Isländisches Fischbier begeistert Seafood-Messebesucher

Ein mit Lodderogen gebrautes Bier ist bei der Seafood Expo Global Messe in Barcelona vorgestellt worden, berichtet mbl.is. Das von Icelandic Asia hergestellte Bier enthielt Masago, den Rogen der Lodde, und Shiso, ein japanisches Gewürz.
Das Bier war schon im letzten Jahr vorgestellt worden, damals mit artischem Thymian gewürzt, jetzt kam es in der neuen Shiso-Variante: „Das war schon letztes Jahr ein Hit, und wir haben entschieden, für diese Messe eine neue Version zu brauen, und das wurde auch ein Hit,“ sagte Marketingleiterin Agnes Guðmundsdóttir. Das Logo war von künstlicher Intelligenz designt worden, und auf den Dosen befand sich ein QR-Code, mit dem Konsumenten Preise und Markenwaren aus Japan kaufen konnten.
Masago ist eine beliebte Zutat der asiatischen Küche. Der Rogendrink war als Messebier gebraut worden und kann nirgendwo gekauft werden. Wer dennoch ein isländisches Getränk mit Fischzutaten probieren will, kann es mit Collab versuchen, ein Sodagetränk mit Koffein und Fischkollagen, der als Powerdrink populär geworden ist.

Japaner lieben die Lodde
Der Loddefang wird in Island ausschlieslich eingeschmolzen, auf dem normalen Fischmarkt ist sie nicht zu bekommen. Anders in Japan: Japan kauft die isländische Lodde als Speisefisch, sie wird dort gesalzen, getrocknet und dann in der Pfanne oder im Ofen gebraten. Man liebt den kleinen Fisch als Snack zum Bier. Der Rogen der Lodde ist eine beliebte Sushizutat. Dabei möchten Köche am liebsten Lodde mit 13% Rogeninhalt, hatte der japanische Koch Kusa mbl.is vor zwei Jahren erklärt.
Die Lodde laicht vor der Südküste Islands und stirbt danach. Die Kunst ist also, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, um sie für den Teller zu fischen.

Nach Rekordfang droht Quotenreduktion für Kapellan

overfishing iceland

Aktuelle Bestandsmessungen beim Kapellan, die gestern veröffentlicht worden waren, deuten darauf hin, dass die für diese Saison ausgegebene Fangquote wahrscheinlich um 100.000 Tonnen reduziert werden muss, berichtet RÚV. Ein Fischexperte beim Marineforschungsinstitut Hafro bezeichnete dies als Enttäuschung. Mit einer endgültigen Empfehlung wird Mitte Februar gerechnet.

Die beiden Forschungsschiffe Árni Friðriksson und Bjarni Sæmundsson kamen mit Messungen aus dem Nordosten zurück, nach denen die ausgegebene Quote von 904.000 Tonnen auf 800.000 Tonnen oder um 11 Prozent zurückgefahren werden sollte.
“Das ist eine kleine Enttäuschung nach den sehr grossen Bestandszahlen aus dem vergangenen Herbst,” sagt Sigurður Þór Jónsson vom Marineforschungsinstitut. “Wir haben die Bestände und die Gebiete zweimal kontrolliert, und aus der ersten Zählung ergab sich sogar eine noch geringere Zahl, 400.000 Tonnen.”
Das Meereseis vor der Küste der Westfjorde hindert die Forschungsschiffe in diesen Tagen daran, den Kapellanbestand in der Region zu ermitteln.

Rekordfang auf zwei Trawlern
In der vergangenen Woche hatten zwei isländische Trawler einen rekordverdächtigen Fang an Land gebracht. Am Freitag landete die Börkur NK, ein Schiff der Síldavinnsla ehf, 3.409 Tonnen in Seyðisfjörður, ein isländischer Rekord, nur einen Tag später steuerte die Vilhelm Þosteinsson EA aus der Reederei Samherji den Fuglafjörður auf den Färöerinseln an, um dort 3448 Tonnen Kapellan zu löschen, diesmal möglicherweise sogar Weltrekord. Bislang sind 244.000 Tonnen gefischt worden, die diesjährige Kapellanquote der isländischen Flotte beträgt 662.000 Tonnen.

