Bei Strandwanderung vom Wasser eingeschlossen

Surfing, brimbretti, Snæfellsnes

Rettungsleute der freiwilligen Ortsgruppe Lífsbjörg in Snæfellsbær haben gestern Abend einen Mann von einer Schäre am Südstrand der Halbinsel geholt. Der Tourist sass bei Ytri Tunga fest und wurde buchstäblich im letzten Moment gerettet, berichtet Vísir.
Ein Notruf war kurz vor 18 Uhr eingegangen. Der Tourist hatte sich auf einer Strandwanderung befunden, um Seehunde zu beobachten. Die Flut schnitt ihm dem Rückweg ab, und er sass auf der Schäre fest, hiess es in einer Mitteilung von Landsbjörg.

Drei freiwillige Rettungsleute in wassertauglichen Überlebensanzügen machten sich daran, den Mann von seiner Insel zu holen. Sie banden sich zusammen und wurde mit einem Seil vom Land aus gesichert, als sie zu dem Mann hinausschwammen. Landsbjörg zufolge gab es an dem Strand starke Sneakerwellen, die einen Menschen ohne weiteres hinaus aufs Meer ziehen können.
Der Mann wurde an die Retter festgebunden, und alle vier von der Mannschaft an Land gezogen, wo sich Sanitäter um ihn kümmerten. Er war ausgekühlt und nass, aber unverletzt.
Direkt nach seiner Rettung verschwand die Schäre unter den Wellen. In der Mitteilung von Landsbjörg heisst es, die Rettung hätte keinen Moment später stattfinden dürfen.

ICE-SAR: Rettungsorganisation rüstet Flotte auf

Jóhannes Briem ICE-SAR ship search and rescue

Die isländische Rettungsorganisation Landsbjörg hat drei neue Rettungsschiffe erhalten, eins davon ist die Jóhannes Briem mit Heimathafen Reykjavík. Dort wurde sie am vergangenen Samstag der Ortsvereinigung Ársæll übergeben. Landsbjörg arbeitet zur Zeit an der Erneuerung seiner Flotte, um die Rettungsmöglichkeiten und die Unfallverhütung in Island zu verbessern.

Die Jóhannes Briem war in Finnland auf der Kewatec-Werft gebaut worden. Sie schafft bis zu 30 Seemeilen und wird von zwei leistungsstarken Dieselmotoren angetrieben. An Bord gibt es modernste Ausrüstung, darunter eine Wärmebildkamera und ein Sonar, und auch die Besatzung ist besser ausgerüstet als an Bord der älteren Rettungsschiffe.
Die beiden anderen neuen Schiffe sind in den Westfjorden und in Húsavík stationiert. Ein viertes Schiff für den Standort Snæfellsnes ist nach Angaben von Landsbjörg bereits bestellt.

Islands Rettungsorganisation Landsbjörg baut traditionell auf den Einsatz von Freiwilligen und ist ausschliesslich auf Spenden sowie die Erlöse vom Feuerwerksverkauf am Jahreswechsel angewiesen. Gegründet worden war die Gemeinschaft im Jahr 1928 nach einem Schiffsunglück bei Stafnes, bei dem von 35 Seeleuten nur zehn gerettet werden konnten. Gleich nach Vereinsgründung wurden sämtliche Ortsvereine systematisch mit Rettungswurfleinen ausgestattet, mit denen man Seeleute von gestrandeten Schiffe sicher an Land bringen konnte. Dieser Wurfleine haben an die 3000 in- und ausländische Seeleute ihr Leben zu verdanken.
Das erste Rettungsboot kam von der britischen Royal National Lifeboat Institution (RNLI) im Jahr 1929 nach Island, der erste Rettungshubschrauber wurde 1968 zusammen mit dem Staat angeschafft.

 

Hochlandwacht bemannt drei Stationen in den Bergen

Aus allen Landesteilen machen sich dieser Tage freiwillige Helfer der Rettungsorganisation Landsbjörg auf den Weg ins Hochland, um dort an drei festen Stationen Dienst zu tun. Gestern war die Freiwilligengruppe aus dem Skagafjörður auf dem Weg nach Landmannalaugar, am 2. Juli bemannen dann Gruppen die Stationen an den Herðubreiðarlind­ir und in Nýja­dalur auf der Sprengisandspiste.

