Ärztinnen entdecken ungleiche Bezahlung in der Kinderklinik

Landspítali national hospital

Drei Kinderärztinnen im Universitätskrankenhaus Landspítali haben einen geschlechtsgebundenen Gehaltsunterschied in der Kinderabteilung festgestellt, berichtet Vísir. Daraufhin ist das Gehalt der Kinderärztinnen auch rückwirkend angepasst worden, um die Ungerechtigkeit zu korrigieren.

Berufliche Erfahrung nicht gewürdigt
Die drei Kinderärztinnen hatten nach dem landesweiten Frauenstreik im vergangenen Oktober begonnen, ihre und andere Gehaltszettel zu prüfen. Dafür nutzten sie eine Klausel im Gesetz, die ihnen erlaubte, die Gehälter aller Spezialisten in der Kinderabteilung und der Gynäkologie einzusehen, und sie entdeckten, dass die männlichen Kollegen ungeachtet von Qualifikationen höhere Gehälter ausgezahlt bekamen.
Tarifvereinbarungen zufolge wird die Bezahlung von Ärzten vor allem durch Ausbildung und die Länge ihrer beruflichen Laufbahn bestimmt. Ausserdem können Arbeitgeber eigenständig zusätzliche Zahlungen vereinbaren, etwa für eine Subspezialisierung, für administrative Erfahrung, oder Erfahrung in Forschung und Lehre. Ein entsprechendes Memo dazu war im Jahr 2016 veröffentlicht worden, kam aber nicht zur Anwendung, als Frauen in dem Jahr eingestellt wurden.

Ungleichbezahlung bleibt in einigen Fällen
Die Ärztinnen hatten einen Artikel im Icelandic Medical Journal veröffentlicht und die Gehaltslücke offengelegt, nachdem sie ihren Fall vor einem Gleichberechtigungsausschuss vorgelegt hatten.
Die Gehaltsabteilung der Klinik korrigierte nicht nur diesen Fehler, sondern prüfte gleich auch die Gehälter aller Fachärzte im Haus, und fand eine Gehaltslücke von 1,4%. Seit dem Jahr 2020 hat die Klinik ein Zertifikat für gleichen Lohn und verfolgt das Ziel, die Ungleichbezahlung zu allen Zeiten auf unter 2,5% zu halten.
„Ich werde nie mehr glauben, dass eine Gehaltsfestsetzung gerecht ist,“ sagte Helga Elídóttir, „Ich werde mir das selber anschauen müssen.“

Maskenpflicht an der Uniklinik wegen steigender Atemwegsinfektionen

Am Universitätskrankenhaus Landspítali besteht ab heute wieder Maskenpflicht für ambulante Patienten und Besucher, und die Besuchszeiten wurden reduziert. Den Massnahmen zugrunde liegt die zunehmende Belastung der Klinik, sowie steigende Zahlen von Atemwegserkrankungen. Auch viele Pflegekräfte sind erkrankt und fallen aus. Der Chefarzt der Infektionsabteilung, Már Kristjánsson, sagte RÚV gegenüber, dies sei die heftigste Belastung seit der COVID-Pandemie.

Stationäre Patienten müssen keinen Mundnasenschutz tragen, aber alle ambulanten Patienten, sowie deren Begleiter und Besucher sind dazu verpflichtet. Auf Stationen wo eine COVID Gruppeninfektion aufkommt, muss auch das Personal FFP2-Masken im Dienst tragen.

Die Besuchszeiten sind gekürzt worden, jetzt kann man an Wochentagen nur noch zwischen 16.30 und 19.30 Uhr Patienten besuchen, am Wochenende sind Besuche zwischen 14.30 und 19.30 Uhr gestattet. Die Klinik empfiehlt Besuchern, einzeln zu kommen und vor Betreten des Krankenhauses die Hände zu waschen.
Kinder, die ihre Geschwister auf der Kinderstation besuchen möchten, dürfen dies nur in Absprache mit der Stationsleitung, generell kann die Abteilungsleitung Ausnahmen bei den Besuchszeiten gewähren.

