Weniger Neuinfektionen, aber schwerer erkrankte Patienten

landspitali national university hospital iceland

Gestern sind in Island 20 neue COVID-19 Fälle gefunden worden. Fünf der getesteten Personen hatten sich in Quarantäne befunden. In stationärer Behandlung befinden sich derzeit vier Personen, eine fünfte liegt nach Angaben der Universitätsklinik auf der Intenisvstation am Beatmungsgerät.

Neusten Zahlen zufolge befinden sich zur Zeit 455 Personen in Isolation, in Quarantäne sitzen nun 1895 Personen, nachdem gestern noch einmal 115 Personen hinzukamen. In diagnostischer Quarantäne befinden sich 1614 Personen. Innerhalb der letzten elf Tage ist das neuartige Coronavirus bei etwa 400 Personen in Island festgestellt worden. Die Reproduktionsrate liegt zur Zeit bei 118,1 für das Inland, und bei 6,3 bei Fällen an der Grenze.

COVID-Ambulanz verzeichnet Zuwachs
Auch die Zahl der Personen, die medizinische Hilfe in der COVID-Ambulanz der Uniklinik gesucht haben, ist in den vergangenen zwei Tagen stark angestiegen. Nach Angaben von Már Kristjánsson, dem Chefarzt der Infektionsabteilung, seien mehr Patienten in der Kategorie ‘gelb’ vorstellig geworden. Die COVID-Ambulanz verwendet eine Farbtabelle, um Patienten nach Schweregrad einordnen zu können. Grün bedeutet wenig bis keine Symptome, unter gelb fallen Patienten mit erheblichen Symptomen, die besonders überwacht werden müssen, und Patienten in der Kategorie rot sind Fälle für eine stationäre Aufnahme.

Man habe damit gerechnet, so Már, dass die Gruppe der schwerer Erkranken anwachsen würde. “Das sind nun mehr in der Gruppe, die überwacht werden, und mehr in der Kategorie gelb als bisher. Das belastet uns sehr.” Es sei nun nicht so, dass das Krankenhaus damit nicht fertig werde. “Aber das kommt zu den hausinternen Infektion hinzu, mit denen wir gerade kämpfen.”
Etwa 35 Mitarbeiter des Krankenhauses befinden sich derzeit in Isolierung, 200 sitzen in Quarantäne. Zwei weitere gesamte Abteilungen sollen zum Test geschickt werden, weil sie einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt waren.

Már sagt, die Klinik sei mit Medikamenten gut bestückt und habe eine Anwendungsroutine entwickelt. “Wenn die Leute eingewiesen werden, dann weil sie schwerer an COVID-19 erkrankt sind, oder weil sie krank sind und zusätzlich diese Infektion haben.”
Beim isländischen Krisenstab wird zur Zeit über strengere Massnahmen nachgedacht, doch Már glaubt nicht, dass dies notwenig ist, weil die Spitze dieser Welle vor etwa einer Woche gewesen sei. Das Krankenhaus hingegen habe noch etwas länger damit zu tun.

Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason rechnet damit, dass in den kommenden Tagen mehr Patienten stationär aufgenommen werden müssen. Schon im Frühjahr habe man gesehen, dass schwerwiegende Symptome und schwere Krankheitsverläufe oft erst ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung eintreten. Er glaubt, dass die vergleichsweise niedrige Fallzahl von gestern keinen Trend anzeigt, sondern als Tagesschwankung einzuordnen ist.