Futterponton gesunken, Gefahr von auslaufendem Öl im Reyðarfjörður

Bíldudalur Arnarfjörður

In Reyðarfjörður ist in der Nacht zum Sonntag ein 25 Meter langer und 12 Meter breiter Futterponton des Lachszuchtunternehmens Laxá gesunken, nachdem Meeerwasser in den Maschinenraum eingedrungen war. Auf dem Ponton befand sich Fischfutter für die Lachszuchtbecken im Fjord. Zum Zeitpunkt des Unglücks war niemand an Bord gewesen.

Laxá-Geschäftsführer Jens Garðar Helgason vermutet, dass starke Vereisung zu einer Schieflage des Pontons geführt habe. Nun liegt das Gefährt in 40 Metern Tiefe des Fjords, nicht weit vom Land entfernt. Jens zufolge stelle das Wrack keine Gefahr für andere Schiffe dar.
Das Küstenwachschiff Þór war zum Bergungseinsatz angerückt, hatte aber wetterbedingt nicht viel ausrichten können.

Mbl.is berichtet, dass Öl aus dem Wrack ausgetreten sei, man habe einen Ölfilm und Ölgeruch auf dem Wasser entdeckt. An Bord hatten sich 10.000 Liter Öl befunden. Jens Garðar zeigte sich deswegen nicht besorgt. Falls Öl austrete, so Jens, verteile es sich schnell im Meer, weil es sich um leichtes Dieselöl handle und der Wind bei der Verteilung helfe.
Zur Stunde sind RÚV zufolge Taucher auf dem Weg nach Reyðarfjörður, um das Leck zu untersuchen und ein weiteres Auslaufen von Öl zu verhindern.

Auch im Fáskrúðsfjörður war gestern Morgen gegen sieben Uhr ein Futterponton in Schieflage geraten. Dort hatte die Feuerwehr jedoch das Wasser abpumpen und so ein Kentern verhindern können.

Papageitaucher: alljährliche Rettungssaison im vollen Gange

Puffin rescue Westman Islands

Die Kükensaison der Papageitaucher ist in vollem Gange auf den Westmännerinseln. Dort arbeiten derzeit Jung und Alt daran, verirrten Jungvögeln den Weg ins Meer zu zeigen, berichtet RÚV. Mit Ende des Sommers machen sich die Jungvögel auf den Weg ans Wasser, doch viele werden durch die Lichter der Stadt abgelenkt und glauben, sie hätten reflektierende Sterne im Meer vor sich.

Eine Heerschar von Freiwilligen hat in diesem Jahr 50 Prozent mehr Jungvögel gerettet als noch im Vorjahr. Der Leiter des isländischen Instituts für Naturkunde, Erpur Snær Hansen, bezifferte die geretteten Vögel auf 2131 Exemplare.

Die Papageitaucherpatrouille auf den Westmännerinseln, hier gibt es Fotos auf Facebook, wird seit vielen Jahren durchgeführt. Die Freiwilligen machen sich nachts auf den Weg, die verirrten und desorientierten Vögel von den Strassen zu holen, packen sie in Kartons und tragen sie zum Meer. Nach den letzten mageren Aufzuchtjahren sind in diesem Jahr wieder viel mehr Jungvögel unterwegs.

Ich schätze es sind etwa 50 Prozent mehr Vögel, was etwa 10.000 Exemplare macht, und das ist etwa die gleiche Zahl wie vor der Jahrhundertwende,” sagte Erpur.

In diesem Jahr sind die bunten Jungvögel jedoch leichter und magerer als in den Vorjahren, was Erpur auf ihre Nahrungsgrundlage zurückführt. Der Sandaal, der den Hauptbestandteil des Futters ausmacht, ist dieses Jahr spät in isländische Gewässer gekommen, und die Küken haben stattdessen Krill zu fressen bekommen.

Das ist ziemlich nährstoffreich. Da ist wenig Fett drin und das bedeutet, dass sich das Wachstum der Küken verzögert hat. Man könnte sagen, dass die auf Diät gewesen sind.”

Nicht immer kann man desorientierte Jungvögel retten, die sich auf den Weg zum Meer machen und stattdessen in Downtown Heimaey in Öllachen landen. Für Erpur ist die Ölverunreinigung im Hafen besorgniserregend.

Das bleibt lange dort, und der Hafen ist lang und schmal, wenn da irgendwas reinkommt, dann bleibt das da für lange Zeit. Die Lage ist nicht gut und ich denke, da muss was unternommen werden.”

Freiwillige Helfer beim Naturkundeinstitut kümmern sich um die Reinigung der ölverschmierten Vögel.

Erpur ist dennoch mit der Brutsaison zufrieden. “Das sieht nach einem guten Jahr aus, zum ersten Mal nach zehn Jahren,” sagte er Iceland Review gegenüber.