 

Streptokokkeninfektion füllt die Intensivstation des Landspítali

landspítali hospital

Eine Welle schwerwiegender Streptokokkeninfektionen der Atemwege im Kombination mit anderen Atemwegserkrankungen zwingt die Intensivstation der Universitätsklinik dieser Tage in die Knie, berichtet RÚV. Seit dem Beginn der COVID-Pandemie mussten nicht mehr soviele Patienten dort gleichzeitig versorgt werden.
Ein Oberarzt der Station sagte RÚV gegenüber, man bereite den Notfallstatus der Station vor, weil immer mehr Patienten mit hochansteckenden Streptokokkeninfektionen eingeliefert würden.

Gestern lagen 19 Patienten auf der Intensivstation, am vergangenen Wochenende waren es 22 gewesen. Eine derartig hohe Belegung hatte man zuletzt zu COVID-Zeiten erlebt, gab Kári Hreinsson, der Leiter der Abteilung für Chirurgie, Anästhesie und Intensivpflege am Landspítali gestern an. Die Versorgung sei ohne das hart arbeitende Pflegepersonal der Abteilung nicht möglich gewesen.
Kári erklärte, während COVID sei der Notfallstatus ausgerufen worden, als 27 Patienten gleichzeitig auf der Station versorgt wurden. Man überlege derzeit, ob ein Notfallstatus erklärt werden müsse, doch noch sei es nicht soweit.

“Das ist auch nichts, was in zwei oder drei Tagen vorübergeht, diese Atemwegsinfektionen sind ja schon eine ganze Weile unterwegs, und ein Ende ist nicht abzusehen.”
Dabei zeigte sich die Streptokokkeninfektion oft zusammen mit herkömmlichen Erkältungskrankheiten, und quer durch alle Bevölkerungsschichten.
“Das macht die Erkrankung viel gefährlicher und und schwerer zu behandeln.” sagt Kári.
Wenn es auf der Intensivstation nicht genügend Betten gibt, werden Intensivpatienten auf die Wachstation verlegt. Dies wirke sich bislang noch nicht auf die Versorgung anderer Patienten oder den Operationsbetrieb aus. “Aber das kann durchaus in den kommenden Tagen passieren.” mahnt Kári.

 

Vier Krankenschwestern der Notaufnahme haben gekündigt

Seit gestern haben vier Krankenschwestern aus der Notaufnahme der Universitätsklinik ihre Kündigung eingereicht. Als Grund für den Schritt gaben sie die inakzeptablen Arbeitsbedingungen und die Arbeitslast an, berichtet RÚV. Zehn weitere Krankenschwestern waren schon im vergangenen März gegangen. Stationsleiterin Helga Rósa Másdóttir sagt, der Personalmangel beeinträchtige bereits die Kapazität der Notaufnahme.

In der Notaufnahme der Uniklinik stehen 30 Betten bereit. Gestern waren fast 100 Patienten aufgenommen worden, 33 von ihnen hätten auf andere Stationen gehört, die jedoch über keine freien Betten verfügten. Einige Patienten hatten mehr als fünf Stunden warten müssen, bevor sich jemand um sie kümmern konnte.
Solche Tage seien inzwischen eher Norm und nicht mehr nur eine Ausnahme, sagt die Krankenschwester Soffia Steingrímsdóttir, eine der Schwestern, die gestern nach sieben Jahren in der Notaufnahme gekündigt hatte. In einem Facebookbeitrag schrieb Soffia, dass sie ihren Job liebe, aber die Hoffnung aufgegeben habe, dass sich die Lage in der Notaufnahme zum Besseren wende.

Sparmassnahmen kommen in der Notaufnahme an
Helga Rósa sagte RÚV, sie sei besorgt darüber, dass es nicht mehr möglich sei, die Notaufnahme zu bemannen, wenn die Kollegen in diesem Sommer in Urlaub gehen. Der Personalmangel hat schon jetzt Auswirkungen auf die Abteilung, die nicht alle Räumlichkeiten nutzen kann, weil es nicht genügend Personal gibt, um die Patienten zu überwachen. Helga sagt, die Einschnitte ins Gesundheitswesen seien in der Notaufnahme angekommen, wo Patienten landen, die eigentlich woanders behandelt werden müssten, dort aber weggeschickt würden, weil es an Betten fehle.

