Reykjavík: Bitte keine Enten am Tjörnin füttern

Tjörnin Reykjavík Pond

Die Stadt Reykjavík bittet Besucher, die Enten im Stadtsee Tjörnin in diesen Tagen nicht zu füttern, weil das Futter Möwen anlockt, die eine Gefahr für die Entenküken darstellen.

Entenküken in Lebensgefahr
In diesen Tagen ist die Brutsaison an dem Innenstadtsee in vollem Gange und die ersten Küken sind geschlüpft. Daher sollte man das Füttern jetzt unterlassen, denn es besteht Gefahr, dass dieses Futter Möwen anlockt, die bei der Landung lieber Küken fressen als Brot.
In einer Mitteilung der Stadt heisst es, dass die Vögel den Sommer über genug Futter im See finden, eine Fütterung ist daher vollkommen unnötig. Das Überleben der Entenküken hängt von der Futterverfügbarkeit ab, und davon, wieviele Möwen den See besuchen. Die sind das ganze Jahr über häufige Gäste, und im Gegensatz zu Enten sind Möwen jedoch Raubvögel mit einer besonderen Vorliebe für Küken.

Ökologisches Problem
Ständiges Brot füttern kann auch dazu führen dass der See umkippt, weil es durch den hohen Vogelbesatz und das künstliche Futter zu einem Nährstoffungleichgewicht kommt. Starkes Algenwachstum vermindert dann das Nahrungsangebot, und auch das trifft am Ende vor allem die Küken als schwächstes Glied.
Bis zum Herbst hin sollten keine Vögel mehr gefüttert werden. Wenn es zum Winter hin wieder kälter wird, empfiehlt die Stadt, statt Brot lieber Saaten, Körner, Salate und gekochten Reis als ökologischere und gesündere Alternative für die Enten zu wählen.

 

Besuch auf der Insel Eldey: Plastik als Nistmaterial

Seagull

Eine Exkursion zur Insel Eldey zeigt ein neues Bild der Verschmutzung der Meere. Am 6. Dezember hatten sich fünf Naturforscher an Bord eines Hubschraubers der Küstenwache zu der kleinen Insel aufgemacht, um ihren Zustand zu dokumentieren. Mit dabei waren Svenja Aug­hage vom Naturwissenschaftlichen Institut, Svein­björn Steinþórs­son von der Universität, Ju­lie Kermarec und Dag­ur Jóns­son von der Umweltbehörde und Sindri Gísla­son, der Leiter des Naturkundeinstituts Südwestisland, berichtet mbl.is.
Sindri zufolge habe man über die Jahre versucht, Eldey regelmässig zu besuchen, doch in den Jahren der Pandemie hätten die Exkursionen nicht stattfinden können. Unter anderem dokumentiere man das Ausmass der Plastikverschmutzung, und habe viele Nylonseile und anderen Plastikmüll gefunden, den Möwen zum Nestbau zweckentfremden.
“Da gibt es viel Plastik auf der Insel, und das zeigt gut, wie leicht die Möwen an Plastik kommen. Offenbar das beliebteste Nistbaumaterial.” meint Sindri.

Grosse Plastikmengen in Vogelmägen
Bei mehr als 70 Prozent aller Seevögel an den Stränden der Insel findet sich einer neuen europäischen Studie zufolge Plastik im Mageninhalt. In einem Vogel wurden 70 Plastikstückchen oder 2,5 Gramm Plastik gefunden,  berichtet RÚV.
Die Vögel hatten sich in Fischernetzen verfangen und waren zur Untersuchung nach Holland geschickt worden. Dort hatte man Seevögel aus allen Regionen Europas obduziert, und das Ergebnis fiel fast überall gleich aus: Plastik in den Vogelmägen.
Die grösste Menge sei jedoch nicht mehr länger Industrieplastik, sondern Verbrauchermüll, so Aðalsteinn Örn Snæþórsson, ein Biologe vom Naturkundeinstitut Ostislands.

 

Reifenschäden nach Muschelparty im Súgandafjörður

In den Westfjorden und vor allem im Súgandafjörður kann es Reisenden passieren, dass sie einen “Platten” an ihrem Fahrzeug finden, und der Übeltäter kommt aus der Luft, berichtet RÚV.
Ein Automechaniker aus dem Súgandafjörður bestätigt, dass er bis zu 20 Reifen pro Woche repariert. An der Ursache könne man nur wenig richten. Die Schäden werden nämlich durch Muschelscherben auf den Strassen verursacht, die man achtlos überfährt, doch sind die Scherben so scharf, dass sie in das Reifengummi schneiden können.

Magnús Ingi Traustason von der Autowerkstatt in Suðureyri sagt, solche Muschelschäden sehe er sehr oft. “Die meisten in Suðureyri fahren am Wochenende gerne ins Schwimmbad, und da hat man dann selbst am Wochenende genug mit Reifenreparatur zu tun. Normalerweise bekommen wir zwei oder drei am Tag, aber jetzt werden die Muscheln mehr und dann sind es 10 bis 20 Reifen pro Woche, und einige pro Tag. Ganz schön viel.”

Die Leute aus der Region kennen das Problem, und sie kennen auch den Übeltäter: es sind die Möwen, die sich am Strand Muscheln holen und über der Strasse fallen lassen, um den Inhalt aus den Scherben herauszupicken.
Diese Scherben sollte man tunlichst umfahren, weil sie sich in den Rillen festsetzen und dort Löcher verursachen können. Im Video gibts eine Aufnahme der Möwenmahlzeit.
Magnús sagt, die Reparatur sehe ähnlich aus wie nach einem Nagelschaden.