Erdbeben erschüttert Nordisland

Am Samstag Nachmittag hat sich in Nordisland ein Erdbeben der Stärke 5,6 ereignet, wobei das Beben in vielen Städten und Gemeinden im ganzen Norden verspürt werden konnte, berichtet RÚV.

Kurz nach 15 Uhr begann die Erde zu beben, das Zentrum des Bebens befand sich etwa 20 Kilometer vor der Küste von Siglufjörður. Nach Angaben der Erdbebenabteilung beim isländischen Wetteramt war dem starken Beben in der Region ein Beben der Stärke 5,3 vorausgegangen, welches in Dalvík, Hofsós, Siglufjörður, in Akureyri und selbst in der Gemeinde Hörgársveit, die in einem Tal im Inland liegt, bemerkt worden war.

Bereits am Freitagnachmittag hatte im Bereich der Tjörnes-Frakturzone (TFZ) ein Erdbebenschwarm begonnen, der in dem starken Beben am Samstag gipfelte. Nach dem Samstagbeben gab es einen Nachbebenschwarm, viele von diesen Beben wurden mit einer Stärke von 3,0 und höher gemessen.

Auch wenn das starke Beben in der gesamten Region zu spüren war, so hat es dennoch keine grossen Schäden verusacht. Nach Angaben der Polizei gingen weniger Anrufe ein als erwartet, vermutlich auch weil mehr Leute den sonnigen Tag in der freien Natur verbrachten.

Raumfahrtunternehmen will Rakete von Island aus abschiessen

rocket launch skyrora

Das europäische Raumfahrtunternehmen Skyrora hofft, in diesem Jahr Raketen in Island testen zu können, berichtet RÚV. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Bedingungen in Island, vor allem im Nordosten, seien ideal für einen Raketenabschuss. Skyrora plant, drei Testabschüsse in diesem Jahr in Island durchführen zu können.

Skyrora ist ein europäisches Star-up Unternehmen, welches Raketen für den Satellitentransport ins All entwickelt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Schottland, wo es unter anderem eine 3D gedruckte Raketenmaschine entwickelt hat.

Island ist ein fantastischer Ort, vor allem an der Nordküste. Dort ist die Bevölkerungsdichte niedrig, fantastischer Zugang zu sonnengesteuerten und polaren Umlaufbahnen für die Satelliten,” schwärmt Owen Hughes, der Partnership Manager des Unternehmens, kürzlich Journalisten gegenüber. Es habe schon in der Vergangenheit Raumfahrttests in Island gegeben, “zum Beispiel die Tests für die Apollo Mannschaften in den 60ger Jahren.”

In den kommenden 12 Monaten planen wir, Raketen in einer Grösse von zwei bis 11 Metern zu starten, die eine Reichweite von 45 bis 100 Kilometern ins All haben. Sie werden zum Land zurückkehren, daher wollen wir sie ins Meer schiessen, aber wir arbeiten mit den entsprechenden Behörden, auch der Küstenwache, daran, um sicherzustellen, dass dies keine Bedrohung für Seeleute auf dem Meer ist, dass es keine langfristigen Schäden verursacht und das alles so rasch wie möglich wieder an Land gebracht wird,” sagte Hughes.

Wildes Campen im Norden verboten

Das wilde Campen und Übernachten ausserhalb gekennzeichneter Campingplätze ist nun auch im Nordwesten Islands nicht mehr gestattet.

Für das Norðurlandi vestra trat eine neue Polizeiverordnung in Kraft, die zum ersten Mal für alle Gemeinden in der Region gültig ist.

In bewohnten Gegenden ist es nicht gestattet, in Zelten, Campern, Wohnmobilen, Wohnanhängern und mit anderer vergleichbarer Ausrüstung ausserhalb von gekennzeichneten Campingplätzen zu übernachten.” heisst es im 12. Paragraphen der Verordnung.

An den meistbesuchtesten Touristenorten sollen nun Verbotsschilder aufgestellt werden, wo auch auf den nächstliegenden Campingplatz verwiesen wird.

Damit ist bezieht sich das Übernachtungsverbot in Campern, Wohnmobilen und Zelten auf fast das gesamte Land, im Ostland und im Südland waren vergleichbare Verordnungen schon in den Vorjahren in Kraft getreten.

Die Regelung gilt für besiedelte Gebiete.

In der Vergangenheit hatten Touristen, die ihre Camper auf Parkplätzen und in Hofeinfahrten zum Übernachten abgestellt hatten, wiederholt den Ärger der Bewohner provoziert, nicht zuletzt weil es auf Parkplätzen und in Hofeinfahrten keine sanitären Anlagen gibt.

Bis vor wenigen Jahren hatte in Island noch das Jedermannsrecht gegolten, nach dem man sich ausser auf bewirtschaftetem Land überall frei bewegen konnte und auch das Recht hatte, nach Anfrage beim Landeigentümer eine Nacht im Zelt zu übernachten. Die steigende Zahl der Übernachtungsgäste auf Parkplätzen rief nach einer neuen Regelung, die vor allem für Gemeindeländereien (dazu gehören in der Regel Parkplätze) Gültigkeit hat.

Erdbebenschwarm bei Kópasker

Der Erdbebenschwarm in nordisländischen Tjörnesbrotabelti, der seit vergangenem Samstag nicht abreisst, hat sich von der Stärke her etwas beruhigt, wie es bei der Erdbebenüberwachungsabteilung des isländischen Wetteramtes heisst.

Der Zivilschutz hatte am Samstagmittag die Ungewissheitswarnstufe ausgerufen, sie ist immer noch in Kraft. Morgen wollen Experten, Zivilschützer und Polizeivertreter im Wetteramt zusammentreffen, um sich abzustimmen, berichtet RÚV.

Gestern abend trug sich das bislang schwerste Beben mit einer Stärke von 4,2 zu. Das Beben konnte in Kópasker und auf den umliegenden Höfen gut wahrgenommen werden. Die meisten Erdbeben haben ihre Ursprung etwa sechs bis acht Kilometer südwestlich von Kópasker.

Die ausgerufene Ungewissheitswarnstufe bedeutet, dass der Zivilschutz mehr Kontrollbefugnis erhält, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Gleichzeitig wird dadurch auch die Zusammenarbeit mit anderen Behörden sowie der Informationsfluss erleichtert.

Zivilschutz und Polizei in Nordisland raten allen, die in einem bekannten Erdbebengebiet wohnen, ihr Zuhause und den Arbeitsplatz auf Sicherheitsdefizite zu überprüfen. Auf der Internetseite des Zivilschutzes findet man entsprechende Hinweise, wie man im Fall eines schweren Bebens Schäden und Verletzungen so gering wie möglich halten kann.

Auf der Webseite des Wetteramtes steht zu lesen, dass einem solchen Bebenschwarm auch ein sehr schweres Beben folgen kann. In den meisten Fällen verebbt die Bebentätigkeit jedoch langsam.

Kopasker hat in der Vergangenheit mehrere schwere Bebenschwärme und Erdbeben erlebt. Am 14. Januar 1976 zerstörten Beben der Stärke 5,5 bis 6 die meisten Häuser im Ort, Frauen, Kinder und alte Menschen mussten daraufhin evakuiert werden. Ähnliche Erdbebenschwärme traten auch im Mai 1997, im April 2007, im April 2009 und im Oktober 2014 auf.