Aber auch andere Nationen fischen den Kapellan per zugeteilter Quote in isländischen Gewässern. Gestern befanden sich 28 norwegische Trawler nordöstich von Hvalbakur und Langanesi. Sie dürfen nicht die gleichen pelagischen Schleppnetze wie isländische Schiffe benutzen und haben bislang etwa 7000 Tonnen Kapellan gefangen. Die gesamte Quote der Norweger beträgt 12.600 Tonnen, und einige Schiffe haben ihre Landung in der Fabrik im Fáskrúðsfjörður gelöscht.

Der Kapellan, auch Lodde genannt, ist ein kleiner Schwarmfisch aus der Familie der Stinte, und begehrt nicht nur auf dem Teller. Ein Teil des Fischs geht eingefroren nach Japan, wo er als Shishamo verzehrt wird. Aus den Weibchen gewinnt man Rogen gewonnen und vearbeitet ihn zu “Isländischem Kaviar”. Die Männchen landen in der Fischmehlverarbeitung und Fischölherstellung und dienen als Futter in der Lachszuchtindustrie. Hauptkunde des Fischfutters ist Norwegen.

 

Auf der Suche nach Loddeschwärmen im Polarmeer

Schlechtes Wetter und Meereseis haben die Suche nach Loddeschwärmen im Polarmeer nördlich und westlich von Island behindert, berichtet RÚV. Zwei Expeditionsschiffe sind dort unterwegs. Nach Aussage von Expeditionsleiter Birkir Bárðarson sind einige Schwärme an der Eiskante bei Grönland geortet worden, doch gibt es noch nicht genügend Daten, um ein Gesamtbild zu erstellen.

Der Bestand der isländischen Lodde ist in den vergangenen zwei Jahren stark zurückgegangen, sehr wahrscheinlich bedingt durch einen Anstieg der Meerestemperatur. Ein Rückgang der Bestände bedeutet, dass es keine Fangquote auf die Lodde gibt, damit der Bestand Zeit bekommt, sich zu erholen. Diese Entwicklung ist vor allem für die Wirtschaft in Ostisland hart gewesen, wo beispielsweise in der Gemeinde Fjaðarbyggð im Jahr 2018 etwa 47 Prozent des gesamten isländischen Fanges verarbeitet wurde.

Die derzeitige Expedition wird von Island und Grönland gemeinsam durchgeführt. Die Schiffe waren am 7. September in See gestochen und haben seitdem ein grosses Gebiet von Südostgrönland entlang der isländischen Nordküste durchquert. Birkir sagt, in dem Gebiet habe man keine Lodde gefunden, doch einige Schwärme seien entlang der Ostgrönländischen Kontinentalplatte geortet worden.

Die Expeditionsschiffe werden ihre Suche an der Ostküste Grönlands weiter nach Norden fortsetzen. “Es gibt kein vollständiges Bild, das wir lesen können,” sagt Birkir. “Aber wir haben hier in den vergangenen Tagen Loddeschwärme gesehen.”

Isländische Lodde auf Besuch bei den Färöerinseln

Ein grosser Loddenschwarm ist kürzlich bei den Färöerinseln entdeckt worden, und Wissenschaftler glauben, dass der Fisch möglicherweise aus isländischen Gewässern dorthin geschwommen ist, berichtet RÚV.