Das Pflegepersonal der Notaufnahme beklagt den Missstand seit Jahren, und weist darauf hin, dass Personalmangel und schlechte Bedingungen die Sicherheit der Patienten gefährde.
Eine Anhörung aus dem Jahr 2019, die von Gesundheitsamt veröffentlicht wurde, hatte zutage gefördert, dass weder Unterbringung noch Arbeitsbedingungen in der Notaufnahme die Bestimmungen erfülle, und dass die Station das Recht des Patienten auf Sorgfalt nicht gewährleisten könne. Nach Bekanntwerden dieser Informationen hatte das Gesundheitsamt empfohlen, mehr Personal in der Notaufnahme einzustellen, vor allem Krankenschwestern, sowie ihre Gehälter und Arbeitsbedingungen zu prüfen.

 

Bettenmangel trotz neuer Klinik

landspítali hospital

Für das Jahr 2040 ist einer neuen Studie zufolge mit einem eklatanten Mangel an Klinikbetten zu rechnen, obwohl dann das neue Krankenhaus an der Hringbraut in Reykjavík längst in Betrieb genommen sein wird. Der Leiter der neuen Klinik hofft, der Krieg in der Ukraine bringe keine Verzögerungen für den Neubau.
Am 18. März hatte das Gesundheitsministerium eine Studie zur Zukunftsentwicklung der Universitätsklinik (Landspítali) veröffentlicht. Sie basiert auf Daten aus dem Jahr 2019.
Demnach wird der Bedarf für Klinikbetten in Island im Jahr 2040 um 80 Prozent steigen. Verantwortlich dafür sind vor allem demografische Gründe: die zunehmende Alterung der Bevölkerung und ein Anwachsen der Gesamtbevölkerung um 18 Prozent in den kommenden 18 Jahren. Rechnet man diese Zahlen mit ein, hätte das Gesundheitswesen trotz Errichtung der neuen Klinik in 2040 nur die Hälfte der benötigten Betten zur Verfügung, wenn keine weiteren Anstrengungen unternommen werden.
Der Studie nach könnte das Gesundheitswesen den Mangel bewältigen, indem es Landzeitpflege und Grundversorgung vom Landspítali in ein “besser geeignetes Gesundheitsumfeld” verlagere. Die Behörden müssten dann 240 Betten in häuslicher Pflege und Einrichtungen für ältere Menschen und Rehabilitation schaffen.

In einem Interview mit RÚV mahnte der Leiter der Universitätsklinik, Runólfur Pálsson, die Zeit dränge.
“Jeder kennt die derzeitige Situation in Bezug auf Klinikbetten,” meinte Runólfur. “Auch der Personalmangel ist ein wachsender Grund zur Besorgnis. Wir hätten viel früher handeln müssen, die Vorbereitungszeit für den Bau des neuen Krankenhauses ist viel zu lang gewesen.”
Am Pflegenotstand in der Klinik hat sich trotz Abebben der COVID-Welle nur wenig geändert, auch weiterhin fehlt es an Klinikbetten, und jeden Tag warten 30 Patienten in der Notaufnahme auf ein stationäres Bett.
Hinzu kommen Krankheitsfälle beim Pflegepersonal, sei es durch COVID, Grippe oder stressbedingte Krankmeldungen.
Bislang waren die Bauarbeiten an dem neuen Klinikgebäude jedoch nach Plan verlaufen, wie der Leiter der neuen Klinik, Gunnar Svavarsson bestätigte. Verzögerungen könnte es allerdings durch den Krieg in der Ukraine geben, denn derzeit könne kein Stahl aus dem Land importiert werden.

Notfallstufe in der Uniklinik, Partywochenende in Sicht

hospital

Das Universitätsklinikum Landspítali ist seit heute 14 Uhr wieder auf Notfallstufe. Die Entscheidung war vom Seuchenfachrat getroffen worden, weil soviele an COVID-19 erkrankte Patienten eingeliefert werden, es zu wenig Belegbetten gibt, in der COVID-Ambulanz grosser Andrang herrscht, weil sich viele Pflegekräfte erkrankungsbedingt in Isolation befindet, und der Druck auf die Notaufnahme sehr hoch ist. Dort ist man in grosser Sorge wegen des bevorstehenden Wochenendes ohne jede Seuchenschutzvorschriften, aber mit erwartungsgemäss grossem Feierwillen der Bevölkerung, dazu kommen Schnee und Glatteis auf den Strassen des Landes.

