Neskaupstaður: Flugplatz wichtig für Krankenflüge

Die Nutzung des kleinen Regionalflugplatzes im ostisländischen Norðfjörður ist seit seiner Asphaltierung im Jahr 2017 kontinuierlich gestiegen. Vertreter des Gemeinderates halten es für wichtig, den Flugplatz zu erhalten, berichtet austurfrett. Auf seiner letzten Sitzung bestätigte der Gemeinderat eine Erneuerung des Dienstleistungsvertrages mit der Flughafengesellschaft Isavia. Dabei soll die Kommune sich gegen Bezahlung um Tagesbetrieb und Instandhaltung kümmern.

Asphaltierung bringt Wende
Das Jahr 2017 hatte eine Wende in der Geschichte des kleinen Flugplatzes eingeläutet, als die Start-und Landebahn asphaltiert wurde. Vorher hatte es nur eine Schotterpiste gegeben, die vor allem in regenreichen Zeiten schwierig zu nutzen war. Die Asphaltierung war mit finanzieller Unterstützung regionaler Unternehmen vorgenommen worden.
„Wir befinden uns in der glücklichen Lage, starke Unternehmen zu haben, die alles getan haben, um den Flugplatz zu erhalten. Das zahlt sich jetzt aus. Es ist ausgesprochen wichtig, dass wir auf diesen Flugplatz aufpassen, der so wichtig für den zukünftigen Betrieb des Krankenhauses ist,“ erklärte Gemeinderatsmitglied Stefán Þór Eysteinsson.

Krankenflüge sind Hauptzweck
Auch wenn man den Flugplatz in allen internationalen Flugverzeichnissen als Landeoption findet, so sind Krankenflüge doch der Hauptzweck des kleinen Flugplatzes.
In Neskaupstaður befindet sich das im Jahr 1952 erbaute Regionalkrankenhaus, welches die Menschen in den Fischerorten der Ostfjorde versorgte, als es noch keine zuverlässigen Verkehrsverbindungen aus den Fjorden heraus gab. Damals war das heutige Mittelzentrum Egilsstaðir nur ein kleines Dorf, an der Küste aber boomte das Arbeitsleben. Im Krankenhaus von Neskaupstaður befindet sich die einzige Geburtsklinik im Ostland, eine Tag und Nacht bemannte Chirurgie, Anästhesie und Innere Medizin, sowie ein festangestellter Hausarzt, ein Kinderarzt in Teilzeit, ausserdem arbeiten dort Jungärzte in Ausbildung.

Die Zahl der Krankenflüge von Neskaupstaður aus sind mit den Jahren stark gestiegen, von 28 Flügen im Jahr 2019 auf 83 im letzten Jahr. Die Zahlen zeigten die wichtige Rolle des Flugplatzes für die Sicherheit der Bewohner, erklärt Gemeinderatsvorsitzender Ragnar Sigurðsson. Zudem sei es die Bestätigung, dass die Asphaltierung zu einer noch besseren Nutzung geführt habe. Diesen Weg wolle man weiterverfolgen.

Klinik in Akureyri: 50% mehr Patienten ohne Krankenversicherung

Emergency room

Im Krankenhaus von Akureyri sind in diesem Jahr 50 Prozent mehr Patienten ohne Krankenversicherung vorstellig geworden. Im vergangenen Jahr hatten 331 Personen medizinische Hilfe benötigt, in diesem Jahr sind es 512 Personen gewesen, berichtet Vísir.
Aus der aktuellen Klinikstatistik von Januar bis Juli geht hervor, dass sich in den ersten sieben Monaten des Jahres 471 nicht krankenversicherte Personen in der Notaufnahme meldeten, 67 von ihnen wurden stationär eingewiesen und 62 wurden ambulant behandelt. Die meisten Einweisungen (31) kamen im Juli vor, in den Monaten Mai und Juni waren es 16 Einweisungen gewesen.
Die Nationalität der nicht krankenversicherten Patienten war in 93 Fällen unbekannt, 65 kamen aus den USA, 62 aus Deutschland, 55 aus Island und 32 Personen kamen aus Polen.

Die Geburtenrate an der Klinik hat um 10 Prozent abgenommen, in diesem Jahr sind nur noch 224 Kinder zur Welt gekommen. Insgesamt wurden 1497 Operationen vorgenommen, im vergangenen Jahr waren es 1402.
Die Notaufnahme suchten 8.028 Patienten 12.924 mal auf, im gleichen Zeitraum des Jahres 2022 waren es noch 7.425 Patienten gewesen, die 11.796 mal in der Notaufnahme vorstellig wurden.

