Landmannalaugar: Bauvorhaben abgelehnt, Naturschutz geht vor

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Die geplanten Bauvorhaben in der südisländischen Hochlandoase Landmannalaugur sollen erneut und gründlich geprüft werden, nachdem der zuständige Berufungsausschuss für Umweltfragen die Baugenehmigung für einen neuen Parkplatzes auf den Gelände widerrufen hat. Anstelle von Mehrausbau soll es jetzt eher um Zugangskontrolle gehen, berichtet RÚV.

Riesenbauprojekt gestoppt
Mit dem Bau eines neuen grossen Parkplatzes hätte im vergangenen Herbst begonnen werden sollen. Die Naturschutzorganisation Nattúrugrið hatte jedoch rechtliche Schritte gegen das Vorhaben eingelegt, und gestern wurde das Urteil des Berufungsausschusses für Umweltfragen dazu veröffentlicht. Demnach steht das Bauvorhaben nicht im Einklang mit dem Gesetz. Die Baugenehmigung wurde für ungültig erklärt.
Der Vorsitzende der Naturschutzorganisation, Snæbjörn Guðmundsson, erklärt, das Bauvorhaben habe bereits in den Startlöchern gestanden, als Nattúrugrið seine Klage vorbrachte. “Ich glaube, das muss alles komplett neu überlegt werden,” sagt er.

Ähnlicher Ansicht ist man bei der Umweltbehörde. “Wir müssen das komplett neu prüfen, was für Auswirkungen das hat,” gab die Bereichsleiterin für Naturschutz bei der Umweltbehörde, Inga Dóra Hrólfsdóttir, RÜV gegenüber an.

Umweltbehörde hatte keine Einwände
In dem Bauvorhaben war ein Gästezentrum mit Geschäft und Restaurant, eine künstliche Badelagune sowie Übernachtungshütten für 120 Gäste vorgesehen, und das alles auf einem bislang unzerstörten Gelände am Námskvísl. Für die Gäste sollte ein Parkplatz für 200 Fahrzeuge gebaut werden, ausserdem 150 Zeltplätze und 50 Stehplätze für Wohnmobile. Als die Pläne bekannt wurden, kamen vor allem vom isländischen Planungsbüro Einwände, dort wollte man die Neubauten innerhalb des bereits genutzten Geländes sehen und vor Erteilung einer Baugenehmigung eine Besucherumfrage durchführen. Auch der isländische Wanderverein hatte die Baupläne kritisch gesehen und befürchtet, dass Besucher auf der Suche nach ungestörter Natur in Zukunft abgeschreckt würden.

Die Umweltbehörde hingegen hatte im Juli letzten Jahres keinerlei Einwände erhoben und darauf verwiesen, dass der Ausbau von Landmannalaugar positive Auswirkungen auf das Gebiet haben werde, weil die neuen Bauwerke in gewisser Entfernung zur Naturperle mit ihren Bergen und der heissen Quelle entstünden und das Naturerlebnis des Besuchers dadurch weniger stören würden.

Zugangskontrolle schützt Natur
Snæbjörn sagt, dieses Bauvorhaben passe nicht zum Naturschutzstatus des Gebietes. „In den Schutzbestimmungen des Naturschutzgebietes Fjallabak geht es nicht darum, das zu einem Ort des Massentourismus zu machen, sondern darum, das Land, das Gebiet und das Gesamtbild zu bewahren“, erklärt er.
Inga Dóra von der Umweltbehörde gab an, nun müsse man sich hinsetzen und prüfen, was für eine Auswirkung die Entscheidung auf einen zukünftigen Ausbau des Gebietes habe.
Dabei spiele der Schutz der Natur die grösste Rolle. Am beste schütze man die Natur mit einer Zugangskontrolle.
„Eigentlich müssen wir schon gleich diesen Sommer handeln, und wir überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, um den Druck auf das Gebiet zu steuern.“

Landmannalaugar: Gemeinde beschliesst Grossparkplatz

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Der Gemeinderat von Rangárþing ytra in Südisland hat seine Zustimmung für den Bau eines vergrösserten Parkplatzes in Landmannalaugar gegeben, berichtet RÚV. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung der isländischen Premierministerin, die den Vorsitz im Ausschuss für Staatsland hat. Bisher liegt eines solche Zustimmung nicht vor.
Wenn das Bauvorhaben umgesetzt wird, dann entsteht am Námukvísl ein 5000 Quadratmeter grosser Parkplatz. Im Sommer war der infrastrukturelle Ausbau von Landmannalaugar ein heisses Medienthema gewesen, weil der Verkehr in das Naturparadies stetig wächst.