Diese Hochlandwacht wird in diesem Jahr zum 17. Mal aufgestellt, und der Bedarf ist gross, so Landsbjörg-Pressesprecher Jón Þór Víg­lunds­son. Das Hochland ist ja nur im Sommer befahrbar, und dann wimmelt es dort nur so von Touristen, ausländischen wie isländischen. Die Freiwilligen sind meist zuerst vor Ort, wenn es darum geht, Erste Hilfe zu gewähren, oder Fahrzeuge aus Flüssen zu ziehen. Um die 1000 Einsätze seien in den vergangenen Jahren in den Einsatzbüchern registriert worden, so Jón Þór.
Schwierigkeiten, Freiwillige für die Wacht zu finden, habe er keine, sagt er. Die Ortsgruppen suchten sich einen bestimmten Ort aus für ihren Dienst, dann setze man einen Dienstplan zusammen.
So mancher verbringe einen Teil seiner Sommerferien mit dem Projekt, und natürlich gebe es den Freiwilligen eine gute Gelegenheit, all das zu anzuwenden, was sie in ihrer vielschichtigen Rettungsausbildung lernen.

Schweres Gerät für alle Fälle
Hafdís Einarsdóttir hat sich gestern Abend mit ihrer Ortsgruppe aus dem Skagafjörður auf den Weg gemacht. Am meisten sei man damit beschäftigt, für die Touristen da zu sein. “Festsitzende Autos befreien, Verletzte beruhigen, jedesmal den Ersteinsatz fahren,” beschreibt sie die Aufgaben. So gut wie alles schwere Gerät sei mit im Gepäck. “Wir haben schwere Geländewagen, die durch tiefen Schnee fahren können, dann haben wir diesen neuen Geländebuggy, den wir nun bei der Gelegenheit kennenlernen.”
Zu acht Mann fährt die Ortsgruppe aus Sauðárkrókur in ihren Einsatz, insgesamt seien es bis zu 200 Freiwillige aus dem ganzen Land, die an drei Orten im Hochland 25 Wachten bemannen. Auch Hafdís meint, für die meisten sei dies ein bisschen Sommerurlaub, aber auch eine Zeit, wo man all das Gelernte anwenden könne.
“Wir bekommen ohnehin schweres Training. Wir sind eine Ortsgruppe, die ganzjährig Einsätze fährt und werden oft und viel trainiert, das stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Das bringt Spass. Aber natürlich machen die Leute das in ihrer Freizeit, das ist ja alles Freiwilligenarbeit,”erklärt die Ortsgruppenleiterin.

Rettungsorgansiation mit geänderten Aufgaben
Die Freiwilligen der nationalen Rettungsorganisation werden für ihre Einsätze vom Arbeitgeber freigestellt, doch nicht jeder zahlt während des Einsatzes dann auch einen Lohn. Finanziert werden der grosse technische Aufwand und die zahlreichen Schulungen und Trainings einzig durch Spenden, Paten (bakvörður) und durch den Verkauf von Feuerwerkskörpern vor Silvester. Ursprünglich war die Organisation zu Beginn des 20. Jh zur Seenotrettung gegründet worden. Heute hat sich ihr Aufgabengebiet geändert, denn die Notfälle häufen sich jetzt an Land und nicht mehr auf See. Der unbezahlte Einsatz der Ortsgruppe Þorbjörn in Grindavík als Wegebauer und Ranger im Dauereinsatz bei den Vulkanausbrüchen auf der Halbinsel Reykjanes hat wohl wie kaum ein anderer gezeigt, dass das Touristenland Island ohne diese Freiwilligen nicht funktionieren würde.

