Handball-EM: Island verliert knapp gegen Deutschland

Die isländische Handballnationalmannschaft der Herren hat gestern in der EM-Hauptrunde gegen Deutschland verloren. Damit hat das Team keine Chance mehr auf die Endrunde oder eine EM-Medaille. Sie könnte sich aber immer noch einen Platz für die olympischen Qualifikationsspiele im März sichern. Dafür müssten sie mindestens zwei ihrer drei letzten Spiele gewinnen, berichtet das Morgunblaðið.

Das Spiel gestern abend hatte in der Lanxess Arena in Köln stattgefunden, wo die Deutschen gleich den doppelten Heimvorteil genossen. In der Halbzeit führten sie mit einem Tor, und zehn Minuten vor Spielende konnte dann Island die Führung übernehmen. Am Ende gelang jedoch Deutschland das entscheidende Tor.

Alfreð lobt seine Landsleute
Der isländische Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Alfreð Gíslason, lobte ausdrücklich die Leistung des isländischen Teams bei dieser Europameisterschaft. Es sei für ihn sehr schwer gewesen, auf den Spielbeginn zu warten, und ausgesprochen merkwürdig, mit beiden Mannschaften zu fiebern. Alfreð bezeichnete das Spiel als hervorragend auf beiden Seiten. Die Isländer hätten ihr bislang bestes Spiel abgeliefert, sie seien taktisch sehr gut aufgestellt gewesen. Am Ende sei der Sieg an Kleinigkeiten gescheitert, und eigentlich hätten sie den Sieg auh verdient gehabt. Er sei stolz auf seine Landsleute gewesen, und hätte doch beide Mannschaften unterstützt.

Das einzig Negative für ihn an dem Abend sei der gescheiterte Versuch gewesen, die isländische Nationalhymne zu spielen. Vom Europäischen Handballverband verlautete, das Abspielgerät sei hängengeblieben.
Am Tag nach dem Spiel kommen aus dem isländischen Lager Stimmen, die das Siegestor der Deutschen als regelwidrig bezeichnen, die beiden deutschen Spieler hätten kurz vor Schluss Ballfehler vor der Nase der beiden Schiedsrichter begangen, ohne dass diese geahndet worden seien.

Drei spannende Spiele
Am Samstag tritt Island gegen Frankreich an, am Montag gegen Kroatien und am Mittwoch gegen Österreich. Für einen Qualifikationsplatz für Olympia benötigen sie zwei Siege und mehr Punkte als Österreich, Portugal, Slowenien oder die Niederlande.
Gestern Abend wurde auch ein isländischer Rekord gebrochen, als der französische Spieler Nikola Karabatic sein 289. Tor in seiner EM Karriere schoss. Vor ihm hatte der isländische Handballer Guðjón Valur Sigurðsson 288 EM-Tore während seiner langen und erfolgreichen Karriere erzielt.

WM-Nationalteam steht fest

Die Nationalmannschaft zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Islandpferde in Berlin steht nun endgültig fest. Nationaltrainer Sigurður “Diddi” Barðarson stellte Reiter und Pferde vorgestern im Ladenlokal von Hauptsponsor Lífland in Reykjavík vor.

Bei der Wahl, so schreibt Hestafréttir, war auf Erfolge bei den letzten drei Qualifikationsturnieren geschaut worden, das Íslandsmót Anfang Juli war das letzte der Serie. Ausserdem spielten die Erfolge der Reiter auf Grossturnieren im Ausland eine Rolle bei der Auswahl.

Vier Reiter waren bereits im Jahr 2017 Weltmeister geworden, sie haben das Recht, ihren Titel zu verteidigen und damit einen sicheren Platz in der Mannschaft. Sieben Reiter wurden in der Sportklasse der Erwachsenen gewählt, fünf Reiter treten im Sport der Jugendlichen an. Ausserdem fahren sechs Pferde für die Zuchtprüfungen zur WM.