Naturzerstörung für einen Parkplatz
Der Ausbau des Parkplatzes wäre ein erster Schritt des geplanten Ausbaus. Allerdings würden die Bauarbeiten ein gehöriges Mass an Naturzerstörung mit sich bringen, unter anderem weil ein Schutzdeich aus Geröll aufgeschüttet werden müsste.
Mit dem neuen Parkplatz könnten dann aber auch grosse Reisebusse die unter Naturschutz stehende Thermaloase mitten im Hochland anfahren. Pro Jahr reisen mehr als 130.000 Touristen nach Landmannalaugar, das sind täglich 2000 bis 3000 Personen in Bussen oder Mietwagen.

Die Umweltbehörde hatte gegen die geplanten Parkplatzpläne nichts einzuwenden gehabt, aber das isländische Planungsbüro wollte eine Umfrage bei Touristen und innerhalb der Tourismusbranche zum Thema touristischer Ausbau durchführen, bevor die Bagger anrücken.
Der Gemeindrat hingegen sagt, dass dies nicht für die Erweiterung des Parkplatzes gelte, der ja nur der erste Schritt von umfassenderen Plänen für das Gelände sei. Daher ist eine solche Umfrage unter Besuchern nicht durchgeführt worden.

Umweltschutzbehörde legt Beschwerde ein
Die Umweltschutzorganisation Náttúrugrið hat gegen die Bauvorhaben beim Berufungsausschuss für Umwelt- und Resourcenfragen Beschwerde eingelegt. Náttúrugrið-Vorsitzender Snæbjörn Guðmundsson sagt, dass die Bauvorhaben schockierend grob gegen das unter Naturschutz stehende Gebiet durchgezogen werden, und dabei weder dem Planungsgesetz noch dem Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung von Plänen und Projekten entsprächen.

 

EFTA-Beschwerde wegen Landmannalaugar-Plänen

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Wohl kein Grossprojekt erregt die Gemüter von Besuchern und Isländern derzeit wie das des geplanten Touristikzentrums in Landmannalaugar.
In dem bislang unberührten Lavabereich Námshraun will die Gemeinde Rangárþing ytra eine künstliche Badelagune, Restaurant, Geschäft und mehrere Gästehäuser mit Unterkunft für um die 120 Gäste, sowie Parkplätze für PKW und Reisebusse bauen. Nach Angaben von Gemeindevorstand Eggert Valur Guðmundsson geht man nicht davon aus, dass dadurch die Besucherzahl des sensiblen Gebietes ansteigen wird. Derzeit reisen pro Jahr um die 130.000 Touristen in das Gebiet.  Natürlich wolle man behutsam zu Werke schreiten, so Eggert in einem Interview. Die Umweltschutzorganisation Náttúrugrið hat sich nun bei der EFTA beschwert.

Mehr zu den Plänen in Landmannalaugar.

EFTA soll Aufbau im Hochland verhindern
Der Vorsitzende der Umweltschutzorganisation Náttúrugrið, Snæbjörn Guðmundsson, hat gestern eine förmliche Beschwerde an die EFTA Regulierungsbehörde beschickt, in der Hoffnung, dass die Bauvorhaben noch rechtzeitig gestoppt werden können. Begründet wurde die Beschwerde mit dem Argument, die Gemeinde verstosse mit ihrem Verhalten gegen die Richtlinie zur Umweltverträglichkeitsprüfung, immerhin sind Projekte und Bauvorhaben dieser Art nicht rückgängig zu machen. Man prüfe alle Möglichkeiten, um dieses Juwel des isländischen Hochlandes zu schützen.

“Hier will man ein unberührtes Gebiet bebauen, den Eingang nach Landmannalaugar. Das ist Teil des unter Naturschutz stehenden Gebietes der Fjallabak-Region, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Dieses Gebiet ist eine der Juwelen des Hochlandes,” erklärte Snæbjörn RÚV gegenüber.
„Wir glauben, dass das weder zum Wohl der Natur noch des Tourismus sein wird. Ich bezweifle stark, dass Touristen das wollen. Das Gebiet ist unberührt und eigentlich eine der Perlen des Hochlandes. Aus unserer Sicht darf solch ein massiver Ausbau des Tourismus nicht betrieben werden, wie es vielerorts bereits geschehen ist.”