 

Grosseinsatz von Landsbjörg in Zahlen

Das Unwetter vom vergangenen Wochenende hat alle Einsatzkräfte in Island hart gefordert. Die freiwilligen Rettungsleute von Landsbjörg haben mehr als 4000 Personen aus dem Schnee geholfen. 633 Freiwillige waren neuen Zahlen zufolge zu 83 Rettungseinsätzen ausgerückt.
Auf dem Grindavíkurvegur wurde 1200 Personen im Unwetter geholfen, in Reykjanesbær waren es 1500 Personen, hinzu kamen 2000 festsitzende Fluggäste im Flughafen Leifstöð in Keflavík.

Eine weitere Aufgabe bestand darin, Mitarbeiter des Gesundheitswesens zum Dienst und nach Hause zu bringen, Patienten ins Krankenhaus zu transportieren und Auffangstationen zu eröffnen. Für lebensnotwendige Medikamententransporte zeichneten die Freiwilligen verantwortlich, etwa zum Flughafen, und auch eine Organspende aus dem Ausland wurde von Landsbjörg-Helfern vom Flughafen zur Universitätsklinik gebracht.
Schliesslich gab es zahllose Aktionen, wo Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen, aber auch Unternehmen die Hilfe der Freiwilligen benötigen, um vorwärtszukommen. Schneefahrzeuge von Landsbjörg wurden benutzt, um festsitzende Schneepflüge zu befreien, und schweres Gerät half, Busse aus dem Schnee zu holen.

Rettungswacht beendet Einsatz in den Meradalir

iceland eruption 2022

Die freiwilligen Mitglieder der Rettungswacht befinden sich in den Meradalir nicht mehr im Einsatz, weil es auf der Halbinsel keine vulkanische Aktivität mehr gibt und auch die seismische Unruhe stark rückgängig ist. Dies geht aus dem Statusbericht hervor, den die Koordinierungsstelle des Zivilschutzes veröffentlicht hat.
Dafür sollen nach dem Wochenende dann Ranger die Aufsicht im Gelände übernehmen.

Es ist verboten, über die Lava zu laufen, sowohl über die vom letzten Jahr als auch über die neue Lavadecke, unter anderem aus Naturschutzgründen.
Aus dem Statusbericht geht ebenfalls hervor, dass die Rettungswacht in Notfällen auch weiterhin Einsätze fahren wird.
Noch gilt für das Gebiet die Gefahrenstufe, die Situation soll aber in der kommenden Woche erneut geprüft werden.
Zusätzlich zu den Rangern befinden sich zwei Teams von Polizisten und Rettungssanitätern im Gelände, die nach Angaben des Zivilschutzes bislang alle Probleme hatten lösen können.
Schätzungen zufolge besuchen immer noch 1000 bis 1500 Schaulustige das Gebiet jeden Tag.

 

Bäume im Silvesterwald gepflanzt

Mitglieder der nationalen Rettungswacht Landsbjörg und des isländischen Forstvereins haben vorgestern im sogenannten Áramótaskógur (dt.: Silvesterwald) am Selfjall in Lækjarbotnum bei bestem Wetter etwa 4000 Setzlinge gepflanzt, berichtet RÚV.

Diese Setzlinge stammten aus einer Initiative der Rettungswacht, als beim Feuerwerksverkauf auch Baumgutscheine angeboten wurden. Kunden konnten so auch etwas für die Umwelt tun.
Bei der Aktion waren um die 8000 Gutscheine über den Ladentisch gegangen, nun also werden die vorgezogenen Bäumchen an speziellen Orten im ganzen Land gepflanzt.

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist über lange Zeit grösste Finanzierungsquelle für die Freiwilligenteams der Rettungswacht gewesen. Doch in den vergangenen Jahren hatten Böllerkrach und Luftverschmutzung immer öfter für Diskussionen in der Bevölkerung gesorgt. Inzwischen ist es so, dass die Leute ihre Rettungsteams oft lieber auf andere Weise finanziell unterstützen möchten.

