Miesmuscheln im Hvalfjörður nicht zum Verzehr geeignet

Hvalfjörður mussels

Die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsbehörde MAST warnt vor dem Sammeln von Miesmuscheln im westisländischen Hvalfjörður, weil die DSP verursachenen Muschelgifte den kritischen Grenzwert überstiegen haben.
Diarrhetic shellfish poisoning (DSP) ist eine Vergiftung, die durch Toxine in Muscheln hervorgerufen wird. Die Toxine werden meist von einzelligen Algen produziert und reichern sich im Muschelgewebe bzw. der Nahrungskette an. Sie werden nicht durch Kochen inaktiviert.
Die DSP- Vergiftung äussert sich in Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Symptome treten kurz nach dem Verzehr auf und dauern einige Tage an.

Behördenvertreter hatten am 22. September Muscheln am Fluss Fossá im Hvalfjörður gesammelt, um herauszufinden, ob die Bevölkerung Muscheln in dem Fjord sammeln kann. Bei der Schadstoffmessung wurde eine Muschelgiftmenge von 1150 mg pro Kilogramm Muscheln gefunden. Der Grenzwert liegt bei 160 mg/kg.
Die Verbraucher werden daher vor dem Verzehr von Muscheln aus dem Hvalfjörður gewarnt. MAST überwacht die Toxinlage weiter und will melden wenn der Miesmuschelverzehr wieder unbedenklich ist.

Plastikfunde in Vögelmägen und Muscheln

Westman Islands Fishing Boat

In 70 Prozent aller Eissturmvögel und 40 bis 55 Prozent aller Miesmuscheln, die im Rahmen einer Studie obduziert wurden, fanden sich Plastikreste, berichtet RÚV.

Die Untersuchungen wurden auf Betreiben der Umweltbehörde durch die Universität in Suðurnes und das Naturkundeinstitut Nordostislands durchgeführt.

Bei 16 Prozent der Eissturmvögel fand man mehr als 0,1 Gramm Plastik im Magen. Untersucht wurden Vögel, die sich in Fischernetzen verfangen hatten und dort verendet waren.

Die gefundene Plastikmenge fällt geringer aus als in früheren Untersuchungen. Dennoch liegt das Ergebnis über der Grenze, die im OSPAR-Abkommen zum Schutz des Nordostatlantiks festgesetzt wurden. Laut diesem Abkommen darf der Anteil der Eissturmvögel mit mehr als 0,1 Gramm Plastik im Verdauungstrakt 10 Prozent nicht überschreiten.

Isländische Eissturmvögel haben insgesamt weniger Plastik im Verdauungstrakt als ihre Artgenossen im Nordatlantik.

In der Studie heisst es, dass man umso weniger Plastik in den Mägen der Vögel findet, je weiter man sich nach Norden begibt und von der Zivilisation entfernt.

Zwei Eissturmvögel hatten 28 Plastikteilchen im Magen. Durchschnittlich wurden 3,65 Teilchen gefunden, das Durchschnittsgewicht der Partikel betrug 0,0452 Gramm. In weiblichen Vögel wurden mehr Plastikpartikel gefunden als in männlichen Vögeln.

Auch Miesmuscheln im Südwesten des Landes, auf der Halbinsel Snæfellsnes und in den Westfjorden wurden untersucht. An allen Orten wurden Plastikpartikel in den Muscheln gefunden, und zwar bis zu vier Partikel pro Muschel.

Insgesamt wurden in 120 untersuchten Muscheln 77 Plastikteilchen gefunden, Offenbar gab es keinen grossen Unterschied in der Anzahl der Partikel in Bezug auf den Fundort.  Zum grössten Teil befanden sich Plastikfäden in den Muscheln.

In der Studie heisst es, selbst wenn sich hierzulande weniger Plastik in Muscheln und Vögelmägen befindet als in anderen Ländern, ändere das nichts daran, dass es auch in Island Plastikverschmutzung im Meer gebe. Island müsse seinen Plastikverbrauch reduzieren und alles Plastik recyceln.

Auch die Säuberung und Klärung von Abwässern und Oberflächenwasser müsse verbessert werden, damit Plastik gar nicht erst in die Meere gerate.