Die Planungsbehörde hatte vor Erteilung der Baugenehmigung eine erneute Befragung von Besuchern und Touristikunternehmen zur Bebauung des Geländes empfohlen, die Gemeinde hält eine solche Umfrage für unnötig. Empfehlungen der Planungsbehörde in Bezug auf Umweltgutachten sind nicht bindend, hier muss die Gemeinde argumentativ in Vorlage treten, bevor sie Baugenehmigungen erteilt.

Touristen mit Touristenzahlen unzufrieden
Eine Besucherumfrage aus dem Jahr 2019 hatte gezeigt, dass Touristen mit dem geplanten Bauprojekt sehr unzufrieden sind. Auch früheren Befragungen aus den Jahren 2000 und 2009 ergaben, dass die Besucher von Landmannalaugar ein Restaurant in dem Gelände als negativ beurteilten, nur 28% der Befragten fanden die Idee gut. Noch weniger wollten dort ein Gästehaus sehen, und diese Zahl nahm mit den Jahren weiter ab. Inzwischen wollen nur noch 20% der Befragten ein Gästehaus in dem Gelände.
Einig waren sich hingegen die meisten der Befragten darin, dass es in Landmannalaugar viel zuviele Touristen gebe – im Jahr 2000 fanden das noch 22%, im Jahr 2009 schon 32% und im Jahr 2019 fanden 48 Prozent der vor Ort Befragten, es befänden sich zuviele Besucher vort Ort.

Die Planungsbehörde hatte angemahnt, dass die geplanten Bauvorhaben noch mehr Touristen anlocken würden und die Belastung für das sensible Gebiet weiter steige. Daher sollte vor Baubeginn eine weitere Umfrage durchgeführt werden.
Der Gemeindevorsteher hatte in den Abendnachrichten bei RÚV angegeben, eine solche Umfrage stehe nicht zur Debatte.

Fjallabak-Route als Hauptstrasse im Hochland
Der Flächennutzungsplan der südisländischen Gemeinden sieht vor, die Routen Kaldidalur, Kjölur und Sprengisandur, aber auch die nach Landmannalaugar führende Piste Fjallabak nýrðri (Landmannaleið) zu Hauptstrassen im Hochland zu machen. Solche Verkehrsadern sollen laut Flächennutzungsplan mindestens sechs Monate im Jahr problemlos befahrbar sein und wenig Instandhaltungsarbeiten benötigen. Dazu wird im Flächennutzungsplan eine Asphaltierung dieser Verkehrsadern empfohlen. Einem fast ganzjährigen Besucherverkehr nach Landmannalaugar steht dann nichts mehr im Weg.

Grossprojekt Landmannalaugar: wieviel Aufbau verträgt die Perle?

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In der vergangenen Woche hatten Pläne für weitere Servicegebäude am Naturbad von Landmanalaugar die Gemüter von Islandfreunden wie Einheimischen erhitzt, aber offenbar ist in Sachen Hochlandperle noch mehr in Arbeit. RÚV zufolge gibt es Pläne für Bauwerke auf einem bisher unberührten Areal von neun Hektar. Landmannalaugar ist der wohl beliebteste touristische Ort im isländischen Hochland, rund 130.000 Gäste besuchen jährlich die Oase inmitten bunter Ryolithberge. Und weil das eine hohe Besucherzahl ist, hält man es für notwendig, die Infrastruktur entsprechend aufzubauen. Das Gelände steht unter Naturschutz.

Gästezentrum, Hütten und Schwimmbad
Sollten Pläne der Gemeinde Rangárþing ytra in die Tat umgesetzt werden, wird auf einem bislang unberührtem Areal ein Gästezentrum mit Restaurant für 50 Personen, Toilettenanlage, Geschäft und ähnlichem entstehen, ausserdem sechs Hütten für insgesamt 120 Personen. Des weiteren ist eine künstliche Badelagune mit Umkleide- und Servicegebäude geplant. Das neue Zentrum soll durch hölzerne Stege mit dem derzeitigen Servicegebäude verbunden werden. Bis auf die Hütte des isländischen Wandervereins sollen alle Gebäude dort beseitigt bzw in die Námshraun verlagert werden.

