Papageitaucher: alljährliche Rettungssaison im vollen Gange

Puffin rescue Westman Islands

Die Kükensaison der Papageitaucher ist in vollem Gange auf den Westmännerinseln. Dort arbeiten derzeit Jung und Alt daran, verirrten Jungvögeln den Weg ins Meer zu zeigen, berichtet RÚV. Mit Ende des Sommers machen sich die Jungvögel auf den Weg ans Wasser, doch viele werden durch die Lichter der Stadt abgelenkt und glauben, sie hätten reflektierende Sterne im Meer vor sich.

Eine Heerschar von Freiwilligen hat in diesem Jahr 50 Prozent mehr Jungvögel gerettet als noch im Vorjahr. Der Leiter des isländischen Instituts für Naturkunde, Erpur Snær Hansen, bezifferte die geretteten Vögel auf 2131 Exemplare.

Die Papageitaucherpatrouille auf den Westmännerinseln, hier gibt es Fotos auf Facebook, wird seit vielen Jahren durchgeführt. Die Freiwilligen machen sich nachts auf den Weg, die verirrten und desorientierten Vögel von den Strassen zu holen, packen sie in Kartons und tragen sie zum Meer. Nach den letzten mageren Aufzuchtjahren sind in diesem Jahr wieder viel mehr Jungvögel unterwegs.

Ich schätze es sind etwa 50 Prozent mehr Vögel, was etwa 10.000 Exemplare macht, und das ist etwa die gleiche Zahl wie vor der Jahrhundertwende,” sagte Erpur.

In diesem Jahr sind die bunten Jungvögel jedoch leichter und magerer als in den Vorjahren, was Erpur auf ihre Nahrungsgrundlage zurückführt. Der Sandaal, der den Hauptbestandteil des Futters ausmacht, ist dieses Jahr spät in isländische Gewässer gekommen, und die Küken haben stattdessen Krill zu fressen bekommen.

Das ist ziemlich nährstoffreich. Da ist wenig Fett drin und das bedeutet, dass sich das Wachstum der Küken verzögert hat. Man könnte sagen, dass die auf Diät gewesen sind.”

Nicht immer kann man desorientierte Jungvögel retten, die sich auf den Weg zum Meer machen und stattdessen in Downtown Heimaey in Öllachen landen. Für Erpur ist die Ölverunreinigung im Hafen besorgniserregend.

Das bleibt lange dort, und der Hafen ist lang und schmal, wenn da irgendwas reinkommt, dann bleibt das da für lange Zeit. Die Lage ist nicht gut und ich denke, da muss was unternommen werden.”

Freiwillige Helfer beim Naturkundeinstitut kümmern sich um die Reinigung der ölverschmierten Vögel.

Erpur ist dennoch mit der Brutsaison zufrieden. “Das sieht nach einem guten Jahr aus, zum ersten Mal nach zehn Jahren,” sagte er Iceland Review gegenüber.

 

 

 

Birkenpollen aus Europa in Island gefunden

In der vergangenen Woche sind in Island Birkenpollen aus Europa und Russland gefunden worden. Wie RÚV berichtet, brachten starke Winde aus Osteuropa die Pollen zusammen mit Staub aus der Sahara auf die Insel. Ein Grossteil des Staubs und der Pollen war über dem Mittelmeer abgegangen, aber eine messbare Menge schaffte es den langen Weg nach Island.

Am 25. April, dem nach dem alten Kalender Ersten Sommertag in Island, wurden an Messstationen des Naturkundeinstitutes in den Städten Garðabær und Akureyri eine ansehnliche Menge nicht-isländischer Birkenpollen gefunden. Nur zweimal seit Beginn der Messungen, im Mai 2006 und im April 2014, so heisst auf der Webseite des Institutes, habe man eine derart hohe Menge an Birkenpollen ermittelt.

Sowohl im Süden als auch im Norden des Landes hatte es durch die warme Witterung in der vergangenen Woche einen Vegetationsschub gegeben, vor allem rund um Akureyri war alles ergrünt.

Für die kommenden Wochen muss mit einem hohen Gehalt an Birkenpollen gerechnet werden, was vor allem Allergikern Probleme bereiten kann.

Schwan mit Schnabel in Blechdose gerettet

Gestern konnte ein Schwan auf dem Urriðakot See in Garðabær vom sicheren Tod gerettet werden, berichtet das Morgunblaðið. Der Schwan hatte es vor zwei Wochen geschafft, seinen Schnabel in einer zerborstenen Red Bull Blechdose zu verhaken und konnte keine Nahrung mehr aufnehmen.

Nachdem Anwohner das Tier entdeckt hatten, gelang es gestern nun einem Expertenteam des isländischen Naturkundeinstituts, den Schwan zu fangen und die Dose von seinem Schnabel zu entfernen. Das Tier erholt sich nun im Reykjavíker Zoo.

Den Anwohnern, die den Schwan schon vor zwei Wochen gesichtet hatten, war es nicht gelungen, dem Tier nahe genug zu kommen, um ihm zu helfen. Ólafur Nielsen vom Naturkundeinstitut sagt, der Schwan sei halbtot gewesen, als sein Team vor Ort erschien. “Er war erschöpft und lag sterbend auf dem Wasser. Daher konnten wir ihn so schnell greifen.”

Der verletzte Schnabel wurde verarztet, dann wurde das Tier zur Erholung in den Zoo gebracht. Ólafur ist zuversichtlich, dass der Schwan seine alte Form wieder erreicht. “Der Vogel war ziemlich im Schock,” sagte er. Der Zoo sorge sicher gut für ihn.

Dieser Fall sei kein einzelner, sein Institut habe regelmässig mit Vögeln zu tun, die in Plastik oder anderem Müll festhingen.

Der Reykjavíker Haustierzoo berichtete von dem Neuzugang auf seiner Facebookseite. Der Schwan habe bereits wieder Nahrung zu sich genommen und werde solange bleiben, bis er sich ganz erholt habe.