Islands erster Rettungshubschrauber fährt ins Museum

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Der erste Rettungshubschrauber Islands, TF-LIF, ist heute von seinem bisherigen Stützpunkt am Inlandsflughafen von Reykjavík in das Flugzeugmuseum nach Akureyri gebracht worden, berichtet Vísir. Der Hubschrauber wurde mit einem Schwertransporter über die Ringstrasse gefahren und hat mit seinen 16 Metern Länge und vier Metern Höhe sicher so manchen Autofahrer das Staunen gelehrt.

Im vergangenen Jahr war TF-LIF verkauft worden, der neue Besitzer hatte den Hubschrauber entkernt und das Chassis dem Ältestenrat der Küstenwache zur musealen Bewahrung übergeben.

Revolution für die Seenotrettung
TF-LIF war im Jahr 1995 nach Island gekommen und hatte den Betriebsalltag der Küstenwache durch seine Grösse und Vielseitigkeit von Grund auf verändert.  Schon zwei Jahre später bewährte sich der Kauf, als 39 Schiffbrüchige bei der Havarie der Víkartindur, Þorsteinn GK und der Dísafell an Bord genommen werden konnten, heisst es in einem Facebookbeitrag der Küstenwache. Mit den älteren Hubschraubern hatten immer nur acht Personen transportiert werden können.

Die beiden Hubschrauberpiloten Páll Halldórsson und Benóný Ásgrímsson hatten TF-LIF am 23. Juli 1995 von Frankreich nach Island geflogen. Eine Revolution sei der Hubschrauber, und erfülle alle Wünsche, hatte Páll seinerzeit nach dem langen Flug erklärt.

Benóný, Páll und weitere Mitglieder des Ältestenrates waren zugegen, als der Hubschrauber heute Vormitttag auf den Transporter gehievt wurde und seine letzte Reise quer über die Insel ins Flugzeugmuseum antrat.

Küstenwache mit zwei grösseren Rettungseinsätzen

The Icelandic Coast Guard defended Iceland during the Cod Wars

Die isländische Küstenwache holt des öfteren kranke Seeleute von Fangschiffen, doch diesmal hat sie gleich zwei aufwendige Rettungseinsätze auf einmal hinter sich gebracht.
Vorgestern strandete das Forschungsschiff Bjarni Sæmundsson bei Lambeyri im Tálknafjörður. Die Hubschrauberflotte der Küstenwache und das Bergungsschiff der isländischen Seenotrettung sowie weitere Schiffe rückten aus. An Bord des gestrandeten Schiffs befanden sich 20 Personen, von denen aus Sicherheitsgründen acht von Bord gebracht wurden. Gegen Mitternacht konnte die Bjarni Sæmundsson von drei Schiffen im Schlepp mit der Flut wieder flottgemacht werden und aus eigener Kraft in den Hafen von Tálknafjörður gelangen. Der Unfallhergang wird behördlich untersucht.

Mit französischem Kreuzfahrtschiff aus Grönland im Schlepp
Das Küstenwachschiff Þór schleppt derzeit ein französisches Passagierschiff aus dem Fönfjörður im Scoresbysund, nachdem die Polarfront dort mehrere Tage mit Maschinenschaden gelegen hatte, bevor sie Islands Küstenwache um Hilfe bat. Die Þór hatte sich in Seyðisfjörður befunden, als der Notruf einging, und war zwei Tage unterwegs, bis sie die Polafront erreichte. Auf den Fotos bei RÚV sieht man, wie das Abschlepptau per Harpune zur Polarfront geschossen wird.
Beide Schiffe werden am Montag im Reykjavíker Hafen erwartet.
Der Fönfjörður liegt weit im Inneren des Scoresbysund, eines der grössten Fjordsysteme der Welt. Der einzige bewohnte Ort, Ittoqorttoormitt, liegt am Ausgang des Fjords, er wird von kleineren Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Weiter auf dem Festland liegt die Hubschrauberstation Nerlerit Inaat (Constable Point), über den die einzige Flugverbindung der Region zur Aussenwelt läuft.

