Gasbelastung und Konduktivität am Mýrdalsjökull

Mýrdalssandur

Die Konduktivität im Gletscherfluss Múlakvísl ist für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch, und die Gasmessgeräte bei Láguhvoll zeigen Erdwärmedämpfe in dem Gebiet an, ist einer Bekanntmachung auf der Webseite des Wetterdienstes zu entnehmen. Der Wasserpegel des Múlakvísl sei aufgrund eines vermehrten Anteils an Erdwärmewasser gestiegen. Eine Gasbelastung im Fluss kann mit diesem Erdwärmewasser in Verbindung stehen, berichtet Vísir.

In den vergangenen Tagen hatte es im Vulkan Katla unter der Eiskappe des Mýrdalsjökull eine vermehrte Erdbebentätigkeit gegeben, Ende Mai hatte sich dort ein Bebenschwarm ereignet. Das schwerste Beben wurde am 30 . Juni mit einer Stärke von 4,4 aufgezeichnet.
Die Aktivität ist die stärkste seit dem Jahr 2016, und vor allem im Kötlujökull aufgetreten. Dies wird als Anzeichen für eine Erdwärmeaktivität gewertet, aber eine Magmabewegung könne dennoch nicht ausgeschlossen werden.
Der Múlakvísl führt Wasser aus dem Kötlukökull und fliesst östlich von Vík í Mýrdal ins Meer.

Erdbeben von M4,4 im Mýrdalsjökull

Earthquakes in Mýrdalsjökull

Ein Erdbebenschwarm hat letzte Nacht den südisländischen Gletschervulkan Mýrdalsjökull erschüttert. Bislang gibt es nach Angaben von Vulkanlogen beim isländischen Wetterdienst jedoch keine Hinweise auf vulkanische Aktivität. Mehr als 70 Erdbeben hatten sich nach Mitternacht an dem Vulkan ereignet. Der Experte für Naturkatastrophen, Bjarki Kaldalóns Friis, sieht geothermalen Ursprung hinter der Aktivität.
“Der Hauptschwarm dauerte etwa 45 Minuten, danach gab es eine kurze Pause bevor es wieder losging. Seit ein Uhr sind etwa 70 Beben aufgezeichnet worden. Darunter gab es fünf Beben mit einer Stärke von mehr als 3, das schwerste mit 4,4 ereignete sich um 02.45 Uhr. Es gibt jedoch keine Hinweise auf vulkanische Aktivität oder ähnliches,” sagte Bjarki. Die seismische Aktivität sei allerdings in bewohnten Regionen und auch in der Þorsmörk deutlich zu spüren gewesen.

“Der Schwarm steht in Verbindung zu einem geothermalan System unter dem Gletscher. Wir erwarten keinen Ausbruch oder ähnliches.” Es gebe auch keine Hinweise auf eine erhöhte Konduktivität in den Gletscherflüssen oder steigende Flusspegel.
“Diese Aktivität im Mýrdalsjökull wird schon seit ein paar Wochen verzeichnet, es handelt sich dabei um die Fortsetzung eines gleichen Musters, welches mit dem geothermalen System unter dem Gletscher zusammenhängt.” Vorbei sei es allerdings nicht, weil seismische Aktivität gerne in Wellen auftrete.

 

Erdbebenserie am Mýrdalsjökull

Eine Erdbebenserie hat gegen ein Uhr Mittag den Gletschervulkan Mýrdalsjökull erschüttert. Die Beben hatten eine Stärke von bis M1,6 und lagen nach Auskunft einer Expertin für Naturkatastrophen beim Wetterdienst in einer Tiefe von zehn Kilometern, berichtet mbl.is.
“Das könnten auch tektonische Beben sein, aber das ist schwer, etwas mit Sicherheit zu sagen,” kommentierte Sigríður Magnea Óskarsdóttir aus der Erdbebenabteilung beim Wetterdienst.
Die Region sei für Erdbeben bekannt, zuletzt hatte sich eine solche Bebenserie am 25. März ereignet.
“Seit 1991 haben sich dort und in der Umgebung an die 9000 Beben ereignet, das ist also kein unbekanntes Gebiet, auch wenn wir dort nicht so oft Erdbeben sehen.” sagte Sigríður.
“Die Katla ist in diesem Winter und im Frühling recht aktiv gewesen, wir haben sie also ständig im Blick, und alle anderen Vulkane natürlich auch.”

