Dritte COVID-19 Welle bringt höhere Belastung für Reykjavíker Pandemiehaus

Reykjavík pond

In der aktuellen dritten COVID-19 Welle in Island ist der Gesundheitszustand von Personen, die sich für eine Quarantäne oder Isolierung in das staatliche Pandemiehaus begeben müssen, eher schlechter als bei jenen, die sich bei der ersten Welle im Frühjahr aufgrund einer Infektion dort aufhalten mussten, berichtet Vísir. Die Symptome seien breiter gefächert und anders, sagt Gylfi Þór Þorvaldsson, der Leiter des Pandemiehauses in Reykjavík.
“Das ist nun so, dass die Leute schwer krank werden. Es ist notwendig für alle, die sich noch nicht angesteckt haben, besonders vorsichtig zu sein, weil die Leute richtig übel dran sind,” erklärte Gyfli in den Mittagsnachrichten.

Weitaus mehr Leute als noch im Frühjahr hätten die Pandemiehäuser Hotel Lind und Hotel Rauðará jetzt aufsuchen müssen. Etwa 600 Personen haben sich dort aufgehalten oder sind noch in den Häusern, bei der ersten Welle waren es nur 50 Personen gewesen.
Die Kapazitäten von Hotel Lind sind ausgeschöpft, dort ist kein Platz mehr für alle COVID-19 Patienten, und so soll nun heute oder morgen eine ganze Etage im Hotel Rauðará für Patienten freigemacht werden. Dort hatten sich bislang nur Personen in Quarantäne aufgehalten.
Es bestehe keine Gefahr für eine Ansteckung, so Gylfi, da man die Seuchenschutzmassnahmen akribisch einhalte und die Etagen hermetisch abriegele. Bis zum heutigen Tag hat es in den beiden Pandemiehäusern keinen einzigen Quarantäne- oder Ansteckungsfall unter den Mitarbeitern gegeben.

COVID-Patienten im Sommerhaus gibt Probleme
Viele Gründe haben dazu geführt, dass die Zahl der Patienten ansteige, erklärt Gylfi. Zum Beispiel werden dort Personen beherbergt, die an einer COVID-19 Infektion leiden, aber nicht so krank sind, dass sie stationär aufgenommen werden müssen.
“Wir haben Leute vom Land, die die COVID-Abteilung näher bei sich haben möchte, falls ihr Zustand sich verschlechtert. Wir haben in der ersten Pandemiewelle gesehen, dass Erkrankte ins Sommerhaus gefahren sind, um sich dort zu isolieren, und da konnte Probleme auftreten, wenn der Gesundheitszustand sich rapide verschlechterte. Es ist auch zeitaufwendig, den Krankenwagen hinter alle Berge zu schicken und dort nach Leuten zu suchen. Hierher sind schliesslich auch Leute gekommen, die aus besonderen Umständen nicht bei sich zuhause sein konnten, Grunderkrankungen bei Mitbewohnern und so weiter. Das kann alles mögliche sein, weswegen Leute zu uns kommen müssen.”

Rund um die Uhr im Dienst
Die Pandemiehäuser haben ihren Mitarbeiterstab vergrössert, sodass es nun einen Schichtdienst rund um die Uhr gibt. Eine grosse Belastung für die Beschäftigten, “aber wir haben gute Leute, die ihren Job gut machen und auf sich achtgeben, dass sie sich genügend ausruhen und Energie tanken. Ein guter Geist herrscht in der Gruppe. Das macht Spass, bei uns zu arbeiten – das muss es – auch wenn die Lage schwierig ist und viele schwierige Situationen entstehen. Wir müssen zwischendurch auch mal leichte Töne anschlagen, und das tun wir.”