Da schlug die Stunde des “rótarskot” (Wurzelschuss): im vergangenen Dezember unterschrieben der isländische Forstverein und Landsbjörg einen Kooperationsvertrag, der die Freiwilligenarbeit der Retter finanziell unterstützen soll.
Die Verantwortung für die Wälder trägt dem Vertrag nach der Forstverein und seine angeschlossenen Verbände. Die im Silvesterwald gepflanzten Setzlinge werden vom Forstverein in Kópavogur gepflegt.
Ziel der Aktion ist es, artenreiche Wälder zu ziehen, die überall im Land gedeihen sollen. Damit möchte man Natur und Umwelt verbessern und die Kohlenstoffbindung zum Wohle aller Landsleute fördern, hiess es in einer Mitteilung von Landsbjörg.

Anwälte warteten auf gerettete Touristen vom Langjökull

Als eine Gruppe von Schneemobilfahrern die Auffangstation erreichte, nachdem sie im vergangenen Monat aus einem Schneesturm am Langjökull gerettet worden waren, warteten Rechtsanwälte auf sie, berichtet RÚV.

Die Anwälte beabsichtigten, ihre Dienste anzubieten, falls die ausländischen Touristen rechtliche Schritte gegen den Reiseveranstalter unternehmen wollten, der für die Exkursion verantwortlich war. Vertreter von Rotem Kreuz und Rettungsorganisation kritisierten das Vorgehen, es habe unnötigen Stress zu der traumatischen Erfahrung der Gruppe hinzugefügt.

Am 7. Januar waren 39 Touristen in der Nähe der Basisstation von Reiseveranstalter Mountaineers of Iceland mit ihren Schneemobilen im Schneesturm gelandet. Sie hatten sich in den Schnee eingegraben und stundenlang auf Hilfe warten müssen. Der Veranstalter der Schneemobiltour gab nachher zu, dass Fehler gemacht worden seien, und dass die Entscheidung, erst die Eishöhle zu besuchen, dazu geführt habe, dass die Gruppe in dem schlechten Wetter gelandet sei.

Als die Gruppe mit ihren Rettern am Gullfoss-Café eintraf, fanden sie die Anwälte dort wartend vor. Anwälte hatten die Gruppe auch bei ihrer Ankunft in Reykjavík erwartet.

Þór Þorsteinsson, der Leiter der isländischen Rettungsorganisation Landsbjörg, sagte, die Anwälte hätten auch bei seiner Organisation angerufen und nach einer Liste der Opfer aus der Expedition gefragt. “Die wir natürlich nicht herausgegeben haben,” versicherte Þór.

In einem Fernsehinterview waren sich Þór und Brynhildur Bolladóttir, die Pressesprecherin des Roten Kreuzes, einig, dass die Anwesenheit von Anwälten nach derartigen Ereignissen keine wünschenswerte Entwicklung sei.

Brynhildur erklärte, es sei die Pflicht der Rotkreuzhelfer, dafür zu sorgen, dass Personen, die ein Trauma erlitten hätten, nicht noch zusätzlichem Stress ausgesetzt werden. Dazu gehören auch Reporter, die ebenfalls vor Ort waren, um einige der Geretteten zu befragen. Die Bedingungen seien solcherart, dass die Opfer nicht beurteilen könnten, ob sie ein Interview abgeben sollten, oder nicht.

Jede Provokation gegen Personen, die Trauma oder ernsthafte Vorfälle erlebt haben, können Konsequenzen haben,” erklärte Brynhildur.

Mountaineers spielt gelbe Warnstufe herunter

Haukur Herbertsson, der Geschäftsführer von Mountaineers of Iceland, sagt, es sei zuviel Wind darum gemacht worden, dass die isländische Wetterbehörde eine gelbe Warnstufe an dem Tag ausgegeben hatte, als man mit einer Gruppe Touristen auf Schneeschlitten zum Langjökull gefahren sei, berichtet Vísir.

An jenem 7. Januar hatten 300 freiwillige Helfer der nationalen Rettungsorganisation Landsbjörg bei Schneesturm und schlechtem Wetter ausrücken müssen, um die 39 Touristen und 10 Tourleiter vom Gletscher zu holen. Die Aktion hatte die ganze Nacht gedauert, nachdem der Notruf um 20 Uhr eingegangen war. Die letzten Teilnehmer der Tour waren am frühen Morgen in die Auffangstation des Roten Kreuzes am Gullfoss gelangt.