Kreuzfahrtschiffe verursachen erwartete Mehrbelastung in Klinik

cruiseships, skemmtiferðaskip, Akureyri

Die Belastung des Krankenhauses in Akureyri ist seit Beginn der Kreuzfahrtschiffsaison merklich gestiegen. Um die 40% mehr ausländische Touristen suchen die Klinik für eine Behandlung auf, berichtet RÚV.
In diesem Jahr wird mit einer Rekordzahl an Kreuzfahrtschiffen in Akureyri gerechnet. Das wirkt sich natürlich auch auf das isländische Gesundheitswesen aus.
Schon in den ersten Monaten des Jahres hatte die Klinik schwere Zeiten gesehen, weil Personal und Betten fehlten. Mit Beginn der Kreuzfahrtsaison im April wurde das nicht besser, ganz im Gegenteil.

„Das bedeutet mehr Belastung, sowohl in der Notaufnahme als auch auf den Bettenstationen bei uns. Diese ersten Zahlen, die wir bei den ausländischen Touristen in Notaufnahme und stationärer Aufnahme sehen, das sind so um die 30 bis 40 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, und das war schon ein Rekordjahr,“ kommentiert der medizinische Direktor der Klinik, Sigurður E. Sigurðsson. Trotz der Mehrbelastung könne man jedoch den Betreb aufrecht erhalten.

Man habe ja schon länger gewusst, dass mit einer Rekordzahl an Touristen zu rechnen sei und entsprechende Vorkehrungen getroffen, um die Belastung zu mindern. Eine Massnahme sei es etwa, bestimmte Aufgaben durch ungelernte Kräfte erledigen zu lassen.
„Dann haben wir Kontakt zu den Unternehmen aufgenommen, die diese Kreuzfahrtschiffe betreuen, und denen unsere Arbeitsweise klargemacht, dass wir uns also in erster Linie um akute Erkrankungen kümmern, aber nicht um andere Gesundheitsleistungen, die dann möglicherweise warten müssen und auch nicht unbedingt unsere Aufgabe ist.“

 

Klinik in Akureyri über Zahl der Kreuzfahrtschiffe besorgt

cruise ship Akureyri

Die Leitung des Krankenhauses in Akureyi hat ihre Besorgnis über die Belastung ausgedrückt, die durch die etwa 200 Kreuzfahrtschiffe in diesem Sommer entstehen könnte. Von Stadtratsseite hiess es, man verfolge die Entwicklung und auch die entstehende Belastung für das System, berichtet RÚV.

Etwa 200 Kreuzfahrtschiffe sind für diesen Sommer im Hafen von Akureyri gebucht. Die Klinikleitung zeigt sich besorgt, was für eine zusätzliche Belastung das für den Betrieb des Krankenhauses und der Notaufnahme bedeuten könnte.
“Vor allem möchten wir sicherstellen, dass wir Schwerstkranke und Verletzte, die zu uns kommen, versorgen können, das ist unsere Aufgabe. Der Juli ist der Monat mit der meisten Belastung, und genau das ist auch die Zeit, wo wir mit Ablösungen arbeiten, das sind Leute mit weniger Berufserfahrung, und die Mitarbeiter in den Sommerferien.” erklärte Jón Pálmi Óskarsson von der Klinikleitung.
In Island nehmen die meisten Angestellten ihren Jahresurlaub im Sommer, vor allem Kliniken sind dann auf Ablösung angewiesen, oft Medizinstudenten, Krankenschwestern in Ausbildung oder Fachfremde, die in den Kliniken jobben. Kann der Jahresurlaub nicht im Sommer genommen werden, muss der Arbeitgeber nämlich entweder bezahlen oder zusätzliche Urlaubstage gewähren.

Unnötige Klinikbesuche vermeiden
Jón zufolge sei es besonders wichtig, mit Hafenaufsicht und Schiffsärzten in gutem Kontakt zu stehen, damit die Passagiere wissen, wohin sie sich wenden können, wenn es ein Problem gibt. Es sei durchaus schon vorgekommen, dass Passagiere in die Notaufnahme vorstellig wurden, ohne dass dies notwendig gewesen sei.
“Natürlich haben wir Sorge, dass wir in Schwierigkeiten geraten können, wenn der Touristenstrom stark anwächst, und das ist natürlich auch eine Frage in weiterem Zusammenhang – können wir endlos Touristen ins Land holen? Wir müssen natürlich daran denken, dass die Infrastruktur das was da kommt, auch tragen kann.”

Stadtratsvorsitzende Halla Björk Reynisdóttir hält es für zu spät, um auf die Schiffszahlen des Sommers zu reagieren, aber man werde die Lage für das kommende Jahr erneut prüfen. “Wir müssen zumindest ganz genau mitverfolgen, wieviel Belastung wir unserer Infrastruktur zumuten und wieviel die Serviceleistungen, die wir natürlich zum Besten haben wollen, eigentlich aushalten.” sagte Halla Björk.