Kein Platz mehr für Schulbusshop
Das gilt auch für den Shop, der seit 30 Jahren in Landmannalaugar Besuchern das Allernotwendigste verkauft. Alexander Máni Kárason und seine Frau Íris Þóra Sverrisdóttir betreiben diesen Shop, den Íris’ Eltern einst gegründet hatten. Begonnen hatten die mit vor Ort gefangenem Fisch, den sie aus dem Kofferraum verkauften, dann kamen die alten Schulbusse, die inzwischen unzählige Wanderer mit Trockenfrüchten, Jerky, Schokolade und Handtüchern aus misslichen Lagen gerettet haben. Die Busse befinden nur im Sommer auf dem Gelände, zum Herbst hin bringen Alexander und Íris ihren Laden wieder nach Hause, denn Landmannalaugar sei ja Friedland. Beide glauben, dass das letzte Stündlein ihres ungewöhnlichen Shops geschlagen hat, wenn die Baupläne umgesetzt werden. Denn wer im neuen Servicegelände einen Laden betreiben will, muss dort ein Grundstück kaufen oder pachten. “Das muss dann ein Haus mit Grundstücksnummer sein, und natürlich bekommen diese Busse keine Grundstücksnummer. Tatsächlich würde der Flächennutzungsplan dieses Unternehmen einfach abschaffen.” sagt Alexander.

Mehr Ausbau, mehr Besucher?
Auf dem neuen Campingplatz ist Platz für mindestens 150 Zelte und 50 Wohnmobile. Für Busse sind 30 Parkplätze geplant, für PKW immerhin 190, auch wenn die Strasse nach Landmannalaugar bislang noch ein geländegängiges Fahrzeug erfordert. Sollte diese Strasse jedoch asphaltiert werden, darf mit einem massiven Anstieg der Gastzahlen gerechnet werden. Das glaubt die isländische Planungsbehörde, die zu Monatsbeginn ihre Einschätzung zur Umweltauswirkung der Bauprojekte abgegeben hatte.
Unklar ist zum Beispiel, wie viele Übernachtungsplätze es geben soll. An einer Stelle war die Rede von 120, an einer anderen Stelle werden sechs Hütten für jeweils 20 Personen genannt, zusätzlich zur Hütte des isländischen Wandervereins, die 78 Personen Platz bietet.

Die Hütte des Wandervereins wird seit dem Jahr 1951 betrieben. Vereinspräsidentin Ólöf Kristín Sívertsen sagt, die meisten, die dort hinkommen, suchten die unberührte Weite und wollen die Natur geniessen. Mit dem veränderten Serviceangebot wolle man offenbar eine andere Zielgruppe ansprechen.
“Es hängt alles davon ab, wie viele Touristen wir haben wollen, und möglicherweise kommt zu der Gruppe, die Landmannalaugar bereits besucht, eine neue Gruppe hinzu“, meint Ólöf. „Und durch das Erweitern, Verändern und Verbessern, so glauben wir, wird es tatsächlich mehr Touristenverkehr in der Gegend geben, was vielleicht nicht unbedingt das ist, was wir wollen.”

Die Planungsbehörde ist der Ansicht, es sei besser die Anlagen im bestehenden Servicezentrum zu verbessen, als neue Bauprojekte in unberührtem Gelände anzufangen. Der isländische Wanderverein ist der gleichen Meinung. “Wir glauben, die vielleicht vielversprechendste Option besteht darin, mit dem bereits genutzten Gebiet zu arbeiten, also das, wo sich bereits Gebäude und Einrichtungen usw. befinden, und die besser auszuführen,” sagt Ólöf.
Eine Baugenehmigung für das Grossprojekt wird es sowieso auch erst geben, wenn die Ergebnisse einer Umfrage unter den Touristen vorliegen. Das hatte die Planungsbehörde unlängst verlangt.