Das ist nichts an der gelben Warnstufe, welches suggeriert, dass man kategorisch alle Touren absagen soll, auch wenn natürlich betont werden muss, dass in solchem Wetter Wachsamkeit bei der Organisation von Touren in verschiedenen Gegenden vonnöten ist.” sagte Haukur in einem Interview mit dem Morgunblaðið.

Wir waren uns über die Wetterlage bewusst und planten, die Region verlassen zu haben, bevor das schlechte Wetter kommt.”

Ursprünglich hatte die Tour beendet sein sollen, bevor sich das Wetter verschlechterte. Sie habe sich allerdings hingezogen. Sie hätte um 14 Uhr beendet sein sollen, doch hatte sie bis 15.20 Uhr gedauert. Der Reiseleiter habe gesagt, dass durch die Verzögerungen möglicherweise Massnahmen nötig sein würden. Zu dem Zeitpunkt war die Gruppe auf dem Weg von der Eishöhle im Langjökull zum Geldingarfell, wo sich der Stützpunkt der Mountaineers of Iceland befindet.

Haukur sagt auch, dass man möglicherweise schon früher anrufen und um Hilfe hätte bitten müssen. Die Mitarbeiter des Unternehmens hätten jedoch keine Notwendigkeit dafür gesehen. Das Pistenfahrzeug des Unternehmens sei allerdings kaputtgegangen, und ein weiteres Fahrzeug ebenfalls. Es bedurfte einer Planierraupe, um den Weg zu den Leuten freizuräumen, damit die Geländewagen, die noch übrig waren, zu den Touristen gelangen konnten.

Wir gingen davon aus, dass wir alles technische Gerät und Leute vor Ort haben, die es braucht, um die Leute am schnellsten in den sicheren Schutz unseres Quartiers zu bringen. Wir gingen immer davon aus, dass wir beste Chancen hätten, die Leute so schnell wie möglich zurückzubringen.”

Es gelang den Mountaineers einigen Stunden danach, mit der Planierraupe und zwei Geländewagen zu den Leuten und dem dritten Geländewagen zu kommen. Kurz darauf waren auch die freiwilligen Retter bei der Gruppe angelangt.

Unternehmenssprecher hatten mit den meisten Tourteilnehmern gesprochen, die Gespräche hatten gleich am Tag nach der Fahrt stattgefunden.

Wir bedauern diesen Vorfall sehr. Es tut uns leid, dass unsere Kunden das erleben mussten, und dass sie mit uns in solch einer problematischen Situation gelandet sind,” sagte Haukur Vísir gegenüber.

Die isländische Tourismusbehörde hatte nach dem Vorfall den Sicherheitsplan des Unternehmens überprüft. Nach Angaben der Behörde enthält er formal alle im Gesetz vorgeschriebenen Kapitel, berichtet mbl.is.

Einige Punkte in dem Sicherheitsplan müssten nach Ansicht der Behörde jedoch besser ausgearbeitet und deutlicher sein, darunter die Ausführungen zu Wetter und Voraussetzungen, die Bekanntmachung von Sicherheitsvorschriften und -massnahmen für Tourteilnehmer und Mitarbeiter, die Auswahl der Routen und äussere Umstände.

Das Unternehmen bekam von der Behörde einen Monat Zeit, die angemahnten Punkte auszubessern.

Landsbjörg erhält Spendengelder – ASÍ sieht Retter missbraucht

Die Stadtverwaltng von Akureyri beschloss auf ihrer Versammlung vorgestern, das Rettungsteam Súlur, welches in der Stadt auf freiwiliger Basis Hilfe in der Not leistet, mit vier Millionen Kronen zu unterstützen. Die Summe soll ihnen für den uneigennützigen Dienst im Interesse der Einwohner des Nordlandes in den vergangenen 20 Jahren zukommen, berichtet RÚV.

Auch der Gemeinderat des Skagafjörður bekundete den Willen zu einer grosszügigen Spende an die Organisation, auf der gestrigen Versammlung wurde dreieinhalb Millionen Kronen für die Björgunarsveitir festgelegt.