Hier gibt es die Liste:

Weltmeister von 2017

  • Jakob Svavar Sigurðsson mit Júlía frá Hamarsey (Viergang, Tölt)
  • Gústaf Ásgeir Hinriksson mit Sproti frá Innri-Skeljabrekku (Fünfgang, Passprüfung, Tölt am losen Zügel)
  • Konráð Valur Sveinsson mit Losti frá Ekru (Speedpass, Passprüfung, 250 m Pass)
  • Máni Hilmarsson mit Lísbet frá Borgarnesi (Viergang, Tölt am losen Zügel)

Erwachsene

  • Árni Björn Pálsson mit Flaumur frá Sólvangi (Viergang, Tölt am losen Zügel)
  • Ásmundur Ernir Snorrason mit Frægur frá Strandarhöfði (Viergang, Tölt am losen Zügel)
  • Bergþór Eggertsson mit Besti frá Upphafi (Speedpass, Passprüfung, 250 m Pass)
  • Guðmundur Björgvinsson mit Glúmur frá Þóroddsstöðum (Speedpass, 250 m Pass)
  • Jóhann Rúnar Skúlason mit Finnbogi frá Minni-Reykjum (Tölt, Viergang)
  • Olil Amble mit Álfarinn frá Syðri-Gegnishólum (Fünfgang, Tölt, Passprüfung)
  • Teitur Árnason mit Dynfari frá Steinnesi (Passprüfung, Speedpass, 250 m Pass)

Jugendliche

  • Ásdís Ósk Elvarsdóttir mit Koltinna frá Varmalæk (Tölt, Viergang)
  • Benjamín Sandur Ingólfsson mit Messa frá Káragerði (Speedpass, Passprüfung, 250 m Pass)
  • Glódís Rún Sigurðardóttir mit Trausti frá Þóroddsstöðum )Fünfgang, Passprüfung, Speedpass, Tölt am losen Zügel)
  • Hákon Dan Ólafsson mit Stirnir frá Skriðu (Viergang, Tölt am losen Zügel)
  • Ylfa Guðrún Svafarsdóttir mit Bjarkey frá Blesastöðum (Fünfgang, Passprüfung)

Zuchtpferde

  • Elja frá Sauðholti 7 J und älter, Reiter Árni Björn Pálsson
  • Nói frá Stóra-Hofi 7 J. und älter, Reiter Árni Björn Pálsson
  • Eyrún Ýr frá Hásæti 6 J. Reiter Eyrún Ýr Pálsdóttir
  • Spaði frá Barkarstöðum 6 J. Reiter Helga Una Björnsdóttir
  • Mjallhvít frá Þverholtum 5 J. Reiter Þórður Þorgeirsson
  • Hamur frá Hólabaki 5 J. Reiter Tryggvi Björnsson

Die Pferde fliegen mit Icelandair Cargo am 29. Juli direkt nach Berlin, einige Teammitglieder und Vertreter der Nationalmannschaft begleiten sie auf ihrer Reise. Das Team selbst fährt am 31. Juli nach Berlin, wo die WM am Sonntag den 4. August eröffnet wird und eine Woche dauert.

Die Auswahl der Pferde ist immer ein besonderer Akt für Isländer, weil das erwählte Pferd nicht nur die Ehre hat, sein Land vor den Augen der Welt zu vertreten, sondern auch, weil es nach der Weltmeisterschaft nicht wieder zurückfliegen darf. Strenge Seuchenschutzbestimmungen verbieten die Einfuhr und Wiedereinfuhr von Pferden nach Island, durch die jahrhundertelange Isolation ist die Rasse extrem empfindlich für alle Arten von Keimen und Krankheiten. Das ist auch der Grund, warum die Pferde erst so kurz vor dem Turnier ausgeflogen und auf dem Turniergelände in Isolation gehalten werden. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass sie den Export mit anschliessendem Höchstleistungsdruck auf diese Weise am besten verkraften.

In der Regel haben die ausgeflogenen WM-Pferde schon vor dem Export einen neuen Besitzer. In seltenen Fällen wurde erst nach der WM ein Käufer gefunden.