Umweltbehörde: Bauwerke von Thermalquelle entfernen
Islands Umweltbehörde hatte keine Einwände gegen das Bauprojekt, dort sieht man nur positive Effekte.
“Dieser ganze Aufbau ist von Vorteil,” meint Inga Dóra Hrólfsdóttir, die Bereichsleiterin für Naturschutz bei der Umweltbehörde. “Der jetztige Zustand ist eine Zumutung, und das schon seit langem.”
Ihrer Ansicht nach wäre es gut, die Einrichtungen zu verlagern, und so weit wie nur möglich von der Naturperle – der Thermalquelle – wegzuholen, immerhin sei es ja die Quelle und die Landschaft drumherum, die die Leute vor allem besuchten.
Sie glaubt auch nicht, dass Landmannalaugar dadurch seinen Charme verlieren und zu einem normalen touristischen Hotspot werden würde.
“Verbesserter Service für Touristen ist natürlich eine gute Sache, aber es kommt darauf an, wo er stattfindet,” sagt Inga Dóra.

 

Planungsbehörde will Touristen zu Ausbau in Landmannalaugar befragen

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Im südlichen Hochland Islands sind zahlreiche touristische Grossprojekte geplant oder bereits im Bau befindlich, die Hotelanlage in den Kerlingarfjöll oder das Hotel im Berg mit Badelagune im Þjórsárdalur sind nur einige Beispiele. Auch Landmannalaugar soll für den wachsenden Fremdenverkehr weiter ausgebaut werden, doch hier ist die isländische Planungsbehörde der Ansicht, dass sich der geplante Ausbau negativ auf das Wildniserlebnis der Touristen und auf die Qualität der Natur auswirken kann, berichtet RÚV.

Ausbau und Neubauten in Landmannalaugar
Die Gemeinde Rangárþing ytra hatte im Dezember einen Umweltverträglichkeitsbericht zur Entwicklung eines Tourismuszentrums in Landmannalaugur angefertigt, von der Planungsbehörde ist nun eine entsprechende Bewertung dazu vorgelegt worden.
Geplant sind neue Servicegebäude an der Námshraun, die die derzeitigen aus allen Nähten platzenden Gebäude in der Laugahraun ablösen sollen. Weiterhin soll es vorerst Unterkunftsmöglichkeiten in der Hütte des isländischen Wandervereins (FÍ) geben, ausserdem sollen die Einrichtungen an der natürlichen heissen Lagune verbessert werden. Neben dem Ausbau der touristischen Gebäude am Námskvísl werden auch die bestehenden Deiche verbessert und neue entlang des Flusses sowie am Jökulsgilskvísl gebaut.

Massenandrang schafft Unzufriedenheit
In der Stellungnahme der Planungsbehörde heisst es, schon jetzt sei Untersuchungen zu entnehmen, dass die Gegend unter grossem Druck stehe und dass die Zufriedenheit der Touristen in Landmannalaugar aufgrund unzureichender Serviceeinrichtungen und der Anzahl der Touristen nachlasse. Es sei klar, dass die Einrichtungen verbessert werden und die Anzahl der Besucher so gesteuert werden müsste, dass es nicht zu zu viel Gedränge gebe.

Die Planungsbehörde kritisierte, dass man eher andere Ausbaumöglichkeiten und ihre jeweilige Auswirkungen auf die Umwelt hätte prüfen sollen, wie etwa den Ausbau der bereits bestehenden Einrichtung in der Laugahraun, oder die touristische Serviceeinrichtung generell aus Landmannalaugar zu verlagern.

Mit dem Aufbau in der Námshraun würde sich das Angebot für Touristen zwar verbessern, gleichzeitig sei es aber ungewiss, ob sich dieser Ausbau negativ auf das Wildniserlebnis und die Naturqualität auswirken werde – unter anderem weil die Einstellung der Touristen zum Umfang des geplanten Projektes vor der Umweltverträglichkeitsprüfung gar nicht untersucht worden sei.
Älteren Studien haben nämlich gezeigt, dass Touristen keine große zusätzliche Bebauung in Landmannalaugar sehen möchten. Die Planungsbehörde ist der Ansicht, dass vor der Erteilung von Genehmigungen eine Umfrage unter Touristen durchgeführt werden sollte.

Laugavegsmarathon nach 30 Minuten ausverkauft

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Der Laugavegsmarathon 2021 war gestern innerhalb von 30 Minuten ausverkauft. Eine Sprecherin der Veranstaltung bedauert, dass nicht jeder, der Interesse hatte, sich auch registrieren konnte.
Der Laugavegslauf ist ein anspruchsvoller cross country Ultramarathon über 55 Kilometer, der zwischen Landmannalaugar und der Þorsmörk stattfindet. Wanderer sind für gewöhnlich vier Tage auf dieser Strecke unterwegs, die schnellsten Läufer schaffen es in vier bis fünf Stunden. Der Ultramarathon findet im Juli statt.

