Blaue Lagune baut neue Lagune am Gletscher Hoffell im Hornafjörður

Das Unternehmen Blaue Lagune hat den Grossteil der Länderei Hoffell im Hornafjörður aufgekauft, berichtet RÚV. Dort soll in der Nähe der Gletscherlagune eine Badelagune und ein Hotel gebaut werden. Lagunenchef Grímur Sæmundsson sagt, der Aufbau werde im Einklang mit der Natur und der Geschichte der Region erfolgen.
Vertreter von Blauer Lagune, der Gemeinde Hornafjörður, des Elektrizitätsversorger RARIK und der Landbesitzer von Hoffell hatten sich gestern an der Gletscherlagune getroffen, um ihr Vorhaben zu feiern.

Vom Fischcontainer zur Luxuslagune
Von Hoffell aus hat man nicht nur eine grossartige Aussicht über den Gletscher, dort gibt es auch Erdwärme. Im Jahr 2000 hatte man heisses Wasser gefunden, und aus einem Fischcontainer für die Kinder des Hofes wurden schliesslich fünf in den Boden eingelassene Rundwannen samt Dusche und Umkleide, für grosszügige 1000 Kronen pro Mann. Mit dem geheimen Badetipp in der Abgeschiedenheit ist jetzt Schluss.

„Wir wollen hier in Hoffell eine Badelagune und Unterkünfte aller Art bauen. Unser Ziel ist es, dies im Einklang mit der Umwelt und der Natur zu tun,” erklärte Grímur Sæmundsson, der Direktor der Blauen Lagune. So solle es allen ermöglicht werden, die einzigartige Umgebung zu geniessen, den Gletscher und seine Geschichte kennenzulernen und zu erfahren, wie sich die Umwelt durch die Klimaveränderungen verändert.
Erst mal ist alles nur ein Plan, und gestern fand dazu im Hornafjörður eine erste Einwohnerversammlung statt.

Islandspatmine im Museum
In Hoffell gibt es nämlich mehr als nur den Gletscher und heisses Wasser. Der Hofbesitzer hat ein Museum über das Leben auf Hoffell, seine bemerkenswerte Geologie und die Islandspatmine zusammengestellt. Islandspat von Hoffell ist bis zum Jahr 1938 exportiert worden. Der durchsichtige Karbonatkristall, der sich nur in magmatischem Gestein findet, wurde wegen seiner Doppelbrechung berühmt und fand Verwendung in Prismen, später war er als Schmuckstein beliebt.
Hoffell-Vorbesitzer Þrúðmar Þrúðmarsson überreichte dem neuen Landbesitzer symbolisch solch einen Mineral, den einst sein Grossvater gefunden hatte, und der ihn zu der Spatmine geführt haben soll. Der neue Landeigentümer versprach, die Geschichte des Ortes werde in den Bauplänen einen festen Platz finden.

Neue Badelagune in Hauganes geplant

Hauganes hot tubs on a sunny day.

Das Erscheinungsbild des Küstenörtchens Hauganes im nordisländischen Eyjafjörður könnte sich in den kommenden Jahren erheblich verändern, wenn die Pläne eines örtlichen Unternehmens in die Tat umgesetzt werden, berichtet RÚV. Geplant sind in Hauganes eine Badelagune am Strand, ein neues Sommerhausgebiet und ein Hotel. Bürgermeisterin Eyrún Ingibjörg Sigþórsdóttir bezeichnet das Projekt als grosse Chance für die Ortsgemeinschaft. In der vergangenen Woche ist dazu eine Willenserklärung im Strand der Sandvíkurfjara unterzeichnet worden.