Die Entscheidung, das Krankenhaus auf Notfallstufe zu heben, sei ein eher symbolischer Akt, so die Leiterin des Seuchenfachrates, Hildur Helgadóttir, denn in Bezug auf die Aufhebung der allgemeinen Seuchenschutzbeschränkungen durch die Politik sei mit der Klinik nicht einmal Rücksprache gehalten worden, und man habe kaum Zeit gefunden, sich vorzubereiten. In der Notfallstufe bedürfe die Klinik Unterstützung von aussen, doch, so Hildur, ahne man, dass die nicht kommen werde, woher auch.

Steigende Zahlen, krankes Pflegepersonal
In stationärer Behandlung befinden sich heute 51 Patienten mit COVID-Infektion. Alleine gestern mussten 14 Patienten wegen COVID-19 stationär aufgenommen werden, im Gegenzug konnten nur fünf entlassen werden.
Gestern fielen 80 Pflegekräfte wegen COVID-19 Infektion aus, damit befinden sich zur Zeit 369 Schwestern und Pfleger in Isolierung. Viele von ihnen sind ernsthaft erkrankt und keinesfalls nach fünf Tagen wieder einsatzfähig.
Auch in vielen Pflegeheimen auf dem Land herrscht der Ausnahmezustand, weil Pflegekräfte und Heimbewohner an COVID erkrankt sind.
Gestern gab es eine nie dagewesene Zahl an Neuinfektionen, 4333 positive Tests, sowohl PCR als auch Schnelltests, dazu eine Vielzahl noch nicht ausgewerteter Tests der vergangenen Tage.

Chefepidemiologe bittet um Vorsicht
“Das ist eine sehr grosse Anzahl an Infizierten in der Gesellschaft, das ist völlig klar,” kommentierte Chefepidemiologe Þórolfur Guðnason die Zahlen. Die Dunkelziffer der Ungetesteten sei noch viel höher. Er sehe zur Zeit kein Ende der Pandemie. Gemessen an den Antikörperbestimmungen könnte gar die zweifache Menge bereits infiziert sein, also Leute, die keinen Test gemacht und eine Infektion symptomlos durchgemacht haben. Es sei sehr schwierig, vorherzusagen, wie sich die Lage in den kommenden Tagen entwickle. Irgendwann werde sich die Infektionszahl einem Höhepunkt nähern, und dann könne man von Herdenimmunität sprechen. Für eine solche Herdenimmunität muss 80 Prozent der Bevölkerung durchseucht sein. Vorsichtigen Erwartungen zufolge könnte dies Mitte oder Ende März erreicht sein.

Þórólfur fordert die Bevölkerung auf, auch weiterhin auf der Hut zu sein und die persönlichen Hygienemassnahmen einzuhalten.
“Da sind viele, die doch ernsthaft erkranken, und immer noch müssen Leute wegen COVID eingewiesen werden, hier im Landspítali und auch im Krankenhaus in Akureyri. Das darf man nicht vergessen. Das ist kein Schnupfen, den die Leute bekommen, und nicht alle steigen nach ein paar Tagen wieder fit aus dem Bett. Das ist leider nicht der Fall, obwohl die meisten rasch genesen.” erklärte Þórólfur.
In den kommenden Tagen sollen auf den Webseiten des Landlæknir und COVID.is Anweisungen veröffentlicht werden, wie man sich im Fall einer Infektion zu verhalten habe.
Seit heute sind sämtliche Beschränkungen im Inland und an den Grenzen ausser Kraft.

Personalmangel an der Uniklinik bringt Patienten in Gefahr

emergency department hospital

Die Klinikleitung des Universitätskrankenhauses in Reykjavík arbeitet daran, den Mangel an Ärzten und Krankenschwestern in der Notfallambulanz zu beseitigen, berichtet RÚV. Etwa 500 Schichten in diesem Sommer müssen mit Unterbesetzung rechnen, vier Mediziner haben in diesem Jahr bereits gekündigt.