Katla ist der Vulkan unter der Eiskappe des Mýrdalsjökull. Zuletzt hatte sie im Jahr 2011 einen grösseren Gletscherlauf zu Tal geschickt, damals wurde die Brücke über den Múlakvísl zerstört. Ihren letzten grossen Ausbruch hatte Katla im Jahr 1918, damals schleuderte sie eine riesige Aschewolke kilometerweit in die Luft und schickte eine Flutwelle an der Felseninsel Hjörleifshöfði vorbei und entlang der Region Álftaver hinab. Dort waren Bauern gerade beim Schafetreiben. Alle konnten sie der Flutwelle auf dem Rücken ihrer schnellen Pferde um Haaresbreite entkommen, ein grosser Teil der Schafe ertrank jedoch in den Fluten. Der Gletscherlauf von 1918 war der grösste seit der Besiedlung, und er richtete vor allem im Álftaver grosse Schäden an.

..

Ruhe am Mýrdalsjökull, Ungewissheitsstufe bleibt

Seit der vergangenen Nacht hat es in der Nähe des Katlakraters keine nennenswerten Erdbeben mehr gegeben. Dort hatten sich gestern Morgen mehrere Erdbeben ereignet, das stärkste davon war mit M4,8 aufgezeichnet worden. Eine Expertin für Katastrophenschutz in der Erdbebenabteilung beim isländischen Wetterdienst sagte RÚV gegenüber, es sei unmöglich zu sagen, ob die drei heftigen Erdbeben ein Einzelereignis gewesen seien, oder der Anfang von etwas Grösserem.  Der Bebenschwarm war bereits gestern Nachmittag zurückgegangen, seit Mitternacht wurde nur noch ein kleiner Tremor aufgezeichnet.

Die Expertin für Naturkatastrophen, Kristín Elísa Guðmundsdóttir, sieht Notwendigkeit, sich beide Sichtweisen offenzuhalten: dass es sich bei den Beben um ein Einzelereignis handelte, oder um den Beginn einer vulkanischen Aktivität.
Inzwischen ist der gestern in gelb geänderte Flugcode für den Luftverkehr wieder grün, aber Reisende sollten dem Vulkan und seinen Flussarmen auch weiterhin fernbleiben, weil sich Fluten nicht ankündigen und jederzeit giftige Gase aus dem Wasser entweichen können.

RÚV zufolge wurden die Beben möglicherweise eher durch geothermale Ereignisse als durch Magmabewegung verursacht, denn sie ereigneten sich im Wassereinzugsgebiet des Flusses Múlakvísl. Dort hat sich bislang nichts verändert, und auch die Konduktivität des Wassers ist nicht angestiegen.

Die vom Zivilschutz verhängte Ungewissheitsstufe für die Region bleibt jedoch weiterhin bestehen, und von Wanderungen auf oder zum Vulkan wird strikt abgeraten. Wer geführte Touren in der Region gebucht hat, sollte sich unbedingt vorher beim Touranbieter nach der Verfügbarkeit erkundigen. Gestern war die Zufahrt zum Kötlujökull gesperrt und die Gletschertouren des Tages gecancelt worden.

Ungewissheitsstufe für Mýrdalsjökull, keine Zufahrt zum Kötlujökull

Katla volcano

Die isländische Landespolizei hat zusammen mit dem Zivilschutz die Ungewissheitsstufe für den Vulkan Mýrdalsjökull verhängt, nachdem sich dort am Morgen mehrere ungewöhnlich starke Erdbeben ereignet hatten. Die Ungewissheitsstufe gilt damit zum ersten Mal nach sieben Jahren in Verbindung mit einer Bebenaktivität in der Katla. Bislang ist jedoch weder vulkanische Aktivität festzustellen, noch gibt es Hinweise auf einen bevorstehenden Gletscherlauf.

Tourismusunternehmen vor Ort hatten heute sämtliche Gletschertouren abgesagt, ausserdem ist die Zufahrt zum Kötlujkull durch die Polizei gesperrt worden. Morgen soll die Lage neu geprüft werden. Weil sich die Dinge am Vulkan jedsch sehr schnell ändern können und es zu kleineren Fluten im Múlakvísl und Gasentwicklungen kommen kann, ist der Aufenthalt in der Region nicht ratsam, hiess es in einer Mitteilung des Zivilschutzes.

Rings um den Vulkan gibt es ein engmaschiges Netz aus Messgeräten und Sensoren, welches Tag und Nacht von Experten überwacht wird. Sobald Veränderungen eintreten, die als Vorboten eines Ausbruchs oder Gletscherlaufs interpretiert werden können, wird die Öffentlichkeit informiert.