 

Hubschrauber der Küstenwache kann wegen Ruhezeit nicht im Dauerensatz sein

Gestern morgen hatte der Hubschrauber der Küstenwache nicht abheben können, um Verletzte aus einem Busunfall im Öræfi abzutransportieren, weil keine Besatzung zur Verfügung stand, berichtet mbl.is. Die Besatzung befand sich in der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit und wollte nicht einspringen.
Seit vier Jahren verhandeln Islands Berufspiloten mit dem Staat um einen neuen Tarifvertrag, und es wird immer schwieriger, Leute aus der Ruhezeit zum Dienst zu rufen.

Ásgeir Erlendsson, der Pressesprecher der Küstenwache, gab mbl.is gegenüber an, der Hubschrauber sei für den Busunfall angefordert worden, weil es sich um einen langen Transportweg für die Verletzten gehandelt habe, nicht etwa weil die Verletzungen so schwer gewesen seien. Drei Insassen seien mit dem Krankenwagen nach Höfn gefahren worden und von dort per Krankenflugzeug nach Reykjavík geflogen. Keiner von ihnen hatte schwere Verletzungen davongetragen.

Langer Dienst im Lawinengebiet
Die Hubschrauberbesatzung hatte in den vergangenen Tagen wegen der Lawinensituation in den Ostfjorden lange Dienste verrichtet und war von acht Uhr morgens bis zum nächsten Morgen beinahe dauerhaft im Einsatz gewesen, unter anderem um eine Schwangere aus dem von Lawinen eingeschlossenen Neskaupstaðir ins Krankenhaus zu fliegen. In der gleichen Nacht hatte der Hubschrauber einen Einsatz am Eyjafjallajökull fliegen müssen, wo zwei Touristen aus einer Felswand abgestürzt waren.
Nach Angaben der Küstenwache stand nur ein Hubschrauber bereit, und statt zwei Besatzungen gab es nur eine. Die beiden anderen Hubschrauber befinden sich in Reparatur. In der Vergangenheit sei es immer gelungen, so Ásgeir, den Hubschrauber aus Gutmütigkeit zu besetzen, also Leute aus der vorgeschriebenen Erholungspause zu rufen. Das sei diesmal nicht gelungen und gestalte sich wegen des andauernden Tarifstreites auch immer schwieriger.

Mehr Einsätze als Mannschaft
Dabei werden die Unfälle ja nicht weniger. Gestern Abend ereignete sich im Lawinengebiet der Ostfjorde ein Verkehrsunfall, bei dem zwei Fahrzeuge frontal zusammengeprallt waren. Die Touristen, die in dem einen Fahrzeug sassen, blieben unverletzt, die Insassen des anderen Fahrzeugs, Einheimische, trugen kleinere Verletzungen davon und wollten sich heute selbst ins Krankenhaus begeben. Ein Kranwagen hatte die beiden verkeilten Fahrzeuge auseinanderziehen müssen.

Am vergangenen Wochenende ereigneten sich gleich drei Unfälle mit Motorschlitten, einer auf dem Langjökull, einer an den Jarlshettur, und einer im Norden des Landes. Der Hubschrauber hatte den Unfall im Norden nicht bedienen können, weil er im Süden unterwegs war. Zum Glück war der Verunfallte im Svarfaðardalur nicht allzu schwer verletzt und konnte im Krankenwagen transportiert werden.

Transplantationspatient kam nicht zur OP, weil kein Flugzeug bemannt war

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Ein isländischer Transplantationspatient konnte nicht nach Schweden zur OP geflogen werden, weil keine Besatzung für den Krankentransportflug zur Verfügung stand, berichtet Vísir. Die Klinikleitung der Universitätsklinik Landspítali gab an, ein solcher Vorfall dürfe sich nicht wiederholen.

Der Patient hatte vor einer Woche gegen Mitternacht die Mitteilung erhalten, dass eine Spenderleber gefunden sei, und dass er sich schnellstmöglich zur OP in Schweden einzufinden habe. Doch was gut begann, endete alles andere als glücklich, denn gegen Morgen wurde ihm mitgeteilt, dass man für das Krankentransportflugzeug keine Mannschaft habe finden können, weswegen er es nicht zur lebensrettenden Operation schaffte.

