Neues Besucherzentrum im Nationalpark Snæfellsnes

national park sn

Die isländische Umweltbehörde und der Nationalpark Snæfellsnes haben ein neues Besucherzentrum in Hellissandur eröffnet.
Hellisandur an der Spitze der Halbinsel Snæfellsnes ist einer der ältesten Fischerorte in Island, die Fischerei dort geht auf das 16. Jh zurück. Um 1960 herum wurde der Hafen nach Rifi umgezogen, inzwischen ist der Tourismus Haupteinnahmequelle des 544 Einwohner starken Ortes. Von dort aus ist es nicht weit bis zum Gletscher Snæfellsjökull, und natürlich dem Nationalpark, einer von dreien in Island.
Das neue Zenrum war am vergangenen Freitag den 24. März feierlich eröffnet worden. Am Festakt hatte auch Umweltminister Guðlaugur Þór Þórðarson teilgenommen.

Taucher suchten Silfraspalte nach Müll ab

Eine kleine Gruppe von Tauchern hat an diesem Pfingstwochenende in der Silfra Spalte im Nationalpark Þingvellir Müll gesammelt und an Land gebracht, berichtet Vísir. Die Gruppe hatte ihr Projekt bereits im April gestartet und damals in Garður auf der Halbinsel Reykjanes Müll vom Strand gesammelt. In den kommenden Wochen wollen sie an den Seen und Stränden im ganzen Südwesten Müll sammeln.

Heute haben die Taucher sich aufgemacht, um Silfra und die anliegenden Ufer nach Müll abzusuchen,” hiess es in einem Beitrag des Nationalparks Þingvellir auf Facebook. “An der Wasseroberfläche strafte das Wetter die Müllsammler, aber unter Wasser war alles relativ ruhig. Alle möglichen Gegenstände wurden gesammelt, wie etwa einzelne Schnorchel und Schwimmflossen, Bierdosen, Zirgarettenstummel und Münzen.

Silfra ist eine Spalte zwischen der Nordamerikanischen und Eurasischen Platte im Nationalpark Þingvellir. Dort gibt es einen Tauchzugang, der für sein kristallklares Wasser und die hervorragende Sicht berühmt ist, und zwar genau da, wo sich die beiden Kontinente treffen, beziehungsweise in jedem Jahr um die zwei Zentimeter weiter auseinander driften.

Geplanter neuer Nationalpark im Hochland stösst auf Protest

Energieunternehmen und einige Gemeinden protestieren energisch gegen einen neuen Vorschlag, den Naturschutz im isländischen Hochland auszuweiten, berichtet RÚV.

Das Ministerium für Umwelt und Resourcen hatte vorgeschlagen, dass ein neuer und vergrösserter Nationalpark den bereits bestehenden Nationalpark Vatnajökull (Europas grösster Nationalpark), sowie 85 Prozent des zentralen Hochlands umfassen soll.

Im April vergangenen Jahres hatte das Ministerium einen Ausschuss gebildet, welcher aus Abgeordneten aller Fraktionen sowie Vertretern des isländischen Gemeindeverbandes besteht. Nach Einschätzung des Ausschusses würde eine Ausweitung der Grenzen des geschützten Gebietes in keinster Form den neuen Status des Vatnajökull Nationalparks als Bestandteil des Wetkulturerbes behindern.

Der Vorschlag auf samráðsgatt.is kann noch bis zum 13. August öffentlich kommentiert werden.

Auch wenn der isländische Gemeindeverband an der Erarbeitung des Vorschlags beteiligt war, sind viele Gemeinden als Grenzanrainer zum Nationalpark der Ansicht, dass sie nicht angemessen konsultiert worden sind.

Ásta Stefánsdóttir, die Gemeindevorsteherin von Bláskógabyggð in Südisland, sagt, es sei Aufgabe der Arbeitsgruppe, Vorschläge zum neuen Nationalpark zu machen, aber nicht die Vor- und Nachteile eines solchen abzuwägen. Ihre Gemeinde findet, diese Arbeit müsse erst noch kommen. Der aktuelle Vorschlag sei ein Eingriff in die Grenzpolitik von Gemeinden.