Die freiwilligen Rettungsmannschaften vor allem im Nordland, aber auch in anderen Regionen des Landes hatten in der vergangenen Woche unermüdlich Dienst getan, als der Adventsturm grosse Schäden, Verkehrsbehinderungen und den Totalausfall von Strom und Telekommunikationsnetz verursachte. Mehr als 200 Freiwillige aus dem ganzen Land waren zudem an der Suche des in die Núpá gestürzten jungen Mannes beteiligt.

Es ist ganz offensichtlich, dass die freiwilligen Retter eine sehr grosse Rolle gespielt haben, und ohne sie können wir nicht sein. Als alle möglichen Systeme, die nicht ausfallen dürfen, dennoch ausfielen, standen die Retter wie ein Fels und erwiesen sich als Schlüsselpersonen in der Vielzahl der Rettungsmassnahmen, ob klein oder gross. Dank ihrer Beteiligung war es möglich, ein Minimum an sozialen Dienstleistungen auf den Gebieten auszuüben, die sowohl in staatlicher als auch in Gemeindehand lagen, als die Rettungsteams den Transport von Beschäftigten des Gesundheitssystems zwischen den Orten übernahmen.” heisst es in einer Notiz des Gemeinderates.

Man sei den Rettungsteams unendlich dankbar für ihren Beitrag zum Wohle von Gemeinden und Bewohnern. Ähnlich lautet die Niederschrift im Skagafjörður.

Es ist unschätzbar für die Gemeinde, Freiwilligenteams wie die Björgunarsveitir zu haben, die zu jeder Zeit und unter allen Umständen zu Hilfe bereit sind und selbst ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.” heisst es dort.

Auch aus Deutschland wurde nach der Unwetterkatastrophe Geld an Landsbjörg gspendet, vor allem aus der Gemeinschaft der Islandpferdebesitzer, die die Nachrichten um die verschütteten Pferde und ihre Befreiung besorgt verfolgt hatten.

ASÍ vermutet Missbrauch der Freiwilligen

Der stellvertretende Geschäftsführer des isländischen Arbeitnehmerverbandes ASÍ, Halldór Grönvold, sieht die Beteiligung der freiwilligen Rettungsmannschaften an den Noteinsätzen der letzten Tage in einem ganz anderen Licht.

Wie RÚV schon in der vergangenen Woche berichtete, will der Verband prüfen lassen, ob öffentliche Institutionen die Teams von Landsbjörg vermehrt Arbeiten für sich auf freiwilliger Basis erledigen lassen, und zwar Arbeiten, die die Institutionen eigentlich im Interesse der Allgemeinheit selber durchführen müssten. Geprüft werden soll auch, ob Behörden zuviele Leute entlassen hätten und ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden können. Es gebe Beispiele, so heisst es bei RÚV, wo Arbeitnehmer tagsüber einer Beschäftigung nachgehen, und diese nach Dienstende auf freiwilliger Basis im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei einem Freiwilligenteam fortsetzen – dann jedoch ohne Lohn.

Halldór Grönvold sagt, schon oft habe dies Aufmerksamkeit erregt, und nun aktuell beim Unwetter im Norden, wo freiwillige Retter Dienstleistungen verrichtet hätten, die eigentlich Basisdienste in der Gemeinschaft seien. Man müsse sich fragen, ob die öffentliche Hand ihren Betrieb aus Sparmassnahmen so weit eingeschränkt habe, und sich einfach immer öfter auf den Einsatz der Freiwilligen verlasse.

Die Freiwilligen seien nicht dazu da, soziale Dienste oder Sicherheitsdienste für die Allgemeinheit zu verrichten.

Halldór erwähnte besonders die Strassenverwaltung, die mit den Björgunarsveitir um Wachdienste an winterlichen Strassensperren und im Hochland verhandle. Auch beim Krankentransport finde man freiwillige Retter ohne Lohn im Einsatz.

Halldór fordert eine genaue Prüfung dieser Situation, um herauszufinden, ob es sich beim Einsatz der Freiwilligen um einen grossangelegten Missbrauch der Leute handle.