Die isländische Krankenversicherung kümmert sich um die Verträge rund um den Krankenflugtransport, die Fluggesellschaft Ernir fliegt solche Auslandseinsätze und Mýflug bedient den Inlandsmarkt für Krankenlufttransporte.
“Wir haben Verträge mit diesen beiden Unternehmen darüber, dass diese Flüge absolute Priorität vor allen anderen Flügen geniessen, aber in diesem Fall war es nicht möglich, eine Mannschaft für das Flugzeug bereitzustellen,” sagte Sigurður Helgi Helgason, der Direktor der isländischen Krankenversicherung.
Mit der Fluggesellschaft Norlandair gibt es zwar ein Abkommen, aber in jener Nacht keinen Flug. Das Flugzeug der Küstenwache hatte sich ausser Landes befunden. Auch im Ausland habe man erfolglos nach einer Flugmöglichkeit gesucht, so Sigurður.

Flug hakte an nicht-vorhandener Besatzung
Von Seiten der Uniklinik hiess es, der Vorfall sei schwerwiegend und man erachte es als dringend, die Bemannung solcher Flüge unter allen Umständen zu sichern. Es gehe um die Interessen der Patienten. Ein solcher Vorfall dürfe sich nicht wiederholen. Bislang seien die Transporte stets möglich gewesen und man habe Probleme wie dieses stets in irgendeiner Form lösen können.

Auf Anfrage von Vísir hiess es bei Ernir, man bedauere den Vorfall, man habe alles versucht, den Patienten rechtzeitig nach Schweden zu transportieren. Es gebe jedoch kein Abkommen darüber, dass ein Flugzeug samt Besatzung Tag und Nacht zur Verfügung stehen muss. Der Vorfall sei ein Einzelfall, die Fluggesellschaft fliege Patienten seit etwa zehn Jahren zwei bis dreimal pro Monat ins Ausland. In der Regel könne man zwei bis drei Stunden nach dem Anruf abfliegen.

“Für eine Flugbereitschaft rund um die Uhr benötigt man mehr als eine Besatzung, und wahrscheinlich mehr als zwei, und damit sind grosser Aufwand und Kosten verbunden, aber natürlich kann man alle Möglichkeiten prüfen,” so Sigurður. “Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist nicht besonders hoch, und die Wahrscheinlichkeit, dass das wieder passiert, ist auch nicht hoch.” Man wolle den Fall ganz genau prüfen und nach Wegen suchen, um sicherzustellen dass Patienten geflogen werden können.

TF-SIF wird vorerst nicht verkauft

TF-SIF

Das Flugzeug der Küstenwache wird vorerst nicht verkauft. Islands Justizminister zufolge sei der Wille dazu nicht vorhanden, daher müsse Geld für den Betrieb der Küstenwache von anderer Seite kommen, berichtet RÚV.
Jón Gunnarsson hatte angekündigt, das Überwachungsflugszeug TF-SIF zu verkaufen, weil die Küstenwache nicht über genügend Mittel verfüge, Flugzeug, Hubschrauber und Schiffe zu betreiben. Der Minister war gestern zusammen mit dem Leiter der Küstenwache, Georg Kr. Lárusson vor den Aussenpolitischen Ausschuss und den Haushaltssausschuss des Parlaments geladen wurden.

Nach den Sitzungen hiess es von Ausschussseite, ein Verkauf der Maschine komme nicht in Frage, zumindest nicht zur Zeit. Man prüfe die Angelegenheit, aber ein Verkauf dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit stattfinden, zudem habe es an Informationen gemangelt.
Georg Kr. Lárusson gab an, die monatelange Vermietung der Maschine ins Ausland für Frontex-Einsätze sei nicht Wunschszenario gewesen, sondern aus Geldmangel praktiziert worden. Wenn die Maschine hingegen verkauft würde, sei das als ob man mit Schlafmaske unterwegs sei und hoffe dass alles gut gehe.
Der Justizminister erklärte, er habe die Angelegenheit im Kabinett im Januar besprochen. Damals habe es keine Einwände gegeben.

Verkehrs- und Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson hatte an der genannen Kabinettssitzung nicht teilgenommen. Er hörte von dem Verkauf aus den Medien und gab an, ihm sei nicht bekannt, dass Zuständige für die Sicherheit zu Wasser und Luft an der Debatte teilgenommen hätten.