Es gibt grosse Gebiete im Hochland, die innerhalb des Bláskógabyggð liegen, und Bauern und Einwohner haben eine Menge Arbeit darin investiert, Land urbar zu machen, zum Beispiel, indem sie Reitwege ausgewiesen haben und den Verkehr dort hin lenken etc., und damit sicherstellen, dass die Leute keine empfindlichen Regionen betreten und ähnliches. Die Leute sind besorgt, weil wenn da eine Art zentralisierte Behörde, eine Art Regierungsbehörde, das alles kontrolliert, dass dies in gewisser Weise die freiwillige Arbeit beschneidet, die die Leute geleistet haben.”

Von Landeigentümern Bauern und anderen Landnutzern sind nach Aussage von Ausschussvorsitzendem Óli Harðarsson bereits eine Vielzahl von Anmerkungen und Kritikpunkten eingegangen, schreibt RÚV.

Dem Regionalblatt dfs.is war in der vergangenen Woche in einer Ankündigung der obersten Planungsbehörde zu entnehmen, dass in der Gemeinde Hrunamannahreppur (im Süden des geplanten grossen Nationalparks) 11 alte und bestehende Wander- und Viehtreiberhütten bis hin zum Naturschutzgebiet Þjórsárver unterhalb des Hofsjökull für einen touristischen Ausbau angedacht sind.

Im Bláskógabyggð befinden sich sechs solcher Hütten bereits in der Planungsphase. Für den gesamten Bereich würden diese 17 Hütten etwa 500 Übernachtungsplätze samt infrastrukturellem Ausbau im geplanten Nationalpark schaffen.

Kritik und Anmerkungen dazu können noch bis zum 14. August (für die 11 Hütten), sowie bis zum 4. September (für die sechs Hütten) an die zuständige Planungsbehörde eingereicht werden.

Doch nicht nur Einheimische sehen die Ausweitung des Nationalparks kritisch. Auch Energieunternehmen haben ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht. Samorka, der Verband der Energieversorger in Island, sagt, dass mit neuen Schutzmassnahmen sämtliche neue Generationen an Energieformen und Energietransport in so gut wie dem halben Land untersagt würden. Damit wären derzeitige Gesetze zum Schutz der Energiegewinnung irrelevant.

Der nationale Energiekonzern Landsvirkjun betonte, es sei wichtig dass alle Kraftwerke auserhalb der geschützten Bereiche zu liegen kämen. Die Nutzung der Energieresourcen im Hochland hätten grosse wirtschaftliche Bedeutung für das ganze Land. Im Hochland produzierte erneuerbare Energie stelle nicht nur die Grundlage für die isländische Wirtschaft sondern auch für die heutige Lebensqualität dar.

Einer Befragung aus dem Jahr 2018 nach sprachen sich 63 Prozent aller Isländer für die Schaffung eines ausgeweiteten Nationalparks im zentralen Hochland aus, berichtete RÚV im vergangenen Jahr. 75 Prozent der Befürworter waren der Ansicht, dass ein Nationalpark im zentralen Hochland Orte schützen würde, die bislang keinen Schutz geniessen, 68 Prozent waren der Ansicht, ein solcher Nationalpark würde das Verständnis für den Wert der Region steigern.

Auch 9000 Touristen waren für diese Statistik befragt worden, 300 von ihnen hatten ein Interview gegeben. Aus diesen Daten ging hervor, dass die Touristen bei der Attraktion “Hochland” vor allem die einzigartige und kaum berührte Natur, die Einfachheit, Stille und die Menschenleere schätzten.

 

Nationalpark im Weltkulturerbe aufgenommen

Der isländische Nationalpark Vatnajökull ist heute in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Die Entscheidung wurde auf einer Sitzung des Ausschusses im aserbaidschanischen Baku getroffen, auf Grundlage dessen, dass der Nationalpark einzigartige Naturdenkmäler umfasse. Damit wurde bestätigt, dass die Natur des Nationalparks und des Naturschutzgebietes einzigartige Bedeutung für die Menschheit hat, wie es in einer Regierungsmitteilung heisst.

Das Gebiet ist weltweit einzigartig durch die Schaffenskraft der Natur, das Zusammenspiel von Feuer und Eis und der geologischen Vielfalt, die daraus resultiert und die an der Oberfläche des Nationalparks sichtbar ist. Das betroffene Gebiet umfasst eine grosse Fläche, etwa 12 Prozent Islands sind damit als einzigartiges Naturdenkmal im Weltkulturerbe der UNESCO festgeschrieben.
Der Vorschlag der isländischen Regierung, den Nationalpark Vatnajökull in das Weltkulturerbe aufzunehmen, war Ende Januar 2018 im Büro des UNESCO-Ausschusses in Paris eingereicht worden. Seit dieser Zeit war der Antrag vom internationalen Naturschutzverband IUCN, der den UNESCO-Ausschuss bei der Bewertung von Weltkulturstatus, Urspünglichkeit, Gesamtheit und Schutzstatus von Orten, die aufgrund ihrer Natur auf der Antragsliste stehen, beratend zur Seite steht, intensiv geprüft und evaluiert worden.

