Nordisches Plankenboot auf der UNESCO-Liste für Weltkulturerbe

Bau und Nutzung des nordischen Plankenbootes sind von der UNESCO auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen, berichtet RÚV. Die Listung bezieht sich auf Plankenboote aus den fünf nordischen Ländern, Island, Norwegen, Finnland, Schweden und Dänemark.

Nordische Plankenboote werden in den genannten Ländern seit fast 2000 Jahren gebaut. Diese Boote sind mit fünf bis zehn Metern Länge eher klein und stets ganz aus Holz gefertigt. Auch wenn die handwerkliche Ausführung je nach Region variiert, liegen doch die gleichen Basistechniken zugrunde, wie es auf der Webseite der UNESCO heisst: “Dünne Planken werden an den Rücken von Kiel und Vorsteven befestigt, und die überlappenden Planken dann mit Metallnieten, Holznägeln der Seilen aneinander befestigt. Die Innenseite des Bootes wird durch Rahmen verstärkt.”
Plankenboote wurden traditionellerweise zur Fischerei und für den Transport genutzt. Der Bau eines solchen Bootes erforderte grosse handwerkliche Fertigkeiten und nahm lange Zeit in Anspruch. In der Regel begann ein Botsbauer in jungen Jahren als Lehrling bei einem Meister, und bisweilen dauerte es ein ganzes Jahrzehnt, bis er das Handwerk beherrschte.

Vor fünf Jahren hatten verschiedene nordische Kulturinstitutionen, Vereinigungen und Einzelpersonen damit begonnen, an der Nominierung des Plankenbootes zu arbeiten. Mehr als 200 Vereinigungen hatten am Ende den Antrag auf Nominierung unterzeichnet, die von allen fünf Regierungen unterstützt wurde.
Sigurbjörg Árnadóttir, die Vorsitzende des isländischen Leuchtturmvereins sagte, man habe auf die Nominierung relativ lange hingearbeitet. “Diesen Meilenstein zu erreichen ist einfach wundervoll, wir sind so glücklich,” sagt sie.

Die Idee sei nach einer ganzen Reihe von Festivals gekommen, die sich mit der nordischen Küstenkultur befassten. Diese Festivals hatten an verschiedenen Orten stattgefunden, wie etwa in Norwegen, auf den Färöerinseln und in der isländischen Stadt Siglufjörður. “Während der Festivals haben wir unser Wissen und unsere Expertise untereinander geteilt und schnell gemerkt, dass der Bau des Plankenbootes eine gemeinsame nordische Tradition ist, die sich über Jahrtausende erhalten hat,” erklärt Sigurbjörg.
Sie war die ganze Zeit davon überzeugt, dass die UNESCO diese Bootsbautradition als Weltkulturerbe anerkennen würde. “Wir haben die Bewerbung sehr gut vorbereitet und konnten viele Verbündete ins Boots holen.”
Auch wenn sich die Nutzung des nordischen Plankenbootes durch die Zeiten hindurch geändert hat, geniesst die Tradition der UNESCO zufolge immer noch grosse Bedeutung. Heute werden diese Boote eher für zeremonielle Zwecke genutzt, wie bei Festlichkeiten oder Sportveranstaltungen. Die isländische Dokumentarfilmerin Ásdís Thoroddsen hatte im Jahr 2010 einen Film über den Bau von Plankenbootes gedreht, Súðbyrðingur – saga báts, sowie eine Bauanleitung verfilmt.