Vandalismus an Regenbogen in Reykjavík

Skólavörðustígur rainbow flag

Die Regenbogenflagge auf dem Asphalt des Skólavörðustígur ist am Sonntagmorgen mit weisser Farbe beschmiert worden. Der Anwohner Óttarr Makuch entdeckte den Akt von Vandalismus und benachrichtigte die Polizei.
„Ich bin aufgewacht, hab einen Kaffee getrunken und sah unseren schönen Regenbogen beschmiert,“ sagte Óttarr RÚV gegenüber. „Das muss zwischen sechs und sieben Uhr heute morgen passiert sein. Ab jetzt steh ich immer um sechs auf!“

Der Regenbogen war auf mehreren Metern mit weisser Farbe bespritzt worden und trug zusätzlich den Schriftzug “LGBT LOSER”. Óttarr drängt die Gesellschaft, den Vorfall nicht zu ignorieren. “Die Farben sind viel heller als der Vandalismus, und die Freude scheint hindurch. Aber die Person, die dafür verantwortlich ist, braucht ganz klar Hilfe.”
Er habe Touristen an seinem Haus im Skólavörðustígur vorbeigehen hören, und viele von ihnen seien von dem Vorfall überrascht gewesen. “Die waren überrascht, dass solche Akte von Vandalismus an einem Regenbogen in Island vorkommen, wo doch alles so friedlich und super sein soll.”
Am Sonntagmorgen kamen dann Stadtarbeiter und beseitigten die Schmierereien. “Örn von der Stadt Reykjavík macht den Mist hier weg und unseren Regenbgen wieder schön.” freute sich Óttarr.

Parlament verabschiedet einstimmig LGBT-Aktionsplan bis 2025

Pride Rainbow Reykjavík

Das isländische Parlament Alþingi hat Mitte Juni vor seiner Sommerpause einem Aktionsprogramm für Angelegenheiten homosexueller Menschen zugestimmt, den Premierministerin Katrín Jakobsdóttir vorgelegt hatte. Alþingi hatte den bis 2025 gültigen Aktionsplan einstimmig angenommen. Das Programm ist das erste seiner Art in Island, in dem es einzig um Themen homosexueller und andersgeschlechtlicher Menschen geht, berichtet RÚV.
In einer Bekanntmachung der Regierung heisst es, Hauptziel des Programms bestehe darin, Fortschritte und rechtliche Verbesserungen der LGBT Gemeinschaft zu fördern und das Bewusstsein für ihre Situation in Island zu schärfen.
Im Mai war die Regenbogenkarte 2022 der LGBT Gemeinschaft veröffentlicht worden, eine Art Massstab, wie die Rechte von LGBT in den einzelnen Ländern gesichert sind. Island befindet sich dort auf den neunten Platz und ist damit seit der letzten Karte um fünf Plätze aufgestiegen.

Teil des neuen Aktionsplans und eines seiner Hauptziele ist es, Island auf der sogenannten Rainbow Map noch weiter nach oben zu heben. Ausserdem wurde ein Investmentfonds für LBGT-Themen eingerichtet, der für den Zeitraum 40 Mio ISK erhalten wird. Der Fonds soll Projekte finanzieren, die sich für besonders dringende Themen homosexueller und andersgeschlechtlicher Menschen einsetzen.
Das Büro für Gleichstellung der Geschlechter und Menschenrechte im Haus des Premierministers soll die Umsetzung der Projekte überwachen und den Status der Maßnahmen in einer einsehbaren Messlattengrafik veröffentlichen. Ein Vorbild dieser Grafik ist bereits im Aktionsplan zur Gleichstellung der Geschlechter und im Präventionsplan gegen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt und Belästigung zu finden.