Die Entscheidung des UNESCO-Ausschusses ist nicht nur eine Anerkennung der weltweit einzigartigen Natur des Nationalparks, sondern auch eine Anerkennung der Entscheidung der isländischen Regierung, diesen umfangreichen Nationalpark zu schaffen, sowie eine wichtige Unterstützung bei Schutz und Verwaltung der Region.

Kultusministerin Lilja Afredsdóttir kommentierte:

Das ist ein wertvoller Schritt für uns Isländer, der ohne Zweifel das Gebiet und seinen Ruf voranbringt. Wir tragen Verantwortung für dieses grossartige Land, nicht nur für uns selber – sondern für die Welt und die Zukunft. Ich begrüsse diesen wichtigen Erfolg und danke den vielen, die in den vergangenen Jahren schwer daran gearbeitet haben, dieses Ziel zu erreichen.”

Umweltminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson kommentierte:

Die Natur des Gebietes, welches nun auf der Liste des Weltkulturerbes Einzug hält, ist grossartig – mit abenteuerlichen Lavafeldern, schwarzen Sandflächen, seltenen Oasen, einer Weitläufigkeit, die ihres Gleichen sucht, Relikten aus katastrophalen Gletscherläufen und Gletschern, die unglaubliche Geschichten bewahren und gleichzeitig den Klimawandel widerpiegeln. Es ist sehr ungewöhnlich, dass sich ein solch grosser Anteil des Landes auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO befindet. Das wahrlich ein Freundentag.”

In der Liste des Weltkulturerbes befinden sich bestimmte Orte auf der Erde, die einen besonderen internationalen Schutzstatus innehaben und als solche ein gemeinsames Erbe der Menschheit darstellen.

Mit dem Vertrag erkennt der Staat die Notwendigkeit eines Schutzes an, da es das Erbe aller Völker schädigt, wenn ein Teil des kulturellen oder natürlichen Erbes Schaden nimmt oder verschwindet.

Island hat bereits zwei Orte auf der UNESCO-Liste stehen: Þingvellir seit dem Jahr 2004 und die Insel Surtsey seit dem Jahr 2008.

 

Steinhaufen am Hjálparfoss beseitigt

Isländische Nationalparkwächter räumen ständig Steinhaufen weg, die Touristen in der Natur gebaut haben. Dieses ewige Problem existiert nicht erst seit gestern. Aber jeden Tag entdecken die Ranger neue Steinhaufen etwa im Nationalpark Vatnajökull.

Sie stören das natürliche Aussehen der Landschaft. Es sei daher wichtig, die Leute darüber aufzuklären.

Im Volksmund heissen die Steinhaufen “Touristenwarzen”. Helga Árnadóttir, eine Rangerin im südlichen Teil des Nationalparks Vatnajökull, sagt, man könne mit Fug und Recht sagen, dass es sich um eine Plage handle. Das Problem sei nicht neu, und es gebe keinen Grund für Touristen, Steine auf einen Haufen zu türmen.

Die Leute schienen automatisch Steinhaufen zu bauen, sobald sie Steine auf ihrem Weg fänden. Und es bestehe immer die Gefahr, dass dort, wo ein Steinhaufen stehe, weitere dazukämen.

Die Ranger im Nationalpark arbeiten hart daran, die ganzen Steinhaufen wieder auseinander zu nehmen, da sie nicht Teil der Landschaft seien, die Touristen sehen wollen, schon gar nicht in geschützten Gebieten.

Durch das Aufeinandersetzen von Steinen hinterlassen Touristen ihre Fussspuren in der Natur. In Naturschutzgebieten ist es sogar verboten, die Landschaft in jeglicher Form zu verändern. Hinzu kommt, dass das Auflesen von Steinen nackte Stellen im Boden hinterlässt.