 

Universitätsklinik braucht 1 Mrd. Kronen zusätzlich für Löhne

Emergency room

Die Universitätsklinik in Reykjavík benötigt etwa eine Milliarde ISK (7,2 Mio EUR) zusätzlich aus dem Staatssäckel, um Löhne auszahlen zu können, die mit Abschluss der Tarifverhandlungen im Frühjahr zugesagt worden waren, berichtet RÚV. Derzeit überlegt der parlamentarische Hauhaltsausschuss, wie man diese Angelegenheit angeht. Klinikvertreter liessen wissen, dass wenn keine Gelder einträfen, man Dienstleistungen beschneiden oder das Krankenhaus mit Defizit betreiben müsse.

Ebba Margrét Magnúsdóttir, die Vorsitzende des Ärzterates, sagte dass die Regierung den finanziellen Bedarf der Klinik zu gering kalkuliert habe, nachdem die Tarifverhandlungen unter Dach und Fach gewesen waren. Informationen der Klinik zufolge werden 500 Millionen Kronen benötigt, um die Gehaltserhöhungen auszahlen zu können, die nach einer Vereinbarung mit den Ärzten im Jahr 2017 ausgelegt worden waren.

Die doppelte Summe wird benötigt, um die Gehaltserhöhungen der gesamten medizinischen Belegschaft zahlen zu können.

Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir sagte, dass auch wenn es langfristig wichtig sei, die Finanzierung des Gesundheitswesens sicherzustellen, dieses besser organisiert werden müsse und schlug vor, dass die neue Gesundheitspolitik der Regierung Teil der Finanzierung werde.

Die Universitätsklinik hat bereits umfangreiche Restrukturierungen hinter sich, um das betriebliche Defizit auszugleichen. Die leitenden Positionen im Krankenhaus sind reduziert worden, die Schichtzulagen von Krankenschwestern und Hebammen wurden gekürzt. Ebba findet jedoch, dass dies Massnahmen seien, die die Klinik nicht hätte ergreifen sollen.

“Die Leute an der Basis haben die Nase voll,” sagte sie.

 

 

 

80 Arzneien derzeit in Island nicht erhältlich

Prozac pills

Die Vorliebe der internationalen Pharmaindustrie für grosse Märkte hat zur Konsequenz, dass Dutzende von Medikamenten derzeit in Island nicht erhältlich sind, berichtet RÚV. Der Apotheker Aðalsteinn Jens Loftsson sagt, die Lage könne es für Einheimische erschweren, die richtige Medizin zu erhalten, und sie könne geradezu gefährlich sein. Auch der britische Brexit hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit eines bestimmten Medikamentes in Island.

Wir erleben das täglich, keine Frage, und in unterschiedlicher Ausprägung. Manche Fälle sind schwerwiegender als andere und schwieriger zu lösen,” sagt Aðalsteinn. Ein Hämorhoidenmedikament etwa ist derzeit nicht verfügbar. “Der Hersteller dieser Zäpfchen entschied, die Produktion einzustellen und verkaufte die Lizenz an einen anderen Produzenten. Der hatte kein Interesse an Island und gab die Marktlizenz zurück. Damit ist das Medikament von der Liste gestrichen.”

In vielen Fällen ist es schwierig, um solche Herausforderungen herumzuschiffen. Auch wenn manche Importeure Sonderlizenzen erhalten haben, um nicht verfügbare Medikamente oder Vergleichspräparate zu einzuführen, “das hat nicht immer so funktioniert,” sagt Aðalsteinn.

Im letzten Sommer waren Schilddrüsenpräparate und Nasensprays für Allergiker in Island nicht erhältlich gewesen. Auch Betablocker, die gegen Bluthochdruck verschrieben werden, hatte es nicht gegeben.

Man kann da noch mehr nennen. Ein altes und erprobtes Antibiotikum, das einfach von der Liste gestrichen wurde. Es war das einzige Präparat in der Kategorie.”

Apotheker dürfen kein Vergleichspäparat ausgeben, wenn ein Medikament nicht zu bekommen ist. Dem Patienten bleibt dann nichts anderes übrig als wieder zum Arzt zu gehen. Das führt nicht nur zu höheren Kosten für ihn, weil jeder Arztbesuch einzeln bezahlt werden muss, sondern auch “zu einer zusätzlichen Belastung für Gesundheitszentren, Ärzte, Spezialisten und Krankenhäuser,” erklärt Aðalsteinn. “Ich würde daher sagen, es wäre wünschenswert, dass alle, die von dem Problem betroffen sind, sich zusammen zu finden und nach Lösungen zu suchen.”

Er weist auch darauf hin, dass es bei neuen Medikamenten länger dauere, die Insel zu erreichen, weil sie oft zuerst in grösseren Ländern vermarktet werden. “Das ist kein Geheimnis.”

Auf der Webseite der isländischen Arzneimittelbehörde findet man die Liste aller derzeit nicht verfügbaren Medikamente