Das Flugzeug war in den Jahren vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch angeschafft und gleich nach dem Kauf für Auslandseinsätze vermietet worden, weil sich der Betrieb als sehr teuer herausstellte. Die Mieteinnahmen stellten damit seit Jahren einen festen Posten im Haushalt der Behörde dar. Mit ihnen hätte eine modernere Ausstattung finanziert werden sollen, doch flossen die Einnahmen nach Willen des Parlaments in die laufenden Kosten.

Nachdem ein Sturm der Entrüstung durch Parlament und soziale Medien gefegt war, war das Kabinett gestern zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammengetreten. Nach der Sitzung gab Justizminister Jón Gunarsson RÚV gegenüber an, es sei offensichtlich dass es bei den Parlamentariern und anderen keine Zustimmung für diesen Finanzierungsweg gebe, man habe daher beschlossen, der Küstenwache einen unveränderten Betrieb zu finanzieren. Die Entscheidung gelte für das laufende Jahr, dann müsse man weitersehen. Das Flugzeug werde jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt nicht verkauft.

Justizminister will das einzige Flugzeug der Küstenwache abschaffen

TF-SIF

Die Entscheidung des isländischen Justizmininisters Jón Gunarsson, das Rettungsflugzeug der isländischen Küstenwache zu verkaufen, ist in weiten Kreisen auf Unverständnis gestossen.
Gestern hatte die Küstenwache bekanntgegeben, dass der Betrieb des Flugzeuges TF-SIF noch in diesem Jahr aus Rationalisierungsgründen eingestellt werde. Das Justizministerium habe dies Anfang der Woche mitgeteilt, ausserdem stehe ein Verkauf des Flugzeugs an.
Als Grund wurde der kostenintensive Betrieb der Küstenwache in den vergangenen Monaten angegeben, da vor allem die gestiegenen Kraftstoffpreise und der grössere Beteiligungsumfang am Frontex-Programm der EU im Mittelmeer.

Flugzeug oder Schiff
Nach Angaben von Georg Lárusson, dem Leiter der Küstenwache, sei der Behörde statt der geforderten 1400 Mio nur 600 Mio ISK zusätzlich gezahlt worden. “Da gab es keine gute Alternative,” so Georg, “und wir sind schwer enttäuscht, dass wir den Betrieb des Übewachungsflugzeuges einstellen müssen, welches mit allen Geräten für Grenzüberwachung, Rettungseinsätze und Krankenflüge ausgestattet ist, und überdies ein wichtiges Kettenglied im Zivilschutz des Landes darstellt.” Die Entscheidung sei ein grosser Rückschritt für die Einsatzkapazität der Nation.  “Mit dieser schweren Entscheidung wird dem Betrieb der Küstenwache ein schwerer Schlag versetzt. Wir halten die Anwesenheit des Flugzeuges in Island für eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit, zumal im Lichte der veränderten internationalen Lage.”

RÚV berichtet, zur Debatte habe auch der Verkauf eines Küstenwachschiffes Freyja gestanden, sowie eine Reduzierung der Hubschraubermannschaften. Ein Verkauf der TF-SIF würde etwa 300 Mrd ISK pro Jahr einsparen. Bei einem Verkauf der neuangeschafften Freyja spare man 568 ISK pro Jahr. Die Seetage der Küstenwachflotte würden dann aber von 350 auf etwa 200 Tage pro Jahr sinken, und für sechs bis acht Wochen pro Jahr ganz ausfallen – ausgerechnet in der Hauptsaison der Kreuzfahrtschiffe. Das Wissen um die Bewachung der isländischen Hoheitsgewässer gehe verloren.

Im Dienst des Katastrophenschutzes
Kristín Jónsdóttir, die Gruppenleiterin für Naturkatastrophenschutz beim Wetterdienst, brachte am Morgen auf Twitter ihr Unverständnis zum Ausdruck und forderte, den Verkauf einzustellen. Die TF-SIF habe eine wichtige Rolle bei den Vulkanausbrüchen am Eyjafjallajökull und in der Bárðarbunga gespielt. Wissenschaftler und Einsatzkräfte seien über die Nachricht schockiert. Das Flugzeug habe dabei geholfen, Hinweise auf mögliche Grossfluten zu finden.
Der Vulkanologe Magnús Tumi Guðmundsson hatte den geplanten Verkauf am Morgen mit einem Verkauf aller Polizeifahrzeuge verglichen, worauf die Polizei ihre Einsätze dann aus Kostengründen zu Fuss erledigen müsse.

