Ab 9. Mai Streiks am internationalen Flughafen in Keflavík

Die Mitglieder des Verbands der staatlichen Luftfahrtmitarbeiter (FFR) und der Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst, Sameyki, haben sich mehrheitlich für Streikmassnahmen am internationalen Flughafen in Keflavík ausgesprochen. Rund 80% der 494 stimmberechtigten Mitglieder hatten eine Ja-Stimme abgegeben, berichtet Vísir. Abgestimmt wurde über ein Überstundenverbot, ein Schulungsverbot sowie über vorübergehende und geplante Arbeitsniederlegungen beim Flughafenbetreiber Isavia.

Seit September 2023 finden Tarifverhandlungen statt, seit dem 8. April ist der staatliche Vermittler eingeschaltet. Am 28. April wurde jedoch klar, dass die Verhandlungen mit dem für die Isavia sprechenden Arbeitgeberverband in einer Sackgasse gelandet waren.

Streikmassnahmen
Ab dem 9. Mai, 16.00 Uhr geht es mit den Streikmassnahmen los:
– Ab 16.00 Uhr beginnt ein unbefristetes Überstundenverbot, für alle Mitglieder der FFR und Sameyki, sowie ein unbefristetes Schulungsverbot für alle Verbandsmitglieder, die am Boden anleiten und ausbilden.
– Am 10., 16., 17. und 20. Mai legen alle Mitarbeiter in der Sicherheitskontrolle zwischen 4.00 und 8.00 Uhr ihre Arbeit nieder.

FFR-Vorsitzender Unnar Örn Ólafsson hatte Vísir gegenüber kürzlich angegeben, die vierstündige Arbeitsniederlegung werde den Flugverkehr so gut wie lahmlegen.
“Die Passagiere werden nicht in die Sperrbereiche gelangen, wenn die Sicherheitskontrolle geschlossen ist. Ebenso wird es länger dauern, Passagiere in die Flugzeuge zu transportieren.“ Die Zeitpunkte für die Streikmassnahmen seien so gewählt, dass sie während des morgendlichen Hauptflugverkehrs stattfänden.

 

Fluglotsen streiken in der kommenden Woche

Am kommenden Dienstag und Donnerstag zwischen 4.00 und 10.00 Uhr morgens werden die Fluglotsen an den Flughäfen von Reykjavík und Keflavík in Streik treten. Während des Streiks sollen keine Flugzeuge auf den Flughäfen landen können. Zur geplanten Streikzeit herrscht der meiste Betrieb an den Flughäfen. Ausnahmen gibt es nur für Notfälle und Flüge der Küstenwache.

Am 1. Oktober war der Tarifvertrag für die Fluglotsen geendet, Verhandlungen für einen neuen Vertrag mit dem isländischen Unternehmerverband (SA) sind bislang unbefriedigend verlaufen, berichtet RÚV.
Die Fluggesellschaften bereiten sich auf Verspätungen in der kommenden Woche vor, um Beeinträchtigungen für Passagiere so gering wie möglich zu halten.
Der Fluglotsenstreik ist der dritte in fünf Jahren. Der Vorsitzende der Fluglotsengewerkschaft, Arnar Hjálmarsson, verlangt eine Gehaltsanpassung, die für die Gehälter der Flutlotsen im Vergleich zu anderen Berufen der Branche längst überfällig sei. Insgesamt gibt es 152 Fluglotsen in Island.

 

Orkanböen setzten Fluggäste für mehr als 10 Stunden fest

airport

Nur selten haben Passagiere so lange in Flugzeugen festgesessen wie jene 800 Reisende auf dem Flughafen Keflavík, die am Sonntag mehr als 10 Stunden ausharren mussten, weil es bei Sturm und Eis zu gefährlich gewesen war, die mobilen Treppen an die Ausgänge der Flgzeuge heranzufahren. Der Bereichsleiter der Isavia gab an, die Wettervorhersage habe völlig anders ausgesehen, als die Flugzeuge sich auf den Weg nach Island gemacht hatten. Die Entscheidung sei also normal und richtig gewesen. In Böen hatte der Wind auf dem Flugplatz Geschwindigkeiten von bis zu 36 m/h gehabt, berichtet RÚV.

“Und das was vielleicht ungewöhnlich war, ist die lange Zeit. Das war zweierlei, die Windgeschwindigkeit und die Zeit. Damit wurde das für uns sehr schwierig,” erklärt Jens Bjarnason von der Isavia.
Sieben Maschinen hatten sich am Samstag gegen Mitternacht von den USA aus auf den Weg nach Island gemacht. Man hatte gewusst, dass es in Keflavík stürmisch werden würde, die Verschlechterung der Wetterlage offenbarte sich jedoch erst nach neun Uhr am Sonntagmorgen, da befanden sich die Flugzeuge schon lange auf dem Weg. Die Vorhersage änderte sich, der Orkan kam früher als erwartet. Die Maschinen schafften es zwar noch zu landen, doch dann ging nichts mehr. Bei mehr als 26 m/s dürfen die Fahrzeuge mit den mobilen Treppen nicht mehr zum Flugzeug fahren. Und dann kam die Glätte hinzu. Alles Streumaterial, Sand und Salz, flog einfach davon.