Einziger Südstrand im Norden
In Hauganes betreibt das Unternehmen Ektabað seit rund acht Jahren einen Minibadebetrieb, der von Jahr zu Jahr mehr Besucher angelockt hatte. Zunächst hatte sich nur ein heisser Pott dort am Strand befunden, gespielt mit heissem Wasser aus der Versorgungsleitung von Dalvík, heute sind es drei, sowie das heimliche Wahrzeichen von Hauganes, der mit warmem Wasser gefüllte Schiffsrumpf. Lange Zeit hatten Besucher eine Besuchsgebühr auf freiwilliger Basis entrichten können. Die Sandvíkurfjara ist der einzige Strand in Nordisland, der nach Süden zeigt und damit vor den eisigen Nordwinden geschützt ist. Wegen seines Tidenhubs ist er bei Meeressschwimmern beliebt. Von Hauganes aus sticht auch eines der ältesten Walbeobachtungsunternehmen in Island in See.

Lagune mit Schiffsrumpf
Der oben erwähnte Schiffsrumpf soll nun auch in der neuen Freizeitanlage thematisch umgesetzt werden. Oberhalb des Strandes will man in den kommenden fünf Jahren ein Hotel mit 40 Zimmern errichten, ausserdem 30 Sommerhäuser und eine Freizeitanlage. Die alte Hafenanlage soll nach Möglichkeit erhalten und in das Projekt integriert werden. In Hauganes leben dauerhaft rund 120 Menschen, viele von ihnen arbeiten in der Küstenfischerei oder im Tourismus, der Ort ist nicht zuletzt unter Isländern ein beliebtes Ausflugsziel. Der Landeigentümer glaubt, dass die meisten Bewohner von Hauganes seine Pläne gutheissen.
In den kommenden drei Monaten will man die Verträge mit der Gemeinde abschliessen, und beide Vertragspartner sind zuversichtlich, dass diese Kooperation auch weiterhin gut verläuft.

Lagune erhöht Immobilienwert
„Ich halte das für ausgesprochen zeitgemäss, hier einen Aufbau anzugehen, und die haben tolle Pläne für diesen Aufbau,“ sagt die Bürgermeisterin des Dalvíkubyggð RÚV gegenüber. Design und Ausführung liegen den in den Händen eines Unternehmens aus Südisland, welches schon mehrere Lagunenanlagen errichtet hat.

Lagunenbetreiber Elvar Reykjalín ist einer Meinung mit seiner Bürgermeisterin und hofft darauf, dass sich die Einwohnerzahl des Örtchens erhöht, mit allen positiven Entwicklungen für die Infrastruktur. „Der grösste Teil der Anwohner erwärmt sich für die Plane, weil das Beschäftigungsmöglichkeiten bietet und auch den Immobilienwert erhöht, der hier in der Region viel zu niedrig gewesen ist. Das wird sich also in vielerlei Hinsicht rechnen,“ glaubt Elvar, der auch den Campingplatz, die kultige Strandbar Baccalá und die örtliche Fischfabrik Ektafiskur betreibt. Dem DB-Blaðið gegenüber hatte er geäussert, die Einrichtungen der jetztigen Bademöglichkeit sei “primitiv”, genügten keineswegs heutigen Anforderungen und gehörten daher auf den neusten Stand gebracht.

Lagune im Þjórsárdalur wird doppelt so gross und braucht trotzdem kein Umweltgutachten

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Die Badelagune Fjallaböðin, die unter der Ägide der Blaue Lagune im südisländischen Þjórsárdalur entsteht, wird doppelt so gross wie ursprünglich geplant. Die isländische Planungsbehörde geht auch weiterhin davon aus, dass das Vorhaben keine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt, berichtet RÚV.
Das sogenannte Fjallaböðin wird statt 5000 Quadratmeter 5500 Quadratmeter gross, die Badelagune wächst von 500 auf 1000 Quadratmeter. Schon im Frühjahr war damit begonnen worden, einen Teil des zum grossen Teil aus vulkanischer Asche und Sand bestehenden Berges Rauðakambur abzubaggern, um das Hotel in den Berg hineinzubetonieren, im Winter soll weitergebaut werden. Die Planungsbehörde war zu dem Ergebnis gekommen ist, dass für das Grossprojekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig ist.