TF-SIF in alle Ausschüsse
Auch im Parlament war es heute hoch her gegangen. Der Minister hatte in einer Fragestunde unter anderem argumentiert, das Flugzeug sei in der Regel sechs Monate lang im Ausland stationiert, und noch nie vorzeitig zurückgerufen worden. Im vergangenen Jahr habe es sich nur 100 Stunden in der Luft befunden. Die Kosten seien einfach zu hoch. Man wolle vielmehr mit dem Flughafenbetreiber Isavia über die gemeinsame Nutzung eines Flugzeugs für Islands Küstenwache verhandeln.

Die Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir, zeigte sich über den Verkaufsplan erstaunt, sie sehe dafür keine rechtliche Handhabe, weil beim Beschluss des Haushaltes 2023 vor nicht einmal sechs Wochen vom Verkauf der Maschine nichts zu hören gewesen war. Der Ausschuss tritt gleich morgen zusammen, und der Justizminister wurde einbestellt.
Die Abgeordnete von Viðreisn im aussenpolitischen Ausschuss, Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir, hat eine Sitzung mit allen Beteiligten für Montag verlangt, und Helga Vala Helgadóttir von der Sozialdemokratischen Allianz forderte, dass auch der Wirtschaftsausschuss dazugebeten wird.
Die Sozialdemokratin Oddný G. Harðardóttir, die einen Sitz im nationalen Sicherheitsrat hält, gab Vísir gegenüber an, der Flugzeugverkauf sei im Sicherheitsrat nicht zur Sprache gekommen. Die Angelegenheit habe ein Ausmass, dass sie in der kommenden Woche im Rat besprochen werden müsse.

Hubschrauber der Küstenwache rückwärts in Fjord gelotst

Am vergangenen Donnerstagabend lieferte die Hubschraubercrew der Küstenwache einen Beweis echter Flugkunst, als der Hubschrauber rückwärts in den westfirdischen Skutulfjörður einflog, weil er gegen den Sturm nicht ankam. Ein Patient hatte dringend in die Universitätsklinik nach Reykjavík gebracht werden müssen, berichtet RÚV.

Bei Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke und drei Grad war der Notruf eingegangen, der Hubschrauber brauchte daher allein zweieinhalb Stunden bis Isafjörður. Der zu transportierende Patient befand sich in Lebensgefahr, doch konnte er vom Gesundheitspersonal vor Ort am Leben gehalten werden.
Die Sicht sei gleich Null gewesen, erinnert sich Hubschrauberpilot Þórarinn Ingi Ingason von der Küstenwache. Wegen der starken Böen habe man den Hubschrauber nicht in den Fjord einfliegen können. Da sei die Idee aufgekommen, es rückwärts zu versuchen.

Mechaniker lotst aus der offenen Tür
Bei einer Flughöhe von 30 Metern hängte sich der Mechaniker halb aus der offenen Tür und rief dem Piloten Fluganweisungen zu, und so gelang es, den Hubschrauber in den schmalen Fjord zu manörieren.
“Wir konnten zwischen Lichtmasten etwas sehen. Ich hab immer nach unten geguckt und konnte die See und das Ufer erkennen,” erzählt Flugmechaniker Árni Freyr Sigurðsson. Per Funkgerät habe er dann seine Anweisungen an den Piloten gegeben, im Uhrzeigersinn und rechts oder links.
Árni trug dabei einen drei Kilogramm schweren Schutzhelm mit Nachtsichtgerät. Zusätzlich zu dem Gewicht war er in der offenen Hubschraubertür Sturmböen und Graupelschauern ausgesetzt.

Sowas hätten sie in der Form noch nicht probiert, sagt Þórarinn. “Zwanzig Minuten sind bei solchen Bedingungen eine lange Zeit, das gebe ich zu. Ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Das ist so ein Gefühl, man macht da etwas Neues und man denkt, macht man das richtig? Ist das sicher? Es geht ja auch darum, dass man selbst heil nach Hause kommt,” meint der Pilot der isländischen Küstenwache.