Es sei durchaus schon vorgekommen dass Passagiere im Flugzeug hatten warten müssen, bis ein Ausstieg möglich war, doch an so eine lange Zeit kann Jens Bjarnason sich nicht erinnern.
Im Winter 2018/19 fegten siebzehnmal Böen um 26 m/s über das Flugfeld, doch niemals über einen solch langen Zeitraum. Im vergangenen Winter habe es kaum Vorfälle gegeben, wo Passagiere länger auf den Ausstieg hatten warten müssen.

Acht Millionen Fluggäste in 2023 im Flughafen Keflavík erwartet

Keflavík Airport

Etwa 7,8 Millionen Fluggäste werden für das kommende Jahr am Internationalen Flughafen in Keflavík erwartet, wenn sich die Prognosen der Flughafengesellschaft Isavia bewahrheiten. Dann könnte es dort zeitweise ziemlich eng werden, berichtet RÚV.
Von den 7,8 Millionen werden geschätzte 2,2 Millione Fluggäste n Island als Destination anfliegen. Nur im Jahr 2018 waren mehr Gäste auf die Insel gekommen. Der Flughafen in Keflavík dient auch als Zwischenlandeplatz für Flüge zwischen den USA und Europa. Geschätzte 27 % der Gesamtpassagierzahl dürften Fluggäste in Zwischenlandung sein.

Im Jahr vor der COVID-Pandemie hatte die Zufriedenheit der Fluggäste mit steigender Enge in den Hallen immer weiter abgenommen. Isavia-Chef Sveinbjörn Indriðason kündigt ein besseres Fahrgastmanagement an, um die Belastung über den Tag zu verteilen. Die Zahlen stellten dennoch eine echte Herausforderung dar, und alle, die den Flughafen nutzten, würden dies im nächsten Jahr zu spüren bekommen. “Das wird eng, wir stehen mitten in Umbauarbeiten, aber wir trauen uns das zu und glauben, dass das klappt.”
Der erste Abschnitt der Bauarbeiten soll Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein, wenn eine neue Gepäckausgabe ihre Türen öffnet. Der sogenannte Ostflügel soll im zweiten Halbjahr 2023 schrittweise geöffnet und Ende 2024 vollständig genutzt werden. Dann, so Sveinbjörn, gebe es mehr Platz für die Fahrgäste.

Die grösseren Bauprojekte dauern länger. Der gesamte Flughafen soll bis zum Jahr 2030 in Abschnitten um ein Drittel vergrössert werden.
“In den vergangenen Jahren sind wir immer nur so ein bisschen unserem Schwanz hinterhergelaufen, und bis 2028 oder 2030 wird das auch erst mal so bleiben. Aber dann mache ich mir Hoffnungen, dass wir mit dem Markt wachsen können und ihm nicht hinterherlaufen, wie wir das bisher getan haben, weil das Wachstum unsere Vergrösserungskapazitäten überstiegen hat,” erklärt der ISAVIA-Chef.

SAR rettet zwei junge Männer von schwimmendem Auto

SAR rescue team Hornafjörður

Das Rettungsteam in Keflavík hat in der vergangenen Nacht, nicht anders als ihre Kollegen im ganzen Land, alle Hände voll damit zu tun gehabt, fliegende Dachplatten und Mülltonnen zu sichern, die „klassischen“ Aktivitäten der Freiwilligen bei Unwetter. Ein Einsatz jedoch war besonders, als zwei junge Männer im Hafen in Lebensgefahr gerieten.
Wie Teamleiter Haraldur Halraldsson Vísir gegenüber erzählt, war ein Fahrzeug am Hafengelände von Keflavík in die Sturmflut geraten, vom Wasser aufs Dach gedreht worden und in einem künstlichen See nahe des Salzlagers gelandet. Die beiden jungen Männer schafften es aus dem Auto und aufs Dach, während vom Meer aus die Brandung über sie hereinbrach, denn gestern Abend hatte zugleich Sturmflut geherrscht, mit entsprechend heftigem Wellengang. Haraldur sagt, die 50 Zoll Reifen der anrückenden Rettungsfahrzeuge hätten vollständig im Wasser gelegen.

“Wir schafften es, die beiden zu retten. Den einen haben wir vom Fahrzeug gezogen und bei uns zum Fenster hinein, der andere vermochte es, die 8 bis 10 Meter hohe Felswand hinauf zur Hafnargata zu klettern,” erinnert sich Haraldur. “Das war ganz klar Lebensrettung, da sind wir keinen Mülltonnen hinterhergelaufen, das war Rettung von Menschenleben. Ich hab sowas noch nie gesehen.”