschieden, die Parkgebühren in der Innenstadt um 40% anzuheben. Die gebührenpflichtige Parkzeit verlängert sich an Werktagen und Samstagen bis 21 Uhr, ausserdem muss man jetzt auch Sonntags zwischen 10 und 21 Uhr Parkgebühren bezahlen.
Bislang kostete die Stunde im Bereich 1 der Innenstadt 430 ISK, nach der Gebührenerhöhung werden 600 ISK fällig. Allerdings darf auf diesen Plätzen nur maximal drei Stunden geparkt werden.
Mit dieser Erhöhung ist das Parken in Reykjavík teurer geworden als in Arosa, der zweitgrössten Stadt Dänemarks. Nur Kopenhagen ist mit umgerechnet 823 ISK pro Stunde noch teurer, berichtet Heimildin.

Reykjanesausbruch: Ab jetzt sind am Parkplatz Parkgebühren fällig

Tourists admiring the new lava in the Reykjanes eruption

Die Landbesitzer von Hraun haben für den Parkplatz am Wanderweg zum Vulkanausbruch eine Parkgebühr von 1000 ISK (6,66 EUR) erhoben. Heute morgen sind dort Schilder aufgestellt worden, die Parkgebühr wird ab sofort online eingezogen, die Zahlung wird elektronisch kontrolliert. Die Einnahmen werden dafür genutzt, eine Infrastruktur in dem Gebiet aufzubauen, darunter weitere Parkplätze und Strassen, um den Zugang zu dem touristisch beliebten Gebiet zu erleichtert.

“Es war der Punkt gekommen, wo man doch einiges in dem Gebiet aufbauen musste, und es ist für die Landbesitzer unausweichlich geworden, diesen Weg einzuschlagen,” gab Sigurður Guðjón Gíslason mbl.is gegenüber an. Sigurður ist einer der rund 20 Besitzer des Landes Hraun, wo sich der Vulkanausbruch am 19. März ereignete und immer noch andauert. Er sagt, das durch die Parkgebühren eingehende Geld fliesse in den geplanten neuen Parkplatz näher an der Eruptionsstätte, sowie in den Wegebau, welcher der Sicherheit von Besuchern diene und den Zugang erleichtere. Die Wanderung verkürzt sich damit um drei Kilometer.

Auf den Informationsschildern steht zu lesen “Parkgebühren sind notwendig um die Sicherheit zu erhöhen, den Zugang zu verbessern und die Natur zu schützen. Danke für Ihr Verständnis.”