Obwohl das Personal den Notstand bereits seit Jahren beklagt, sagt der Leiter der Notärztevereinigung, Bergur Stefánsson, seien die Personalprobleme so gravierend wie nie zuvor.
Bergur sagt, das isländische Gesundheitsamt habe seit 2018 fünf Berichte und Vermerke an das Gesundheitsministerium übersendet, in denen es um die personelle Notlage der Abteilung gehe. Trotz dieser schriftlichen Kommunikation, so sagt er, habe sich die Lage definitiv nicht gebessert. Das Personalproblem bei den Ärzten sei so gravierend wie nie zuvor. Wenn sich die Bedingungen in der Abteilung nicht besserten, könne man die Sicherheit der Patienten nicht mehr gewährleisten. “Damit gefährden wir sie.”

Im Jahr 2019 hatte eine Teilprüfung des Gesundheitsamtes befunden, dass weder Unterbringung noch Arbeitsbedingungen für das Personal die gültigen Bestimmungen erfüllten, und dass die Abteilung die Rechte des Patienten auf Versorgung nicht erfüllen könne.
“Nun ist das Problem derart angewachsen, dass wir diese Bedingungen nicht weiter zulassen können,” stand in dem Prüfbericht zu lesen. “Es kann den Boden für unerwartete Vorfälle bereiten, und das Risiko für weitere Ausfälle beim Personal.”

Vertreter der Uniklinik hatten zuvor angegeben, sie arbeiteten auf Hochtouren an einer Lösung des zu erwarteten Personalmangels im Sommer. In dem Prüfbericht von 2019 hatte es gehiessen, dass man für eine durchgreifende Lösung der Probleme in der Abteilung eine breitere Unterstützung der Behörden benötige.
Bergur sagt, die Notärzte hätten ein Treffen mit der Gesundheitsministerin und dem Parlamentarischen Wohlfahrtsausschuss verlangt, seien aber nicht vorgelassen worden. “Wir müssen etwas unternehmen, wir brauchen echte Verbesserungen.”

COVD-19: Zweifacher Test für Einreisende könnte zur Pflicht werden

Covid 19 Þríeykið

Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason rechnet damit, dass die Seuchenschutzmassnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der COVID-19 Infektion im Land erhalten bleiben, bis ein Impfstoff vorhanden sei, mindestens aber ein paar weitere Monate, berichtet Vísir. Die kommenden Tage würden zeigen, was für Massnahmen er der Gesundheitsministerin als nächstes vorschlagen werde. Unter anderem werde geprüft, ob Einreisende verpflichtet werden, sich zweimal testen zu lassen, mit Absolvierung einer fünftägigen Quarantäne zwischen den Tests. Bislang hatten Einreisende auch wählen können, ob sie sich statt Test in eine 14-tägige Quarantäne begeben.
Die momentanen Massnahmen haben bis 3. November Gültigkeit.

Clusterinfektionen und Krisenzustand in der Uniklinik
In der vergangenen Woche war eine neue Clusterinfektion im Reykjavíker Altenheim Landakot in Gang gekommen, ausgehend von der inzwischen 79 Personen in dem Heim infiziert sind (52 Bewohner, 27 Mitarbeiter). Auch in der Rehaklinik Reykjalundir in Mosfellsbær und in dem Altenheim Solvellir in Eyrarbakki sind bei Patienten und Bewohnern COVID-19 Ansteckungen festgestellt worden.
Im Universitätskrankenhaus werden mit Stand von heute 51 Personen stationär behandelt, auf der Intensivstation liegen drei Personen, eine davon am Beatmungsgerät. Bei der ersten Welle hatten 105 Personen wegen COVID-19 stationär aufgenommen werden müssen, diesmal sind es nach Angaben von Klinikdirektor Páll Matthíason 115 Personen.

Seit dem Wochenende arbeitet die Universitätsklinik im Krisenzustand. Alle nicht notwendigen Operationen sind abgesagt worden, und man arbeitet daran, Patienten auf andere Häuser zu verteilen. Gesundheitsamtsleiterin Alma Möller hatte gestern Krankenpflegepersonal im ganzen Land aufgefordert, sich in die Bereitschaftsliste einzutragen.