“Im Jahr 2018 war der Lauf innerhalb von drei Wochen ausverkauft. Im Jahr 2019 innerhalb von drei Tagen. Drei Stunden dauerte es im letzten Jahr, und diesmal waren wir nach 30 Minuten ausverkauft,” gab Silja Úlfarsdóttir, die Sprecherin von ÍBR in einem Interview im Radiosender Bylgjan an.

Die Unzufriedenheit derer, die nicht durchgekommen waren oder in der Kartenbestellung festhingen, ist gross. Auch bekannte isländische Laufgrössen wie Örvar Steingrímsson, der den Laugavegsmarathon schon oft gelaufen ist, hatten es nicht geschafft, die Kartenbestellung zu beenden, so mancher blieb schon bei der Grösse des Teilnehmershirts im System hängen.

Aus Sicherheitsgründen ist die Teilnehmerzahl auf 550 Personen begrenzt. Die Sicherheit der Teilnehmer gehe vor allem anderen, sagte Silja im Interview. Oft gebe es unerwartet schlechtes Wetter und dann müssen alle untergebracht werden. Daher sei es leider nicht möglich, die Teilnehmerzahl zu erhöhen.
Die meisten Teilnehmer seien Isländer, doch hätten es auch einige Ausländer geschafft, sich zu registrieren, wenn auch viel weniger als sonst. Da sie ihre Teilnahme pandemie-bedingt möglicherweise wieder absagen müssten, gebe es durchaus Chancen für Läufer auf der Warteliste.

Hochland soll Europas grösster Nationalpark werden

Das zentrale Hochland in Island soll zum grössten Nationalpark Europas werden, dessen Grenzen dann etwa 30 Prozent des Landes umfassen werden. In der Grössenordnung wird diese geschützte Fläche dann auch der Nationalpark mit der grössten Gesamtfläche eines Landes, nämlich 40.000 Quadratkilometern Parkfläche auf insgesamt 103.000 Quadatkilometern. Ein entsprechender Gesetzentwurf war dem isländischen Parlament am 30. November von Umweltminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson vorgelegt worden.

“Das Hochland ist einer der grössten Naturschätze, die wir Isländer gemeinsam besitzen, daher ist es eine logische Massnahme, hier einen Nationalpark zu etablieren,” sagte der Minister. “Es ist ziemlich klar, dass die Gründung des Hochland Nationalparks enorme Vorteile für den isländischen Tourismus mitbringt, und tatsächlich für die nationale Wirtschaft als Ganzes, vor allem während der Erholungsperiode nach der Coronaviruspandemie.”
Guðmundur nannte den vorgeschlagenen Park Islands grössten Beitrag zum Naturschutz. Es sei wichtig, das Hochland für kommende Generationen zu erhalten.

Zusammenlegung bereits geschützer Flächen und mehr
Das zentrale Hochland ist eine der grössten unbewohnten Gegenden in Europa und wichtiges Brutgebiet für Vögel wie etwa die Kurzschnabelgans.
Etwa die Hälfte der vorgeschlagenen Fläche steht bereits unter Schutz, darunter der Nationalpark Vatnajökul, der Gletscher Hofsjökull und die beliebte Wanderregion Landmannalaugar. Der vorgeschlagene Park würde die bereits bestehenden Schutzzonen ausweiten und zusammenlegen, um einen grossen Nationalpark zu bilden, der dann in sechs Verwaltungsbezirke aufgeteilt werden soll. Die Leitung der Bezirke soll Staat und Gemeinden gemeinsam unterliegen, während an der Spitze ein Gremium aus lokalen und staatlichen Vertretern, sowie weiteren interessierten Parteien das Management übernimmt.