Küstenwache hat zuwenig Piloten um Hubschrauber zu bemannen

Ein Drittel des Jahres hat die isländische Küstenwache nur eine Hubschraubermannschaft zur Verfügung, um Einsätze zu fliegen, berichtet RÚV. Gestern Morgen konnte der Hubschrauber für einen Unfalleinsatz nicht bemannt werden, weil sich Mannschaftsmitglieder krank gemeldet waren. Justizminister Jón Gunnarsson nannte die Lage inakzeptabel. Er will mehr Hubschrauberpiloten einstellen.

Ein oder zwei Teams im Einsatz
Gegen 11 Uhr gestern Morgen hatte sich unterhalb des Bergzugs der Eyjafjöll ein Verkehrsunfall ereignet, bei der eine Person schwer verletzt wurde. Weil es keine Hubschraubermannschaft gab, musste der Verletzte per Krankenwagen in die Universitätsklinik nach Reykjavík transportiert werden, eine Fahrt die eineinhalb Stunden länger dauerte als mit dem Hubschrauber.
Ásgeir Erlendsson, der Pressesprecher der Küstenwache, erklärte, zwei Drittel des Jahres verfüge die Küstenwache über zwei Einsatzteams in Bereitschaft, aber die restlichen drei Monate sei nur eine Mannschaft verfügbar. In der Vergangenheit waren Krankheitsfälle oder andere Ausfälle dergestalt gelöst worden, dass man ein Crewmitglied der anderen Mannschaften zum Dienst gerufen habe. Das sei jedoch gestern nicht möglich gewesen.

Minister will mehr Piloten einstellen
Die gestrige Situation sei nicht akzeptabel, sagte Justizminister Jón Gunnarsson Journalisten gegenüber. “Solche Vorfälle sollte nicht passieren, und wir werden alles versuchen, um zu verhindern, dass das wieder passiert.” sagte er. Der Haushalt sehe mehr Geld für die Küstenwache vor, sodass die Schichten von sechs auf sieben erhöht werden könnten. Auch die Hubschrauberflotte war im letzten Jahr von fünf auf sechs Maschinen erweitert worden. “Es ist kein Geheimnis, dass wir mit mehr Mannschaften auch die Einsatzkapazitäten erweitern könnten,” sagte Ásgeir.
Die Piloten der Küstenwache arbeiten seit zweieinhalb Jahren ohne gültigen Tarifvertrag. Ihrer Ansicht nach beinträchtige es die Flugsicherheit, wenn man die Forderungen des Finanzministers einhalten würde. Das Ministerium hat diese Vorwürfe zurückgewiesen. Das gestrige Einsatzproblem hat jedoch nichts mit der Tarifauseinandersetzung zu tun.

 

Finanzaufsicht moniert Billigtanken und Privatflüge der Küstenwache

Die isländische Küstenwache hat für ihr Schutzschiff Kraftstoff im Wert von etwa 200 Millionen Kronen auf den Färöerinseln eingekauft, aber für nur zwei Millionen Kronen in Island, berichtet RÚV. Auf den Färöerinseln wurde getankt, um die Mehrwertsteuer zu sparen. Damit hat die Küstenwache dem isländischen Staatssäckel 13 Mio. Kronen vorenthalten.
Diese Berechnung stammt aus einem Prüfbericht der Finanzaufsicht, die der Küstenwache damit zur Last legt, die fällige Mehrwertsteuer in Island entzogen zu haben.

Verlängerte Reaktionszeit, wenn Schiff woanders tankt
In den Jahren 2018 bis 2020 hatte die Küstenwache zehnmal ihr Schutzschiff auf den Färöerinseln betankt, aber nur einmal in Island. Der Schiffsdiesel ist auf den Inseln günstiger, weil dort keine Mehrwertsteuer gezahlt werden muss. Damit sparte die Küstenwache 13 Mio. Kronen.
Die Finanzaufsicht weist darauf hin, dass dies keine echte Ersparnis sei, weil diese Mehrwertsteuer ohnehin in den Staatshaushalt geflossen wäre, aus dem die Küstenwache finanziert wird. Und obwohl der Literpreis auf den Färöerinseln niedriger ist, sei es trotzdem teurer gewesen, zum Tanken dorthin zu fahren. Ausserdem habe sich die Reaktionszeit des Schutzschiffes durch die Abwesenheit um fast zwei Tage verlängert.

