Gasbelastung und Konduktivität am Mýrdalsjökull

Mýrdalssandur

Die Konduktivität im Gletscherfluss Múlakvísl ist für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch, und die Gasmessgeräte bei Láguhvoll zeigen Erdwärmedämpfe in dem Gebiet an, ist einer Bekanntmachung auf der Webseite des Wetterdienstes zu entnehmen. Der Wasserpegel des Múlakvísl sei aufgrund eines vermehrten Anteils an Erdwärmewasser gestiegen. Eine Gasbelastung im Fluss kann mit diesem Erdwärmewasser in Verbindung stehen, berichtet Vísir.

In den vergangenen Tagen hatte es im Vulkan Katla unter der Eiskappe des Mýrdalsjökull eine vermehrte Erdbebentätigkeit gegeben, Ende Mai hatte sich dort ein Bebenschwarm ereignet. Das schwerste Beben wurde am 30 . Juni mit einer Stärke von 4,4 aufgezeichnet.
Die Aktivität ist die stärkste seit dem Jahr 2016, und vor allem im Kötlujökull aufgetreten. Dies wird als Anzeichen für eine Erdwärmeaktivität gewertet, aber eine Magmabewegung könne dennoch nicht ausgeschlossen werden.
Der Múlakvísl führt Wasser aus dem Kötlukökull und fliesst östlich von Vík í Mýrdal ins Meer.

Vulkan Katla ist unruhig, Eishöhlen für Besuche gesperrt

Katla volcano

Der Erdbebenschwarm, der den Mýrdalsjökull seit dem Morgen erschüttert hat, ist inzwischen wieder abgeebbt. Dennoch bleibt der Vulkan auch weiterhin unter scharfer Beobachtung. RÚV zitiert die Vulkanologin Salóme Jórunn Bernharðsdóttir, der unter der Eiskappe liegende Vulkan Katla befinde sich ohnehin  immer so halb auf der Intensivstation des Wetteramtes. Salóme warnte ausdrücklich vor Fahrten zu den Eishöhlen des Kötlujökull.

“Das ist vielleicht keine ungewöhnliche Aktivität, aber sicher mehr als die normale Hintergrundaktivität,” sagte Salóme am Mittag RÚV gegenüber. Man beobachte die Entwicklung daher sehr genau.
Die Bebenserie vom Morgen ähnele der Aktvität vor dem Gletscherlauf in den Múlakvísl im Jahr 2011. Damals hatte es einen ähnlichen Bebenschwarm am Vortag gegeben. Untrügliches Anzeichen dafür, dass sich ein Gletscherlauf oder ähnliches ereignete, war dann die seismische Aktivität am Abend, die im ganzen Land zu spüren gewesen war.

“Es ist vielleicht schwer zu sagen, ob es sich jetzt um etwas ähnliches handelt, so wie die Lage aussieht.” meint Salóme. Man nehme die Entwicklung aber sehr ernst, Katla befinde sich stets auf einer Art Intensivstation der Vulkanabteilung und hänge an allen möglichen Messinstrumenten.  Salóme warnte vor Touren auf den Gletschervulkan, vor allem zu den Eishöhlen. Die Vulkanabteilung der Wetterbehörde stehe in ständigem Kontakt mit dem Zivilschutz.

Die Polizei in Südisland hat am Abend dann die Eishöhlen des Kötlujökull vorübergehend für den Zutritt gesperrt. Gefahr besteht vor allem in einer möglichen Gasentwicklung, aber Höhlenbesucher können im Fall eines Gletscherlaufs auch von den Wassermassen überrascht werden und nicht mehr in der Lage sein, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Katla gehört zu Islands grössten und mächtigsten Vulkanen, die in der Vergangenheit relativ regelmässig alle 80 bis 100 Jahre ausgebrochen ist und oft riesige Aschewolken in die Luft schleudert. Bekannt sind auch Wassermassen, die sich zu Tal wälzen, wie etwa beim letzten Ausbruch um Jahr 1918, als es zu einer apokalyptischen Überschwemmung des Küstengebietes östlich des Markarfljót kam.

 

Zufahrtsgebühren für den Mýrdalssandur in Verhandlung

Das Unternehmen Viking Park Iceland steht in Verhandlungen mit Unternehmen der Tourismusindustrie zur Erhebung von Gebühren im Bereich Mýrdalssandur, vor allem an den Strassen nach Hafursey und zum Kötlujökull. Viking Park Iceland befindet sich im Besitz einer deutsch-isländischen Eigentümergemeinschaft, die im vergangenen Jahr das Land rund um Hjörleifshöfði erworben hatte, um in der Gemarkung Lavasand für den Export abzubauen und Tourismus zu betreiben.
Das Land um Hjörleifshöfði war zuvor insgesamt drei isländischen Regierungen erfolglos zum Kauf angeboten worden.

Viking Parks Geschäftsführer Jóhann Vignir Hróbjartsson sagte mbl.is gegenüber, die Gebührenpläne beträfen nur Reiseunternehmen.
Einzelpersonen sollen keine Zufahrtsgebühren zahlen müssen.
Mit der Gebührenerhebung wolle man den Verkehr im Gebiet begrenzen und dem Offroadfahren zuvorkommen. Die Offroadfahrer, die ihre Spuren im Sand hinterliessen, versuche man mit Schildern zu erziehen, doch falls das nicht funktioniere, könne es durchaus sein, dass das Unternehmen Massnahmen ergreifen müsse, um den Zugang zu dem Gebiet zu verhindern. Er hoffe, dass es dazu nicht komme.
Zur Höhe der ab 1. Juli für die Reiseunternehmen fälligen Gebühren wollte Jóhann sich nicht äussern.

In dem Gebiet, für das die Zufahrtsgebühren erhoben werden sollen, befinden sich Eishöhlen, die im Gegensatz zu anderen Gletscherregionen ganzjährig begehbar sind und von Tourunternehmen aus Vík und Reykjavík angefahren werden.

Teileigentümer Mýrdalssandur ehf. nutzt RÚV zufolge das vulkanische Material schon länger für den Export in die Baubranche. Der Lavasandabbau durch den neuen deutschen Miteigentümer der Mýrdalssandur-Länderei, die STEAG Power Mineral, steht jedoch nicht an erster Stelle im Businessplan. Wie Vísir im vergangenen Jahr schrieb, will das Unternehmen erst dann mit dem Sandabbau beginnen, wenn die Kohlebergwerke schliessen und es zu einer Verknappung der für die Zementproduktion wichtigen Flugasche kommt. Damit werde erst in zwei bis fünf Jahren gerechnet.