Grösste Sorge bereite ihm, so Þórólfur heute morgen beim Pressebriefing, die Ausbreitung des Virus im Pflegeheim Landskot, und die Frage, wie er von dort in die Öffentlichkeit gebracht worden sei. “Und ob wir in den kommenden Tagen einen Infektionsanstieg in der Gesellschaft sehen werden.”

Testpflicht steht zur Debatte
Die Infektionszahlen der nächsten Tage bestimmen das weitere Vorgehen an den Landesgrenzen. Gestern wurden 14 Personen positiv an der Grenze getestet, die vierte grosse Personengruppe innerhalb weniger Wochen. Bei einigen wird auf das Ergebnis der Antikörperbestimmung gewartet. Bislang waren alle mit COVID-19 infizierten Gruppen aus Polen eingereist.

Es sei schwierig, eingereiste Personen zu kontrollieren, die sich für die 14-tägige Quarantäne (ohne Test) entschieden, ob sie auch wirklich zuhause blieben. Daher stehe nun die Entscheidung an, ob man die Wahlmöglichkeit streiche und festlege, dass alle Einreisenden sich verpflichtend zweimal testen lassen müssen.
Er halte diese Handhabe für wichtig, vor allem, wenn Leute aus Ländern einreisten, wo viele positiv auf das Virus getestet worden seien. Mit einer Entscheidung ist vor dem 3. November zu rechnen.

 

Icelandair fliegt mit Herz nach Hause

Die Piloten der Icelandair Maschine, die gestern Abend per Direktflug aus China heimkamen, wo sie medizinische Ausrüstung abgeholt hatten, beendeten ihren langen Flug auf bemerkenswerte Weise.
Wie das Flugradar zeigte, beschrieb das Flugzeug ein Herz über der Hauptstadt, und in der Mitte des Herzens befinden sich die Universitätskliniken an der Hringbraut und im Fossvogur. Die Aktion sollte Unterstützung und Dankeschön an die Pflegenden und Beschäftigten der Kliniken ausdrücken, berichtet Vísir.

Der Flug war der letzte von drei Flügen, mit denen insgesamt 50 Tonnen gekauftes Schutzmaterial, wie etwa Mundschutz und Schutzanzüge, nach Island gebracht worden war.
Die Maschine war im Direktflug nach Shanghai geflogen, wo die in China hergestellten Güter geladen wurden, danach flog sie ohne Verzögerung wieder auf direktem Wege nach Hause. Für den Schichtbetrieb der Direktflüge hatten sich Crews mit elf bzw zwölf Mann Besatzung, darunter Piloten und Maschinisten an Bord befunden.

Landspitali bekommt 17 Beatmungsgeräte geschenkt

landspitali national university hospital iceland

Die Universitätsklinik in Reykjavík hat 17 Beatmungsgeräte geschenkt bekommen. Spender der Geräte waren 14 isländische Unternehmen, die ungenannt bleiben möchten, berichtet RÚV.

Ein Teil der Geräte eines deutschen Herstellers sind heute Morgen mit einer Cargomaschine in Island angekommen. Wie Klinikdirektor Páll Matthíasson auf der täglichen Pressekonferenz des Krisenstabs sagte, handle es sich um perfekte Intensivgeräte. Elf sind bereits in der Klinik angekommen, die anderen sechs sollen in der nächsten Woche kommen.

“Mit dieser [Spende] wollen die Unternehmen alles in ihrer Macht Stehende tun, um das isländische Gesundheitswesen in schweren Zeiten zu unterstützen”, sagte Páll. Die Unternehmenssprecher hatten darum gebeten, dass die Namen der spendenden Unternehmen nicht öffentlich genannt werden.

Informationen von RÚV zufolge war die Aktion von langer Hand vorbereitet worden, und es waren persönliche Beziehungen nach China vonnöten gewesen, wo die Geräte produziert wurden, damit sie nicht gestohlen werden, denn die Nachfrage nach solchen Geräten ist unglaublich hoch.
Die Unternehmen hatten auch Schutzkleidung für das Pflegepersonal auf den COVIDStationen gespendet, sowie 140.000 Abstrichpackungen für die COVID-19 Tests.

“Man braucht die Wichtigkeit dieses Geschenks nicht extra zu betonen,” freute sich der Klinikleiter. Das gespendete Material käme allen Kliniken im Lande zugute.