Innerhalb der vorgeschlagenen Grenzen des Parks befinden sich derzeit einige Kraftwerksprojekte. Die Gesetzesvorlage möchte diese Flächen als “periphäre Gebiete” ausweisen und aus dem Schutzstatus herausnehmen.
Insgesamt soll der Hochland Nationalpark sich positiv auf die Entwicklung der Regionen auswirken, indem er nachhaltige Beschäftigungsmöglichkeiten in den benachbarten Gemeinden wie auch im ganzen Land schafft.
Guðmundur Ingi hatte in diesem Jahr auch schon die Schaffung eines Schutzstatus für das Gebiet des Geysir und für den Wasserfall Goðafoss in die Wege geleitet.

Badedermatitis in der heissen Quelle von Landmannalaugar

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Einer Meldung der isländischen Umweltbehörde zufolge gibt es eine nicht genannte Anzahl von Fällen von Badedermatitis in den heissen Quellen von Landmannalaugar, einem beliebten Touristenort im südlichen Hochland. Die Meldung war am Mittwoch auf der Webseite der Behörde veröffentlicht worden.

Die Behörde hatte, wie es heisst, Kontakt zu einem Epidemiologen am Pathlogischen Institut Keldur aufgenommen. Dessen Untersuchungen hatten ergeben, dass die Hauterkrankung auf im Wasser befindliche Larven eines Vogelparasiten aus der Familie der Schistosomatidae (Trematoden) zurückgehen.

Kontakt mit Schistosomatidae [Larven des Flachwurmparasiten] im Wasser verursachen Badedermatitis. Die Haut reagiert allergisch, nachdem das Immunsystem des Körpers den Flachwurm erfolgreich neutralisiert hat. Wenn eine Person keine allergische Reaktion erlebt, weist das darauf hin, dass der Flachwurm die Haut penetriert hat. Einmal dort angekommen, wird er jedoch recht schnell sterben [Menschen sind keine geeigneten Wirte]. Schistosomatidae bevorzugen Stockenten und Bergenten als Wirte, welche manchmal in der Region rund um Landmannalaugar zu finden sind.”

Die Umweltbehörde ist gerade in Zusammenarbeit mit Experten dabei, Massnahmen zu ergreifen, um ein weiteres Ausbrechen der Badedermatitis in der heissen Quelle zu verhindern.

In diesem Jahr hat es sich als nicht erfolgreich herausgestellt, einen Ausbruch der Badedermatitis dort zu verhindern. Es ist wichtig, dass Besucher der heissen Quelle sich des Risikos einer Badedermatitis bewusst sind,” heisst es in der Meldung.

Der beste Weg, eine Kontamination zu verhindern, so ein Sprecher der Behörde, bestehe darin, den Zugang der Enten zur Badestelle und zum heissen Fluss zu unterbinden.

Route nach Landmannalaugar geöffnet

Die isländische Strassenverwaltung hat die Piste nach Landmannalaugar gestern geöffnet, einen Monat früher als in den vergangenen fünf Jahren, schreibt RÚV.

Landmannalaugar ist ein beliebter touristischer Ort auf der Route Fjallabaksleið, dem “Weg hinter den Bergen”, wo viele Wanderwege durch das Naturschutzgebiet Fjallabak anfangen und enden, unter anderem der Laugavegur, eine der beliebtesten Wanderrouten in Island.

Halldór Hafdal Halldórsson vom isländischen Wanderverein begrüsst die frühe Öffnung der Piste. Das gute Wetter sei dafür verantwortlich, dass man sie so früh für den Verkehr öffnen können. In anderen Jahren sei dies oft nicht vor dem 18. Juni möglich gewesen. Der Schnee sei früh geschmolzen und die Strasse trocken, einen halben Monat früher als die ältesten Ortskundigen sich erinnerten.

In der Hütte des Wandervereins in Landmannalaugar sind nun zwei Hüttenwärter tätig, insgesamt werden den Sommer über dort sechs oder sieben Personen in Festanstellung arbeiten.

Landmannalaugar ist mit den Jahren immer beliebter geworden und gehört inzwischen zu den Topzielen des Landes. Halldór sieht dafür verschiedene Gründe.

Die Landschaft dort, die Schönheit, die heisse Quelle. Dann ist es natürlich der Startpunkt zum Laugavegur und relativ einfach zu erreichen. Sowohl für Busse, aber auch für kleine Jeeps.”

Für alle anderen Hochlandstrassen und Pisten gilt die Öffnung noch nicht, hier kann man sich bei Vegagerðin und bei der Umweltbehörde über Sperrungen und Öffnungen informieren.