56 Mio Euro im Naturschutzgebiet verbaut
Als Geldgeber stehen ein Tochterunternehmen der Blauen Lagune, sowie das Reiseunternehmen Kynnisferðir (Iceland Excursions) hinter dem Projekt, welches heisse Bäder, Hotel, Restaurant und ein Servicegebäude in Reykholt im Þjórsárdalur vorsieht.
An der Stelle, wo all dies gebaut werden soll, hatte sich das alte Þjórsárdals-Schwimmbad befunden, das im letzten Winter abgerissen worden war.
Von dem trotz seines heruntergekommenen Zustandes bei Hochlandbesuchern beliebten Freibades ist ausser heissen Wasser aus dem Berg Rauðakambur nichts mehr übrig. Das heisse Wasser fliesst demnächst dann in die neue Lagune, und in die Bäder des Hotels, das in den Berg hineingebaut wird.

Die Kosten für das Grossprojekt sollen sich auf sechs bis acht Milliarden Kronen (42-56 Mio. EUR) belaufen. Fjallaböðin ist nicht das einzige teure Megaprojekt, das die Besitzer der Blauen Lagune in Islands bislang unbebautem Hochland durchziehen: im Sommer eröffnete in den Kerlingarfjöll das sogenannte Highland Base Hotel, das mit Baukosten von drei Milliarden Kronen noch vergleichweise preiswert war.
Wie in den Kerlingarfjöll findet auch das Bauprojekt im Þjórsárdalur in einem Naturschutzgebiet statt. Das hielt den Bauherrn nicht davon ab, die Pläne zu ändern und die Lagune samt Hotel mal eben auf das Doppelte zu vergrössern. Zuvor war das Baugelände sogenanntes Staatsland (þjóðlendur) gewesen, eine Form von öffentlichem Landbesitz, aus dem weder Personen und Unternehmen wirtschaftlichen Nutzen ziehen dürfen. Der Ausschuss für Staatsland hatte seinerzeit den Status des Geländes in Gewerbegebiet geändert, um den Bau von Hotel und Lagune zu ermöglichen.

Mehr über umstrittene Grossprojekte im isländischen Hochland.

Umweltgutachten könnte gute Idee sein
Die Planungsbehörde findet auch weiterhin, eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei nicht nötig. In einer Stellungnahme des Isländischen Instituts für Naturwissenschaften heißt es jedoch, dass zwar einige der baulichen Veränderungen vorteilhaft seien, man aber nicht außer acht lassen dürfe, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handle und das Ausmaß des Bauprojektes beträchtlich, zudem seien die Auswirkungen auf Naturdenkmäler und Landschaften mit Erhaltungswert irreversibel und negativ. Vor diesem Hintergrund könne man durchaus argumentieren, dass das Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden sollte, so Snorri.
„Die meisten Informationen liegen bereits vor, daher ist es keineswegs sicher, dass eine vollständige Umweltprüfung da noch viel bringen würde, aber die Bauarbeiten ist nun so beschaffen, dass wir glauben, dass eine Umweltprüfung eine gute Idee wäre“, sagt Snorri Sigurðsson, der Bereichsleiter für Naturschutz im Institut.
Im Hotel soll es 45 Zimmer mit Platz für 100 Gäste geben. Jährlich werden mehr als 70.000 Gäste in der Lagune erwartet, davon um die 19.000 Hotelgäste.
„Sicherlich wird der Druck auf das Gebiet insgesamt mit dieser Entwicklung zunehmen, aber alles deutet darauf hin, dass das Ziel darin besteht, die Arbeit gut zu machen und darauf zu achten, die visuelle Wirkung zu reduzieren“, meint Snorri.
Ein zusätzlich geplantes Servicezentrum an der Abzweigung nach Reykholt befindet sich noch im Anfangsstadium.