Fragliche Rolle der Marine bei Strandung von Walen

Beached whale by the Reykjavík coast

In den vergangenen zwei Jahren ist eine rekordbrechende Zahl an Walen an den Küsten Islands gestrandet und verendet, berichtet Vísir. Der Parlamentsabgeordnete Andrés Ingi Jónsson wollte wissen, ob die Vorfälle in Zusammenhang mit der erhöhten U-Bootaktivität in isländischen Gewässern stehen, insbesondere was die Nutzung von Sonarwellen betrifft.

Auch wenn derzeit in der Region eine internationale Untersuchung der Todesfälle läuft, so hatte es sich als schwierig erwiesen, Informationen zu militärischen Aktivitäten zu erhalten, welche das Verhalten der Wale beeinflussen.

Im vergangenen Jahrzehnt sind rund 400 Wale an den Küsten der Insel gestrandet. Von diesen 400 strandeten allein in den vergangenen zwei Jahren 200 Tiere. Andrés Ingi hatte bereits im September darauf hingewiesen und wollte wissen, ob die Schallwellen der U-Boote und Kriegsschiffe hinter dem Anstieg der Todefälle stecken könnten.

Er wollte auch wissen ob die Verwendung von Sonobojen, die zum Aufspüren von feindlichen U-Booten abgeschossen werden, dazu führt, dass die Wale die Orientierung verlieren.

Andrés Ingis Anfrage wurde in einer Mitteilung des Ministeriums für Fischerei und Landwirtschaft angesprochen, in welcher es heisst “eine multinationale Studie untersucht derzeit die ungewöhnliche Zahl von gestrandeten Entenwalen und Schnabelwalen im Jahr 2018 an den Stränden vieler Länder im Nordatlantik, darunter auch in Island. Die Gegenwart von Kriegsschiffen und marinen Truppenübungen, die im Sommer 2018 stattfanden werden in der Beziehung mit berücksichtigt. Es hat sich jedoch als schwierig herausgestellt, Informationen von den militärischen Behörden zu erhalten.”

In der Mitteilung hiess es auch, dass bislang in Island keine Untersuchungen zur Auswirkung von solchem Schiffsverkehr stattgefunden haben, der starke Schallwellen verwendet.

In einer Antwort auf die Mitteilung hatte Andrés Ingi eine Anfrage an das Aussenministerium übersendet, in welcher er zu wissen verlangt, wie oft in den vergangenen fünf Jahren Flugzeuge vom Flughafen in Keflavík abgehoben haben, um U-Boote zu suchen, und wieviele Sonobojen solche Flugzeuge durchschnittlich einsetzen. Andrés fragte auch nach Frequenz, Volumen und typische Dauer der Schallwellen, die bei solchen Einsätzen zum Einsatz kommen, und ob die Auswirkung auf das marine Leben, vor allem der Wale, eigentlich erforscht sei.

Die U-Bootbekämpfung aus der Luft läuft so, dass das Flugzeug dicht über der Wasseroberfläche fliegt und die Bojen abschiesst, die Sonarwellen von sich geben, ähnlich wie Wale im Ozean navigieren.” schreibt Andrés. “Es könnte daher also durchaus sein, dass sie Auswirkungen auf die Wale haben, die nämlich die Orientierung verlieren und an Land schwimmen.”

Andrés Ingi drückte sein Verständis dafür aus, dass manche militärische Information geheimgehalten werden müssen, dennoch “die fundamentale Frage muss etwas sein, das die Regierung beantworten möchte. Tatsache ist, dass die Marine im ganzen Land lärmverbreitende Bojen abschiesst, welche Wale an Land treiben könnten.”

US Navy übt in Island

The Ticonderoga-class guided-missile cruiser USS Normandy (CG 60), front, and the Arleigh Burke-class guided-missile destroyers, USS Farragut (DDG 99), left, USS Forrest Sherman (DDG 98), right, and USS Lassen (DDG 82), back, steam in formation during a photo exercise, Sept. 16, 2019. Normandy is operating in the Atlantic in support of naval operations to maintain maritime stability and security in order to ensure access, deter aggression and defend U.S., allied and partner interests.

Etwa 30 Mitglieder der 2. Flotte der US Navy sind derzeit an militärischen Übungen in und um Island beteiligt. Sie proben den Aufbau und Betrieb eines Expeditions-Marineoperationszentrums, welches vorübergehend in Keflavík eingerichtet wurde. Einem Beitrag der US Navy auf Twitter zufolge soll das Operationszentrum “dem Kommandanten der US Naval Force für Europa eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Streitkräfte von einem vorgeschobenen Stützpunkt aus zu leiten.”

Das 30 Mann starke Expeditions-MOC kann damit Streitkräfte kommandieren und kontrollieren, grundsätzliche Informationen und Warnungen für situationsbedingte Wahrnehmung bereitstellen, und Befehle erteilen, während es weiterhin Befehlsgewalt am C2F Hauptquartier in Norfolk in Virginia beibehält, heisst es in einer Pressemitteilung.

Island ist ein Schlüsselalliierter, und seine strategische Position im Nordatlantik stellt eine perfekte Gelegenheit, unser Expeditions-MOC zum ersten Mal zu testen,” sagte Vizeadmiral Andrew Lewis, der Kommandeur der 2. US Flotte.

Von Island aus zu operieren stärkt unsere Partnerschaft und erlaubt uns gleichzeitig, in Expeditionsmanier zu üben und unsere Fähigkeit zu testen, vorzupreschen.”

Das Operationszentrum hatte zuvor mit im Nordatlantik stationierten US Militärschiffen für konventionelle Aufgaben in Kontakt gestanden. Die USS Normandy (auf dem Foto zu sehen) etwa ist im Atlantik unterwegs “um Aufgaben zu übernehmen, die die Stabilität und Sicherheit aufrechterhalten, um Zugang zu sichern, Aggression zu verhindern und die Interessen von USA, Alliierten und Partnern zu verteidigen.”

Erfolgreiche Operationen in der Arktis erfordern Übung, und wir werden die Lektionen, die wir in diesem Einsatz gelernt haben, dazu nutzen, das Konzept des Expeditions-MOC für weitere Operatione im Nordatlantik und den arktischen Regionen weterzuentwickeln,” erklärte Capt. Chris Slattery, der Leiter des Expeditions-MOC.

Das isländische Aussenministerium sagte DV, dass die Truppe Anfang September nach Island gekommen sei, und Anfang Oktober wieder wegfahre. Alle Kosten, die aus dem Aufenthalt der US Navy in Island entstanden sind, sollen durch die US Regierung beglichen werden.

Die Pressemitteilung betont, dass das Konzept des Expeditions-MOC rein temporär gestaltet sei. Das “C2F Expeditons-MOC operiert derzeit ausserhalb von Island, es gibt keine vorgesehene oder permanente Operationsbasis im europäischen Raum.” hiess es von Seiten der Navy.