Nach Schneesturm erschöpfte Pferde sind immer noch sehr krank

Ingunn Reynisdóttir, die Bezirkstierärztin in Húnavatnssýsla im Norden des Landes, sagte heute Mittag im Interview auf Rás 1, dass zahlreiche Pferde durch das Unwetter der letzten Woche verendet sind, mehr als einhundert werden auch eine Woche nach dem Adventsturm noch vermisst. Viele Pferde seien erschöpft und litten an Organversagen.

Bislang sind immer noch nicht alle Folgen der Katastrophe sichtbar. Bei ihr in Hvammstangi gebe es den zweiten Tag in Folge wieder keinen Strom, sagt Ingunn, doch viel mehr Sorge habe sie um die erkrankten Pferde. Mehr als 100 Pferde würden nach Aussage der freiwilligen Retter von Landsbjörg im Ostteil des Bezirks immer noch vermisst, sechs seien bislang tot,

Ein Grossteil der Pferde sei völlig erschöpft. Da sehe ich Fälle, die ich bislang noch nicht erlebt habe. Das sind Pferde, die weder Wasser lassen noch Kot absetzen können, wo der Schlauch gelähmt herunterhängt, geschwollen und blau. Dann gibt es Lungenentzündungen und Koliken und alles mögliche,” sagte Ingunn im Telefoninterview. Vor allem Fohlen litten an Lungenentzündungen. Pferde, die sich abgelegt hätten, seien verschüttet worden, die meisten hätten jedoch die ganze Zeit gestanden.

Am schlimmsten habe es ältere und junge Pferde getroffen, und es gebe auch Fälle, wo sich die Pferde nicht erholten und weder fressen noch saufen, und euthanasiert werden müssten. Wasser und Futter sei daher das Allerwichtigste in den kommenden Tagen, sowie eine intensive Überwachung aller Pferde.

Nach dem Unwetter hatte es im In- und Ausland scharfe Kritik an der Pferdehaltung gegeben. Ingunn bezeichnete diese Kritik als sehr verletzend für die Leute im Norden, die alles in ihrer Macht Stehende getan hätten, doch habe niemand geahnt, wie hart das Wetter am Ende wirklich zuschlagen würde. Die Kritiker träten hier einen am Boden liegenden Mann.

Ingunn sagt, es habe keinen Sinn, alle Pferde in Stallungen und Scheunen zu bringen, weil sich dort Schlägereien durch die Platznot ergeben würden. Auch die geforderten Windschutze hätten an einigen Stelle die Lage sogar verschlimmern können, weil sich gerade dort Schnee sammelt. Pferde seien an vermeintlich windgeschützten Plätzen und auch in Gräben gefunden worden. Am sichersten seien sie in solch einer Wetterlage tatsächlich auf grosser freier Fläche aufgehoben.

In den Milchbetrieben geht es vor allem um wirtschaftliche Schäden. Es habe, so sagt sie, weniger Euterentzündung gegeben als erwartet. Doch wenn Kühe nicht mehr gemolken werden, geht ihre Milchleistung zurück, oder die Milch versiegt ganz. Eine solcherart betroffene Kuh wird nie wieder ihre alte Milchleistung erreichen. Es sei realistisch, von bis zu 25 Prozent weniger Milch in den Bezirken zu sprechen.

Die Schafe hätten das Unwetter von allen am besten überstanden, die allermeisten waren in Ställen untergebracht, weil die Deckperiode vor der Tür steht, nur vereinzelt seien Schafe draussen gefunden worden.

Ingunn arbeitet auch nach dem Drama alleine in ihrem Bezirk und fährt alleine zwischen den Höfen im Skagafjörður und Húnavatnssysla.

update

In den Abendnachrichten auf RÚV hiess es, dass 90 Pferde gestorben sind. Die Tierärztin Sigríður Björnsdóttir sagte im Interview, auf vielen Höfen seien jeweils einzelne Pferde im Unwetter verendet, das Wetter sei so schlecht gewesen, dass man einfach nicht zu ihnen hätte hingelanden können.