In vergangenen Zeiten dienten Steinhaufen als Wegweiser für Reisende, heute sind diese Haufen Schätze der Volkskultur. In vielen Regionen dienen sie immer noch als Wegweiser im Hochland, etwa für die Reiter beim Schafsabtrieb. Künstlich aufgestellte Steinhaufen können einen vor allem bei schlechtem Wetter in die Irre führen.

Die isländische Umweltagentur berichtete heute auf ihrer Facebookseite von der Beseitigung eines riesigen Steinhaufens. Rangerin Helena, die im Þjórsárdalur unterwegs ist, zerlegte am Wasserfall Hjálparfoss einen Haufen, der aus 3219 Steinen bestand. Helena brauchte eine Stunde und 18 Minuten, um das Bauwerk zu beseitigen. Das Foto zeigt Helena mit ihrem letzten Stein. Damit sind die Hänge an dem beliebten Wasserfall wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt worden.

Lasst uns das Land gemeinsam verteidigen. Lasst uns keine unnötigen Steinhaufen bauen, und lasst uns andere nicht dazu ermuntern,” heisst es in dem Status der Behörde.

Wir bitten alle Touristen, die Natur zu respektieren und sie so zu belassen wie sie vorgefunden wird. Hier finden Sie den Eid des Islandtouristen.

Vorschläge zu infrastrukturellem Ausbau der Kerlingarfjöll

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Der Bau von zusätzlicher Infrastruktur und Übernachtungsmöglichkeiten in den Kerlingarfjöll, einem bei Touristen wie Einheimischen beliebten Gebirgszug mit Geothermalgebiet im südlichen Hochland, würde negative Auswirkungen auf die derzeitige Planungspolitik für die Region haben, berichtet RÚV.

Dies stellt das nationale Planungsbüro Skipulagsstofnun in einem Gutachten über vier verschiedene Pläne zum infrastrukturellen Ausbau der Kerlingarfjöll fest. Das Büro ist der Ansicht, dass ein weiterer Ausbau der Region noch mehr Druck auf die dortige Umwelt ausüben und deutlich negative Auswirkungen nach sich ziehen werde.

Die Kerlingarfjöll sind erst kürzlich auf der Roten Liste des Umweltamtes gelandet, in welcher sich Naturregionen befinden, die Gefahr laufen, zerstört zu werden. Bislang sind die Kerlingarfjöll offiziell kein geschützer Ort.

Das Unternehmen Fannborg, welches das touristische Angebot vor Ort betreibt, hatte vier verschiedene Optionen für den Ausbau der Infrastruktur an das Umweltamt geschickt.

Im ersten Vorschlag ging es um die Verbesserung existierender Strukturen, die drei anderen Vorschläge beinhalteten zusätzliche Konstruktionen und weiteren Ausbau.

Im zweiten Vorschlag geht es um einen geringfügigen Ausbau der Bettenzahl für Besucher, er würde damit auch eher geringe Auswirkungen auf die Umwelt in den Kerlingarfjöll haben. Die Übernachtungsmöglichkeiten sollen dem Vorschlag zufolge als Hotelzimmer oder Gästehaus vermarktet werden und nicht länger als Hüttenschlafplätze, die Grösse des Restaurants soll sich verdoppeln.

Vorschlag 3 sieht zwei neue zweistöckige Herbergen nebst zusätzlichen Neubauten neben dem im Jahr 2016 errichteten Gebäude. Fünf ältere Häuser auf dem Gelände, die unter dem Namen Nípur bekannt sind, sollen dafür abgerissen werden.

In Vorschlag 4 sollen fast alle älteren Gebäude auf dem Gelände abgerissen werden, stattdessen soll vom Hauptgebäude aus eine grosse Herberge errichtet werden. Die Bauarbeiten dieser beiden Vorschläge sollen 2023 abgeschlossen sein.

Mit den in Vorschlag 3 und 4 geplanten Bettenzahlen für fast 300 Gäste wäre die Region ohne Beispiel im Hochland und würde zu einem der grössten Übernachtungsbereiche auserhalb der Hauptstadt werden.

Für das Umweltamt beinhalten die dritte und vierte Option nicht nur negative Auswirkungen auf das Naturerlebnis von Besuchern der Region, sondern auch zusätzlichen Druck auf die Umwelt durch die steigende Besucherzahl.

Das Amt empfiehlt, eine Entscheidung derartigen Ausmasses zu verschieben, da es das vorrangige Ziel der Regierung sei, einen Nationalpark im zentralen Hochland zu schaffen.