Finanzaufsicht will private Hubschrauberflüge verbieten
Auch die Nutzung des Hubschraubers der Küstenwache durch Politiker ist der Finanzaufsicht ein Dorn im Auge, vor allem wenn ein Politiker in Privatangelegenheiten abhebt. Die Behörde schlägt daher vor, solche Fahrten grundsätzlich zu verbieten.
Zwischen 2018 und 2020 waren Politiker insgesamt zehnmal mit dem Hubschrauber der Küstenwache unterwegs. In dem Prüfbericht heisst es, es habe unvermeidbar negative Auswirkungen darauf, wie schnell der Hubschrauber am Einsatzort sein kann, wenn sich ein Passagier an Bord befindet, während gleichzeitig ein Einsatz geflogen wird. Der Hubschrauber muss erst einen geeigneten Landeplatz finden, um seinen Passagier abzusetzen, bevor er zum Einsatz aufbrechen kann.

Als die damalige Justizministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir im Sommer 2020 mit dem Hubschrauber vom Strand Reynisfjara nach Reykjavík zur einer Pressekonferenz geflogen wurde, war dieser Hubschrauber der einzig verfügbare im Land. Die Küstenwache hatte den Flug nicht als Privatflug gewertet, obwohl sich die Ministerin in einer Privatangelegenheit an der Reynisfjara befunden hatte, als sie von ihrer Reittour zur Pressekonferenz nach Reykjavík und wieder zurück zur Reittour an die Reynisfjara geflogen wurde. Der Hubschrauber war eigentlich auf dem Weg zu einem Erkundungsflug zur Svartá am Langjökull im zentralen Hochland, der Flug zur Reynisfjara an der Südküste, Reynisfjara, um die Ministerin an Bord zu nehmen, wurde dem Flugplan hinzugefügt.

 

Erster Seenoteinsatz der Freyja

An Icelandic Coast Guard vessel

Island neues Rettungsschiff Freyja hat in der vergangenen Nacht seinen ersten grösseren Einsatz erfolgreich hinter sich gebracht, als die Besatzung den grönländischen Trawler Masilik vor der Küste von Vatnsleysutrönd aus der Seenot barg, berichtet RÚV.
Die Masilik war gegen Abend mit 19 Mann Besatzung auf Grund gelaufen. Augenzeugen berichteten, das Schiff sei merkwürdig dicht an der Küste unterwegs gewesen, viele Seemeilen von der normalen Route entfernt. Die in Siglufjörður beheimatete Freyja war gerade in Hafnarfjörður vor Anker gegangen, nachdem sie ein Schiff aus Skandinavien nach Island gezogen hatte, als der Notruf von der Masilik einging. Zusammen mit dem Rettungsschiff machten sich auch Motorboote und Hubschrauber mit Rettern auf den Weg aufs Meer.

Friðrik Höskuldsson ist Kapitän der Freyja: “Das lief alles gut. Zunächst lagen schwierige Wetterbedingungen vor, mit Windstärken von 22 bis 24 Metern pro Sekunde, aber es war Landwind, das kam uns zupass. Es dauerte eine Weile, sich zurechtzufinden und herauszufinden, ob es da ein grosses Leck im Schiff gab, aber das war nicht der Fall, und es ist uns gelungen, das Schiff von den Felsen herunterzuziehen, wo es festsass, es hatte dort nämlich schon Schlagseite.”
Die Freyja habe sich gleich beim ersten Einsatz bewährt, sie sei ein grossartiges Schiff, in jeder Beziehung, und ein echtes Technikwunder. Für die Verhältnisse der Küstenwache sei es ein riesiger Schritt nach vorne gewesen, die Freyja in die Flotte zu bekommen. “Gutes Schiff,” betont Friðrik.

Die Masilik ist inzwischen im Hafen von Hafnarfjörður verankert worden. Friðrik meint, die Besatzung habe sich nicht in grosser Gefahr befunden, aber man könne das vorher nie wissen. “Man weiss ja bei sowas nie, ob das Schiff auseinanderbricht oder kentert. In diesem Fall lief das alles gut. Wir haben die Grönländer an Land geschickt, an Bord gab es Vorgesetzte von den Färöerinseln. Die Grönländer waren ganz wild darauf, an Land zu kommen, und wir haben die 14 Leute in Vogar an Land gebracht, das Boot der Rettungsorganisation hat sich darum gekümmert.”
Die Schäden an der Masilik werden jetzt im Hafen näher untersucht.