Ein ähnlicher Bebenschwarm hatte sich in der Caldera im August 2016 ereignet. Damals war jedoch kein Gletscherlauf gefolgt. Das letzte derartige Flutereignis passierte im Juli 2011 im Fluss Múlakvísl. Der letzte Vulkanausbruch der Katla, bei dem Lava die Eiskappe durchbrach, ereignete sich im Jahr 1918.
In den vergangenen 1100 Jahren hat es in der Katla durchschnittlich alle 50 Jahre einen Vulkanausbruch gegeben.

Erdbebenschwarm erschüttert Mýrdalsjökull

Mýrdalsjökull

Ein kräftiger Erdbebenschwarm erschüttert seit heute Morgen den Vulkan Katla, die Beben ereignen sich im Katlakrater des Mýrdalsjökull. Der Flugcode wurde in gelb geändert. Der gelbe Code für den Flugverkehr bedeutet, dass ein Vulkan mehr Aktivität als normal zeigt, berichtet RÚV.
Nach Angaben der Erdbebenabteilung beim Wetterdienst hatte die Erdbebenserie um 9.41 Uhr begonnen, das stärkste Beben bisher hatte eine Stärke von M4,5. Drei Beben wurden über Stärke M4 gemessen, eins mit M4,3 und eins mit M 4,2. Die Aufzeichnungen sind noch nicht überprüft worden.
Insgesamt sieben Beben kamen mit einer Stärke zwischen M3 und m4. Bislang gibt es keine Hinweise auf vulkanische Aktivität. Die Beben haben sich in der Kratermitte ereignet. Der Mýrdalsjökull sei bekannt für solche Erdbebenschwärme, hiess es beim Wetterdienst.

Auch vor der Halbinsel Reykjanes hat es am Morgen eine Bebenserie gegeben, dort wurden seit 7 Uhr um die 20 Beben aufgezeichnet. Seither hat sich die Lage nach Angaben der Erdbebenabteilung dort beruhigt.
Auf der Karte des Wetterdienstes kann man die Erdbebenaktivität mitverfolgen.

update 13.30 Uhr

Eine Überprüfung der aufgezeichneten Daten ergab, dass die Erdbeben stärker als zunächst angegeben waren, berichtet mbl.is am Mittag. Demnach betrug die Stärke M4,8, M4,7 und M4,5. Die Beben konnten bis in die Þorsmörk und zu den Höfen südlich des Mýrdalsjökulls verspürt werden.

Vulkan Katla ist unruhig, Eishöhlen für Besuche gesperrt

Katla volcano

Der Erdbebenschwarm, der den Mýrdalsjökull seit dem Morgen erschüttert hat, ist inzwischen wieder abgeebbt. Dennoch bleibt der Vulkan auch weiterhin unter scharfer Beobachtung. RÚV zitiert die Vulkanologin Salóme Jórunn Bernharðsdóttir, der unter der Eiskappe liegende Vulkan Katla befinde sich ohnehin  immer so halb auf der Intensivstation des Wetteramtes. Salóme warnte ausdrücklich vor Fahrten zu den Eishöhlen des Kötlujökull.

“Das ist vielleicht keine ungewöhnliche Aktivität, aber sicher mehr als die normale Hintergrundaktivität,” sagte Salóme am Mittag RÚV gegenüber. Man beobachte die Entwicklung daher sehr genau.
Die Bebenserie vom Morgen ähnele der Aktvität vor dem Gletscherlauf in den Múlakvísl im Jahr 2011. Damals hatte es einen ähnlichen Bebenschwarm am Vortag gegeben. Untrügliches Anzeichen dafür, dass sich ein Gletscherlauf oder ähnliches ereignete, war dann die seismische Aktivität am Abend, die im ganzen Land zu spüren gewesen war.

“Es ist vielleicht schwer zu sagen, ob es sich jetzt um etwas ähnliches handelt, so wie die Lage aussieht.” meint Salóme. Man nehme die Entwicklung aber sehr ernst, Katla befinde sich stets auf einer Art Intensivstation der Vulkanabteilung und hänge an allen möglichen Messinstrumenten.  Salóme warnte vor Touren auf den Gletschervulkan, vor allem zu den Eishöhlen. Die Vulkanabteilung der Wetterbehörde stehe in ständigem Kontakt mit dem Zivilschutz.