Der Loddenbestand in Island ist in den vergangenen zwei Jahren wahrscheinlich bedingt durch einen Anstieg der Meerestemperaturen zurückgegangen. Kleinere Fischbestände bedeuten, dass es keine Quote für diese Fischart gibt, weil die Lodde sich erholen darf. Die Entwicklung wirkte sich negativ auf die Wirtschaft im Osten des Landes aus, wo in der Gemeinde Fjarðarbyggð im Jahr 2018 etwa 47 Prozent des gesamten isländischen Loddefangs angelandet und verarbeitet wurde.

Meeresbiologen auf den Färöerinseln hatten den Fischbesuch entdeckt, als sie den heimischen Sprottenbestand untersuchten. Die Sprotte, die zu den Heringsarten gehört, wurde vor drei Jahren zum ersten Mal in isländischen Gewässern entdeckt. Nun hat es den Anschein, als ob die Lodde sich von Island aus auf den Weg zu den Färöerinseln gemacht hat. Der Fischexperte Jan Arge Jacobsen bezeichnet das als selten, wenn nicht sogar beispiellos. Zudem hat die Lodde dort mit dem Laichen begonnen.

Die Wissenschaftler auf den Inseln wollen Proben der Fische an das isländische Marineforschungsinstitut schicken. Dort soll nun herausgefunden werden, ob die Lodden aus den Gewässern rund um die Färöerinseln tatsächlich aus Island stammen.

 

Lodde im zweiten Jahr ohne Fangquote

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Das Forschungsschiff Árni Friðriksson und vier weitere Schiffe sind am vergangenen Samstag von einer 12-tägigen Expedition zurückgekehrt, bei der sie kaum Hinweise auf Loddenschwärme in isländischen Gewässern gefunden haben. Expeditionsleiter Birkir Bárðarsson sagte Vísir gegenüber, er habe niemals zuvor so wenig Fische dieser Art gesichtet wie auf diesem Trip.

Auch wenn für Februar eine weitere Expedition geplant ist, scheint es doch unwahrscheinlich, dass das Marineforschunsinstitut eine Loddenquote für die komende Saison ausgeben wird. Damit wäre das Jahr 2020 das zweite in Folge, wo ein Mangel an Lodden das Land trifft.

Fischereiminister Kristján Þór Júlíusson sagte, ein Mangel der Fischart würde “die nationale Ökonomie sowie Unternehmen und Gemeinden treffen, wo diese tätig sind.” Experten hatten auf die steigenden Meerestemperaturen und Übersäurung der Meere als möglichen Grund für den Rückgang der Lodden in isländischen Gewässern hingewiesen.

Kristján sagte, die isländische Regierung habe zusätzliche Mittel bereitgestellt, um die Fischart besser zu erforschen. Eine Gebühr für die Fischereiunternehmen, mittels derer diese gezwungen werden, sich an Forschungskosten zu beteiligen, wie nach Informationen von Vísir in Norwegen üblich, schloss der Minister aus.

Ein Rückgang der Lodde würde vor allem die Gemeinden schwer treffen, deren Einnahmen vor allem aus der Fischereiindustrie kommen. Die Gemeinde Fjarðarbyggð in Ostisland etwa hatte im Jahr 2018 rund 47 Prozent des gesamten Loddefangs der Insel an Land genommen und verarbeitet. Das Wegbleiben des Fisches würde Gehaltsverluste und weniger Arbeitsplätze bedeuten, und nicht nur die Fischereiunternehmen treffen, sondern die regionale Wirtschaft als Gesamtes.

Die Auswirkungen eines solchen Rückgangs würden sich auch auf die kommenden Jahre erstrecken. Ein Grossteil der Lodden, etwa 90 Prozent, laicht im Alter von drei Jahren, etwa 10 Prozent der Fische laicht vierjährig. Nach dem Laichen stirbt der Fisch. Dies bedeutet, dass die reduzierte Bestandszahl eines Jahres sinkende Bestandszahlen in den drei Jahren danach zur Folge hat.

Die Lodde wird in Island zu Fischöl und Fischmehl verarbeitet, zuvor wird der Rogen entnommen und an die Sushi-Gastronomie vermarktet.