Die Polizei in Südisland hat am Abend dann die Eishöhlen des Kötlujökull vorübergehend für den Zutritt gesperrt. Gefahr besteht vor allem in einer möglichen Gasentwicklung, aber Höhlenbesucher können im Fall eines Gletscherlaufs auch von den Wassermassen überrascht werden und nicht mehr in der Lage sein, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Katla gehört zu Islands grössten und mächtigsten Vulkanen, die in der Vergangenheit relativ regelmässig alle 80 bis 100 Jahre ausgebrochen ist und oft riesige Aschewolken in die Luft schleudert. Bekannt sind auch Wassermassen, die sich zu Tal wälzen, wie etwa beim letzten Ausbruch um Jahr 1918, als es zu einer apokalyptischen Überschwemmung des Küstengebietes östlich des Markarfljót kam.

 

Zwei schwere Beben am Mýrdalsjökull

Mýrdalsjökull

Am Mýrdalsjökull haben sich heute Morgen innerhalb kürzester Zeit zwei heftige Erdbeben ereignet. Das erste erschütterte die Region um 7.40 Uhr mit einer Stärke von 2,8, nur 40 Sekunden später folgte das zweite Beben mit einer Stärke von 3,4. Wenige Minuten darauf gab es dann ein drittes Beben in der Stärke 2,4.
Die Beben ereigneten sich sechs Kilometer nordwestlich der Austmannsbunga. Sie waren die stärksten Beben in der Region seit dem 2. August 2018, als es dort ein Beben der Stärke 3,7 gegeben hatte.

Der 1493 Meter hohe Mýrdalsjökull befindet sich ganz in der Nähe der Stadt Vík í Mýrdal. Seine Eiskappe bedeckt den Vulkan Katla, der zuletzt im Jahr 1918 ausgebrochen war und nicht nur Lava und Asche gespieen, sondern auch eine verheerende Flutwelle zu Tal geschickt hatte.

In Vík werden für die Bevölkerung regelmässig Evakuierungsübungen abgehalten. Reisende in der Region sollten sicherstellen, dass sie jedezeit telefonisch erreichbar sind, Wanderer sollten ihre Route unbedingt bei safetravel.is hinterlegen, um im Ernstfall schneller gefunden werden zu können.
Karte und Daten über die Erdbebentätigkeit findet man hier.

Gletscherlauf am Mýrdalsjökull im Anmarsch

Messungen am Mýrdalsjökull in Südisland geben Hinweise darauf, dass es in den kommenden Tagen oder Wochen zu einem Gletscherlauf am Múlakvísl kommen kann, berichtet RÚV. In einem Facebookbeitrag des Zivilschutzes Almannavarnir heisst es, man rechne nicht mit einem grossen Gletscherlauf, doch könne er grösser ausfallen als jene in den vergangenen acht Jahren. Es sei nicht nötig, besondere Absperrungen vorzunehmen, die Lage werden jedoch überwacht.

Den Messungen des geologischen Institutes der Universität Islands zufolge hat sich genügend Wasser unter dem Erdwärmekrater im östlichen Teil der Mýrdalsjökulls angesammelt, um einen Gletscherlauf zu verursachen, der grösser ausfallen kann als in den letzten Jahren.

Die Spitzendurchflussmenge der Flutmenge könnte etwas mehr als in 2017 werden, aber sicher weniger als im Jahr 2011,” heisst es in dem Beitrag des Zivilschutzes. Der Gletscherlauf im Jahr 2011 riss eine Brücke auf der Ringstrasse mit sich.

Die Tourismusbranche rund um den Gletscher ist von der Lage unterrichtet worden, man prüft derzeit Massnahmen, sollte es zur Flut kommen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dem Gletscherlauf Vorboten vorausgehen.

In den kommenden Tagen sollen zusätzliche GPS-Sender an einem der Krater aufgestellt werden, um eine noch längere Vorwarnzeit zu erhalten. Bislang war es nur möglich gewesen, die seismische Unruhe zu verfolgen, während der Gletscherlauf bereits begonnen und das Wasser sich unter dem Eis Bahn gebrochen hatte.

Für Reisende, die im Süden unterwegs sind, besteht derzeit keine Gefahr, man befindet sich jedoch zeitlich auf der sicheren Seite, wenn man für die Fahrt zum Flughafen etwas Reserve einplant. Beim letzten grossen Gletscherlauf standen viele Touristen auf dem Weg zum Flughafen mit ihren Mietwagen vor den Fluten. Einige wählten den Ausweg, über den Norden nach Reykjavík zu fahren, andere liessen den Mietwagen stehen und wurden mit einem Spezialbus durch den reissenden Fluss gefahren. Auf vielen Streckenabschnitten gibt es für die Ringstrasse keine Umleitung.